Coronatest, Mundschutz und Einbahnstraßen? Wie eine Kreuzfahrt zu Corona-Zeiten ausieht …

Flusskreuzfahrtschiffe sind in immer größerem Umfang schon seit Juni 2020 wieder in Fahrt. Die Hochsee hat mit der Finnmarken am 16. Juni ebenfalls einen Neuanfang vollzogen, inzwischen fahren auch große Schiffe vereinzelt wieder. Entsprechend gibt es ausgereifte Infektionsschutz-Konzepte für die ersten Reisen nach dem Shutdown in Europa. Immer konkreter zeigt sich dahe, was die Passagiere auf den Schiffen erwartet.

Wir haben in diesem Beitrag bereits im Mai die damals bekannten Maßnahmen zusammengetragen und aktualisieren den Beitrag regelmäßig. Weil es aber auch spannend ist zu verfolgen, wie sich die Planungen mit der Zeit verändert haben, ersetze ich ältere Informationen nicht einfach, sondern ergänze lediglich die Veränderungen. (Anfangsstand: 27. Mai 2020, letztes Update: 7. September).

Allen Kreuzfahrten, ob Fluss oder Hochsee, werden nach dem Neustart deutlich spürbare Hygiene-Maßnahmen gemeinsam sein. Den aktuellen Beschränkungen in Deutschland und anderswo wird man nicht entkommen, indem man eine Kreuzfahrt bucht.

In einem ausführlichen Interview hatte ich Ende Mai im Touristik Talk: Kreuzfahrt nach Corona?“ des TV-Reisejournalisten Jürgen Drensek ebenfalls zu diesem Thema Stellung genommen und vieles im Detail erläutert – Wissensstand Ende Mai.

Gesundheitsprüfungen, Abstand, intensive Desinfektion sowie teils Gesichtsmaske sollen auch auf Kreuzfahrtschiffen einen möglichst guten Schutz vor einer Infektion mit Covid-19 sorgen. Das Virus soll idealerweise erst gar nicht an Bord gelangen. Reedereien betonen, dass die aktuell diskutierten oder geplanten Maßnahmen sich in Laufe der Zeit verändern und mutmaßlich schrittweise reduziert werden können.

Corona-Tests werden zum Standard

Tatsächlich hat der Neustart bei TUI Cruises und Hapag-Lloyd Cruises zunächst ohne Coronatest stattgefunden. Bei steigenden Infektionszahlen in Europa und einer Testpflicht für Griechenland dann aber ab Anfang September einen verpflichtenden PCR-Test für alle Passagiere eingeführt, sowohl bei TUI Cruises, als auch bei Hapag-Lloyd Cruises. In Deutschland sind die in Italien bereits zugelassenen, schnellen und relativ billigen Antigen-Tests (nicht mit Antikörpertests zu verwechseln) noch nicht anwendbar, weswegen TUI Cruises die aufwändigeren PCR-Tests verlangen muss. MSC und Costa führen Antigen-Tests direkt vor dem Check-in im Kreuzfahrt-Terminal durch.

Interessanterweise kommt die Flusskreuzfahrt von Beginn an ohne Antigen- oder PCR-Tests aus. Einige Reedereien führen deutlich unzuverlässigere, aber innerhalb von zehn Minuten auswertbare Antikörper-Tests bei der Einschiffung verbindlich, andere freiwillig durch. Bislang hat es (Stand: 7. September) keine bekannten Infektionsfälle auf Flusskreuzfahrtschiffen gegeben.

Neustart mit „Bubble“-Konzept

Ebenfalls durchgesetzt hat sich das zuerst von MSC veröffentlichte „Bubble“-Konzept. Es sieht vor, Kreuzfahrtschiffe mit Passagieren und Crew zu einer Art geschlossener, nach innen und außen geschützter und abgeschirmter Umgebung zu verwandeln. Damit soll verhindert werden, das potenzielle Infektionen von außen auf das Schiff getragen werden oder Ausflüge zu Infektionen an Land führen.

Das bedeutet allerdings für Landgänge: nur mit der geführten Gruppe, kein Absetzen von der Gruppe, keine individuellen Landausflüge.

Nicht viel anders als an Land …

Was auf den ersten Blick abschreckend klingt, ist es jedoch bei genauerer Betrachtung gar nicht: Masken und Abstand begleiten uns im Alltag seit vielen Wochen. Sie werden auch in den kommenden Wochen und Monaten zur Normalität in der Öffentlichkeit gehören. Überall, wo viele Menschen aufeinander treffen, in U-Bahnen und Bussen, in Geschäften gewöhnen wir uns gerade an den Mund-Nasen-Schutz. Abstand in Restaurants und Cafés wird gerade zur Selbstverständlichkeit.

Und genau so wird das auch auf Kreuzfahrtschiffen sein – nichts anderes als an Land also, wenn es vielleicht schon in ein paar Wochen wieder auf den Fluss und aufs Meer geht.

Interessanterweise hatte es zunächst so ausgesehen, als ob die Hochsee-Kreuzfahrtreedereien Konzepte entwickelten, bei denen man an Bord weitgehend oder ganz ohne Mund-Nasen-Schutz auskommt. Davon ist inzwischen nicht mehr die Rede, stattdessen wurde zusätzlich, wie schon erwähnt, ein verpflichtender Corona-Test für alle eingeführt.

Rückzugsraum ist an Bord der Kreuzfahrtschiffe die eigene Kabine, so wie zu Hause die eigene Wohnung. Keine größeren Einschränkungen dürften es auch in den Außenbereiche, auf der Promenade und den Sonnendecks der Kreuzfahrtschiffe geben, soweit ausreichend Abstand sichergestellt ist.

Infektionsschutz auf Kreuzfahrtschiffen: Das planen die Reedereien

Immer mehr Reedereien stellen ihre Infektionsschutz-Konzepte vor, allen voran die Flusskreuzfahrt-Anbieter, deren Schiffe teils bereits wieder fahren oder demnächst neu beginnen. Aber auch im Hochseebereich tut sich inzwischen einiges.

Update: Bei den bereits wieder aktiven Reedereien gibt es inzwischen sehr detaillierte Konzepte, etwa bei Costa, Hapag-Lloyd Cruises, MSC und TUI Cruises.

Daraus ergab sich inzwischen ein relativ einheitliches Bild, wie sich eine Kreuzfahrt in Coronazeiten anfühlen wird, welche Regeln Passagiere einhalten sollen und mit welchen Veränderungen zu rechnen ist. Tendenziell gibt es auf Flusskreuzfahrtschiffen zunächst in manchen Schiffsbereichen eine Maskenpflicht, während Hochseereedereien den Mund-Nasen-Schutz in ihren Konzepten zumindest für Passagiere (Update:) anfangs kaum integriert haben.

Inzwischen gibt es auch eine Empfehlung der für die Schifffahrt zuständige UN-Organisation IMO für den Umgang mit Covid-19 auch auf Passagierschiffen, die von einigem des bisher antizipierten abweicht (Circular Letter No.4204/Add.4/Rev.1). Insbesondere gibt die IMO ausdrücklich keine Empfehlung für einen Mund-Nasen-Schutz im Alltag an Bord von Kreuzfahrtschiffen, sondern lediglich in Zusammenhang mit Verdachtsfällen und im medizinischen Bereich. Dafür gibt die IMO sehr detaillierte Empfehlungen, wie eine Ansteckung der Crew und eine Verbreitung des Virus durch die Crew vermieden werden soll.

In einem ersten Hygiene-Konzept von Norwegian Cruise Line ist nicht die Rede von Gesichtsmasken oder Einbahnstraßen-Regelungen in Kabinengängen. Auch bei Princess Cruises, Costa und MSC (Update: inzwischen überholt, sie oben) ist nicht die Rede von Gesichtsmasken an Bord. Ponant dagegen verlangt den Mund-Nasen-Schutz auf den Kabinengängen und bitte am Rest des Schiffs um freiwillige Maskierung. Hurtigruten hatte die Nutzung von Masken freigestellt; nach dem Skandal um die Fridtjof Nansen überarbeitet die Reederei derzeit ihr Hygienekonzept.

Allerdings werden all diese Konzepte im Detail auch noch zusammen mit den Gesundheitsbehörden weiter ausgearbeitet und da ist vor allem die amerikanische CDC von Bedeutung, die in ihrer bisherigen Kommunikation zu Covid-19 allgemein, nicht spezifisch auf Kreuzfahrtschiffe bezogen, das Tragen von Masken durchaus empfiehlt. Die Konzepte werden sich also im Laufe der noch verändern und an die ersten Erfahrungen an Bord angepasst.

Update: Die WHO empfiehlt neuerdings generell die Nutzung von nicht-medizinischen Gesichtsmasken in Situationen und Umgebungen, in denen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Das bezieht sich aber nicht spezifisch auf die Kreuzfahrt, sondern allgemein auf den Alltag.

Einschiffung und Landausflüge:

  • Update: Corona-Tests in Form von Antigen- oder PCR-Tests vor der Einschiffung beziehungsweise vor Reisebeginn
  • Gesundheitsprüfung beispielsweise mit kontaktlosem Fiebermessen und Erklärung zur Reisetauglichkeit
  • Gesundheitsprüfung vor Abreise zu Hause
  • tägliches, kontaktloses Fiebermessen, typischerweise beim Frühstück oder – am Fluss – bei der Rückkehr vom Landausflug
  • reduzierte Zahl von Passagieren in Ausflugsbussen, teils Mund-Nasen-Schutz im Bus
  • auf Hochseeschiffen: Online-Check-in, um Interaktionen im Terminal zu minimieren

Mundschutz und Abstandsregeln:

  • Mindestabstand 1,5 Meter (Hurtigruten: 1 Meter nach den norwegischen Regeln, Ponant: 2 Meter)
  • Mund-Nasen-Schutz in allen geschlossenen, öffentlichen Bereichen (nicht im Freien, nicht beim Sitzen im Restaurant und in Lounges am Tisch)
  • teils Einbahn-Regelungen und Laufrichtungs-Markierungen am Boden in Bereichen, in denen Abstände sonst nicht eingehalten werden könnten. Auf Hochseeschiffen wird es das wohl weniger geben, als auf Flusskreuzfahrtschiffen.
  • Abstandsregeln in Pool, Whirlpool und Fitness-Studio.

Die Einbahn-Regelungen werden insbesondere Kabinengänge betreffen. Passagiere würden aus einer Richtung zu ihrer Kabine gelangen und sie in die andere Gangrichtung verlassen, um Begegnungen in den engen Gängen zu vermeiden. Daraus werden sich Umwege ergeben, weil das nächstgelegene Treppenhaus gegebenenfalls entgegen der vorgegebenen Laufrichtung liegt.

Restaurants:

  • Mahlzeiten zu zwei festen Zeiten
  • Bedienung an fest zugewiesenen Tischen
  • keine Buffets zur Selbstbedienung (stattdessen Bedienung am Buffet durch die Crew oder Service direkt am Tisch)
  • größere Tischabstände
  • Kellner tragen eventuell Mund-Nasen-Schutz

Weitere Maßnahmen:

  • reduzierte Passagierzahl, typischerweise 50 bis 70 Prozent der normalen Auslastung
  • Umstellung bei Klimaanlagen auf Schiffen, bei denen das technisch möglich ist: Filtersysteme (beispielsweise mit UV-Technik oder Hepa-Filtern), 100 Prozent Frischluftzufuhr
  • Getränke-Bestellungen in Restaurant und Lounges am Tisch, nicht an der Bar
  • Unterhaltungsprogramm verdoppelt, um Abstände im Veranstaltungsraum zu ermöglichen und neue Unterhaltungskonzepte in kleineren Gruppen
  • auf Hochsee-Kreuzfahrtschiffen werden häufig Smartphone-Apps zum Einsatz kommen, die persönliche Interaktionen deutlich reduzieren sollen, beispielsweise über das Einscannen von QR-Codes, um sich etwa Speise- und Getränkekarten am eigenen Smartphone ansehen zu können

Daneben erhöhen die Reedereien die Intensität und Frequenz beim Desinfizieren von öffentlichen Bereichen und beim Reinigen der Kabinen sowie Schulung der Crew und führen viele weitere Maßnahmen ein, die für den Passagier aber im Wesentlichen unsichtbar bleiben werden. Selbst medizinische Testgeräte zur Erkennung von Corona (und anderen Krankheiten wie Noro) wollen Reedereien anschaffen, so beispielsweise Hapag-Lloyd Cruises.

Unsicherheitsfaktor behördliche Auflagen und Vorschriften

Die Reedereien betonen aber auch, dass vielfach noch keine konkreten, behördlichen Vorgaben existieren oder sich aktuell bestehende Regeln schnell ändern können.

