Kreuzrfahrtschiffe in Italien, Civitavecchia

Kreuzfahrtverbot in Italien in letzter Minute abgewendet

Aus dem neuen Dekret zur Pandemie-Eindämmung in Italien wurde offenbar ein Verbot von Kreuzfahrten in letzter Minute entfernt. Ein noch am Tag vor dem Beschluss des Ministerrats in den Medien kursierender Entwurf des Dekrets sah ein Verbot von Kreuzfahrten bis 3. Dezember vor.

Ein neuer Ministerialerlass der italienischen Regierung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie sollte ursprünglich auch die Kreuzfahrten von MSC und Costa in Italien bis 3. Dezember 2020 untersagen. Ein entsprechender Artikel stand ursprünglich im Entwurf für das Dekret, verschwand von dort aber schlussendlich. Der genauere Hintergrund dazu ist bislang nicht bekannt.

Kreuzfahrten dürfen in Italien seit dem 15. August nur unter strengen, behördlichen Auflagen und mit zahlreichen Beschränkungen etwa bei Landgängen durchgeführt werden. Daran ändert das neue Pandemie-Dekret nun, anders als zunächst offenbar geplant, nichts. Stattdessen wurde die bisherige Regelung in das neue Dekret übernommen. Laut dem italienischen Shipping Magazine soll es über diesen Punkt zu einer hitzigen Diskussion im Ministerrat gekommen sein, was letztlich zur Streichung des Artikels zum Kreuzfahrt-Verbot geführt habe.

Das Verbot von Italien-Kreuzfahrten im November sollte in dem Dekret so formuliert sein: „Um der Ausbreitung des epidemiologischen Notstands von Covid-19 entgegenzuwirken, und unbeschadet der Beendigung der bis zum 8. November 2020 laufenden Kreuzfahrten, wird der Kreuzfahrtbetrieb von Passagierschiffen unter italienischer Flagge ab dem Datum der Verabschiedung dieses Ministerialerlasses ausgesetzt.“ Auch Kreuzfahrtschiffe mit ausländischer Flagge hätten italienische Häfen nur zum Zwecke des Aufliegens, nicht aber für den Kreuzfahrtbetrieb anlaufen dürfen.

Das abgeänderte Dekret tritt am 5. November in Kraft und gilt zunächst bis zum 3. Dezember 2020. Erst am 24. Oktober hatte Italien die Beschränkungen zur Pandemie-Bekämpfung deutlich ausgeweitet. Das neue Dekret verschärft die Regeln noch weiter und sieht für die am stärksten betroffenen Regionen mit Kennzeichnung als rote und orange Gebiete auch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit innerhalb der jeweiligen Region sowie ein Reiseverbot in andere Regionen Italiens vor.

Costa und MSC mit Kreuzfahrtschiffen in Italien

Derzeit hat Costa mit der Costa Smeralda und Costa Deliziosa zwei unter italienischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiffe im Mittelmeer in Betrieb. Die Costa Deliziosa läuft dabei neben italienischen auch griechische Häfen an. Bei MSC sind die MSC Grandiosa und die MSC Magnifica unter maltesischer Flagge in Italien und Malta sowie teils auch mit Stopps in Griechenland unterwegs.

AIDA Cruises hatte die Kreuzfahrten der AIDAblu dagegen bereits nach Bekanntwerden des deutschen „Lockdown light“ eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Reederei gerade erst zwei Italien-Reisen nach dem Neustart durchgeführt. Die eigentlich ab Anfang November geplanten Kreuzfahrten der AIDAmar und AIDAperla auf den Kanarischen Inseln hat AIDA für den November ebenfalls abgesagt.

Lediglich TUI Cruises wäre von dem Dekret in Italien nicht betroffen gewesen. Zwei der drei bislang aktiven Kreuzfahrtschiffe der Reederei ab Kiel, in Griechenland und demnächst zwischen den Kanarischen Inseln fahren vorerst weiter. Nur die Mein Schiff 1 ab Kiel muss zum 5. November den Betrieb vorerst einstellen, nachdem die Schleswig-Holsteinischen Behörden ihre Meinung dazu geändert haben.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.