Podcast: Kreuzfahrt-Tipps zur An- und Abreise

(aktualisiert) - Franz Neumeier & Jérôme Brunelle
cruisetricks.de Kreuzfahrt-Podcast
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Eine Kreuzfahrt ist fast immer ein Traumurlaub – wenn nur die lästige Anreise zum Schiff und am Ende die Heimreise nicht wären. Ob mit dem Auto im Stau, in der Bahn mit Verspätung und Zugausfällen oder per Flugzeug und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

In dieser Episode des cruisetricks.de Kreuzfahrt-Podcasts geben wir Tipps zur An- und Abreise bei einer Kreuzfahrt. Wir sprechen über schlechte Flugzeiten bei Pauschal-Angeboten und erklären, warum Flüge oft früh morgens oder spät abends geplant werden. Und wir zeigen, wie man sich den Flug zum Schiff und die Heimreise danach möglichst angenehm gestalten und Schwierigkeiten aus dem Weg gehen kann.

Außerdem diskutieren wir, wie man am günstigsten zum Kreuzfahrtschiff kommt, welche Risiken mit individueller Anreise verbunden sind und wann die Pauschalbuchung der An- und Abreise zusammen mit der Kreuzfahrt sinnvoller sein kann.

9 Kommentare zu “Podcast: Kreuzfahrt-Tipps zur An- und Abreise

  1. Wenn ich mich als Gast um nicht kümmern kann/will ist ein Anreisepaket sicherlich OK.
    Genau wie bei den Landausflüge die über die Reedereien gebucht werden können.
    Auf meine persönlichen Bedürfnisse ist das aber sicherlich nicht abgestimmt.

    Ich buche mir ein schönes Hotel einen Tag vorher. Reise mit der Fluglinie meiner Wahl in der Reiseklasse meiner Wahl zu meiner Wunschzeit ab dem Abflughafen den ich möchte. Sicherlich ist das aufwendiger, aber deutlich entspannter und bequemer.

  2. Moin zusammen,

    wie schon im Podcast angesprochen, muss man bei Pauschalreisen mit Charterfliegern damit leben, dass hier die günstigeren Slots an den Flughafen genutzt werden, also die erwähnten „Randzeiten“. Dass man, wenn man eine Kreuzfahrt bucht, einen Anspruch darauf hätte, „etwas vom Start- oder Ankunftshafen zu sehen“, wäre mir neu. Wenn man das möchte, ergeben sich genügend Möglichkeiten zur Selbstorganisation, in dem man einfach einen oder mehrere Tage früher an- oder abreist. Auch das wurde besprochen.

    Wenn nun AIDA oder auch TUI Cruises nur die An- und Abreise am Ein- und Ausschiffungstag anbieten und damit keine Möglichkeit zur Aufenthaltsverlängerung (aus den ebenfalls genannten Gründen der Flugkontingente-Planungen), dann ist das eben so. Wer ist denn gezwungen ein Produkt zu kaufen, das einem nicht zusagt? So ein bisschen kommt mir diese Hörer-Post vor wie „Ich habe Zartbitter-Schokolade gekauft, bin jetzt aber sauer, weil sie nicht wie Milchschokolade schmeckt.“  Wenn es nun von TUI Cruises oder AIDA nur solche Arrangements gibt mit An- und Abreise per Flugzeug im Paket, dann gibt es mehrere Möglichkeiten:

    1. Den Rück- oder Hinflug sausen zu lassen und frühzeitig einen eigenen Hin- und Rückflug zum passenden Termin zu buchen. (Un-) Dank Billigfliegern muss das alles nicht sehr teuer sein. Das habe ich z.B. mit TUI auf einer Tour von/nach Malta so gehandhabt.

    2. Eine andere Reederei wählen, die „Only Cruise“ anbietet, also nur die Schiffsreise ohne Flug. Den Flug muss man dann selbst buchen und wenn man die Sightseeing-Phase VOR die Schiffsreise legt, was zu empfehlen ist, besteht auch keine Gefahr, dass man dem Schiff hinterher winken müsste.

