Lyubov Orlova

Lyubov Orlova treibt weiter herrenlos im Atlantik

Das ehemals russische Expeditions-Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova, eigentlich zur Verschrottung in der Dominikanischen Republik vorgesehen, treibt seit 17. Januar 2013 ohne Besatzung im Atlantik. Derzeit scheint niemand ernsthaft Anstrengungen zu unternehmen, das Schiff unter Kontrolle zu bringen. Inzwischen hat die Lyubov Orlova internationales Gewässer erreicht.

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Am 17. Januar sollte die Lyubov Orlova von St. John’s im kanadischen Neufundland aus in die Dominikanische Republik zur Verschrottung geschleppt werden, riss sich bei schwerer See aber los (wir berichteten: „Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova wird verschrottet“).

Seitdem war sie bereits gefährlich nahe an Ölbohrplattformen vor der kanadischen Ostküste herangetrieben. Zunächst hatten die Plattformbetreiber der Searose FPSO die Lyubov Orlova mit Hilfe des Schleppers Atlantic Hawk von der Plattform weggeschleppt und dann am 1. Februar an die Maersk Challenger der staatlichen „Transport Canada“ übergeben. Ab hier widersprechen sich die Meldungen – das Ergebnis bleibt allerdings das selbe: Transport Canada beschloss, das Schiff sich selbst zu überlassen.

Einer Meldung zufolge riss sich die Lyubov Orlova bereits nach 20 Minuten wieder von der Maersk Challenger los, einer anderen Meldung zufolge wurde sie bis zum 4. Februar von der Atlantik Hawk begleitet und dann wieder sich selbst überlassen. Transport Canada betrachtet das Schiff jedenfalls nicht mehr als Gefahr und hält es für unwahrscheinlich, dass die Lyubov Orlova zurück in kanadische Hoheitsgewässer zurück driftet, sodass man sich kurzerhand für unzuständig erklärte.

Laut Transport Canada befinde sich aber ein Ortungsgerät an Bord des ehemaligen Kreuzfahrtschiffs, sodass man seine Position überwachen könne. Transport Canada ist eine staatliche Behörde, die unter anderem für die Sicherheit und den Umweltschutz im Transportsektor in Kanada zuständig ist.

Inzwischen ermittelt das kanadische Transport Safety Board in dem Fall, um herauszufinden, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Lyubov Orlova nun herrenlos in internationalen Gewässern vor Kanada treibt.

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Der Eigentümer des Schiffs, der iranische Schrotthändler Reza Shoeybi, hat nach eigenen Aussagen das Schiff noch nicht aufgegeben, für das er immerhin 275.000 Dollar bezahlt hatte. Er suche nach wie vor nach einer Möglichkeit, das Schiff wieder in seinen Besitz zu nehmen. Transport Canada hatte ihm offenbar untersagt, der anfänglich gecharterten Schlepper Charlene Hunt dafür einzusetzen.

Möglicherweise wird die Lyubov Orlova aber auch einfach weiterhin auf dem Atlantik treiben, bis sie entweder sinkt oder ins Hoheitsgebiet eines anderen Staates treibt, der sich dann um ihre Bergung kümmern müsste.

(Bildquelle: Iain B. of Over, mit freundlicher Genehmigung)

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