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Omikron-Welle: Covid-19-Lage auf Kreuzfahrtschiffen entspannt sich

Nach hohen Covid-19-Fallzahlen auf Kreuzfahrtschiffen im Januar 2022 hat sich die Lage offenbar entspannt, die verschärften Schutzmaßnahmen gegen Omikron und in den USA rückläufige Infektionszahlen zeigen offenbar Wirkung. In den USA melden die Behörden erstmals in der Omikron-Welle wieder einige komplett Covid-19-freie Schiffe.

Die Omikron-Welle hatte die Kreuzfahrt spätestens seit Ende 2021 und Anfang 2022 in Bedrängnis gebracht: Die Fallzahlen an Bord stiegen stark an, in einzelnen Fällen wurden in der Karibik hundert und mehr Passagiere während einer einzigen Reise ausgeschifft und in Quarantänehotels gebracht – sowohl Infizierte als auch enge Kontaktpersonen. Die Statistik der US-Seuchenschutzbehörde CDC listete rund 90 Schiffe in ihrem Einflussbereich auf, von denen zeitweise kein einziges gänzlich ohne Covid-19-Fällen war. Besonders problematisch: Auch Crew infizierte sich verstärkt mit Covid-19, sodass vereinzelt kein geregelter Schiffsbetrieb mehr möglich war.

Anfang Februar 2022 hat sich die Situation nun offenbar deutlich entspannt. Die CDC-Statistik weist immer mehr Kreuzfahrtschiffe mit Status „grün“ aus, die also aktuell keine Covid-19-Fälle an Bord melden. Mehr als zehn Prozent der Schiffe sind inzwischen „grün“. Zwar ist dieses Meldesystem als Teil der „Conditional Sailing Order“ seit 15. Januar auf freiwillige Basis umgestellt, die Reedereien halten sich jedoch vorerst weiterhin daran.

Jason Liberty, CEO der Royal Caribbean Group, sprach bei einer Online-Konferenz für Investoren ebenfalls von deutlich sinkenden Fallzahlen im Vergleich zu vor einigen Wochen: „Die Zahl der Fälle an Bord unserer Schiffe ist in den vergangenen Wochen rapide zurückgegangen und wir haben jetzt wieder das außergewöhnlich niedrige Niveau aus der Zeit von vor dem Auftreten von Omikron erreicht.“ Man habe aktuell nur noch eine Handvoll positiver Covid-19-Testergebnisse pro Reise.

In Europa ergibt sich mangels einer zentralen Meldestelle für Coronafälle ein weniger klares Bild und die Omikron-Welle hat, anders als in den USA, ihren Höhepunkt in vielen Ländern noch nicht überschritten. Doch auch hier gab es zuletzt keine Meldungen mehr über größere Covid-19-Cluster auf Kreuzfahrtschiffen.

Bei AIDA Cruises hatte zuletzt die AIDAnova Schlagzeilen gemacht, als die Reederei die Silvesterreise wegen einer größeren Zahl an Covid-19-Fällen auch unter der Crew in Lissabon abbrach und die Passagiere nach Hause flog. AIDA Cruises war danach vorübergehend zum Bubble-Konzept bei Landausflügen zurückgekehrt, bei dem nur noch organisierte, geführte Landausflüge in der Gruppe möglich sind. Am 3. Februar hob die Reedereien diese Beschränkung aber schon wieder auf.

Auch TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises und Phoenix Reisen hatten im Dezember und Januar mit vermehrten Covid-19-Fällen auch unter der Crew zu kämpfen und sagten Reisen ab. Besonders kurzfristig traf es dabei Passagiere von TUI Cruises in der Karibik. Inzwischen hat TUI Cruises die Abfahrten der Mein Schiff 2 von den beiden Abfahrtshäfen auf Barbados und in der Dominikanischen Republik auf lediglich einen Hafen reduziert und nimmt neue Passagiere nur noch in La Romana auf.

3 Kommentare

3 Gedanken zu „Omikron-Welle: Covid-19-Lage auf Kreuzfahrtschiffen entspannt sich“

  1. Hallo Franz,
    man sollte tatsächlich die Situation nicht zu negativ sehen. Allerdings stelle ich die Aussage „die Lage entspannt sich“ in Frage. Möglicherweise liegt dies auch an mangelnder Transparenz der Reedereien? Am Beispiel TUI kann man sagen, dass auf den Kanaren Fahrten und auf der MS2 in der Karibik faktisch kaum mehr getestet wird. Und RCCL hat 4 Schiffe im Einsatz auf welche die Infizierte Crew untergebracht wird damit der Prozentsatz der Corona-Infektionen unter der kritischen Marke bleibt. Also ausgerechnet jetzt von Entspannung zu sprechen halte ich eher für „Zweckoptimismus“ und doch sehr „pro“ Reederei.

  2. Hallo Dierk, meine Intention war in keiner Weise, „pro Reedereien“ zu schreiben. Was hätte ich von Schönschreiberei? „Entspannung“ heißt ja nicht, dass alles perfekt und die Pandemie vorbei ist. Aber Anfang Januar/Mitte stand die Kreuzfahrt insgesamt auf der Kippe, und ich habe täglich darauf gewartet, dass in der CDC-Statistik die ersten Schiffe mit „rot“ markiert sein würden. Das Gegenteil ist jetzt aber der Fall, es werden immer mehr „grün“. Bzgl. Europa hatte ich ja geschrieben, dass sich das hier mangels Transparenz wenige gut beurteilen lässt. Aber es ist doch offensichtlich, dass die Lage nicht mehr so ernst ist wie noch vor drei Wochen. Bis das Thema insgesamt durch ist, wird’s wohl noch ein paar Monate dauern, mindestens. Aber ich denke, es ist auch nur fair zu berichten, wenn die Zahlen wieder fallen, wenn man zuvor über die stark steigenden Zahlen berichtet hat. Da sollte man dann doch schlechte und gute Nachrichten gleich gewichten und nicht immer nur Negative Geschichten erwarten und bei Berichten über eine positive Entwicklung gleich Schönschreiberei annehmen, oder? ;-)

  3. Hallo Dierk,
    ich war gerade mit Mein Schiff auf den Kanaren. Dass da nicht getestet wird, stimmt nicht. Bei Einschiffung müssen 2 negative Tests zusätzlich zum Impfnachweis vorgelegt werden (72-48 Stunden und max. 24 Stunden vor Einschiffung). Wer länger als eine Woche an Bord bleibt, muss außerdem wöchentlich einen Antigentest an Bord machen.

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