MSC Grandiosa in Hamburg-Steinwerder

MSC-Neustart im Mittelmeer mit Coronatests für alle Passagiere

MSC plant noch im August einen Neustart mit der MSC Grandiosa und der MSC Magnifica im Mittelmeer. Teil des Hygienekonzepts wird auch ein Coronatest für alle Passagiere sein. Landgänge sollen nur mit organisierten Ausflügen möglich sein. Buchungen sollen für Passagiere aus der Schengen-Zone möglich sein.

MSC hat das Infektionsschutz-Konzept für den Neustart nach dem Corona-Shutdown vorgestellt und Mittelmeer-Kreuzfahrten ab Mitte August avisiert. Für letztere fehlen allerdings noch die letzten Genehmigungen der italienischen Behörden, weswegen schon AIDA einige Reisen absagen musste.

Mitbewerber Costa hält sich bislang übrigens mit Details zum Neustart zurück. Dort will man offenbar erst die endgültigen Genehmigungen der italienischen Behörden abwarten. Das Konzept zum Infektionsschutzkonzept gibt es aber auch von Costa bereits. Coronatests für alle Passagiere sind demnach bei Costa nicht vorgesehen, aber eine Maskenpflicht in den Innenräumen. Dass man im Mittelmeer so bald wie möglich wieder starten will, hat aber auch Costa schon seit Wochen klargemacht und die Regierung mehrfach zu schnelleren Entscheidungen aufgefordert.

Infektionsschutzkonzept bei MSC

Für den Neustart hat MSC ein Infektionsschutz-Konzept vorgelegt, das über die bisher praktizierten Maßnahmen anderer Reedereien hinausgeht. Wohl auch, weil MSC die Kreuzfahrten von Anfang an Passagiere aus dem gesamten Schengen-Raum anbieten will, wird es vor der Einschiffung Coronatests für alle Passagiere sowie einen Gesundheitsfragebogen und Temperaturmessungen geben.

Je nach Risikoeinschätzung, die laut MSC von mehreren Kriterien abhängt, sollen Passagiere vor der Einschiffung entweder einen PCR-Test oder bei geringerer Risikoeinschätzung einen – schneller und einfach durchzuführenden – Test zum Antikörpernachweis absolvieren. Die Wartezeit bis zur Einschiffung soll maximal 60 bis 90 Minuten dauern.

Bei Auffälligkeiten will MSC betreffende Passagiere einer eingehenderen Gesundheitsprüfung unterziehen und gegebenenfalls das Boarding verweigern.

Für Passagiere aus Risikogebieten gemäß der EU-Klassifizierung wird außerdem schon vor der Abreise im Heimatland ein PCR-Coronatest verlangt.

Passagiere und Crew will MSC täglich entweder bei der Rückkehr von Landausflügen oder an speziellen Stationen an Bord auf ihre Temperatur überprüft.

Gesichtsmaske, Social Distancing, Tracking

Maskenpflicht wird an Bord der MSC-Kreuzfahrtschiffe überall dort gelten, wo ausreichende Abstände nicht eingehalten werden können. Als Beispiel nennt MSC Aufzüge, den Weg zum Restaurant und einzelne Veranstaltungen, bei denen Abstände nicht sichergestellt werden können. Dafür will MSC überall am Schiff Masken bereithalten und den Passagieren auch täglich in die Kabine legen.

Damit das „Social Distancing“ (Abstand: ein Meter) klappt, reduziert MSC die Passagierkapazität auf 70 Prozent, geht hier im Vergleich zu anderen Reedereien also eher an die obere Grenze. Als Leitlinie dient MSC dabei eine Fläche von etwa zehn Quadratmetern pro Passagier. Bei Normalbelegung des Schiffs sehen hier laut MSC sieben Quadratmeter zur Verfügung.

Die Klimaanlage stellt MSC nach eigenen Angaben auf 100 Prozent Frischluft-Zufuhr um, sowohl für Kabinen als auch öffentliche Bereiche. Zusätzlich soll die Luft einen UV-C-Licht-Filter durchlaufen.

Auf der MSC Grandiosa sollen Passagiere und Crew-Mitglieder ein kostenloses „MSC for Me“-Armband erhalten, mit dem beispielsweise Zahlungsvorgänge an Bord kontaktlos abgewickelt werden können. Außerdem lässt sich die Tracking-Funktion der „MSC for Me“-Technik nutzen, um gegebenenfalls Kontakte zu Infizierten später nachvollziehen zu können. Auf der älteren MSC Magnifica gibt es diese Technik nicht. Hier greift MSC lediglich auf die Daten zurück, die sich aus der Benutzung der Kabinenkarte ergeben.

Restaurants mit Bedienung am Platz, keine Drinks an der Bar-Theke

Um Abstände zu wahren, wird es bei MSC keine Buffets zur Selbstbedienung geben. Wie derzeit schon bei TUI Cruises praktiziert, sollen Crew-Mitglieder die Passagiere am Buffet bedienen und Abstände durch Absperrbänder gewährleistet sein.

In Restaurants, Lounges und Bars gibt es generell nur Service am Platz, in den Restaurants an reservierten Tischen. Wie auf allen derzeit fahrenden Kreuzfahrtschiffen gibt es auch in den Bars Service am Sitzplatz, nicht aber direkt an der Bar-Theke.

