Macau Success (Bild: Success Universe Group)

Mord auf Kreuzfahrtschiff oder voreilige Seebestattung?

Ein bizarrer Fall wird derzeit vor einem Gericht in Hongkong verhandelt: Der 49jährige Festlandschinese Wang Weilie soll im September 2010 seine sechs Jahre jüngere Ex-Frau Yang Wenjuan auf dem Casino-Kreuzfahrtschiff „Macau Success“ vor der Küste Chinas verletzt und dann über Bord geworfen haben. Der Mann behauptet, er habe seine Ex-Frau für tot gehalten und lediglich ihrem Wunsch auf eine Seebestattung entsprochen.

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Feststeht auf Grund der Obuktion der Leiche der Frau, die nach dem Vorfall geborgen werden konnte, dass sie lediglich einige Prellungen, Abschürfungen und einen gebrochenen Arm hatte, jedoch noch lebte, als sie über Bord ging. Im Wasser sei sie dann ertrunken.

Wang sagte laut der Zeitung „The Standard“ vor Gericht aus, dass seine Ex-Frau wegen des extremen Stress an ihrer Arbeitsstelle habe Selbstmord begehen wollen. Er habe versucht, sie davon abzuhalten, über Bord zu springen. Dabei seien auch seine eigenen Verletzungen an der Hand, an der Brust und am Knie entstanden.

Bei dem Gerangel sei seine Ex-Frau bewußtlos geworden, so Wang. Da er keinen Puls bei ihr mehr gespürt habe, habe er sie für tot gehalten. Da seine Ex-Frau laut Wang immer wieder den Wunsch geäußert habe, bei ihrem Tod eine Seebestattung zu bekommen, habe er ihrem Wunsch entsprochen und sie über Bord geworfen.

Andere Passagiere sagten vor Gericht jedoch aus, dass sie Wang und seine Ex-Frau an der Reling gesehen hätten und die Frau mit dem Rücken zur Reling stand, während Wang sie mit dem Kopf gegen die Reling gedrückt habe. Es sei Blut auf dem Deck zu sehen gewesen.

Wang Weilie hatte sich bereit erklärt, sich im Rahmen eines Deals des Totschlags schuldig zu bekennen, was die Staatsanwaltschaft aber ablehnte und weiterhin auf eine Verteilung wegen Mordes drängt.

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Update 11.11.2011: Inzwischen ist das Urteil gefallen. Das Gericht glaubt Wang Weilie seine Geschichte von der Seebestattung nicht und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

Von Hongkong aus fahren einige Schiffe auf Kurzkreuzfahrt, die lediglich als schwimmende Spielkasinos dienen, da Glücksspiel in China verboten ist. Einzige Ausnahme ist das Spielerparadies Macao, das als Sonderwirtschaftszone besondere Freiheiten genießt und eine Glücksspielindustrie aufgebaut hat, die inzwischen sogar Las Vegas in den Schatten stellt.

Die Macau Success wurde 1974 in der dänischen Helsingor-Werft als Golden Odyssey als erstes Schiff der Royal Cruise Line (1989 von NCL übernommen) gebaut und fuhr zunächst unter griechischer Flagge. 1994 wurde das 460-Passagiere-Schiff verkauft, in „Astra II“ umbenannt und fuhr als solche auch für deutsche Kreuzfahrt-Anbieter. 2000 wurde sie in „Omar II“ umbenannt. Seit 2004 gehört das 130 Meter lange Kreuzfahrtschiff der in Hongkong ansässigen Success Universe Group Limited und fährt als Macau Success unter Bahamas-Flagge von Hongkong aus als Casino-Schiff.

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