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Kontrovers – Reisen während der Covid-19-Pandemie?

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Sollte man in Zeiten von Covid-19 verreisen? So einfach die Frage klingt, so kontrovers kann man darüber diskutieren. In dieser Podcast-Episode wägen wir die Argumente für und gegen Reisen und Kreuzfahrten in der Covid-19-Pandemie ab. Das tun wir gemeinsam mit unserem Studiogast Stefan Wintermeyer vom Podcast „Reisepassnummer“, der kürzlich auf die Malediven gereist ist.

Wir sprechen vor allem über die Abwägung bei den persönlichen Risiken und eine potenzielle Gefährdung für andere. Wir diskutieren aber auch über unsere persönlichen Reiseerlebnisse in Zusammenhang mit Covid-19, die politischen Appelle, auf Reisen zu verzichten, über Reisewarnungen, die Ausweisung von Risikogebieten und vieles mehr.

Unser Studiogast Stefan Wintermeyer betreibt seit Anfang 2018 den sehr hörenswerten Podcast „Reisepassnummer“. Seine erste Episode beschäftigte sich mit einer Kreuzfahrt auf der Queen Victoria. Besonders reizvoll an Stefans sehr aufwendig produzierten Podcast-Episoden: Er sammelt unterwegs jede Menge O-Töne und baut sie in seinen Podcast ein – Interviews, Geräusche, Atmosphäre. Hören Sie mal rein!

Eine wichtige Anmerkung: Aus der Erfahrung mit der Diskussion zu meinem Blogbeitrag zu diesem Thema weise ich ausdrücklich darauf hin und bitte um Verständnis, dass ich lediglich Kommentare akzeptieren werde, die sich mit dem Inhalt des Podcasts befassen und die sachlich argumentieren. Jede Art von Angriff, Beleidigung, Verunglimpfung sowie alle Kommentare, die allgemein Frust ablassen, undifferenzierte Vorurteile und Pauschalurteile loswerden wollen, werde ich löschen. Das ist keine „Zensur“, sondern schlicht Diskussionshygiene.

Wir freuen uns dagegen wie immer sehr über sachliche und gerne natürlich auch kritische Diskussionsbeiträge, die sich mit den inhaltlichen Aussagen im Podcast auseinandersetzen.

6 Kommentare

6 Gedanken zu „Kontrovers – Reisen während der Covid-19-Pandemie?“

  1. Hallo Herr Neumeier,
    als Hörer Ihres Podcasts muss man sich wirklich Gedanken um Ihre Gesundheit machen.
    Wenn Sie an Bord täglich 18 Stunden arbeiten und kaum noch wissen, wie Sie es schildern, wann Sie Zeit haben zum Schlafen, ist das wirklich gesundheitlich bedenklich.
    Vielleicht könnte eine Umschulung zum Alten- oder Krankenpfleger helfen und darauf dann die Arbeit in diesem anderen Berufsfeld.
    Könnte sein, dass es Ihnen und anderen Menschen damit besser geht.
    Freundliche Grüße
    Jens

  2. Hallo Jens, vielleicht hätte ich das etwas genauer ausführen müssen. Die 18 Stunden kommen ja nicht jeden Tag vor, das ist ein „bis zu“-Wert. Das passiert hin und wieder, wenn man z.B. auf einem großen, neuen Kreuzfahrtschiff gerademal zwei Nächte an Bord ist. Vielleicht ist Arbeit auch da falsche Wort, wenn man damit eine aktive, körperliche Tätigkeit versteht. Dazu gehört aber eben beispielsweise auch, beim Abendessen nicht einfach unbeschwert zu genießen, sondern Kellner bei ihrer Arbeit zu beobachten, das Essen zu fotografieren und sich an vergleichbares Essen auf anderen Schiffen zu erinnern, um einen Vergleich zu ziehen, etc. etc. Es ist also weniger eine körperliche Arbeit, als eine ständige Aufmerksamkeit. Das schlägt nicht gleich auf die Gesundheit, ist aber eben doch was ganz anderes als „einen unbeschwerten Urlaub zu genießen“, wie es einem ja gernemal als Reisejournalist unterstellt wird.
    Die Umschulungsvorschlag verstehe ich nicht wirklich. Meine Arbeit macht mir Freude, der Journalistenberuf liegt mir und ich denke nicht, dass ich in dem Podcast einen anderen Eindruck vermittelt habe …

  3. Hallo Franz, und herzlichen Dank für diesen interessanten Podcast, der uns auf einer längeren Autofahrt begleitete und zu einer angeregten, teils kontroversen Diskussion unter uns führte. Danke an dieser Stelle auch an Jerome und Stefan.

