Podcast: Erste Hochseekreuzfahrt nach dem Lockdown

- Franz Neumeier & Jérôme Brunelle
cruisetricks.de Kreuzfahrt-Podcast
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Der komplette Lockdown der Hochsee-Kreuzfahrt ist vorbei. Am 16. Juni ist die Finnmarken von Bergen aus zum ersten Mal wieder mit Passagieren an Bord in See gestochen. Daniel Skjeldam, CEO von Hurtigruten, war an Bord und hat in einer ausführlichen Video-Pressekonferenz vom Beginn der Reise berichtet.

Cruisetricks.de war dabei, als die Finnmarken am zweiten Tag dieser Reise entlang der norwegischen Küste den Hafen von Alesund verließ und in den Geirangerfjord einfuhr – wenn auch nur per Livestream an heimischen PC. In ungewöhnlichen Zeiten müssen eben selbst wir einige Abstriche machen und von einer Reise berichten, auf der wir lediglich für knapp zwei Stunden per Video-Livestream dabei sind, statt direkte, eigene Erfahrungen an Bord zu sammeln.

In dieser Podcast-Episode sprechen wir also über den Neustart der Hochsee-Kreuzfahrt auf der Finnmarken und die Pläne von Hurtigruten, insbesondere auch über die Neustartpläne mit der Fridtjof Nansen, die von 26. Juni an ab Hamburg die norwegische Küstenroute fährt. Wir sprechen außerdem über die ersten Erfahrungen mit den Infektionsschutzmaßnahmen an Bord und die Prognosen von CEO Daniel Skjeldam für die Zukunft der Kreuzfahrt, die er verstärkt bei kleinen Schiffen mit nachhaltigem Reisekonzept sieht.

Und in eigener Sache gibt es einen kleinen Rückblick auf das Hörertreffen anlässlich der 250. Podcast-Episode, die in der Coronakrise ebenfalls online per Zoom stattfand.

9 Kommentare

9 Kommentare zu “Podcast: Erste Hochseekreuzfahrt nach dem Lockdown

  1. Hallo, zusammen!

    Ach, tut das gut, mal wieder was von einem fahrenden Schiff zu hören *lg*. Seit Beginn der Corona-Krise verfolge ich die pandemische Entwicklung auf https://www.worldometers.info/coronavirus/ und da sieht es zwar für Europa gerade ganz gut aus, aber im Rest der Welt leider nicht. Kürzlich wurde mit 194.000 nachgewiesenen Neuinfektionen ein neuer Tageshöchstwert festgestellt, und mit dem heutigen Tag wurde die Zehn-Millionen-Marke bei Infektionen überschritten und mehr als 500.000 Todesfälle wurden verzeichnet. Der US-Präsident reklamiert bekanntlich die “Tatsache”, dass man mehr teste, also auch mehr Infektionen feststelle, jedoch zeigt die Zahl der behandlungspflichtigen Fälle keine Entspannung der Situation.

    Im Podcast war die zum Teil mangelnde Disziplin bei vielen angesprochen worden. Dieses muss ich leider bestätigen. In den letzten Tagen musste ich ein paar mal wegen Rufbereitschaft zwischen Düsseldorf und Frankfurt hin und her fahren und durfte sogar einmal eine innerdeutsche Strecke fliegen. Yeah, seit Monaten erstmal wieder im Flugzeug! Leider musste ich feststellen, dass in Bahnhöfen, auf Bahnsteigen, in Zügen und sogar im Flugzeug es an Disziplin beim Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung mangelt. Wie schon erwähnt: die herausragende Nase ist offenbar inzwischen zum Mode-Accessoire mutiert, auch im Fugzeug musste ich als Crewmitglied einige Passagiere ermahnen die Maske zu tragen, die sie am Ohr hängen hatten, unter dem Kinn oder ganz abgenommen hatten. Was ich gar nicht verstehe: keine der anderen Personen in nächster Nähe hatte es offenbar für nötig gehalten, diese Leute mal anzuspechen und das Tragen der Maske einzufordern. Die soziale Kontrolle ist offenbar einer Scheißegalhaltung gewichen.