    Als Trost sei hinzugefügt, dass selbst bei einem zeitlichen Puffer von fünf, sechs oder mehr Stunden zwischen Ankunft am Flughafen und Abfahrt des Schiffes kaum Möglichkeiten bestünden, „etwas von Mallorca zu sehen“, was man als repräsentativen Eindruck bezeichnen möchte. Wie im Podcast bereits erwähnt, muss ein Komplettpaket inklusive An- und Abreiseflug nicht billiger sein als eine Organisation auf eigene Faust. Das Internet ermöglicht heute eine hervorragende Übersicht bei Routen und Preisen, so dass solche Reiseplanungen wirklich keine großen Herausforderungen mehr darstellen. Denke ich an die 1990er Jahre zurück, wo wir mir Faxen, Hotel-Directories und vielen anderen Krücken mühsam und mit hohen Telekommunikationskosten agierten, ist das doch heute ein Kinderspiel. Die „Generation Why“ freilich, der man Telefonzelle oder Briefpost heute mehr und mehr mühevoll erklären muss, kann sich das oft nicht vorstellen, wie aufwändig solche Dinge „damals“ waren.   („Wie, Ihr hattet keine Computer? Und wie kamt Ihr ins Internet?“) Sorry, auf diesen Kalauer wollte ich nicht verzichten. Und immer mehr beschleicht mich der Eindruck, dass auch viele „Bestager“ inzwischen verdrängt haben, wie komfortabel wir heute leben und reisen können im Vergleich zu den 1980er und 90er Jahren.

    Für alle, die gern und viel reisen, empfehle ich einen VPN – Virtual Private Network bzw. Client. Gute Anbieter kosten Geld, denn es steht ein großer internationaler Serverpark dahinter. Mit einem VPN lässt sich simulieren, dass man sich von einem anderen Land auf eine Anbieterseite einlogge, das protektionistische Geo-Blocking oder automatisches Umrouten auf eine deutsche Seite, selbst wenn man .co.uk oder .pl oder .nl benutzt, kann man so umgehen und nicht selten findet man auf ausländischen Websites bessere Angebote, denn Fluglinien wie Reedereien berücksichtigen bei ihrer Presgestaltung die jeweiligen nationalen Durchschnittseinkommen bzw. die Kaufkraft.

    Bei großem Zeitpuffer zwischen Schiffsankunft und Abflug, wie z.B. bei vielen Karibikkreuzfahrten ab/an Florida, empfehle ich einen Mietwagen. Das ist deutlich billiger als organisierte Transfers vom Schiff über Ausflugsregionen wie z.B. Everlades, Fort Lauderdales Kanäle etc. mit Endziel Flughafen. Mit dem Taxi in Fort Lauderdale zum Alamo-Stützpunkt am Hafen ist es ein Steinwurf, vom Miami Cruise Terminal zum Flughafen MIA ist es auch nicht weit. Selbiges gilt für Port Canaveral oder Tampa, Seattle oder New York etc.  Das muss auch nicht die ganze Familie mit Gepäck absolvieren: diese bleibt mit dem Gepäck am Hafen wartend, während einer den Mietwagen abholt – und dann ist man frei in seinen Möglichkeiten! Shopping, Sightseeing, was auch immer. Man kann sich mit einer Navi-App vorher eine Auto-Karte herunterladen und sein Handy oder Tablet benutzen auch ohne Datenroaming. Ja, vor der Abgabe am Flughafen tankt man den verbrauchten Sprit noch einmal nach, auch keine große Sache. Wem das zu aufwändig erscheint, dem sei zugesichert: in den USA oder Kanada sind solche Dinge niemals schwierig – und wer es dennoch bequemer hätte, der muss eben dafür zahlen.