    Der „Moralapostel“-Fraktion, die sich im nunmehr geschlossenen Kommentarbereich zu jenem diskutierten Beitrag höchst unsachlich austobte, wird in Eurem Beitrag zu viel Aufmerksamkeit zu teil. Diese steht diesen in der Tat häufig einfach nur neidischen Menschen nicht zu, Ihr solltet sie besser souverän ignorieren (was im übrigen auch für diesen ersten Kommentar hier gilt).

    Solange in diesen dramatischen Zeiten Hochsee-Kreuzfahrten stattfinden, sind sie nicht nur legal (und ich bin gegen die Verurteilung legalen Verhaltens – wenngleich ich ihnen ablehnend gegenüber stehe, aber das ist ein anderes Thema) sondern stehen vor allem im Brennpunkt des Interesses. Gerade deshalb ist es derzeit besonders wichtig, dass sie von Qualitätsjournalismus begleitet werden. Ich denke sogar, dass dieses Thema unter journalistischen Gesichtspunkten selten so spannend war wie jetzt. Und selbstverständlich soll man Spaß an seiner Arbeit haben und die schönen Seiten einer Reise auch unter diesen Bedingungen genießen und darüber berichten, das ist doch gar keine Frage.

    Besonders kritisch sehe ich aber die leider unvermeidlichen schönschreibenden Blogger, die gerne in Social Media posen und bei denen alles wie immer „ganz ganz toll“ ist und für die es ständig „Gänsehautmomente“ voller freudiger Erregung gibt. Zum Beispiel bei diesen infantilen „Horn-Battles“ die einfache Gemüter unter den Passagieren erfreuen mögen, aber letztendlich nur eine unnötige Lärmbelästigung der eh schon durch den Overtourism strapazierten Bevölkerung darstellen. Mit solchen Aktionen ist die Kreuzfahrt gerade so langsam dabei, langjährige Fans wie mich gegen sich aufzubringen – und sich selbst letztendlich abzuschaffen. Ebenso wie es für mich eher Antiwerbung ist, diese Leute, deren einziger Lebenssinn darin zu liegen scheint, auf die nächste Kreuzfahrt eingeladen zu werden, gerade derzeit an Bord zu holen. Aber diese Unart des „Reisejournalismus“ ist ein anderes Thema, das auch mal eines eigenen Podcasts würdig wäre…

    Ich teile die Meinung von Jerome. Es ist zur Zeit nicht nur besser für die eigene Sicherheit, im Zweifel zuhause zu bleiben (ich mochte speziell Jeromes anschauliches Beispiel eines Großeinkaufs für die ganze Woche) und nicht speziell ins Ausland zu reisen, sondern es ist im Dienste des Gemeinsinns besser für die allgemeine, globale Entwicklung. Im geschlossenen Kommentarbereich war ein Beitrag zu lesen, der von den Begriffen „Ich“, „Mich“, „Meine Entscheidung“ usw. übersäht war und sich von Deinem damaligen Beitrag in dieser Überzeugung bestärkt sah.

    Bei diesen Leuten hege ich Zweifel, ob die mit dem erforderlichen Verantwortungsbewusstsein unterwegs sein werden. Das sind letztendlich diejenigen mit der (sprichwörtlichen) Entlüftungsmaske, denen Du wieder am Frankfurter Flughafen begegnet bist. Gibt man unvernünftigen Menschen derzeit jedwedes Angebot, nutzen sie es schlitzohrig aus: kaum gibt es weihnachtlich dekorierte mobile Waffelbäckereien mit Speisen und Getränken „to go“ treffen sich Grüppchen zu „Glühweinwanderungen“. Riegelt man die Straßen nach Winterberg nicht ab, fallen die Massen trotz geschlossener Infrastruktur ein und verrichten ihr Geschäft an beliebiger Stelle.