    Inzwischen gab es mehr und mehr Massenparties und Besäufnisse, erst am vergangenen Wochenende auch wieder in der Düsseldorfer Altstadt. Diese Gelage mussten von der Polizei aufgelöst werden. Mit dem weiteren Verlauf des Sommers hat sich offenbar in der viel zitierten Party-Szene ein gewisser Feier-Stau gebildet, der dringend abgelassen werden muss, in dem man alle Vorsichtsmaßnahmen sausen lässt. Immer wieder höre ich von Jüngeren Sprüche wie “Ich bin jung, mir passiert ja nichts und die Rentner sterben ja sowieso bald.” Angesichts solcher Erfahrungen bin ich sehr skeptisch, ob es gelingen wird, die Pandemie einzudämmen und bei der Kreuzfahrt bald wieder ein zaghaftes Hochfahren zu ermöglichen. Ich hoffe, dass ich in meinem Pessimismus falsch liege, aber es sieht gerade sehr danach aus, dass die verbreitete Unvernunft und in Teilen der Welt politisches Unvermögen uns die Zukunft kosten könnte.

    Interessant finde ich die Dokumentation über die Vorgänge an Bord der Diamond Princess auf dem Weg nach und im Hafen von Yokohama: https://youtu.be/CDjM834YWrs

  2. @Volker: Die soziale Kontrolle, die Du ansprichst und die – das sehe ich auch so – nur sehr bedingt funktioniert, ist ein sehr schwieriges Thema, wobei wir in Deutschland da ja v.a. im Vergleich zu den USA noch relativ gut dran sind.

    Da man nicht genau weiß, wie jemand reagiert, wenn man ihn bitte, die Maske aufzusetzen, gibt es eine hohe Hemmschwelle, jemanden wirklich darauf anzusprechen. Denn womöglich greift er mich dann verbal oder gar physisch an – und das letzte, was ich will, ist mit jemandem, er es nicht so genau nimmt, also ohnehin schon selbst einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist, von so jemandem angebrüllt (=angespuckt) zu werden oder er mir eng auf die Pelle rückt und ich damit mein eigenes Ansteckungsrisiko in die Höhe treibe. Insofern bin ich Euch als Kabinenperson beim Fliegen dann doch sehr dankbar, wenn Ihr “für Ordnung sorgt”, quasi als Obrigkeit und nicht ich selbst als übergenauer Oberlehrer, als der man in solchen Situationen ja leicht mal beschimpft wird.

    Das Kernproblem aber, das ich dabei sehe, ist, dass es bei uns (und um fair zu sein: in den meisten anderen Ländern) nicht gelungen ist: Die meisten sehen Maskenpflicht/Hygienemaßnahmen als etwas an, das ihnen von jemand anderem (der Regierung) aufgezwungen wird und das es gilt, so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Die wenigsten realisieren und verinnerlichen, dass die Regierung in unserem (Wähler-)Auftrag handelt und Regeln unsere eigenen, gesamtgesellschaftlichen sind. Entsprechend stellt sich, wer auf die Einhaltung der Regeln pocht, auf die Seite des externen Aggressors, der die Leute zu etwas zwingt, was sie nicht wollen. Und natürlich leiten viele Leute aus dieser so empfundenen Situation ein “Selbstverteidigungsrecht” ab – sprich: Leute beleidigen oder angreifen, die die Regeln anmahnen und sich im Sinne eines komplett falsch verstandenen, zivilen Ungehorsams, den Regeln möglichst zu entziehen.

    Das macht es aktuell so schwierig. Und es wird langfristige Auswirkungen haben, weil durch diesen vermeintlichen Zwang von außen letztlich keine Akzeptanz entsteht, die nötig sein wird, weil das auch in den kommenden Monaten nicht einfach “weggehen” wird, sondern Masken und Abstand ein Teil unserer Gesellschaft noch für recht lange Zeit sein müsste. Womöglich aber nicht durchsetzbar ist, weil zu viele meinen, sich dagegen auflehnen zu müssen, “weil ihre Grundrechte jetzt schon lange genug mit den Füßen getreten wurden”, statt einzusehen, dass die Gesellschaft als Ganze diese Regeln macht – und dringend braucht, siehe Ergebnis der hemmungslosen Öffnung beispielsweise aktuell in Florida.

    Und ich hoffe, dass ich das alles gerade zu pessimistisch sehe und die Menschen doch noch zur Einsicht gelangen, das es schöner ist, gesund mit Mundschutz zu leben, als vermeintlich frei ohne Mundschutz zu sterben …

  3. Mittlerweile steigen die Coronafälle wieder bei euch in Deutschland und bei uns in Österreich.
    Bei uns kann der Arbeitgeber wenn ich aus dem Urlaub wie zb auch Deutschland zurückkomme, mich dort mit Corona angesteckt habe für die 14 Tage Quarantäne kein Gehalt zahlen.
    Wir überlegten heuer nach Kroatien zu fahren aber nachdem die Slowenen drohen die Grenzen zu Kroatien wieder zu schließen und aus dem oben genannten Grund hat sich für uns zumindest für heuer jede Art von Urlaub im Ausland und damit auch Kreuzfahrten erledigt.
    In den Flieger würde uns sowieso keiner bringen und mit Maske am Schiff …. nein danke!