    Im Podcast klang an, dass die Fluggesellschaften sich aus der Verantwortung stehlen, weil sie für indirekte Schäden nicht aufkommen, wie sie z.B. durch eine verpasste Schiffsabfahrt entstünden – wohlgemerkt bei separater Buchung von Kreuzfahrt und Flug. Ich widerspreche heftigst, auch aus Kundensicht: wer glaubt ernsthaft, dass Fluggesellschaften existieren könnten, wenn sie für jedes Malheur haften müssten, welches durch eine Flugverspätung / Ausfall entsteht? Dazu müsste man grobe Fahrlässigkeit unterstellen, und die ist mir in meinen vielen Jahren niemals im Beruf begegnet. Ich möchte an den offenbar vergessenen Begriff „allgemeines Lebensrisiko“ erinnern, und in diesem Zusammenhang weiter unten aus meinem täglichen Kampf als Besatzungsmitglied mit Verspätung / Annullierung berichten.

    Das Reisen beinhaltete von Anbeginn der Zivilisation das Risiko der Verzögerung oder des Reiseabbruchs. Das war immer so, ob Jäger und Sammler zu Fuß unterwegs waren, Karawanen zu Kamel, eine berühmte historische Figur mit Elefanten, ob Postkutsche, berittener Bote (dessen Verspätung ist übrigens die gesamte Kultur des Riesling-Weins zu verdanken..), Dampflok, Kraftfahrzeug und eben auch Flugzeug. Weil das so ist und eine Schuld häufig gar nicht dem Betreiber eines Transportmittels anzulasten ist, sind indirekte Schäden durch eine verspätete Ankunft als Kompensation ausgeschlossen und das ist gut so. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, der bricht frühzeitig auf und baut großzügige Zeitpuffer ein. Wer zu knapp mit der Straßenbahn losfährt und daraufhin den ICE mit Zugbindung verpasst oder mit dem Flieger um 13 Uhr auf PMI anzukommen gedenkt, um gegen 19 Uhr abzulegen – hier sind die Katastrophen praktisch schon programmiert. Dasselbe gilt, wenn ein Taxi wegen Defekts liegen bleibt oder im Stau verendet.

    Der Sommer 2018 zeigte uns allen, was passiert, wenn ein Luftraum überfüllt ist, wenn Personal- und Materialpuffer aufgrund von immer billigeren Tickets und steigenden Preisdrucks immer weiter reduziert werden, wenn die Transit- (Boden-) Zeiten immer weiter zusammengestrichen werden und wenn der Luftverkehr absurde Wachtstumsraten hinlegt, wie wir sie z.B. im letzten Jahr mit 7,8% Zuwachs (!!!) in FRA beobachten konnten. Kartoffelbrei bezahlen, aber Kaviar serviert bekommen, das passt nicht zusammen. Jawohl, der europäische Luftraum ist überfüllt, diverse Europastrecken wurden für den Sommerflugplan bereits mit „Umwegen“ geplant, fernab der überfüllten Hauptluftstraßen, damit überhaupt noch was geht. Gute 10 Minuten zusätzliche Flugzeit (und Kerosinverbrauch fallen dafür an, je nach Entfernung). Ein Beispiel gefällig? Die Strecke München-Düsseldorf sollte allen Ernstes über Bremen (!!!) geplant werden. Lufthansa konnte durch massive Intervention knapp verhindern, dass es tatsächlich so kam. Besonders der untere Luftraum ist bei uns ein kaum zu lösendes Problem – und wer diese unsäglichen Superkurzstrecken fliegt (z.B. von FRA nach MUC, STR, NUE, DUS, HAJ, HAM, BRE, LEJ, DRS, ZRH, GVA. AMS. CDG, PRG…) verlässt diesen Luftraum so gut wie nie. Das erkennt man daran, dass es keine Vorführung der Sauerstoffmasken gibt (weil nicht über 25.000 ft geflogen wird.), sofern nicht vom Video/ Audio-System automatisch abgespielt.