In den Niederlanden beispielsweise gilt derzeit für Passagierschiff eine Beschränkung auf maximal 100 Personen an Bord, Passagiere und Crew zusammengerechnet, während es hierfür in Deutschland keine Beschränkungen gebe. In anderen Ländern wie Österreich, Slowakei und Ungarn sind die Rahmenbedingungen laut Viva Cruises ohnehin noch recht unklar, obwohl eine Lockerung der Beschränkungen kurz bevorsteht.

Durchsetzung der Corona-Regeln

Update: Den bisherigen Beobachtungen zufolge werden die Regeln an Bord sowohl am Fluss als auch in der Hochsee von den Reedereien sowie an Bord von der Crew ziemlich konsequent umgesetzt. Und auch die Passagiere folgen den Regeln ohne größere, bekannte Probleme.

Christian Verhounig, CEO der inzwischen insolventen Cruise & Maritime Voyages, hatte im Mai gesagt, man zähle auf die Eigenverantwortung der Passagiere. Allerdings, das räumt er ein, sei das Publikum bei CMV auch älter und er habe nicht 300 oder 400 Kinder an Bord. Schon bei der Einschiffung werde den Passagieren künftig eben nicht nur ihre Kabine gezeigt, sondern auch Laufrichtungen in den Kabinengängen und andere Abläufe zum Infektionsschutz erklärt.

Verhounig rechnete nicht mit größeren Problemen. Die Passagiere seien Hygienemaßnahmen von Land gewohnt, an Bord gebe es dazu keinen Unterschied. Crew und Passagiere hätten alle ein Interesse daran, dass es funktioniert. Er sei da zuversichtlich.

Und wenn sich Passagiere dennoch nicht an die Regeln halten? Dann „werden wir entsprechend nachhelfen“, sagt Verhouning. Noch deutlicher drückt es Andrea Kruse, COO der Flusskreuzfahrt-Reederei Viva Cruises aus: „Wenn jemand querschießt, müssen wir das regeln. Und wenn es gar nicht anders geht, muss man notfalls auch jemanden von Bord verweisen.“ Aber die Gäste hätten ja freiwillig gebucht und würden sich entsprechend der Regeln verhalten.

Auch Theodora Dimopoulou, Regional Director Continental Europe bei Celestyal Cruises, sieht das Thema optimistisch. Die Einhaltung der Regeln sei schließlich im Interesse aller. Die speziell dafür geschulte Crew werde den Kontakt zum Gast suchen, wenn der eine oder andere etwas übersehen sollte. Aber man wolle das nicht mit erhobenem Finger machen. In jedem Land, aus dem die Passgiere kämen, würden andere Maßnahmen gelten und da sei es die Aufgabe der Reederei, offen und transparent zu kommunizieren, was an Bord Sache sei.

Akzeptanz bei den Passagieren

Die Sichtweisen von Menschen, die eine potenzielle Maskenpflicht an Bord von Kreuzfahrtschiffen kommentieren, sind übrigens sehr unterschiedlich. Eine Kreuzfahrt komme für sie erst wieder in Frage, wenn es auch ohne Maske keine Ansteckungsgefahr mehr gebe, sagen die eine. Sie würden aktuell nur dann auf Kreuzfahrt gehen, wenn es eine explizite Maskenpflicht für alle gebe, argumentieren die anderen. Letztere fürchten sich vor Ansteckung, ausgelöst von allzu sorglosen Mitreisenden, die das Tragen von Masken ablehnen und daher einer unverbindlichen Empfehlung nicht folgen würden.

Zumindest für die Startphase nach dem Lockdown der Kreuzfahrt sind Reedereien recht einig: Menschen, die Hygienemaßnahmen ablehnen oder sich vor Ansteckung fürchten, werden ohnehin erst einmal nicht buchen. Und alle anderen werden es genießen, wieder auf Kreuzfahrt gehen zu können.

* (Titelbild: Elvert Barnes, CC BY-SA 2.0)

62 Kommentare

62 Kommentare zu “Coronatest, Mundschutz und Einbahnstraßen? Wie eine Kreuzfahrt zu Corona-Zeiten ausieht …

  1. Hallo Herr Neumeier, das ist gerade für die Passagiere, die mit dem bevorstehenden Neustart auf die ersten Schiffe gehen, ein spannendes Thema. Corona-Schnelltests am Tag der Einschiffung wären da zumindest ein hilfreiches Mittel um die Gewissheit zu haben, dass das Virus nicht von Beginn an “mitfährt”.
    Sind Ihnen Reedereien bekannt die sich dazu bereits konkret geäußert haben? Beste Grüße!

  2. @Alexander: Hapag-Lloyd Cruises hat bereits davon gesprochen und wenn ich mich recht entsinne, habe ich auch bei TUI Cruises etwas dazu gesehen. Aber auf den Punkt gebracht: Noch gibt es solche Tests nicht in der Form, dass man es bei der Einschiffung von 1.000 ud mehr Menschen sinnvoll anwenden könnte. Und sobald es diese Technik gibt, bin ich mir sicher, dass alle Reedereien sie einsetzen werden. Denn das wäre natürlich schonmal wesentlich besser als Temperaturmessungen.

  3. Hallo Franz, wir mussten vor Antritt unserer Antarktis Cruise ein Gesundheitsattest bei HLC vorlegen. Medizinische Notfälle sind fernab der Zivilisation etwas problematisch.
    Ist denn zu erwarten, dass die cruiselines ebenfalls auf „Corona- oder Antikörper-Tests“ bauen und im Vorfeld ein Attest voraussetzen? Wir sind für den Neustart bereit, auch wenn Corona eine „neue Normalität an Bord“ bedeutet.
    LG, Karsten

  4. Wenn ich das Stichwort Maskenpflicht schon höre – lächerlich! Ich glaube kaum, dass das ansatzweise Ansteckungsrisiken verringert. Im Gegenteil, der Umgang vieler Menschen mit ihrer Maske ist höchstgradig unhygienisch. Eine Maskenpflicht an Bord wäre für mich ein No-go. Gilt aber ebenso für den Urlaub an Land.

  5. Also ich trage Maske im ÖPNV und Supermarkt, weil es vorgeschrieben ist. Dass ich mich daran gewöhnt habe, davon kann wirklich überhaupt nicht die Rede sein. Wenn ich mich hier so umgucke, sehe ich fast überall das selbe Bild: Maske schnell auf vor der Supdrmarkt- oder U-Bahn-Tür, kaum im Ausgang wird sie erleichtert wieder runtergerissen. Ich lasse mich ja gern eines Besseren belehren, aber wer so einen Urlaub machen und auch noch viel Geld dafür bezahlen möchte, das ist mir schleierhaft.

  6. @Barbara: Ich denke, da wird zum einen die Zeit eine Rolle spielen, bis man die Maske eben doch irgendwie hinnimmt und einem andere Dinge wichtiger werden als das Abnehmen der Maske. Und jedem wird es dabei individuell natürlich anders gehen, keine Frage. Jemand, der zu Hause vereinsamt, wird eher mit Maske in Urlaub fahren als jemand, de einen großen Garten hat, wo er ohne Maske mit Freunden unbeschwert feiern kann. Zum anderen wird es, so wie es aussieht, ja auch am Schiff keine durchgehende Maskenpflicht geben, sondern eben v.a. dort, wo der Abstand nicht zu wahren ist – auch wenn das am Schiff vermutlich an mehr Stellen, vor allem in den Innenräumen, der Fall sein wird als an Land. Vielleicht gibt’s bald Studien, die zeigen, dass die Klimaanlagen am Schiff so effizient sind, dass auch in Innenräumen unter bestimmten Bedingungen kaum Ansteckungsgefahr besteht, weil sich die Aerosole nicht in er Luft halten. Alles Spekulation natürlich, niemand weiß das bis jetzt sicher. Das ist für mich persönlich das Frustrierendste an der Situation insgesamt: Man weiß immer noch viel zu wenig und entsprechend gibt es so wenig, an dem man sich festhalten kann, so wenig, was man wirklich weiß …

  7. Dumm ist es nur, wenn man die Kreuzfahrt im letzten Jahr gebucht hat. Damals war von Mund-und Nasenschutz noch nicht mal im Traum die Rede. Personal, Besatzung, geschweige denn als Passagier mit Mund- und Nasenschutz, das ist ein absolutes NO-GO auf einer Kreuzfahrt. Das ist ein Mangel an der Reiseleistung, denn unter diesen Umständen hätte ich zu dem damaligen Zeitpunkt niemals gebucht! Besatzung und Passagiere mit Mundschutz bedeutet für mich soviel wie: Ich als Person werde als krank und gefährlich angesehen, ähnlich wie in Krankenhaus. Und ich möchte keine Kreuzfahrt auf einen Lazarettschiff unternehmen.
    Ich denke diesen Umstand sollten die Reedereien auch einmal in Betracht ziehen. Da müssen andere Vorkehrungen getroffen werden.

  8. @August: Das sehe ich auch so. Das Ganze hat zwei Aspekte, die man bedenken muss:

    a) Die eine Frage ist: Welche anderen Vorkehrungen könnte man denn treffen? Es gibt halt noch keine besseren Strategien als Abstand und Mundschutz; sonst würde man das auch an Land anwenden. Ich denke aber, dass es da noch bessere Losungen geben wird und Experten kreativ werden. Denn natürlich würden alle den Mundschutz am liebsten komplett weglassen, keine Frage, aber die Lösung dafür gibt es (meines Wissens) dafür noch nicht.

    b) Der andere Aspekt: Die Reedereien können erst einmal nur das tun, was die Behörden vorschreiben oder zulassen. Ohne Genehmigungen keine Kreuzfahrt. Aktuell reden wir über einen möglichen, vorsichtigen Neustart am Fluss in Deutschland und vielleicht Hochsee-Kurzreisen ab deutschen Häfen oder Ähnliches. Daher orientiert sich das oben beschriebene natürlich daran, was es tatsächlich oder absehbar an behördlichen Vorgaben geben wird. Das ist in Deutschland nunmal stark Mundschutz-lastig, überall dort, wo in der Öffentlichkeit zu wenig Abstand gehalten werden kann. Die Frage, ob das zielführend und sinnvoll ist oder nicht, ist für die Reedereien nur bedingt relevant, weil sie – zumindest aktuell – einfach keine Wahl haben, wenn sie wieder Kreuzfahrten anbieten wollen.

  9. In meinen Augen sind die Infektionsschutzmaßnahmen auf Kreuzfahrtschiffen reine Augenwischerei. Dass Masken nur geringen Schutz bieten, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein.
    Auch ich habe meine Kreuzfahrt (3 Wochen) lange vor Coronazeiten gebucht. Obwohl ich die z.Zt. geltenden Maßnahmen grundsätzlich akzeptiere und richtig finde, brauche ich die aber auf einer Urlaubsreise nicht. Abgesehen davon muss man immer auch mit Änderungen und Einschränkungen bei Landgängen, Besichtigungen usw. rechnen. Außerdem kann sich die allgemeine Lage in den Ländern jederzeit wieder ändern, das kann niemand absehen. Um eine Reise mit so vielen Unwägbarkeiten und Risiken anzutreten, sind mir die Kosten dafür zu hoch! Zum Thema Abstand: Was nutzen bei den Mahlzeiten größere Abstände zwischen den Tischen, wenn pro Tisch 4-8 (oder mehr) Personen zusammensitzen? Was mich aber am meisten beunruhigt, ist die Frage, wie gewährleistet werden soll, dass nicht Passagiere an Bord kommen, die ohne Symptome sind, aber trotzdem das Virus in sich tragen (und weitergeben), ohne es selbst zu wissen.

  10. @August: Vielleicht noch schnell ergänzt: Es ist ein spannende, juristische Frage – die noch nicht geklärt ist – inwieweit die jetzt mutmaßlich kommenden Hygienemaßnahmen die Reise so stark beeinträchtigen, dass dies ein Grund für stornogebührenfreien Rücktritt zulassen würde. Nachdem es so etwas noch nie gab, existiert dazu eben auch keine Rechtsprechung. Ich könnte mir – ganz unjuristisch – durchaus vorstellen, bei Buchung vor der Krise, als so etwas noch nicht absehbar war, Gerichte hier ein kostenfreies Rücktrittsrecht sehen würden, weil die Beeinträchtigungen zu groß sein könnten. Aber egal wie, würde das sicherlich vom jeweiligen Einzelfall und den ganz konkreten Hygiene-Maßnahmen abhängen. Da kann man erst einmal nur abwarten.

  11. @Inga: Diese “Augenwischerei”, egal ob man es so sieht oder nicht, ist aber nunmal im Moment geltendes Recht und die weit überwiegende Sichtweise der Wissenschaftler. Bei der Wirksamkeit von Masken wird gerne verallgemeinert, dabei kommt es vor allem auf den Maßnahmen-Mix (Maske UND Abstand) sowie auf die jeweilige Umgebung an. Maske reduziert Tröpfcheninfektion erheblich und in Kombination mit Abstand und Klimaanlage, die Aerosole nach unten drückt und nicht im Raum stehen lässt, ist da schon sehr viel gewonnen.

