Podcast: Die Nieuw Statendam im Detail

- Franz Neumeier & Jérôme Brunelle - Info: Werbung und Redaktion
cruisetricks.de Kreuzfahrt-Podcast
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Die Nieuw Statendam, Holland America Lines neuestes Kreuzfahrtschiff mit 2.666 Passagieren, steht ein wenig im Schatten der spektakulären Konkurrenz Celebrity Edge. Zu Unrecht, wie wir in dieser Episode des Kreuzfahrt-Podcasts zeigen werden.

Wir sprechen über die Besonderheiten, Vorzüge, aber auch Ähnlichkeiten im Vergleich zum Schwesterschiff Koningsdam und zu den übrigen Schiffen der HAL-Flotte. Schwerpunkt-Themen sind die besonderen Stärken des Schiffs: gutes Essen und Live-Musik.

Wir arbeiten vor allem auch heraus, wie sehr sich Celebrity Edge und Nieuw Statendam unterscheiden und warum auch die Nieuw Statendam für ihre Zielgruppe ein exzellentes Schiff ist, obwohl (oder vielleicht gerade weil) sie bei weitem nicht mit so vielen Innovationen und spektakulären Features aufwarten kann wie die Konkurrenz.

Anmerkung*: Cruisetricks.de fuhr auf der Nieuw Statendam auf Einladung von Holland America Line.
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2 Kommentare

2 Kommentare zu “Podcast: Die Nieuw Statendam im Detail

  1. Hallo! Nach so viel Lob über die Nieuw Statendam muss auch mal ein bisschen gemäkelt werden, finde ich. Zwar bin ich auf dem neuesten Schiff noch nicht unterwegs gewesen, jedoch ausgiebig auf der Koningsdam, und die ist baugleich. Was als klassisch, gediegen oder traditionell beschrieben wurde, kann ich nur unterstreichen. Den Stil der traditionellen Seefahrt, immer wieder gekoppelt mit dem niederländischen Erbe, das findet sich in Gemälden, Porzellan oder Delfter Fliesen an Bord an vielen Orten. Irgendwo hängt auch immer ein Portrait des „Oranje“ Königspaares, und die „Treppenhauskunst“ ist auch immer etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Im Unterschied zu den älteren Schiffen merkte ich jedoch bei der neuen Schiffsklasse, dass hier eine deutliche Flächenoptimierung statt gefunden hatte. Dieses betreiben natürlich alle Reedereien des Massenmarkts, und ich würde auch HAL in diesen einordnen. Preislich, leistungsbezogen und im Publikum sehe ich kaum abweichende Aspekte von Royal Caribbean oder NCL, wobei tendenziell ich immer bei HAL von einem höheren Altersschnitt ausgehen würde, schon aufgrund der nicht vorhandenen „WOW-Features“ wie Monsterrutschen, Wasserparks, Klettergärten oder Flowrider, Eisbars, Schlittschuhbahnen und was sonst inzwischen geboten wird.

    Die Flächenoptimierung fiel mir zunächst am Promenadendeck auf. Die Zeiten verschwenderisch breiter Flanierdecks scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. Gestaltet man diese Bereiche schmaler, gewinnt man natürlich Innenraum, den man gewinnbringend in Bezahlrestaurants, Bars oder Shoppingläden einsetzen kann. Besonders am Heck fiel mir auf, wie eng und fast beengend das umlaufende Promenadendeck war, um zusätzliche Fläche für das Hauptrestaurant zu gewinnen. Die Platzeinsparung setzte sich im Theater fort. Verfügen die klassischen Theater mit einer traditionellen Bühne einen umfangreichen Kulissen-Apparat, der sich in weitläufigen Hohlräumen über der Bühne fortsetzt, allein für das Verschieben und Hinaufziehen von Kulissenteilen, entfällt all das bei einer Rundbühne, die man in den Zuschauerraum hineinbaut. Hier spart man also Raum ein, in den man wiederum zusätzliche Kabinen hineinbauen kann. Die angesprochene LED-Wand, die in einem fast Dreiviertelkreis an den Wänden entlang um den Zuschauerraum herum läuft, war ein ganz possierliches Feature. Wasser, Wald, Feuersbrünste, Sternenhimmel oder was auch immer können damit erschaffen werden – um das Bühnengeschehen zu unterstützen, man darf aber nicht vergessen, dass diese Präsentationen nichts weiter als computergesteuerte Bilder sind, reproduzierbar wie ein Kinofilm, und gleichzeitig Sparpotenzial bieten bei Personal und Bühnentechnik, und wie gesagt Raumbedarf. Bei den Bühnenshows fand ich leider häufig Playback-Musik, so dass ich die Besonderheit von HAL in bezug auf Live-Musik nur teilweise als solche empfand. Für meinen Geschmack gehört hier Cunard Line mit seinen drei „Queens“ die Spitzenstellung der größeren Schiffe.