    Ich finde es positiv, dass es eine Mehrheit der Gesellschaft auch so sieht, dass die Lösung der Pandemie nicht darin liegen kann, sich nun gemeinsam auf den Weg zum Covid-Test und dann auf die Kanaren zu machen, weil es dort „sicherer“ ist. Generell finde ich die Verwendung des Terminologie „Ich fühle mich sicher“ im Qualitätsjournalismus bedenklich. Ich kann ihn ehrlich gesagt nicht mehr hören. Gerade in Zeiten, in denen dank Social Media und Trump „alternative Fakten“ und die gefühlte Wahrheit mehr zu zählen scheinen. Man fühlt sich logischerweise immer bei den Dingen, die man im Leben am liebsten macht, sicher. Aber hier sind wir wieder bei den Glühweintrinkern an der Waffelbäckerei – natürlich fühlen die sich sicher – und wir sind wieder beim „Ich“, „Mich“, „Meins“… wir müssen akzeptieren, dass das eigene Sicherheitsgefühl derzeit nicht zur Referenz adäquaten Handelns erhoben werden sollte. Ich billige z.B. Prof. Drosten zu, dass er das besser beurteilen kann als ich.

    Einen im Vergleich zu Deutschland niedrigeren Inzidenz-Wert wie auf den Kanaren könnte man übrigens doch auch im Sinne des Gemeinwohls gegenteilig zum Anlass nehmen, gerade zu sagen, ich fahre eben aus diesem Grund derzeit nicht dorthin und exportiere möglicherweise unsere Probleme. Man könnte auch gemeinsam auf bessere Zeiten warten.

    Es gibt noch zahlreiche weitere Argumente für meine Position wie z.B. Solidarität auch mit den inländischen Gastronomen, Hoteliers und Touristikern (dazu gehören auch die von mir geschätzten Flusskreuzfahrten), aber das soll nicht ewig ausufern.

    Ich will aber nicht verhehlen, dass meine bessere Hälfte mich in unserer Diskussion darauf hingewiesen hat, dass es nicht in Deiner oder Stefans Hand liegt, ob sich nach Euren Beiträgen nun Massen von egobetonten reisewilligen Mitbürgern, die sich in ihrer Position bestärkt sehen, zum Coronatest begeben und sich anschließend auf den Malediven bzw. Kreuzfahrtschiffen austoben. Ihr hättet beschrieben, wie es ist, und was man draus macht, könnt ihr nicht beeinflussen. Ebenso hat sie gesagt, solange betont wird, dass das „Sicherheitsgefühl“ eben nur ein Gefühl sei und nichts faktisches, sei das vollkommen okay. Da hat sie zweifellos Recht.

    Mit besten Wünschen für das Neue Jahr grüßt herzlich vom Mittelrhein

    Andreas

  4. Lieber Andreas,

    Danke für Deinen sehr ausführlichen und absolut nachvollziehbaren Kommentar. Du sprichst am Rande ein Problem an, das wir natürlich nicht akut in Zeiten einer solchen Pandemie lösen können, das für mich aber auf etwas abstrakte Art ein sehr drängendes ist: Sollte man sich in einer Demokratie immer nach den dümmsten anzunehmenden Menschen richten? Keine Feuerzeuge mehr verkaufen, weil einer auf die doofe Idee kommen könnte, sich die Haare damit anzuzünden? Oder dann eben den gleichen Gedanken ins Extrem getrieben: Keine Wahlen mehr zu veranstalten, „weil viele eh‘ nicht so genau wissen, wozu eine Wahl gut ist und welche Programme die einzelnen Parteien eigentlich haben“? Also: Darf oder soll sich eine Gesellschaft seiner freiheitlich-demokratischen Grundlage berauben, um destruktive Kräfte wegzupuffern? Oder wäre die Aufgabe nicht vielmehr, die Freiheit für alle zu bewahren, indem man die destruktiven Kräfte bekämpft (mit einem umfassenden Maßnahmenpaket von Bußgeldern bis zu politischer Bildung)? Oder vielleicht ein weniger abstraktes Beispiel: Sollte ich alle Autos verbieten, weil ein paar Einzelne mit illegalen Rennen Menschenleben gefährden?
    Eine Lösung gibt s dafür auf die Schnelle nicht, klar. Das Problem ist viel zu komplex und vielschichtig. Aber ich denke schon, dass wir auch in diesen Zeiten sehr vorsichtig sein sollten mit pauschalen Einschränkungen von Freiheiten, die unser Gesellschaftssystem ausmachen. Gesundheitsschutz ist extrem wichtig, aber es ist nicht der einzige, essenzielle Wert in unserer Gesellschaft.