    Ob symptomlose Infizierte an Bord kommen, kann man vielleicht teilweise durch Schnelltests prüfen, die aber nicht 100 Prozent zuverlässig sind, aber zumindest das Risiko senken, so wie eben alle anderen Maßnahmen auch das Risiko senken, nicht komplett ausschließen. Aber symptomlos Infizierte ist kein Kreuzfahrt-Problem, sondern ein allgegenwärtiges.

    Ich glaube, dass der Gesamtzusammenhang wichtig ist: Es macht keinen Sinn, an eine Kreuzfahrt wesentlich höhere Maßstäbe anzulegen als an das normale Leben an Land. Es ist an Land nicht 100% sicher und es wird auch auf den Schiffen nicht 100% sicher sein – wo ist der Unterschied? Das Schiff hat sogar den Vorteil, dass es eine relativ kontrollierte Umgebung ist und sich das Risiko durch (nicht perfekte, aber immerhin überhaupt durchführbare) Maßnahmen deutlich reduzieren lässt.

    Letztlich entscheidet jeder für sich selbst, ob er auf eine Kreuzfahrt gehen will und diese Entscheidung hängt natürlich auch davon ab, ob und wie ich mich mit den jeweils ergriffenen Maßnahmen wohlfühle oder eben nicht. Und das ist ja auch vollkommen okay so.

  12. Wir haben schon im Juli 2019 eine große Donaukreuzfahrt bis ins Delta für diesen September gebucht. Die Reise – unter der Prämisse, dass sie ohne Programmänderung stattfindet – dürfte für den Veranstalter unter Corona-Bedingungen ein organisatorischer Alptraum werden: Wir legen in neun Ländern an, was im schlimmsten Falle auch neun verschiedene Regelwerke zum Infektionsschutz bedeutet. Zwei davon (Serbien, Moldavien) sind nicht-EU und somit wahrscheinlich besonders schwierig. Viele der Ziele müssen mit Bussen angefahren werden, deren Anzahl sich zur Einhaltung von Quarantänevorschriften verdoppeln dürfte. Das gleiche gilt für die Anzahl der Gruppen an den Sehenswürdigkeiten (weniger Teilnehmer pro Gruppe, aber mindestens gleicher Platzbedarf). Wie lang werden da wohl die Schlangen bzw. Wartezeiten? Welche Orte können unter diesen Einschränkungen überhaupt besichtigt werden? Wie wird verhindert, dass einzelne durch Nichteinhaltung von Regeln zum Problem für die Gruppe oder sogar das ganze Schiff werden?

    Das beschäftigt mich momentan tatsächlich mehr als die Frage nach Maskenpflicht, zwei Essenssitzungen oder Einbahnregelung auf den Gängen (wobei letzteres in einem Flussschiff mit nur einem Gang pro Deck “interessant” werden dürfte…). Was an Bord passiert, ist für den Veranstalter verhältnismäßig gut plan- und steuerbar. Der “Spaß” beginnt jenseits der Gangway…

  13. @Carsten Fister: Ein sehr guter Punkt – und längst gibt es darauf noch keine gute Antwort. Aber ganz viele Destinationen, Inseln, Städte arbeiten an Plänen, wie sich das regeln lässt. Letztlich wird es (für Corona-Zeiten ohnehin aber vielleicht hinterher auch als Mittel gegen Overtourism allgemein) darum gehen, wie man Touristenzahlen steuern und begrenzen kann – also salopp gesagt: Tickets für den Strand, für die Innenstadt etc. Bei Sehenswürdigkeiten gibt es das ja vielfach schon und letztlich wird man vielleicht einfach schon vorab ein Ticket für Venedig lösen müssen, um auch rein zu dürfen. Ich bin mir sicher, da wird es spannende Konzepte geben, vermutlich auch einiges an Fehlversuchen mit falschen Maßnahmen. Aber dieser ganze Gedanke ist halt noch sehr am Anfang und das wird sicherlich nicht in den kommenden Wochen schon problemlos funktionieren ;-) Auf die Kreuzfahrt übertragen: Das könnte längerfristig ein großer Vorteil von Kreuzfahrten werden, denn letztlich würden sich die Reedereien automatisch um die Zugangsberechtigungen kümmern; das hebt dann das Konzept “Pauschaltourismus” nochmal auf ein höheres Niveau.

  14. Ich hatte eine Kreuzfahrt am 24.05. mit der Vasco da Gama, meine 90. Das Schiff liegt in Tilbury, ist also nicht gefahren.
    Weder Transocean noch das Reisebüro Kreuzfahrt Safari haben es bis heute geschafft, mir abzusagen oder mich zu informieren.
    Dabei hätten sie schon am 17.03. reagieren müssen, als die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung rausgab, gültig bis Mitte Juni 2020. Schon da war klar, daß die Reise nicht stattfinden kann.
    Auf meine Mail, daß ich die Anzahlung zurück haben will hat man mir mitgeteilt, daß man unterbesetzt sei und dies 8 Wochen in anspruch nehmen würde.
    Rechtlich ist unvezüglich zurückzuerstatten, spätestens innerhalb 14 Tage.
    Die bekommen jetzt halt eine Zahlungsklage…
    …eine weitere Kreuzfahrt habe ich – noch vor Corona – für den 20.04.2021 mit der Albatros gebucht und frage mich, ob die stattfinden wird.
    Gebucht ist sie bei meinem leiben Freund Günther Holdenried aus Heimenkirch – der ist grundehrlich und läßt seine Kunden niemals hängen…
    …weitere Buchungen überlege ich mir frühestens, wenn ein absolut zuverlässiger Schnelltest zur Verfügung steht und der dann auch bei lückenlos allen Personen angewandt wird, die ein Schiff betreten wollen.
    Fragebogen bringt gar nichts, da den jeder ausfüllen kann wie er lustig ist, will jemand nicht zurückgewiesen werden, so deklariert er sich halt als gesund.
    Temperatur messen bringt nicht viel, da es reichlich Infizierte ohne Symptome gibt, die aber – unwissentlich – prima weiter streuen können.
    In Gutach im Schwarzwald, wo ich lebe haben wir bis heute KEINEN EINZIGEN Krankheitsfall – warum soll ich da als hochgradig Gefährdeter – aufgrund Alter und einer Vielzahl an Krankheiten, die man besser nicht hat – die ich aber lückenlos alle habe – gerade jetzt auf Reisen gehen?
    Nein, danke!
    Gerne wieder, wenn es sicher ist, aber vorher nicht.
    Ich gehe derzeit auch in keine Lokale, früher fast täglich und jetzt eben überhaupt nicht – und – oh Wunder! – damit lebe ich gut – und sicherer.
    Ein sicherer Schnelltest wäre ein 1. Schritt, eine zuverlässige Impfung würde das Problem definitiv lösen.

  15. @Herrn Neumeier: Sie sprechen in Ihrem Kommentar an August die behördlichen Genehmigungen an, von welchen die Reedereien abhängig sind. Wie sieht das bei Costa aus – sind hier die Vorgaben der italienischen Regierung relevant oder diejenigen der Bundesregierung, wenn das Schiff von Kiel ablegen soll? Wie schätzen Sie die Chance bzw. das Risiko ein, am 7. Juli 20 an Bord eines Costa-Kreuzers zu gehen? Ich spreche hier bewusst von ‘Risiko’, weil ich schon ein mulmiges Gefühl verspüre bei dem Gedanken, auf konzentriertem Raum mit dieser versteckten Gefahr -umgeben von zweitausend Passagieren- umgehen zu müssen. Auf der anderen Seite stehen da natürlich die nicht unerheblichen Stornokosten gegenüber, die einen zögern lassen, eine Entscheidung zu treffen. Denn ich denke mal, trotz des “Kleingedruckten” bzgl. Geltendmachung von Reisemängeln, etc. hat man doch zunächst einmal keine Chance, ohne Aufpreis von der Reise zurück zu treten; zumals man von (aufgetretenen) Reisemängeln ja auch eher in der Gegenwart bzw. Vergangenheit spricht; im Fall der – bislang unvergleichlichen – Corona-Pandemie würde man diese für die Zukunft vorwegnehmen…. oder wie sehen Sie das? Vom Reiseveranstalter selbst erhält man natürlich nur die Äußerung bzw. den Tipp, die Kreuzfahrt nicht zu stornieren…. Ich bin hin- und hergerissen, danke aber schon einmal vorab für Ihre Antworten!

  16. Wir gehören zu denen,die gar nicht die Möglichkeit hatten zu entscheiden, ob sie mit Maske, Abstandsregelung, Einbahnstraßen usw auf Kreuzfahrt gehen wollen, oder nicht. Die Buchung trägt das Datum 22.03.2019, die Reise soll am 17. August beginnen. Unsere Freude darauf hat sich längst in ein ganz ungutes Gefühl gewandelt.
    Nicht, das wir mit den ganzen Maßnahmen nicht einverstanden wären. Aber auf Reisen und dazu noch für einen nicht unerheblichen Preis, würden wir uns das niemals antun. Unter diesen Umständen wäre zu Hause besser.
    Wir verstehen die Veranstalter, die auch zusehen müssen, ihre Firma in in sicheres Fahrwasser zu bekommen und dazu den Tag herbeisehnen, von dem an es wieder losgehen kann. Aber man sollte sich schon Gedanken darüber machen,, wie man den Frühbuchern, so Sie es denn wünschen, mit Umbuchungen z.B entgegen kommen kann.
    Beste Grüße
    Fam. Hettwer
    Auch unsere Antwort vom Reiseveranstalter war, die Stornierung kostet 35% des Reisepreises, Umbuchung (danach hatten wir gefragt) nicht möglich.

  17. @Kiki: Ich denke, die Frage erübrigt sich, weil Costa inzwischen ohnehin alle Reisen bis Ende Juli abgesagt hat.
    Ein Reisemangel muss übrigens nicht zwingend erst im Nachhinein ein solcher sein. Wenn klar ist, dass der Reisemangel auftreten wird und unabänderlich ist, kann man einen Reisemangel (und die daraus resultierenden Rechte) nach Ansicht von Fachjuristen auch schon im Vorhinein geltend machen.

  18. @Marieanne Hettwer: Das ist eine schwierige Frage die im konkreten Einzelfall auch nur ein Anwalt oder eine Verbraucherzentrale einschätzen und beantworten kann — nicht nur, weil ich von Gesetzes wegen eine solche Rechtsberatung nicht erteilen darf, sondern auch, weil es so etwas halt noch nie gab und deshalb auch keine Rechtsprechung dazu vorliegt. Denkbar wäre durchaus, dass man vom Reisevertrag zurücktreten könnte, weil die Einschränkungen im Vergleich zu dem, was man im Reisevertrag ursprünglich vereinbart hat, so gravierend sind, dass ein Rücktritt (ohne Stornogebühren) gerechtfertigt wäre. Aber das ist juristisch wirklich heikel und muss von einem Fachjuristen im ganz konkreten Einzelfall geklärt werden, zumal es auch davon abhängen dürfte, wie genau die Maßnahmen an Bord dann tatsächlich aussehen, sprich: wie gravierend sie sind.

  19. Bei uns in Österreich fällt ab 15. Juni in den meisten Bereichen die Maskenpflicht.
    Wir alle hoffen das es ohne Probleme funktioniert vielleicht in naher Zukunft auch auf Kreuzfahrtschiffen denn eine Kreuzfahrt mit Maske würde ich nicht machen.
    Ich bin kein Gegner der Masken aber sie stören, z.b. das Shoppen mit Maske macht keine Freude und es wird einem warm unter der Maske dazu das wieder einatmen der gerade ausgeatmenter Luft sicher auch nicht optimal.

  20. Auch bei uns in Wien kann man die Folgen der Coronakrise für die Kreuzfahrt sehen.
    Nicht nur keine Schiffe auf der Donau und an den Anlegestellen auch die Viking Flotte liegt noch nebeneinander im 6er Pack und auch hintereinander im Winterquartier im Wiener Freudenauer Hafen fest.

  21. Lieber Herr Neumeier,

    aus meiner Sicht fehlen in den Überlegungen noch einige wesentliche Aspekte:

    Die Besatzunng als Superspreader
    Solange die Besatzungsquartiere und die Arbeitsplätze der Besatzung keinen ausreichenden Abstand ermöglichen, kann ein jedes Besatzungsmitgliede, das das Pech hat sich zu infizieren zum Superspreader werden. Mit jeder Nacht sind in den kleinen Kabinen andere Besatzungsmitglieder infiziert. Nach jedem Tag Arbeit ist die komplette Küchen-Line infiziert, von den engen Verhältnissen in der Crewkantine gar nicht zu reden.