  4. Hallo, Hans!

    Wer auf eigenes Risiko ins Ausland reist, mit dem Wissen, anschließend für zwei Wochen in Quarantäne zu müssen, der muss mit den Folgen leben und ich finde es auch völlig gerecht, dass hier der Arbeitgeber nicht zu einer Gehaltsfortzahlung verpflichtet werden kann. Die Unternehmen sind schon genug gebeutelt und schließlich handelt es sich bei einer Urlaubsreise um ein vermeidbares Privatvergnügen. In Eurem schönen Heimatland kann man doch auch als Österreicher herrlich entspannen, genau so versuchen es gerade Millionen “Piefkes” mit Deutschland und sind vermutlich dieses Jahr dabei, die Schönheit des eigenen Landes zu entdecken. Für das Schiff unter diesen neuen Bedingungen würde sich doch die Donau anbieten, finde ich!

  5. Hallo Volker
    Also ich kenne nur Deutsche ;-)
    Klar verstehe ich auch die Unternehmen
    Auch wenn ich mich bei uns auch anstecken kann …
    Donaukreuzfahrt mal abgesehen vom Altersdurchschnitt ;-) ist es leider auch keine brauchbare Alternative da die Fahrten alle auch Richtung Passau, Bratislava oder Budapest gehen und die Donau bei uns kann ich auch bequem und auch interessant mit meinem Auto befahren

  6. Ich habe erst vor kurzem selbst erlebt wie es ist wenn die ganze Firma wegen eines positiven Falles stillsteht und jeder Mitarbeiter unruhig ist und auf seinen Test wartet der dann gottseidank negativ war.
    Ich muss meinem Arbeitgeber auch nicht sagen wo ich meinen Urlaub verbringe und auch nach dem Urlaub nichts sagen das ich im Ausland war nur das würde mich zu sehr belasten schuld an den Sorgen der Kollegen und auch wirtschaftlichen Sorgen des Unternehmens schuld zu sein.
    In meinem Verwandten und Bekanntenkreis einige überlegt ins Ausland zu fahren dann aber lieber zu unterlassen.
    Einen 2. Lockdown wird es kaum geben denn das wäre wirtschaftlich der Untergang und die Leute hätten auch nicht mehr das Verständnis dafür .
    Mich würde interessieren wieviele Gäste auf dieser Kreuzfahrt mit an Board sind.
    15 Tage auf so einem kleinen Schiff ohne Landgang …. gerade das ist ja auch der Sinn einer Kreuzfahrt andere Länder zu besuchen

  7. Ich habe mir die Preise auf kreuzfahrtberater.de angekuckt.
    5484 Euro für die 14 Nächte wo du die Orte nicht besuchen darfst.
    Und das schlimmste: das ist bei kreuzfahrtberater mit keinem Wort erwähnt

  8. @Hans: Auf der Fridtjof Nansen sind auf der aktuellen Reise rund 150 Passagiere, also sehr überschaubar ;-) Die Reise führt durch die norwegischen Fjorde, zu den Lofoten, in traumhafte Landschaft – vielleicht ist da ein “nur Schiff” (und Zodiac-Ausflüge) sogar recht spannend; letztlich ist das aber natürlich Geschmackssache. Wahrscheinlich macht Norwegen am 15. Juli wieder auf, da könnten dann ab der zweiten Reise auch wieder Landausflüge stattfinden.

    Ich denke, eine der Denkschranken im Kopf, die wir in Zusammenhang mit Corona überwinden müssen, ist dieser nationale Gedanke – solange ich in Deutschland bin, kann mir nichts passieren, aber im bösen Ausland stecke ich mich schnell an. Ländergrenzen können als organisatorisches Hilfsmittel sinnvoll sein, wenn unterschiedliche Länder sehr unterschiedliche Strategien fahren und Infektionszahlen deutlich voneinander abweichen. Aber ansonsten ist eben aktuell beispielsweise der Schritt von Passau nach Linz wesentlich weniger riskant als von Hamburg nach Gütersloh. Vernunft würde mehr bringen als starre, und damit immer suboptimale Beschränkungen, aber ich gebe zu: Vernunft klappt leider nicht bei allen Menschen …

  9. Lieber Franz, lieber Jerome,
    ein regelmäßiges Onlinetreffen wäre toll! Vielleicht von der Uhrzeit etwas später.

    @Jerome: beim nächsten Mal bitte wieder Fenster zu. Ich dachte beim Joggen auf dem Feldweg ständig, dass ein Auto hinter mir ist :-)

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