    Ich stimme Dir vollkommen zu übrigens, dass „gefühlte Sicherheit“ Quatsch ist. Entscheidend sind die harten Fakten, nichts sonst. Wir brauchen noch viel mehr Fakten. Und Politiker, die diese Fakten so erklären, dass sie jeder versteht.

    Herzliche Grüße und bleib‘ gesund!
    Franz

  5. Zugegeben die Diskussion war nicht immer nett aber wenn ich auf einem beruflichen Seminar in einem tollen 4 oder wie die Europa2 5 Sterne Hotel untergebracht bin mit einem schönen Zimmer, gutem Essen und meist mit einem Wellnessbereich vielleicht noch mit einem Hallenbad dazu kein Einkaufen und Kochen ist es zum Teil auch ein Urlaub.
    Vielleicht kann man sich auf “ Teilzeiturlaub “ einigen ;-)
    Und rein zum Arbeiten würde auch eine 6qm Personalkabine mit Stockbetten in den unteren Decks und die Personalkabine auch reichen ;-)

  6. @Hans: Ich hätte kein Problem mit dem Stockbett im Schiffsbauch. Aber schon aus Infektionsschutzgründen wäre der Zugang zum Crewbereich gar nicht möglich. Aber ernsthaft: Da sind wir wieder bei dieser, wie ich finde, so unsinnigen Diskussion, ob Arbeit nur als „Arbeit“ zählt, wenn sie entbehrungsreich, hart, aufreibend und freudlos ist. Das ist doch Unsinn. Auch zu Hause, mit Verlaub, habe ich es ziemlich bequem, deutlich sehr Platz als am Schiff, habe einen netten Garten – aber auch das spielt keine Rolle. Es ist definitiv kein Urlaub, auch nicht „Teilzeit“. Die Umgebung ist angenehm, aber daraus wird deshalb kein „Urlaub“. Oder würdest Du es auch als „Teilzeiturlaub“ betrachten, wenn jemand in seinem Büro – wie in vielen Firmen z.B. in IT-Bereich heutzutage üblich – einen super bequemen Bürostuhl hat, es ein Wohlfühl-Pausenzimmer mit Tischkicker und kostenlosem Obst, wöchentlich vom Arbeitgeber bezahlten Massagen gibt? Aus Arbeit wird kein Urlaub, nur weil die Umgebung angenehm ist. Und ich glaube, niemand würde auch auf die Idee kommen, den normalen Büro-Alltag als Teilzeit-Urlaub zu bezeichnen, weil man nach der Arbeitszeit bei einem Bierchen zu Hause im Garten die Sonne genießt, oder? ;-)
    Es ist sogar eher anders herum: Selbst wenn ich ganz privat Urlaub mache – mein Job hat mich so im Griff, dass ich selbst im Privaturlaub nicht wirklich abschalten kann und letztlich auch wieder fotografiere, Anläufe beobachte, mit beruflichem Blick an die Dinge herangehe. Es ist also eher so, dass mein eigentlich rein privater Urlaub eher einem „Teilzeiturlaub“ gleichzusetzen wäre ;-)
    Ich weiß, das ist schwer nachzuvollziehen, weil Reise im Kopf einfach mit Urlaub verbunden ist. Aber es ist wirklich Arbeit – allerdings eine, die mir Spaß macht. Und das ist, was ich jedem anderen auch wünsche, dass die Arbeit Spaß macht.

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