    Temperaturtest/Schnelltest schlägt an und dann?
    Nehmen wir einmal an, wir sind nach XY geflogen, eine Nacht im Hotel und dann einchecken an Bord: Zu hohe Temperatur, wir dürfen nicht an Bord. Und jetzt? Gestrandet in XY? Keine Airline, kein Hotel nimmt uns mit Fieber auf. Es könnte ja Corona sein.
    Oder, wir sind eingecheckt, alles Gepäck an Bord, die Wertsachen im Tresor. Ein funktionierender Landgang, wie schön. Wir sind aktiv, mit dem Bike unterwegs, essen landestypisch, scharf und kommen abends, erhitzt und müde an der Gangway an: Zu hohe Temperatur, tut uns leid. Und jetzt? Während der Kreuzfahrt, unterwegs irgendwo, ohne Gepäck gestrandet? Das Schiff legt gleich ab, Schnelltest-Ergenbnis oder auch nur abwarten, ob die Temperatur in 3h wieder gesunken ist, ist nicht mehr möglich. Wird da dem Temperaturtest nicht zu viel Bedeutung bei gemessen. Hohe Oberflächentemperatur muss kein Fieber sein, Fieber muss kein Covid-19 sein. Trotzdem Verbot an Bord zu gehen?

    Rechtliche Konsequenzen – Corona-Programm nötig.
    Sowohl bei den oben geschilderten Fällen, wie auch bei einem “sehr abweichenden” Fahrtverlauf sind wir im juristischen Niemandsland. Konnten von 10 “vor Corona” geplanten Häfen in 7 Ländern nur 3 angelaufen werden. Ist dies dann höhere Gewalt? Oder absehbar bewußtes Eingehen von “nach Corona” bekannten Risiken? Durch wen? Dem Reiseanbieter, der eine solche Reise noch immer anbietet? Oder dem Reiseteilnehmer, der doch tatsächlich auf einer solchen Reise eincheckt?
    Aus meiner Sicht lassen sich auf absehbare Zeit Kreuzfahrten nicht mehr so planen, wie “vor Corona”. “Vor Corona” Kataloge sind eigentlich wertlos. Keine Begrenzung der Passagierzahlen an Bord, keine angemessenen Ein-/Auscheck-Zeiten, keine Berücksichtigung der Hafen-/Landgangrisiken je nach Land – was sich natürlich auch noch jederzeit ändern kann. Ein Beginn jeglicher Kreuzfahrt wird aus meiner Sicht nur mit einem “Corona-Katalog” möglich sein.
    Nur dann haben die Veranstalter ein Problem. Eine komplett-Absage aller alten Kataloge führt in den Ruin. Reiseveranstalter müssen am “Prinzip Hoffnung” festhalten, eine große Storno-welle noch lange Zeit vor sich herschieben, und gleichzeitig einen Corona-Fahrplan aufbauen, der nur Teile der Buchungszahlen aus den Alt-Katalogen bringen wird.
    Aus meiner subjektiven Sicht bedeutet das: Solange keine “Corona-Kataloge” existieren, ist die Kreuzfahrtbranche noch nicht einmal auf dem Weg, um über den Berg zu kommen,

    Was meinen Sie?

    Schöne Grüße
    Ronald

  22. @Ronald: Ich denke es ich wichtig zu betonen, dass das Geschilderte der derzeitige Stand dessen ist, was die Reedereien öffentlich machen. Und dass die Hochsee-Kreuzfahrt ja noch nicht wieder angefangen hat, das also erst einmal Planungen sind, die sicherlich sehr schnell durch Erfahrungen im Echtbetrieb angepasst, verändert, verbessert werden. Und es gibt eben noch kaum behördliche Vorgaben bzw. von den Behörden genehmigte Konzepte – besonders wichtig wird da, wie immer bei der Hygiene auf Kreuzfahrtschiffen, die amerikanische CDC sein.

    Bzgl. Crew: Da gibt es inzwischen von der IMO eine recht detaillierte Empfehlung, die gerade in Bezug auf die Crew sogar sehr intensive Maßnahmen Vorschläge, wie eine Ansteckung und Verbreitung unter der Crew vermieden werden kann. Auch wenn der Vergleich natürlich hinkt, weil die Umstände anders sind – aber die Erfahrung mir Norovirus-Infektionen zeigt, dass dieses Virus nur sehr selben von der Crew eingeschleppt wird. Das hängt meiner Einschätzung nach vor allem damit zusammen, dass sich die Crew – auch weil ihr Job davon abhängt – wesentlich strikter an Hygienevorschriften halten als Passagiere, die halt im Urlaub auch mal nicht so genau auf solche Dinge achten wollen. Nur ein Indiz, klar, Corona ist was ziemlich anderes.

    Temperatur und Tests: Ich gehe davon aus, aber das ist auch nur eine persönliche Meinung, dass es keine 100%-Ausschlußkriterien nach Schema F geben wird, sondern die verschiedenen Checks als Anhaltspunkte für den Bordarzt gelten werden zu beurteilen, ob ein Passagiere reisefähig ist oder nicht. Sind wir mal ehrlich: Wenn jemand 38 Grad Fieber hat, dann geht es ihm typischerweise eh’ nicht mehr sonderlich gut, das hätte man vermutlich auch bisher beim Check-in schon ohne Fiebermessen bemerkt und erst einmal den Bordarzt gerufen. Und auch bisher war alles andere als sicher, ob ein Passagier, der bei der Einschiffung mit 38 Grad Fieber aufgefallen wäre, auch tatsächlich hätte mitfahren dürfen. Aber klar: Auch bei diesen Aspekten gibt es offene Fragen, für die aber sicherlich die Reedereien und Terminal-Betreiber Konzepte haben werden, wie man eben beispielsweise mit abgelehnten Passagieren verfährt.

    Juristisch: Nein, es ist kei Niemandsland, wenn die Reiseroute deutlich von dem gebuchten abweicht. Dann hat der Kunde ggfs. ein kostenloses Rücktrittsrecht. Solche Fälle gab es ja auch bisher vereinzelt schon, etwa eine Norwegen-Reise, die wegen Hafenarbeitstreik in Norwegen plötzlich zu einer Großbritannien-Umrundung wurde (und das Gericht entschieden hat, dass die Reisekosten zu 100 Prozent zu erstatten ist). “Höhere Gewalt gibt’s im Pauschalreiserecht übrigens seit 2018 nicht mehr, es wurde abgelöst vom Begriff “unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände”. Für den Pauschalreisenden spielt das in diesem Zusammenhang aber keine Rolle, weil der Reiseveranstalter f+r die Durchführung der Reise im vertraglich vereinbarten Rahmen geradestehen muss bzw. eben erstatten muss, wenn das nicht möglich ist, egal warum. Bei außergewöhnlichen Umständen muss er nur nicht zusätzlich Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden u.ä. leisten.

    Aber Sie haben natürlich insofern Recht, dass sich Reiserouten vermutlich zumindest in den ersten Wochen und Monaten deutlich verändern werden. Da wird sich dann einfach zeigen, ob die gebuchten Passagiere trotzdem mitfahren möchten, weil sie auch die Alternativroute schön finden, oder ob sie eben zurücktreten. Nachdem es so aussieht, als würden die Reedereien die Schiffe zu Beginn ohnehin nicht mit voller Auslastung fahren wollen/können, wird das aber vielleicht gar kein Problem, denn irgendwie müssen sie ja auch bei diesen üblicherweise ausgebuchten Reisen auf die niedrigere Passagierzahl kommen ;-)

    Ich denke wie Sie, dass es Sonderkataloge geben wird, aber dafür ist es im Moment noch zu früh. Denn nach wie vor ist die Zukunft halt nahezu nicht planbar. Zu schnell verändert sich die Lage, zu wenig Gewissheit herrscht mittelfristig, wann man wo wieder hinreisen darf – und ob womöglich auch dem dann wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht wird, weil ein Land wegen wieder steigender Infektionsraten, die Grenzen womöglich wieder dicht macht.

    Wir müssen glaube ich einfach akzeptieren, dass die aktuelle Situation unserem deutschen Gemüt mit absolutem Sicherheitsdenken und langfristiger, zuverlässiger Planbarkeit sehr deutliche Grenzen setzt und wir noch eine ziemliche Weile mit Unsicherheit und unvorhersehbaren Änderungen werden leben müssen.

  23. Ich denke, daß Ronald die richtigen Fragen aufgeworfen hat.
    Eine Antwort habe ich darauf leider nicht.
    Veränderungen machen mir nichts aus, mein ganzes Leben war immer stark veränderlich, in jeder Hinsicht.
    Was ich allerdings nicht will: Kopfsprung in trübes Gewässer – da schlägt man schnell mal den Schädel auf, manche sind danach querschnittsgelähmt – oder tot.
    Heißt in diesem Fall: Änderungen ja, kein Buffet ja – gehe sowieso lieber in die 2. Sitzung Restaurant.
    Keine Bar?
    Da fängt der Widerstand bei mir schon an…
    …Anreise im Bus, Zug oder Flieger…
    …auch nicht schön.
    Volle Gesellschaftsräume…igitt…
    …wie ist es mit der Sicherheit bei Landaufenthalten?
    Erhöhte Risiken eingehen?
    Nein, danke…bin Risikokandidat, das muß man nicht auch noch völlig freiwillig hochschrauben.
    Daher zumindest bei mir: derzeit kein Interesse und keine weiteren Buchungen.

  24. Ohne eine geeignete Methode, zu prüfen,ob jemand das Virus in sich trägt, sind Hochseekreuzfahrten eigentlich ein zu großes Risiko. Denn das Problem ist nicht die Verbreitung auf dem Schiff(die lässt sich mit ABstand,Masken und Hygien ganz gut kontrollieren) sondern dafür zu sorgen,das zu Beginn und während der Landgänge das Vrus erst gar nicht aufs Schiff kommt. Fieber messen alleine reicht eigentlich nicht aus. Es muss ein Test entwickelt werden,der relativ schnell und sehr zuverlässig erkennt,ob jemand infiziert ist oder nicht. Das sollte zumindest beim einchecken im Starthafen orga-nisatorisch relativ gut möglich sein. Bei Landgängen wird es jedoch schwieriger.Selbst wenn der Test nur 30 Minuten braucht,wird das sehr problematisch. Denn wenn in den Häfen bis zu 2500 Leute von Bord gehen, müssen diese ja alle vor der Rückkehr aufs Schiff erneut getestet werden.Wie soll das organisatorisch funktionieren?
    Gut, man könnte Kreuzfahrten ohne Hafenstopps anbieten oder mit Hafenstopps auf den Privatinseln der Reedereien(geht halt nur in der Karibik). Aber das wäre zumindest für mich dann keine Kreuzfahrt mehr.
    Problematisch wird die Verpflegung zumindest bei fast ausschließlich auf Büffets ausgerichtete Reedereien wie z.b. AIDA: Dort sind die Büffets rein baulich gar nicht dafür ausgelegt, das man dort von Personal bedient wird.
    Also aktuell sehe ich wenig Chancen, das Kreuzfahrten halbwegs sicher durchgeführt werden könnenm.

  25. Wir brauchen halt einen Impfstoff, das wäre der Game-Changer…auf neudeutsch.
    Dietmar Hopp mit seiner Curevac in Tübingen ist da ja sehr optimistisch.
    BionTech in Mainz hat schon einen und testet ihn derzeit – mal sehen…
    …das blöde ist:
    Aids ist auch ein Virus.
    Seit 30 Jahren gibt es dagegen KEINEN Impfstoff.
    Seit 30 Jahren gibt es dagegen KEIN Medikament…jedenfalls keines, das heilt.
    Man kann die Krankheit inzwischen gut beeinflussen, sodaß Aids Kranke auch recht alt werden können – wenn sie Glück haben.
    Anfänglich war das ein rasches Todesurteil.
    Man behandelt aber mit einem – auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmten – Medikamentencocktail, schweineteuer und eben nicht heilend sondern stark verzögernd.
    Warten wir es ab.
    Die Schiffe mit vielen tausend Leuten mag ich eh nicht.
    Ich träume immer noch von der Ivan Franco, Fedor Shaljapin, Amerikanis, The Victoria, World Renaissance, Winston Churchill, Berlin, Taras Shevchenko, Romanza, Azores, Albatros…
    …auf allen davon bin ich gefahren, auf etlichen auch mehrmals…
    …und auf vielen anderen.
    Mein Lieblingsschiff ist die Amerikanis, ging 1996 außer Dienst, die ehemalige Kenya Castle von der Union Castle Line.
    Tolles Essen, sehr guter Service, mindestens 3 Flaschen Retsina pro Tag…
    …schön war das!