    Wenn es um das Essen geht – tja – möchte ich mich dem Lob von Franz nicht so uneingeschränkt anschließen. Ich bin immer wieder mit recht hohen Erwartungen auf ein HAL-Schiff gegangen, aber kaum jemals erschmeckte ich herausragendere Besonderheiten als ich sie auch auf anderen Schiffen antreffen konnte. Kürzlich überraschte mich sogar ein Phoenix Flusskreuzfahrtschiff mit einer Küche, die ich in dieser Qualität noch nicht an Bord eines Hochseeschiffes entdecken konnte. Besonders beim Dessert, Kuchen und Torten fielen bislang sämtliche Schiffe aller großen Reedereien durch bei mir. Zwar fand ich immer wieder deutsche oder österreichische Küchenchefs, aber das half offenbar nicht gegen die Zuckerlastigkeit klebriger, geschmacksneutraler und quietschbunter „Sponge Cakes“, wie der Biskuit im Englischen genannt wird. Wer seinen Gaumen einmal mit deutscher oder österreichischer Kaffeehauskultur verwöhnte, der muss – so finde ich – auch bei HAL ganz stark sein, oder der optisch durchaus ansprechenden Versuchung widerstehen. Wenn ich mir schon einiges an durchaus überflüssigen Kalorien einverleibe, dann muss es exzellent sein, finde ich.

    Beim Buffet auf HAL-Schiffen sollte man für meinen Geschmack noch unbedingt anmerken, dass die meisten Buffetstationen Bedientheken sind. Der Passagier kommt hier also an Kellen, Löffel und Zangen nicht selbst heran, sondern Personal hinter der Theke portionieren auf Wunsch der Gäste die Speisen auf Tellern. Ausgenommen sind nur die Dessert-Sektion und einige wenige vorportionierte kalte Speisen wie Antipasti. Auch der Salat wird vom Mitarbeiter in einer Schüssel zusammengestellt. Man muss also sagen „Red peppers, onions, olives, tomatoes, artichokes, beans, ruccola, cucumber, mushrooms“, und wenn es mit dem Englisch hapert, darauf zeigen. „Mal eben schnell“ sich was vom Buffet nehmen, klappt also hier meistens nicht so flott wie auf den Schiffen vieler anderen Reedereien, wo man sich am Buffet selbst bedient. Natürlich liegen darin mehrere Vorteile: die Mitarbeiter vermeiden es die Teller zu überladen, halten die Portionen eher klein (was der anschließenden Nahrungsmittelvernichtung entgegen wirkt), und – auch nicht außer Acht zu lassen. die Infektionsgefahr durch verschleppte Kontamination durch Passagiere ist quasi ausgeschlossen. Dennoch: ich empfand es häufig als sehr nervig, wenn man Schlange stehen musste an Salatbuffet oder Pastastation, und selbst wenn ich nur ein Stück Oliven- oder Knoblauchbrot wollte, musste ich auf die Bedienung warten, die gerade unschlüssigen Passagieren die Pastazutaten einzeln erklärte.

