Celebrity Eclipse

Nur noch 20 Zentimeter Wasser unterm Kiel

Der Kapitän der Celebrity Eclipse, Dimitrios Manetas, beschwert sich öffentlich bei der Hafenbehörden in St. John’s, Antigua. Wegen fehlerhafter Angaben eines Lotsen sei die Celebrity Eclipse am vergangenen Donnerstag, 22. November 2012, beinahe auf Grund gelaufen. Lediglich 20 Zentimeter Wasser habe man unter dem Bugwulst des 2.850-Passagiere-Kreuzfahrtschiffs noch gemessen. Das berichtet die lokale Zeitung Antigua Observer.

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Der ebenso ernste wie kuriose Vorfall veranlasste Kapitän Dimitrios Manetas, einen Beschwerdebrief an die Hafenbehörde zu schicken, von dem die lokale Zeitung offenbar eine Kopie erhalten hat. Ausgangspunkt für die kritische Situation seien Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Hafenbehörden, Hafenagenten und Lotsen gewesen. An der für die Celebrity Eclipse ursprünglich vorgesehenen Heritage Quay South Pier in St. John’s sei lediglich eine Passagierbrücke bereitgestanden – nicht ausreichend für 2.850 Passagiere. In Absprache mit dem Lotsen habe man daraufhin stattdessen die Nevis Street Pier angelaufen.

Dabei habe der Lotse versichert, das Wasser sei dort tief genug für das 121.878-BRZ-Kreuzfahrtschiff, um noch weiter nach vorne zu fahren und damit die beiden dort befindlichen Passagierbrücken in Schiffsmitte nutzen zu können. Nachdem das Schiff festgemacht war, habe man die Wassertiefe geprüft und festgestellt, dass unter dem Bugwulst nur noch rund 20 Zentimeter zum Grund waren. Die Celebrity Eclipse hat einen Tiefgang von 8 Metern.

„Es muss festgestellt werden, dass das Schiff wegen dieser mangelnden Organisation hätte beschädigt werden können und die Sicherheit von Passagieren und Crew in Frage gestellt war“, schrieb Kapitän Dimitrios Manetas in seiner Beschwerde an die Hafenbehörden auf Antigua.

Lotsen dienen als ortskundige Berater der Kapitäns in Häfen und schwierigen Passagen und sind ausgebildete und lizensierte Seeleute, oft ehemalige Kapitäne. Ihre Aufgabe ist es, den Kapitän durch ihre Kenntnis beispielsweise von Sandbänken, der genauen Position der Fahrrinne oder eben Wassertiefen zu unterstützen. Die Verantwortung für das Schiff und die Manöver trägt letztlich allerdings immer der Kapitän. Die einzige uns bekannte Ausnahme ist der Panama-Kanal, wo der Lotse tatsächlich in Hinblick auf die Navigation das Kommando über das Schiff übernimmt.

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