  26. Lieber Herr Neumeier,

    vielen Dank für die Hinweise:

    zum Reiserecht
    enorm, was schon alles geurteilt wurde – Würzburger Tabelle. Inhaltlich komme ich nach Lesen der Tabelle allerdings zu anderen Ergebnissen: Ausfall von Häfen durch behördliche Verbote/Krankheitsgefahren würde ich in die Kategorie wie “Wetter” oder “Terrorgefahr” stecken. Dabei gab es keine Erstattungen. Doch auch ich bin kein Rechtsanwalt.

    und zur IMO
    die hatte ich gar nicht in Erwägung gezogen. Danke für den Hinweis. Allerdings konnte ich trotz oder wegen der wahnsinnigen Fülle von “Corona-Protokollen” zu den beiden Themen Arbeitsplatzgestaltung oder Unterbringung an Bord nichts finden. Weder mit manueller Suche, noch mit der site-Suchmaschine (funktioniert die überhaupt?), noch mit google auf imo.org.
    Das Stichwort “cabin” z.B. liefert keine Fundstellen zu minimaler Größe und Belüftung von Crew-Cabinen unter Covid-19 Gesichtspunkten, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit der hygienischen Reinigung von Crew-Cabinen. Dies beeinflusst eine Aerosol-Ansteckung bei Übernachtung in einer z.B. 9 qm großen 2-Personen Crew-Cabine nun gar nicht. Wir werden sehen, wie weit Vorschriften der Hafenbehörden gehen werden.

    “Schaun’ mer mal…….” ;-))

    Schöne Grüße
    Ronald

  27. @Martin: Ich glaube, die Risikoeinschätzung bzgl. Kreuzfahrt ist derzeit eine sehr emotionale, geprägt von Bildern der Quarantäne der Diamond Princess in Yokohama (wo die hohe Infektionszahl ja erst entstand, nachdem die japanischen Behörden egoistischerweise und absolut unvernünftigerweise die Passagiere nicht von Bord ließen). Statistisch ist das Risiko wesentlich niedriger als gefühlt. Ohne das beweisen zu können glaube ich, dass das Ansteckungsrisiko auf einem Kreuzfahrtschiff mit gutem Infektionsschutz-Konzept deutlich niedriger sein wird als an Land z.B. beim Einkaufen oder in Restaurants.
    Emotional gehen wir ja irgendwie davon aus, dass uns ständig ein infizierter begegnet und ständig Infektionsgefahr besteht. Tatsächlich ist es sehr unwahrscheinlich, überhaupt mit einem Infizierten in Berührung zu kommen. Wir haben in Deutschland derzeit täglich rund 250 Neuansteckungen bei 80 Millionen Menschen (250 zu viel, keine Frage; ebenfalls zu berücksichtigen: ein Großteil davon findet in Schlachthöfen, Seniorenheimen statt – bzgl. Kreuzfahrt kann man diese Menschen kaum mitzählen, weil sie ohnehin nicht auf eine Kreuzfahrt gehen würden).
    Wie wahrscheinlich ist es also, dass ein Crewmitglied ausgerechnet mit einem Infizierten die Kabine teilt, das zuvor durch zahllose Tests gegangen ist, das Risiko also nochmal deutlich gesenkt wurde? Da sollten glaube ich die Kirche auch irgendwo im Dorf lassen.

  28. @Ronald: Bei Hafenausfällen muss man zwei Dinge juristisch unterscheiden: Minderung für den Reisemangel und Schadensersatz. Das sind zwei komplett verschiedene Dinge.
    Minderung (also Erstattung des Anteils des Reisepreise für die nicht erbrachte Leistung = Ausfall des Hafens) gibt es immer, denn das ist vollkommen unabhängig davon, warum der hafenstopp ausfiel. Da hilft dem Reiseveranstalter auch höhere Gewalt/Außergewöhnliches Ereignis nicht.
    Schadensersatz z.B. für entgangene Urlaubsfreuden, nutzlos aufgewendete Urlaubszeit gibt es nur dann, wenn der Reiseveranstalter den Mangel zu vertreten hat. Das heißt im Umkehrschluss: Bei auch höherer Gewalt/Außergewöhnlichem Ereignis ist er in Hinblick auf Schadensersatz aus dem Schneider (nicht jedoch, wie gesagt bei der Minderung).
    Die IMO-Empfehlung finde ich jetzt auf die Schnelle gerade auch nicht mehr, muss ich nochmal genauer suchen. Zu Kabinengröße etc. steht da logischerweise nichts drin, denn das ist ja nichts, was sich ändern lässt; das wäre dann eher langfristig eine Empfehlung für Neubauten. Da ging es v.a. um die Einschiffungsprozeduren, Tests, Quarantäne, sowas wie weitmöglichste Isolierung neu einschiffender Crew-Mitglieder für 14 Tage mit Maskenpflicht und Arbeitseinteilung/-organisation, die Abstand während der Arbeit ermöglichen soll etc.
    Ich glaube, bei dem ganzen Corona-Thema machen wir gerade den Denkfehler, dass wir 100prozentige Sicherheit verlangen. Die gibt es nicht und die gab es bezüglich zahlloser anderer Risiken und Bedrohungen auch vor Corona nicht. Letztlich reden wir über Risiko-Management und Risiko-Minimierung. Wenn wir ein Risiko 100prozentig ausschließen wollen, müssen wir nicht nur die Kreuzfahrt dauerhaft einstellen, sondern auch unser gesamtes Leben an Land, das sich außerhalb der eigenen Wohnung abspielt. Ich denke, aber das ist nur meine persönliche Meinung, dass es sinnlos ist, für ein Kreuzfahrtschiff deutlich höhere Maßstäbe anzulegen als auf andere Teile des menschlichen Zusammenlebens an Land.

  29. Moin zusammen! Die Zeit der wilden Party Cruises von Miami zu den Bahamas dürfte erst einmal vorbei sein… aber das bedeutete für mich keinen Verzicht *g*. Betrachtet man all die nötigen und vernünftigen Sicherheitsmaßnahmen, dürfte für die meisten dennoch ein guter Erholungswert auf einer Kreuzfahrt zu erzielen sein, auch wenn alles langsamer und gemächlicher zugehen dürfte. Kein Gedränge mehr an Pools, Buffets oder beim “Alles-Für-10-Dollar-Grabbeltisch” und das schier endlose Meer aus Sonnenliegen, die eng an eng auf der Oberdeck nebeneinander stehen, dass kaum ein Minitischchen für den Cocktail daneben passt – all das geht nicht mehr.

    Im Liegestuhl auf einem ruhigen Promenadendeck den Fliegenden Fischen zuzuschauen, den Sonneruntergang vom Kabinenbalkon zu betrachten bei einem Gläschen Wein, das ist doch das, wonach sich alle sehen, oder? Ich denke, dass der Tourist (oder sollte ich “Reisender” sagen, weil wir ja alle keine Touristen sein möchten?) nach vielen Wochen des Decke-Auf-Den-Kopf-Fallens inzwischen so sehr seinen Tapetenwechsel herbeisehnt, dass er durchaus bereit wäre, gewisse Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen hinzunehmen, denn es betrifft ja jede Urlaubsform und ein Ende ist eben nicht in Sicht. Wenn es durchaus wahrscheinlich ist, dass auch der Osterurlaub 2021 mit Mundschutz und Abstandsregeln erlebt werden wird, dann ist der Leidensdruck so hoch, dass sich fast jeder mit den Umständen arragieren würde. Die Wahl besteht doch nur aus “Reisen mit Sicherheitsmaßnahmen ODER gar nicht zu verreisen.”

    Ich schaue mit Interesse auf die ersten Fluss-Touren auf Rhein, Donau & Co., denn vermutlich erlaubt meine Kurzarbeit im Sommer einen solchen Trip, und sag mal “schönen Urlaub”!

  30. @Volker: Du sprichst mir aus der Seele :-) Genauso sehe ich ganz persönlich das auch. Verstehe aber auch absolut, wenn andre das anders sehen. Letztlich ist das Ganze eine sehr persönliche Angelegenheit, da gibt’s kein “richtig” oder “falsch”.

  31. Hallo zusammen,
    Was ist eigentlich mit den Menschen die für September eine kreuzfahrt gebucht haben und nicht aufs Schiff wollen?
    Ich gehe stark davon aus dass im September die Schiffe wieder fahren. Ich habe keine Lust unter solchen Umständen eine kreuzfahrt zu machen. Wenn ich aber jetzt schon storniere muss ich 30 % Storno Gebühren zahlen. Und wenn ich länger als 50 Tage vor abfahrttermin warte noch mehr.
    Ich denke dieses Problem haben noch mehr Menschen.

  32. @Karin: Ja, diese Frage habe ich schon mehrfach bekommen. Leider ist sie nicht einfach zu beantworten, weil es eine solche Situation eben noch nie gab und deshalb auch keine direkt vergleichbaren Gerichtsurteil existieren, an denen mal sich orientieren könnte.
    Juristisch gesehen ist es so: Entspricht eine Pauschalreise (also auch Kreuzfahrt) nicht dem, was im Reisevertrag vereinbart wurde, kann man bei zumutbaren Veränderungen Minderung für die nicht erbrachten Leistungsteile verlangen, also einen Teil des Geldes zurückverlangen. Sind die Veränderungen (=Mängel) gravierender, kann man auch (kostenfrei) vom Vertrag zurücktreten. Die Schwierigkeit ist nun abzuschätzen, ob im jeweils konkreten Einzelfall die Mängel gravierend genug sind, um einen Rücktritt von der Reise zu rechtfertigen. Beraten dürfen im Einzelfall nur Anwälte oder Verbraucherzentralen, wo man dazu ggfs. Rat einholen kann.
    Was es schwierig zu verstehen, macht ist, dass es juristisch keine Rolle spielt, was man subjektiv empfinde, wie unwohl man sich aufgrund einer Allgemeinsituation fühlt etc. Es kommt nur auf objektive Sachverhalte (bzw. die mit einer gewissen Sicherheit zu erwartenden Sachverhalte) an. Dazu müsste man vermutlich zunächst einmal genau wissen, wie etwa die Hygienemaßnahmen an Bord aussehen werden und wie sehr das dann in den Alltag an Bord eingreift; oder wie hoch die tatsächliche Bedrohung/Infektionsrisiko in den angelaufenen Ländern sein wird.
    Kurz: “Zu Coronazeiten Urlaub machen will ich nicht und Maske kommt für mich schonmal im Urlaub gar nicht in Frage”, dürfte so allgemein als (juristisches) Argument nicht ausreichen. Aber weil es eine solche Situation eben noch nie gab, ist es zumindest für mich als Nicht-Juristen überhaupt nicht abschätzbar, wo Gerichte da potenziell die Grenze ziehen würden.
    Ob Reedereien aber aus Kulanz vielleicht dennoch z.B. eine Umbuchung auf einen Termin im nächsten Jahr akzeptieren, wäre eine Nachfrage dort wert.

  33. Hallo zusammen.
    Es sollte doch erst mal Situation geklärt werden was passiert wenn ein Positiver Fall auf einem Schiff vorkommt und zwar Mitte der Reise wird die Fahrt abgebrochen im nächsten Hafen und alle 14 Tage Quarantäne und Crew?Wenn ja wird keine Kreuzfahrt starten denke ich.Diese Hauptsache ist doch noch garnicht geklärt worden oder sehe ich das Falsch?

  34. @Roy: Ich denke, da stecken mehrere Aspekte in der Frage … Zum einen kann man davon ausgehen, dass die Reedereien Konzepte und Pläne haben, wie man mit möglicherweise auftretenden Infektionen an Bord umgeht; nur weil die nicht öffentlich sind, heißt es ja nicht, dass es die nicht gibt.
    Letztlich wird es auf die genauen Umstände ankommen. Und auf das jeweilige Fahrtgebiet, die nächstgelegenen Häfen, wie die Protokolle und Regeln dort sind etc. Da wird’s kein einzelnes. präzises Konzept geben, das auf jede Situation pauschal passt. Zum anderen: Vergleichen wir’s doch mal damit, was an Land passiert. Auch da gibt es doch nicht für alles und jedes, was wir gerade zulassen und tun, genaue Protokolle und Checklisten, was man wo wie macht, wenn was passiert. Letztlich werden die Behörden entscheiden, ob die Konzepte der Reedereien ausreichen, um die Risiken soweit zu reduzieren, dass ein Kreuzfahrtbetrieb möglich ist. So wie wir eben auch an Land Konzepte haben, wann ein Restaurant öffnen darf etc.
    In der Kreuzfahrt richtet sich sehr viel nach der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, die auch vor Corona in Bezug auf Hygiene an Bord sehr strikte Regeln hat. Da kann man sich ziemlich sicher sein, dass die CDC der Kreuzfahrt nur grünes Licht geben wird, wenn all diese Fragen ausreichend geklärt sind.

  35. Interessant wird es sein, wie die Redereien die Hygiene umsetzen wollen, insbesondere bei den großen Schiffen mit mehr als 2500 Passagiere. Nach dem 15.06 wenn D die weltweite Reisewarnung aufhebt, denke ich, wird es keine Corona-Fälle mehr geben, höchstens ein grippaler Infekt, der ist ja nicht schlimm und behindert nicht die Reisebranche, denn es geht um viel Geld!!