Keine individuellen Landausflüge

Die Hygiene-Standard an Bord sollen auch bei Landausflügen angewendet werden. Deshalb wird es Passagieren nicht erlaubt sein, das Schiff bei Hafenstopps individuell zu verlassen. Lediglich von MSC organisierte Landausflüge sind möglich. Je nach Kabinenkategorie sind einige Landausflüge im Reisepreis bereits enthalten, ein zusätzliches Paket von drei Ausflügen soll für 100 Euro an Bord angeboten werden.

Reiseleiter und Busfahrer tragen während der Landausflüge Schutzausrüstung. Für Passagiere gilt Maskenpflicht während der gesamten Ausflüge. Die Ausflugsziele sollen vorab überprüft werden und für MSC-Passagiere soll es an Touristenattraktionen reservierte Bereiche geben. Insgesamt soll so offenbar der Kontakt zu Personen außerhalb des Schiffs und damit Infektionsrisiken weitgehend ausgeschlossen werden.

Laut MSC seien die Start-/Zielhäfen der beiden Schiffe so ausgewählt, dass sie gut erreichbar sind und bei der Anreise daher Flüge oder öffentliche Verkehrsmittel so weit wie möglich vermieden werden können – was vor allem für Passagiere zutrifft, die nahe genug am Abfahrthafen wohnen, um mit dem eigenen PKW anzureisen. Zustieg soll in allen angelaufenen italienischen Häfen möglich sein.

MSC Magnifica im östlichen Mittelmeer und MSC Grandiosa im westlichen Mittelmeer

Unklar ist derzeit noch, wann der Neustart bei MSC stattfinden kann. Es fehlt die letzte, behördliche Genehmigung aus Italien. Die könnte möglicherweise am 6. August nach einer Sitzung eines Expertenrates des italienischen Gesundheitsministeriums kommen.

Die MSC Grandiosa soll 7-Nächte-Kreuzfahrten im westlichen Mittelmeer fahren, die MSC Magnifica im östlichen Mittelmeer. Als mögliche Ziele nennt MSC neben Italien auch Griechenland und Malta. Beide Länder haben einige Kreuzfahrthäfen bereits wieder geöffnet und laut MSC auch das neue Gesundheits- und Sicherheitsprotokoll der Reederei genehmigt.

Für Italien sind die Häfen von Genua, Civitavecchia, Neapel, Palermo sowie Bari und Triest vorgesehen. Dort soll es auch jeweils Zustiegsmöglichkeiten geben, sodass Passagiere aus der jeweiligen Region ohne Fluganreise zum Schiff kommen können.

Die MSC Grandiosa wird von Genua aus fahren, die MSC Magnifica ab Triest, letztere mit Hafenstopps auch in Korfu und Katakolon. Vom Hafen in Triest, wo ein Übernacht-Aufenthalt des Schiffs geplant ist, soll es auch Ausflüge nach Venedig geben.

3 Kommentare

3 Kommentare zu “MSC-Neustart im Mittelmeer mit Coronatests für alle Passagiere

  1. Guten Tag,
    ich habe vor Corona eine 7 Tage Kreuzfahrt mit organisierter Anfahrt und Reiseleitung am 03.1020 bei einem Reisebüro als Veranstalter gebucht. MSC. Jetzt sollen nur organisierte Landhänge möglich sein, mit festgelegten Zielen. Ausserdem Entfallen von 5 Häfen 2 bzw werden ersetzt. (Spanien und Frankreich entfallen). Eine kostenlose Umbuchung kann ich terminlich jetzt nicht zusagen. Ist damit der grundsätzliche Charakter der Kreuzfahrt wie zum Zeitpunkt der Buchung nicht so verändert, dass ich kostenfrei kündigen kann? Landgänge begrenzt und mit deutlichen zusätzlichen Kosten. Frei eigene Landgänge sind ja unser Beweggrund für eine Kreuzfahrt. Mein Reisebüro sagt immer nur “wir müssen sehen ob MSC fährt”.
    Ich bin wirklich von denen schon genervt. Bisher habe ich die Sache ausgemessen, aber mir kommt es vor als wolle MSC auf biegen und brechen fahren.
    Danke für eine Nachricht Grüße Robert

  2. Ach ja, Frischlufzufuhr in der Klimaanlage…. was gab es denn voher? Innenkabinen ? Es ist eindeutig, das Kabinen mit Balkon schon immer besser waren…

    Wie sieht es im Crewbereich aus…. ?

    Die einzige Frischluft die sie bekommen ist wenn sie Landgang haben oder im Raucherbereich stehen…

  3. MSC verhält sich in weiten Teilen rechtswidrig. In meinem Fall hatte MSC die Reise storniert und wollte mich mit einem Gutschein abspeisen. Eine gleichwertige Reise gibt es 2021 nicht. Und einen nicht übertragbaren und nicht Stückelungen Gutschein will ich nicht. Auch ist der Gutschein in kleinster Weise insolvenzgesichert und der Reisepreis von knapp 10.000€ (Yacht Club, beste Kategorie) ist nun doch nicht so wenig. Nachdem MSC keinerlei vernünftige Kommunikation anbietet habe ich Klage eingereicht. MSC hat dann mit allen juristischen Tricks versucht, den Prozess in die Länge zu ziehen. Nachdem das LG München aber einen klaren richterlichen Hinweis gegeben hat was es von dem ganzen hält hat MSC 3 Stunden (!) vor Beginn der Hauptverhandlung bezahlt umeinander Urteil zu vermeiden. MSC hat es also lieber drauf ankommen lassen und imErgebnis musste MSC auch alle Prozesskosten bezahlen

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