Behinderten-gerechter Ausbau von Kreuzfahrt-Schiffen: anspruchsvoll, aber nicht unmöglich

Zu wenig barrierefrei: Carnival zahlt 405.000 Dollar

In einem Vergleich mit dem US-Justizministerium hat sich die Carnival Corp. auf eine Zahlung von insgesamt 405.000 Dollar sowie einen barrierefreien, also behindertengerechten Ausbau von zusätzlichen Kabinen und öffentlichen Bereichen auf 62 aktuellen und künftigen Kreuzfahrtschiffen der Marken Carnival Cruise Line, Princess Cruises und Holland America Line geeinigt.

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Das Justizministerium hatte gegen den weltgrößten Kreuzfahrtkonzern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das US-Gesetz „American with Disabilities Act“ ermittelt. Passagiere hatten auf Grundlage des „American with Disabilities Act“ geklagt und angeprangert, dass der Kreuzfahrtkonzern keine behindertengerechten Kabinen bereitgestellt habe und Menschen mit Behinderungen nicht die gleichen Möglichkeiten wie Nichtbehinderte bekommen hätten, an den Dienstleistungen und Angeboten an Bord teilzunehmen.

Bei dem jetzt geschlossenen Vergleich machte Carnival Corp. zahlreiche Zugeständnisse, betonte aber zugleich, man habe aus Unternehmenssicht nicht gegen das Gesetz verstoßen und habe stattdessen schon immer großen Wert darauf gelegt, den Anforderungen aller Gäste gerecht zu werden. Tatschlich gelten vor allem die Schiffe von Princess Cruises und Holland America Line  in der Branche als vergleichsweise behindertengerecht.

Die Einigung mit dem Justizministerium sieht eine Strafzahlung von 55.000 Dollar sowie Entschädigungszahlungen von 350.000 Dollar an Passagiere vor, die wegen Diskriminierung geklagt hatten. Darüber hinaus sagte Carnival zahlreiche Änderungen und Verbesserungen sowohl auf den Schiffen als auch in der Unternehmensstruktur zu.

Der Kreuzfahrkonzern bekommt nun einen Behinderten-Beauftragten, der künftig für die strikte Einhaltung der entsprechenden Gesetze überwachen und für die Schulung der Mitarbeiter und Crew in dieser Hinsicht sorgen soll. Behindertengerechte Kabinen sollen künftig auf denselben, flexiblen Wegen reservierbar sein wie alle anderen Kabinen, also insbesondere auch per Telefon und übers Internet.

Drei Prozent der Kabinen an Bord von Carnival Cruise Lines, Princess Cruises und Holland America Line sollen künftig behindertengerecht ausgebaut sein. Auf einem großen Schiff wie der Carnival Dream mit bis zu 4.533 Passagieren und 1.813 Kabinen bedeutet den behindertengerechten Ausbau von mindestens 55 Kabinen.

In dem Vergleich berücksichtigt sind 55 bereits in Dienst stehende Schiffe von Marken des Carnival-Konzerns sowie sieben im Bau oder in der Planungsphase befindliche Kreuzfahrtschiffen. Bei 13 der Schiffe sollen die Veränderungen vorgenommen werden, falls diese Schiffe über die nächsten vier Jahren weiterhin amerikanische Häfen anlaufen.

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