  36. Ich gehe jetzt mal von der Gastronomie aus, die wir im Schwarzwald ja noch immer haben, zum Teil in sehr guter Qualität.
    Da sieht es derzeit so aus:
    Bei schönem Wetter sind die Außenbereiche von guten Lokalen, die auch vor Corona schon gut liefen, gut besetzt.
    In den Innenbereich wollen wenige, obwohl zulässig und es reichlich Vorkehrungen gibt.
    Lokale, die vorher schon nicht sehr gefragt waren, die laufen jetzt erst recht nicht.
    Ich bekomme TÄGLICH Angebote im Umkreis von 50 km von Gutach, wo ich wohne, was ich alles kaufen könnte…
    …es ist halt auch eine Frage des Wohlfühlens, gerade in Lokalen will man ja kein social Distancing, man will Anschluß und gemeinsamen Genuß.
    Außerdem fehlt manchen Leuten jetzt halt auch Geld, sei es durch Kurzarbeit oder Kündigungen, sei es durch das brutale Zusammenstreichen von Dividenden, auch bei Firmen, die locker zahlen könnten oder von Corona überhaupt nicht betroffen sind, manche profitieren sogar.
    Die Vorschriften sind das eine – deren Umsetzbarkeit das andere – und der Bock der Leute darauf, sich auf die Lage einzulassen – das ist das wohl entscheidende.

  37. @ Rainer:
    Wenn ab dem 15. Juni 2020 die Reisewarnung für 31 europäische Länder aufgehoben wird, bald darauf evtl. auch für die Türkei, dann hat das absolut nichts damit zu tun, dass es fortan keine Infektionsgefahr mehr gäbe. Im Gegenteil. Ein einziger “Superspreader” reicht aus einen neuen Ausbruch wieder in Gang zu bringen und ohne dass eine ausreichende Herdenimmunität erreicht wurde, ist kein Schutz gegeben. Darüber hinaus tobt das Infektionsgeschehen in anderen Ländern gerade heftigst, wie z.B. in Brasilien, immer noch den USA, auch Indien und Bagladesch gehen nach oben zur Zeit mit den Zahlen, Russland bleibt angespannt hoch, und wir dürfen davon ausgehen, dass die Testungen in diesen armen Ländern alles andere als flächendeckend sind,

    Die Bedrohung ist noch lange nicht zu Ende. Deutschland weist um die 186.000 positiv Getestete auf. Und auch wenn man die Rate der unentdeckten Fälle auf zehn mal so hoch veranschlagt, was eine durchaus sinnvolle Schätzung wäre, ergäben sich darauf keine 2 Millionen Menschen. Es werden aber fast 80 Millionen für die Herdenimmunität benötigt. Es ist nicht die Zeit für Entwarnung. Wenn Reedereien wieder starten wollen und müssen, dann aus purer Not, wie alle Unternehmen. Werden die nach wie vor wichtigen Sicherheits- und Abstandsregeln nicht umgesetzt, erleben wir, dass die Pandemie mit uverminderter Härte wieder zuschlagen wird. Ich rate also ab davon jetzt in den Bemühungen nachzulassen. Hier gibt es aktuelle Zahlenwerte:
    https://www.worldometers.info/coronavirus/#countries

  38. Es gibt verschiedene Faktoren, welche beflissentlich von allen Akteuren gemieden werden, wie der Teufel das Weihwasser.
    Ich arbeite seit nahezu 24 Jahre weltweit auf Kreuzfahrtschiffen. Hier wird mit Krampf den Gästen eine Art von Sicherheit vorgegaukelt, die es so nicht gibt und geben wird. Wie sieht die Implementierung von Ausbrüchen in den Zielländern aus…. Gibt es eine justiziable Lösung für Gäste, im Falle eines Falles, mich als Passagier GARANTIERT !!! zurück zu bringen. erneuter Kreuzfahrtknast und Odyssee…. das war’s dann wohl mit Kreuzfahrt.
    Kreuzfahrtschiffe sind die Hauptspreader und werden immer mehr zu einem Problem weltweit, in vielerlei Hinsicht, Umwelttechnisch und Übertourismus. Ich persönlich hoffe, dass dieser ausufernden Industrie endlich die Flügel gestutzt werden. An die Besatzungen denkt niemand, nicht nur hinsichtlich der Rückführungen, sondern auch der Unterbringung, Entlohnung und Arbeitszeiten. Während sich die CEO’s Millionen jährlich in die Tasche stecken, müssen die armen Crewmitglieder ausharren ohne Heuer.
    Alles sind Luftschlösser bezüglich Hygenie und Schutz…… ich kann als Superspreader auf ein Schiff gelangen, ohne Symtome, dann geht der Spaß an Bord richtig los….. Wer jetzt eine Kreuzfahrt bucht muss mit dem “Klammerbeutel” gepudert sein….. er soll an die Bilder und Videos erinnern in denen die Leute im Knast ausharren mussten…. Innenkabine und eine Stunde Ausgang…. da ist mache Zelle besser…. die haben wenigstens ein Fenster…..

  39. Hallo, Axel!

    Wenn ich Deinen Beitrag lese, drängt sich mir folgende Frage auf: “Wenn Dir die Kreuzfahrtindustrie als Arbeitgeber so zuwider ist wie Du es beschreibst, warum arbeitest Du immer noch in dieser Branche?” Wir alle wissen, wie im Falle beispielsweise der Costa Concordia Crewmitglieder versagten bei der Bewältigung der Havarie. Wir wissen aber auch, dass sich seit dem massiv etwas getan hat in der Branche. Ich als Besatzungsmitglied im Luftverkehr weiß auch, dass im Notfall niemals alle Crewmitglieder zu 100% korrekt funktionieren werden – dafür sind wir alle Menschen. Es kommt immer darauf an, den Standard so hoch wie möglich zu halten, per CRM (Crew Ressource Management) sich gegenseitig zu unterstützen und Fehler zu vermeiden/ korrigieren. Du weißt selbst gut genug, dass hier nichts garantiert (mit drei Ausrufezeichen) werden kann, wenn eine Reederei im Falle eines Infektionsfalls von lokalen Landesbehörden abhängt. Ein Risiko reist immer mit, das war auch schon bei anderen Infektionskrankheiten so. Da für eine Rückreise viele andere Akteure zu berücksichtigen sind, von Behörden bis Fluggesellschaften, kann keine Reederei etwas “garantieren”. Ich halte es für unrealistisch überhaupt von irgend jemandem eine Garantie für egal was zu verlangen. Es hört sich an wie die verbreitete Vollkasko-Mentalität, die wir so oft in Deutschland antreffen, gepaart mit einer bekanntlich verzerrten Risikowahrnehmung. Auch heute lauert im heimischen Haushalt immer noch die Unfallgefahr, die weit wahrscheinlicher zum Tode führt als eine Covid-19-Infektion…

    Ein Kreuzfahrtschiff als “Hauptspreader” zu bezeichnen, trifft für mein Verständnis nicht den Punkt. Als es im Falle der Diamond Princess zu einer Verbreitung von Covid-19 kam, war dieses am Anfang der Pandemie und es war die Folge des Umstandes, dass angemessene Hygienemaßnahmen noch nicht in Kraft waren. Wir wissen alle, dass Kliniken, Altenheime, Schulen etc. an Land größere Verbreitungsorte sind als Schiffe. Letztgenannte finden nur immer gern den Weg in die Massenmedien, wenn ein Vorfall passiert, weil der Kreuzfahrt ja immer noch der Geruch der Exklusivität und des Luxus anhaftet, und nicht selten ist es die Häme, die hier die Berichterstattung vorantreibt.

    Was jetzt noch das inzwischen ausgiebigst behandelte Thema “Arbeitsbedingungen an Bord” beim Thema Covid-19 soll, erschließt sich mir nicht. Whataboutismus ist keine angemessene Haltung bei diesem wichtigen Thema, finde ich.

  40. Heute gelesen.
    Cunard hat alle Reisen bis Mitte bzw. Ende November abgesagt .
    Da Cunard weltweit unterwegs ist u. auch entsprechend internationale Gäste an Bord hat,
    gehe ich davon aus , dass auch andere große internationale Reedereien einen vergleichbaren Schritt tun.
    Die deutsche Reedereien planen ja evtl. Kurztouren .
    Für mich ist eine Kreuzfahrt in diesem Jahr keine Option .
    Hoffend , daß wir bald geheilt oder geschützt werden können, dank der Pharmaindustrie.
    Gruß Alfred , aus Worblingen

  41. Tja, Alfred, das hoffe ich auch.
    Ich habe mir übrigens vorsorglich mal 1500 Stück Gilead Aktien zugelegt.
    Einerseits hoffe ich auf Remdesivir, andererseits wird wohl dieses Jahr noch ein Blockbuster gegen Arthritis zugelassen und wieder andererseits gibt es Gerüchte, daß Astra Zeneca die übernehmen will, was üblicherweise einen Kursschub geben dürfte.
    Wenn wir auch derzeit auf unser schönstes Hobby verzichten müssen, so sollte uns das doch nicht hindern, aus der gequirlten Schei..e wenigstens noch ein wenig Gewinn zu schinden.
    Ich bin halt nicht nur Kreuzfahrer seit 1981, sondern auch Aktionär seit 1992…
    …und war Sendbote der Mafia seit 1983 (offiziell: geprüfter Pharmareferent)
    Die sind jedenfalls weltweit mit Hochdruck dran – und die Branche ist nicht die dümmste…
    …leider sind auch die alten Klassiker fast alle weg, das waren mir die liebsten Schiffe.
    Ich denke da auch noch an die Royal Star, vormals San Georgio, die hatte ich zweimal im indischen Ozean – herrlich!
    Mit Super Essen, schon drei Filetsteaks morgens zum Frühstück…
    Wie sagen es die Einheimischen da?
    “Als der große Zauberer die Welt erschaffen hat, wollte er, daß sie noch ein wenig schöner wird. Deshalb nahm er eine Handvoll Diamanten und warf sie in den Ozean, vor die Küste Ostafrikas…
    …da schwimmen sie noch heute: Madagascar, Komoren, Seychellen, Sansibar…
    …ich vermisse das…
    Gruß, Werner

  42. @franz neumaier
    Ohne Hygienekonzepte wird die aktuelle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes (Stand 15.06.2020) für Hochseekreuzfahrten aufrechterhalten. Ich gehe davon aus, dass die Anzahl der Passagiere reduziert werden muss, damit Abstandsregelungen etc. eingehalten werden können. Die Branche kann es sich nicht leisten, ältere Risikopatienten für schwere Verläufe von Corvid-19 zu vergraulen und sollte kulant sein und bei rechtzeitigen Umbuchungswünschen ( z,B. bis 60 Tage vor Reisebeginn), Kunden die kostenlose Umbuchung für das Jahr 2021 ermöglichen. Gerichtliche Auseinandersetzungen schaden den Veranstaltern, Kulanz führt zur Kundenbindung an die Reederei. Ich möchte meine Norwegenkreuzfahrt Anfang September 2020 mit der Vasco da Gama/Transocean auf das nächste Jahr verschieben, wenn es Behandlungsmöglichkeiten und/oder eine Impfung gibt. Mein Tip an die Reedereien ist, von jedem Passagier und Besatzungsmitglied bei der Einschiffung den Nachweis eines negativen Corvid 19-Tests, der nicht älter als 48 Stunden ist, zu verlangen.

  43. @Petra Kober: Schnell nur zur Ergänzung — Leider ist alles andere als klar, ob die Formulierung des AA “wird dringend abgeraten” für Kreuzfahrten als formelle Reisewarnung zu deuten ist; wahrscheinlich ist es eher als Reisehinweis zu verstehen. Der Satz zu den Hygienemaßnahmen gilt nur für die Flusskreuzschifffahrt, weil von Hochseereisen im Ausland ja ohnehin pauschal abgeraten wird. Aber dass Reedereien ein solides Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept haben, bevor sie Schiffe wieder in Dienst stellen, versteht sich ohnehin von selbst.
    Negative Tests wären sicherlich ein sehr hilfreicher Baustein im Rahmen der Schutzmaßnahmen. Das setzt aber voraus, dass Passagiere faktisch auch in der Lage sind, einen Test vornehmen zu lassen und das ist bei uns mit der Begründung “ich will verreisen” bislang nicht vorgesehen; da wäre auch ein Umdenken bei den Gesundheitsbehörden nötig, um das zu ermöglichen.

  44. Tja, das mit dem Test ist auch so eine Sache.
    1. es wird nicht jeder gerade mal getestet, der es will.
    2. es gibt genügend falsch positive, das ist aber immer noch viel besser als falsch negative.
    3. die Inkubationszeit: auch wenn der Test negativ ist, kann der Getestete dennoch krank sein, der Test schlägt ja nicht sofort an.
    Das konnte man bei dem ersten größeren Rücktransport nach China prima sehen: in Frankfurt vor dem Abflug alle negativ getestet – in China nach der Landung dann wieder getestet – und – OH WUNDER – da war ein positiver dabei.
    Wenn der dann in der vollbesetzten Maschine auch noch gut gestreut hat – dann viel Spaß.
    Ein Test ist also besser als kein Test – er ist eine Aussage – richtig muß die aber nicht sein.
    Aber immer noch viel besser als gar keine Aussage…ähhh…Testung.