    Alle Tische am Buffet sind bei HAL stehts mit Orchideen dekoriert, Besteckrolle (mit Stoffserviette) wird auf dem Tisch ausgelegt, entsprechend der Zahl der Stühle am Tisch. Ist eine Besteckrolle weg, muss man gucken, woher man eine bekommt. In der Regel dauert es nicht lange, bis neu eingedeckt wird, jedoch sind Ersatzbesteckrollen nicht greifbar am Tisch, wie es z.B. NCL macht oder die deutschen Reedereien mit den Hängeracks (die ich wegen der offenen Präsentation für unhygienisch halte).

    Ich würde Holland-America-Line nach meinen bisherigen Erfahrungen eindeutig dem Massenmarkt zuordnen. Den Schiffen beispielsweise von Celebrity’s Solstice Class ordne ich da eine Zugehörigkeit zum „Premium Segment“ eher zu. Aber es ist ja auch gerade die Vielfalt an höchst verschiedenen Schiffstypen, die Kreuzfahrten immer wieder faszinierend abwechslungsreich machen. In der Tag habe ich auch schon mal ein Superschnäppchen von 7 Tagen Karibik in der Innenkabine bei Einzelbelegung für ca. 600 EUR auf der Westerdam geschossen. Wer also mal dem Irrsinn von Bauchklatscherwettbewerb und Wasserrutschen entsagen will, ist auf einem HAL-Schiff davor sicher!

  2. In einer Podcast-Folge ist es eine schiere Unmöglichkeit, alle Aspekte im Detail abzudecken. Und natürlich haben wir für einen Podcast auch kein minutiöses Drehbuch mit vorgefertigten Dialogen, sodass im Gespräch einfach auch mal ein Aspekt unberücksichtigt bleibt, den man vielleicht hätte erwähnen sollen. Da hilft nur, meine ausführlichen Detailberichte auf cruisetricks.de zu lesen ;-)

    Bzgl. Live-Musik: Ja, da hast Du Recht – „live“ ist vor allem auf den kleineren Bühnen relevant, da aber wirklich exzellent. Auf den großen Theaterbühnen findet man bei allen Massenmarkt- und Premium-Reedereien immer weniger Live-Bands bzw. der Teil der Shows mit Live-Musik geht immer weiter zurück. Geschuldet ist das angeblich der größeren Flexibilität bzgl. der Shows und weil man mit Live-Band halt nicht alles abdecken kann, was an Shows gebracht werden will. Ich persönlich finde das sehr schade, aber bei HAL habe ich zumindest die Chance, die Theater-Shows mit Playback einfach gar nicht erst zu besuchen, sondern mich in der selben Zeit in einen der Musik-Clubs zu setzen und die Live-Musik dort zu genießen.

    Bzgl. Essen: Im Podcast habe ich v.a. über die Spezialitätenrestaurants gesprochen, weil ich auf meiner Kurz-Reise zugegebenermaßen nur einmal mittags im Hauptrestaurant war. Da war’s allerdings wirklich gut und auf der Zaandam vergangenes Jahr in Alaska hat mir das ebenfalls sehr gut gefallen. Vielleicht habe ich da bei HAL bislang immer Glück gehabt, denn da war ich bislang immer sehr zufrieden und sehe das auf einem Level beispielsweise mit Celebrity. Und in meiner Beobachtung ist HAL die (Massenmarkt-/Premium-)Reederei mit der konsistentesten Qualität beim Essen über die ganze Flotte hinweg (seltsamerweise mit Ausnahme der Eurodam, die da immer wieder negative Ausreißer bei den Kritiken hat).

    Was man bei den Desserts aber immer bedenken muss ist, dass man auch einem international-amerikanischen Schiff ist und da unterscheiden sich die Geschmäcker des Publikums tatsächlich sehr deutlich von der feinen, österreichischen Kaffeehaus-Kultur. Insofern darf man, leider, auf internationalen Schiffen beim Dessert nichts Sensationelles erwarten (außer man geht ins Luxus-Segment).

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