  45. @ Petra Kober:
    Auch ich hatte eine Norwegenkreuzfahrt gebucht, vom 24.05.-05.06.2020 – mit der Vasco da Gama von Transocean ähhhh….Cruise and Maritime in GB.
    Das Schiff liegt beschäftigungslos in London Tilbury.
    Die Bundesregierung hat am 17.03.2020 eine weltweit gültige Reisewarnung bis mindestens 14.06.2020 ausgesprochen, da war klar: meine Reise fällt in’s Wasser.
    Mn hätte mich informieren müssen und absagen müssen, wegen Undurchführbarkeit – und man hätte UNVERZÜGLICH, spätestens innerhalb 14 Tagen rückerstatten müssen.
    Bis zum heutigen Tage habe ich keine Info – und erst recht nicht mein Geld.
    Gebucht bei Kreuzfahrt Safari in Berlin.
    Auf meine erste Mail, daß ich mein Geld wiederhaben will hat man innerhalb eines Tages geantwortet und mitgeteilt, daß es einige Tage dauert.
    Auf meine zweite Mail hat man innerhalb eines Tages geantwortet und mitgeteilt, daß es 6-8 Wochen dauert.
    Auf meine dritte Mail hat man innerhalb eines Tages geantwortet und mitgeteilt, daß es 90-150 Tage dauert.
    Man sei unterbesetzt und völlig überlastet – antworten kann man aber immer schnell.
    Eine Überweisung per electronic Banking dauert auch nicht länger als eine Antwortmail.
    Die Sache ist nun beim Rechtsanwalt – ich überstehe das locker – die machen vielleicht pleite oder sind es schon.
    Stellt sich noch die Frage, ob es nicht Insolvenzverschleppung ist, dann geht meine Anzeige noch an die Staatsanwaltschaft.
    Kreuzfahrt Safari: für alle Zeiten NEIN DANKE:
    Transocean – war ich früher mehrmals Gast auf der Astor – aber bei DEM Verhalten wird das wohl in Zukunft nimmer viel…
    Der Anwalt hat die Anweisung von mir jetzt scharf vorzugehen.
    Ich habe bisher 89 Kreuzfahrten weltweit gemacht – so ein Verhalten lasse ich mir nicht bieten – werde in Zukunft mir Anbieter sehr genau ansehen, falls ich überhaupt wieder buche.
    Auch sowas wie Lufthansa ist eine Schweinerei: 9 Milliarden Staatshilfe vom Steuerzahler kassieren, aber ausgefallene Flüge – die innerhalb EINER WOCHE zurückzuerstatten sind, nicht erstatten.
    Der Vorstand gehört in den Knast!
    Meine Wut im Bauch ist riesig…

  46. @Klabautermann: Wenn ich mir zum Thema “Tests” noch eine Anmerkung erlauben darf …

    Ich halte es für den falschen Ansatz, immer nur isoliert nach der Wirksamkeit einer einzelnen Maßnahme zu fragen und unterschwellig immer auch einen gewissen Anspruch “es muss 100% sein, oder es bringt nix” zu erheben.

    Keine der derzeit ergriffenen Maßnahmen bringen für sich allein betrachtet eine hohe Sicherheit (100% geht eh’ nicht, darüber sind wir uns vermutlich alle einige). Aber wenn wir – zumal bei aktuell sehr niedrigen Stand an Neuinfektionen in Deutschland – schonmal ein sehr geringes Grundrisiko haben und jede der Maßnahme für sich genommen das Risiko um ein paar weitere Prozent senkt, sind alle Maßnahmen zusammengenommen dann eben doch sehr wirkungsvoll. Greift der Test mal nicht, verhindert der Mundschutz vielleicht trotzdem die Ansteckung und das Fiebermessen fängt auch noch einen kleinen Teil potenziell Infizierter ab, Abstand halten wir zumeist auch ein, was noch einmal einiges bringt und jetzt dazu noch der Baustein “Corona-App”. Es müssten also schon alle Einzelmaßnahmen gleichzeitig versagen. Wenn wir das nicht so sehen, dann könnte man auch nicht mehr Autofahren, weil natürlich gelegentlich mal Betrunkene unterwegs sind, gelegentlich jemand über eine rote Ampel fährt, auch Bremsen ab und zu mal versagen etc. Nur, weil wir an die Risiken des Autofahrens schon lange gewöhnt sind und an die des Coronavirus nicht, empfinden wir bei letzterem das Risiko als viel höher, als es real ist, wenn eben all die Einzelmaßnahmen zusammenwirken.

  47. Hallo, Klabautermann!

    Der Umgang der Airlines mit Erstattungsansprüchen der Kundschaft war immer schon “zäh”, um es mal nett auszudrücken. Das ist auch durch die EU-Fluggastrechte nicht besser geworden. Auch wenn der Erstattungsanspruch sonnenklar ist, wird herumlaviert, Schwurbelmails werden verschickt mit Inhalten sie “manche Einflüsse entziehen sich unserer Verantwortung, bla, bla, bla…” Das Ziel dieses Verhaltens ist klar: es lassen sich tatsächlich viele Passagiere einlullen, akzeptieren dann diese lächerlichen “Einladungen zum Essen” von 50 EUR pro Person etc… Der Urlaub liegt lange zurück, Erinnerungen an das Ungemach verblassen, die Wut ist verraucht und die Bereitschaft zum juristischen Wege verringert sich. Ergebnis: Fluggesellschaften sparen Millionenbeträge, und auch wenn einige Hartnäckige (wie z.B. ich) es nie auf sich beruhen lassen und ihre Auszahlungen per Anwalt einklagen, rechnet es sich für die Airlines immer noch, selbst wenn diese noch Gerichts- und Anwaltskosten bezahlen müssen. Es ist aus Unternehmenssicht eine sinnvolle Strategie zur Kostenvermeidung, und wer auf seine Ansprüche verzichtet, fördert dieses Vorgehen. Muss sollte also dran bleiben.

    Wenn man all dieses weiß, muss man sich doch jetzt erst einmal nicht wundern, finde ich. Und dass die bearbeitenden Stellen mit Millionen von Rückerstattungsansprüchen überlastet sind, überrascht auch niemanden. Ob eine lange Wartezeit eher Verzögerungstaktik ODER mehr Überlastungsfolgen sind, kann keiner von uns beurteilen. Stimmt’s? Auch warte noch auf knapp 2.800 EUR aus dem Oktober 2019 wegen technikbedingtem Flugausfall, und das hatte mit Corona nichts zu tun. Die Zahlung wurde gegenüber dem Anwalt bereits zugesagt, das Geld ist aber immer noch nicht da. Der Anspruch bleibt übrigens über DREI JAHRE (!!!) bestehen.

    Zu den 9 Milliarden von Vater Staat: das Geld ist noch gar nicht angekommen, kann es auch nicht sein, denn die Zustimmung der Hauptversammlung am 25. Juni 2020 ist erforderlich. Kommt diese aber ncht zustande, und die orakelhaften Lautäußerungen des Großaktionärs Thiele lassen Böses befüchten, dann bleibt nur der Weg in die Insolvenz. Und jeder weiß, was das für Erstattungsansprüche bedeuten würde. Das “Argument” der 9 Mrd. EUR Staatshilfe geht also (jetzt noch) ins Leere.

    Was das Safari-Reisebüro mit der Erstattung zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Und was ist mit einem “Vorstand im Knast” erreicht? Nebenbei: mir fielen einige Vorstände gewisser Autobauer ein, die ich eher als Kandidaten für Schwedische Gardinen vorschlagen würde. Was soll mit “Anbieter genau ansehen” erreicht werden? Wo finde ich die Reederei, die mit Leistungen wirbt wie “Im Falle einer globalen Pandemie versprechen wir Ihnen unverzügliche Ticket-Erstattung in bar!” Das erinnert mich an meine Passagiere im Luftverkehr, die mir gelegentlich die Drohung entgegenschleudern, “nie wieder” mit uns fliegen zu wollen, weil sie gerade mal nicht als der “wichtigste Passagier an Bord” bevorzugt werden konnten bei was-auch-immer. Ich antworte dann nur noch: “Unsere Flugzeuge sind voll mit Passagieren, die alle behaupteten, die wieder mit uns fliegen zu wollen.”

    Die Quintessenz kann nur lauten: einfach mal in den Garten gehen, Holz hacken, Joggen gehen, laut schreien oder sonstwie abreagieren. Wut ist schlecht für Herz, Kreislauf, Hormonhaushalt und das Karma. Und besonders schädlich: Wut lässt einen nicht mehr rational denken. So erkläre ich mir diesen Rundumschlag gegen Reedereien, Reisebüro, Lufthansa-Vorstand oder welche “Feinde” sich eben gerade anbieten. Runterkommen, chillen, die Verzögerungstaktik einfach als Faktum akzeptiere, nicht tolerieren (um nur nicht missverstanden zu werden) und seine Rechte per Anwalt einklagen. Fertig. – – – Ommmmm….

  48. @ Kaczmarek:
    Beim Safari Reisebüro habe ich gebucht, an DIE habe ich gezahlt, folglich sind die mein Vertragspartner.
    Sieht übrigens Transocean genauso, die habe ich auch angeschrieben, man hat mir dann mitgeteilt, daß ich mich an den Zahlungsempfänger zu wenden habe, das war nun mal das Reisebüro.
    Ich kann übrigens sehr genau beurteilen, ob Überlastung vorliegt – oder eine Verzögerungstaktik.
    Wäre es Überlastung könnte man auf Mails von mir nicht innerhalb weniger als 24 Stunden jeweils antworten.
    Eine Überweisung dauert auch nicht länger, es ist also Verzögerung.
    Die Geschäftsmethoden der Fluggesellschaften halte ich für kriminell, auch wenn sie sich rechnen…
    …die Vorstände einiger, vor allem EINES Autoanbieters gehören natürlich in den Knast, nebst den Aufsichtsräten.
    Gegen VW habe ich alleine 2 Prozesse laufen, wovon der eine gewonnen ist und nun in der Berufung ist, der andere ist auf den 05.10.2020 terminiert vor dem LG Offenburg.
    Vertreten werde ich im ersten Prozeß von Klaus Goldenstein aus Potsdam, das ist der, der neulich vor dem BGH das wegweisende Urteil gegen VW erstritten hat.
    Den anderen Fall vertritt Prof. Rogert aus Köln, die Klageschrift ist perfekt, 138 Seiten stark.
    In der Reisesache ist der Anwalt beauftragt.
    Des weiteren stehe ich vor dem OLG Karlsruhe gegen die Landeskrankenhilfe Lüneburg, Krankengeldanspruch aus 2010, eingeklagt in 2012 – immer noch nicht entschieden, noch nicht einmal terminiert.
    Ein Hoch auf den “Rechtsstaat” – ein höher auf die ach so tolle private Krankenversicherung.
    Mittlerweile bin ich problemlos gesetzlich freiwillig versichert, bei der BKK Scheufelen.
    An Klagebereitschaft fehlt es also nicht…
    …meine Frau klagt auch, vor dem Sozialgericht gegen das Land Baden-Württemberg wegen der Einstufung des GdB.
    …wir sind halt Schwaben, die haben bekanntlich einen ordentlichen Dickschädel und sind sparsam…
    …und wehrhaft: schon im 30-jährigen Krieg sind Hornberger Landsknechte zweimal vor das 20 mal größere kaiserliche Villingen gezogen und haben es mit ihren Kanonen beschossen.
    Einnehmen konnten sie es allerdings nicht…

  49. Was ist dass denn hier????
    Anstatt konstruktive Informationen auszutauschen zählt der Eine dem Anderen auf welche Verfahren wo anhängig sind… DAS alles hat nur am Rande mit Kreuzfahrten und der Situation im Allgemeinen zu tun.
    Ehrlich gesagt, es langweilt mich und ich gewinne den Eindruck, dass es an der Zeit ist, dass die Kneipen und Stammtische wieder öffnen…..
    DIES ist eine Webpräsenz, welche sich in der Hauptsache mit Kreuzfahrten beschäftigt…. die Situation von Luftfahrtunternehmen ist gut in den Medien vertreten….
    Im Übrigen, 4 Mrd. Euro an Flugkosten sind bundesweit noch zu erstatten….. Pech gehabt, hinten anstellen…..
    Genau….. lasst die Unternehmen mal kommen und es gibt wahrscheinlich eine Reihe von Touristen welche es nicht abwarten können aufn Dampfer wieder einzusteigen. Im Übrigen, solche Reisen rangieren eher unter der Rubrik “Großveranstaltung” und da sehe ich wohl, bis auf Versuchsballons, a la Malle, bis Ende Oktober keine Chance. Zuminst nicht in Deutschland.
    Eine konstruktive Info, bald kommt der Herbst und die Unternehmen wollen ihre Dampfer rund um die Welt – Weltreise – schicken…. Neuseeland und Australien ist dieses Jahr komplett off Limit, die wollen keine Touris sehen. Also,,,, Weltreise…. 60 Seetage und einige Bunkerhalte…. hehe viel Spass.

    also bitte mehr konstruktives….

  50. @ Franz Neumeier
    @ Klabautermann
    vielen Dank für die ausführlichen Antworten auf meine Stellungnahme. Schön, dass es dieses Portal gibt und man sich austauschen kann.
    Ich habe meine Kreuzfahrt mit Transocean/Vasco da Gama über “Netto” gebucht und bei Compass Kreuzfahrten GmbH
    angezahlt und bin gespannt, ob und wie Compass jetzt auf meine schriftliche Bitte (Einschreiben) um einen Kulanzvorschlag reagieren. Das Vorgehen ist mit einer Anwaltskanzlei abgesprochen. Corona und Folgen werden wohl ein gutes Geschäft für die Anwälte werden. Alternativ überlege ich, die Kreuzfahrt, falls sie denn doch noch mit einem plausiblen Sicherheitkonzept stattfindet, an einen befreundeten Altenpfleger, der mich 2 1/2 Jahre bei der 24-Stunden-Pflege meiner Mutter unterstützt hatte, zu verschenken. Er ist einen Monat vor der Rente als Schwerbehinderter (knapp 800,– € Altersrente und 200,– € Betriebsrente nach 44 Jahren in der Alten- und Krankenpflege) bei einem Massenausbruch im Pflegeheim schwerwiegend an Covid-19 erkrankt. Nach mehr als 6 Wochen leidet er immer noch unter Atemnot: Atmen, wie durch einen Filter und Geruchs- und Geschmacksverlust. Covid-19 und Folgeschäden darf man auch bei Menschen ohne gravierende Vorerkrankungen nicht unterschätzen!
    Übrigens es gibt auch positive Erfahrungen: Mein Busreiseunternehmen hat die für Anfang Juni geplante Reise Gardasee/Verona/Dolomiten korrekt abgesagt und alle (An-)Zahlungen sofort zurückerstattet. Probleme gab es nur mit uneinsichtigen Mitreisenden, die darauf bestanden, dass die Reise stattfinden müsse und der Busunternehmer gefälligst einen Doppelstöckerbus zur Verfügung zu stellen habe, damit alle mitreisen können und der Mindestabstand von 1.50m gewahrt werden kann.

  51. @ Axel Krack:
    Jetzt mal ganz konstruktiv:
    Pech gehabt – hinten anstellen – ist nicht!
    Das Gesetz besagt, daß Flüge innerhalb einer Woche zu erstatten sind, bei meiner Kreuzfahrt besagt es: UNVERZÜGLICH, spätestens innerhalb 2 Wochen, also nach Bekanntwerden der Undurchführbarkeit am 17.03.2020 bis spätestens 31.03.2020.
    Das ist die Rechtslage, die ich Kreuzfahrt Safari auch aufgezeigt hatte, unter Nennung des entsprechenden Paragraphen des BGB.
    Corona ändert an der Gesetzeslage überhaupt nichts und führt erst recht nicht dazu, sich jetzt alles erlauben zu können.
    Daher: der Rechtsweg ist nun beschritten.

  52. @alle: Ich möchte die Diskussion zu Erstattungen und juristischen Fragen gerne an dieser Stelle beenden, da sie am Thema des Beitrags vollkommen vorbeigeht. Es wäre schade, wenn Leser, die zum Thema “Zukunft der Kreuzfahrt in Zeiten von Corona” passenden Kommentare nicht mehr finden, weil sich alles um ein gänzlich anderes Thema dreht. Danke für’s Verständnis.

  53. Moin zusammen,
    nun sind wieder vier Wochen vergangen und das Infektionsgeschehen schreitet in unterschiedlichem Maße fort, je nachdem welche Maßnahmen in welcher Region gelten. Es scheint sich zu zeigen, dass Maskenpflicht und Abstandsgebote tatsächlich wirken und dort, wo die Maßnahmen zurückgeschraubt werden (“Lockerungen”), steigen die Infektionszahlen wieder.

    Mich würde mal interessieren, auf welche Größenordnung denn die Passagierzahlen tatsächlich reduziert werden und auf welcher Basis. Wir lesen 50 bis 70% Maximalauslastung, ist die Rechenbasis die Maximalbelegung oder die Auslastung bei Doppelbelegung der Kabinen und weichen die jetzt gültigen Prozentzahlen der Reedereien voneinander ab? Gelten hier Landesvorgaben eines Heimat- oder Starthafens oder allgemeine Regeln, evtl. durch CLIA verhandelt?

    Von Reedereien liest man Unterschiedliches bei deren Strategien. Princess Cruises schreibt, dass die gesamte Sommersaison 2020 abgesagt sei, in Buchungsportalen fällt mir auf, dass Costa offenbar ab 14. August wieder im Mittelmeer fahren will. Steht schon fest, ob die das wirklich durchziehen wollen?

  54. @Volker: Costa will im August wohl ähnlich starten wie AIDA und TUI Cruises jetzt Ende Juli/Anfang August in Deutschland, zunächst nur mit italienischen Passagieren. Ich habe noch nichts gehört, dass das nicht stattfindet. Letztlich hängt alles davon ab, ob die nötigen Genehmigungen von den Behörden kommen und auch sonst eben alle Vorkehrungen getroffen sind, also z.B. klare Regelungen für den Fall von Infektionen an Bord, damit es keine Quarantäne fürs ganze Schiff oder ähnliches gibt wie in den Anfangszeiten der Coronakrise, also niemand wirklich darauf vorbereitet war.

    Bzgl. der Auslastung der Schiffe gibt es meines Wissens keine festen, behördlichen Vorschriften. Ich gehe davon aus, die konkreten Zahlen wahrscheinlich mit den Behörden abgestimmt werden, weiß das aber nicht im Detail.

    Letztlich wird die sinnvolle Auslastung von Schiff zu Schiff unterschiedlich sein, abhängig davon, wie sich Social Distancing insbesondere in Hinblick auf Tischabstände in den Restaurants und damit verbundenen Kapazitäten in den Restaurants umsetzen lässt – zumal es ja zunächst einmal keine Selbstbedienungs-Buffets geben wird. Alles, was ich bis jetzt gehört habe, ist, dass bei der Auslastung erst einmal bei rund 50 Prozent anfängt und man dann eben aufgrund der Erfahrungen der ersten Reise(n) ggfs. hochfahren kann, wenn man sieht, dass gefahrlos auch mehr möglich ist. Letztlich wird das alles ein vorsichtiges Herantasten an die Sache sein, weil halt einfach die Erfahrungen fehlen, insbesondere wie Passagiere sich verhalten und wie gut sie bzgl. der Regeln kooperieren.

    Die Rechenbasis dürfte die Doppelbelegung der Kabinen sein. Zumindest ist das auch sonst immer die Basis bei den Angaben zur Auslastung von Kreuzfahrtschiffen. Sprich: Maximalbelegung aller zulässigen Betten geht je nach Schiff auch deutlich über 100 Prozent hinaus.

  55. @Volker: Gerade gefunden: Norwegen schreibt explizit eine Maximalbelegung von 50 Prozent vor, die auf Antrag später auf 70 Prozent angehoben werden kann, wenn entsprechende Nachweise erbracht werden, dass das sicher ist. Die EU-Empfehlungen sehen solche expliziten Begrenzungen nicht vor – könnten aber bei der Umsetzung der nationalen Behörden eingeführt werden.

  56. @ Franz Neumeier
    Die britische Reederei Transocean und das Reisebüro Compass Reisen in Bonn informieren die Passagier überhaupt nicht über Hygiene-konzepte insbesondere auch bzgl. der Bordklimaanlage für die Innenkabinen der Vasco da Gama und ob und mit wieviel Passagieren Kreuzfahrten nach Norwegen in den nächsten beiden Monaten stattfinden.
    Statt großzügiger Umbuchungsmöglichkeiten für das nächste Jahr vergrault man ältere Risikopatienten für Covid-19 mit einer Umbuchungsgebühr bzw. Stornokosten, wenn man die vor Covid-19 gebuchte Hochseekreuzfahrt ohne behördlich genehmigtes Hygienekonzept nicht antreten möchte.

    Aufgrund der hier erhaltenen Information über die Einreisebedingungen in Norwegen: nur 50 Prozent später 70 Prozent Schiffsauslastung müßten Reederei und Reisebüro die Kunden umgehend kontaktieren und wer teilnehmen will bzw. kann und Risikopatienten zumindestens die kostenlose Umbuchung für 2021 anbieten. Wer so reagiert als Reederei braucht sich nicht zu wundern, wenn verärgerte Kunden nur noch eins wollen: Rückerstattung der Anzahlung, denn an der Warnung des Ausswärtigen Amtes bzgl. der Kreuzfahrten hat sich bis heute nichts geändert!

  57. Hallo,
    ch habe eine Reise mit der neuen Diletta, u. Niederlande und Belgien gebucht. Ist es richtig, dass in den Niederlanden höchstens 100 Menschen an Bord sein dürfen?
    Danke für eine schnelle Rückantwort
    Friedli

  58. @Elfriede Itzel: Tut mir leider, aber all diese Detailregelungen aller Länder zu verfolgen, die sich auch noch ständig ändern, ist mir nicht möglich. Aber Plantours kennt sicherlich alle aktuellen Vorschriften für die Länder, in denen sie ihre Schiffe fahren lassen, sodass sie sicherlich nur so viele Passagiere an Bord nehmen, wie es erlaubt ist.

  59. Hallo und guten Abend,
    wir haben im Januar 2020 für Januar 2021 eine Kanarenrundreise mit AIDAnova über ein Reisebüro gebucht. Corona war bei uns in Europa (noch) kein Thema…
    Unabhängig davon, dass wir nun allergrößte Bedenken haben, a) zu fliegen und b) uns auch nicht vorstellen können, diese Reise unter den jetzigen Umständen anzutreten, hat uns AIDA vor ein paar Tagen lapidar mitgeteilt, dass anstelle der AIDAnova nun die AIDAperla „unser“ Schiff werden soll.
    Wir haben uns damals ganz bewusst für die AIDAnova und eine bestimmte Kabine auf einem bestimmten Deck entschieden.
    Wie seht Ihr das? Kann/darf so etwas ein Grund sein, eine Reise abzusagen, ohne dass die Anzahlung = Stornokosten flöten geht?
    Letztendlich ist das nicht mehr die Reise, die wir gebucht haben. Ich freue mich auf Eure Antworten und Ratschläge!

  60. @Iris: Es gibt meines Wissens kein Gerichtsurteil, dass sich mit der Frage eines Schiffswechsels bei Hochseekreuzfahrten beschäftigt. Bei Flussreisen wurde ein paar Mal entschieden, dass ein Schiffswechsel nicht für einen kostenfreien Reiserücktritt ausreicht. Allerdings ist am Fluss das Schiff als solches ja eher lediglich ein schwimmendes Hotel und die Schiffe unterscheiden sich kaum. AIDAnova und AIDAperla unterscheiden sich deutlich (allein schon, weil man mit dem Umweltaspekt argumentieren könnte, man habe bewusst nur gebucht, weil das Schiff LNG-Antrieb hat) und natürlich spielt auch eine Rolle, dass im Reisevertrag eine bestimmte Kabine vereinbart ist. Auch hier gibt es allerdings Urteile, die z.B. sagen, dass man sich über ein Upgrade nicht beschweren darf (selbst wenn man das eigentlich nicht wollte). Letztlich sind das aber immer Urteile im jeweiligen, speziellen Einzelfall.
    Ggfs. kann es also sinnvoll sein, sich mal von einem Anwalt oder bei einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen, um den ganz konkreten Einzelfall einschätzen zu können. Denn im konkreten Fall darf ich von Gesetzes wegen keine Rechtsberatung erteilen, das dürfen nur Anwälte und Verbraucherzentralen.

  61. @Franz Neumeier Herzlichen Dank für Ihre Antwort, die uns in unserer Vorgehensweise bestätigt.
    Der Umweltaspekt ist für uns in der Tat mit der Hauptgrund, eine Kreuzfahrt überhaupt machen zu wollen. Und dieser Aspekt fällt durch den Schiffstausch definitiv weg. Wir haben schon Reisen mit großen Segelschiffen (Eye of the Wind, SV Florette) gemacht, da stellten sich diese Themen schlichtweg nicht. Gerne halte ich Sie und alle anderen, die davon betroffen sind, auf dem Laufenden. Beste Grüße, Iris

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