    Warum das so ist? Weil der EU-Luftraum ein Flickenteppich mit vielen nationalen Luftsicherheitsbehörden ist. Wie lange braucht man, um Österreich oder die Schweiz in Richtung Süden zu überfliegen? Zehn Minuten! Es wird hierbei ein Flug von der Deutschen Flugsicherung an die Schweizerische und nach 10 Minuten an die italienische übergeben. Warum ist der US-Luftraum, bezogen auf eine vergleichbare Fläche mit ähnlicher Bevölkerungsdichte, doppelt so leistungsfähig wie der europäische? Weil sie ein Riesenterritorium mit einer einzigen behördlichen Zuständigkeit verwalten. Wann kommt ein unter Eurocontrol vereinheitlichter Luftraum in Europa? Vermutlich nie. Wer es genau wissen möchte, schaut mal bei Wikipedia unter „Single European Sky“ nach und findet heraus, dass in diesem Artikel vom Jahr 2006 im Futur gesprochen wird. Es passiert also rein gar nichts, es scheitert vermutlich an nationalen Egoismen. Wer also möchte, dass sich hier etwas ändern, der möge also seinen Frust nicht bei uns Besatzungsmitgliedern abladen, sondern sich dafür einsetzen, dass zunächst die absurden Superkurzstrecken wie innerdeutsche Verbindungen verboten werden und danach seinem EU-Abgeordneten in den Allerwertesten treten, damit es endlich voran geht mit einem vereinheitlichen EU-Luftraum.  Dass es im Rahmen des Klimaschutzes ohnehin skandalös ist, auf kurzen Strecken unterwegs zu sein, die sich problemlos auch mit der Bahn bewältigen ließen, steht auf einem anderen, aber noch viel bedeutenderen Blatt. So viel zur Theorie.

    Und was ist, wenn man im Flugzeug sitzt, es eigentlich längst los gehen sollte und aus dem Cockpit über die Bordlautsprecher eine verhasste Ansage wie diese ertönt: „Ja, meine Damen und Herren, Sie wundern sich vielleicht, warum wir nicht endlich abfliegen. Der Grund ist, dass uns von der europäischen Flugsicherung Eurocontrol in Brüssel eine sogenannte Slotzeit zugewiesen wurde, also ein definiertes Startfenster. Dieser Slot beginnt von jetzt an gerechnet in 90 Minuten. Der Grund dafür ist eine Überlastung des Luftraumes in Südfrankreich, hinzu kommen einige Gewitter, die vom Mittelmeer hereinziehen. Wir haben natürlich bereits die sogenannte Ready-Message abgeschickt, also die Mitteilung, dass wir jederzeit startbereit wären und hoffen auf eine Verbesserung des Slots. Ich kann Sie nur um Geduld bitten, ich melde mich wieder, sobald sich etwas verbessert und unsere Kabinenkollegen versorgen Sie nun mit Getränken.“ Und was geschieht dann?

    Die Kabinenbesatzung wird unverzüglich von Passagieren belagert, die uns berichten, dass sie einen Anschlussflug, Schiff oder was auch immer erreichen müssen, einen wichtigen Vortrag zu halten haben, eine Hochzeit zu feiern, einen Geschäftsabschluss zu tätigen oder was auch immer. Mit Passagieren an Bord, am Boden stehend, sind weiterhin Sicherheitsmaßnahmen in Kraft, denen wir als Kabinenbesatzung verpflichtet sind und von denen ein Passagier überhaupt nichts mitbekommt. Unsere Möglichkeiten sind also begrenzt. Es ist sinnlos, uns zu erzählen, dass man den XY-Anschlussflug nach ABC  gebucht habe, denn das ist in den Systemen der Airline natürlich vermerkt und selbst wenn man von den allerwichtigsten Reise-Vorhaben, Hochzeitsplänen und was auch immer berichtet, hat das auf die Abflugzeit null Einfluss. Auch können Crews weder vom Boden aus noch aus der Luft irgendwelche Aktionen an Flughäfen in Gang setzen, wie z.B. begleitete Schnell-Transfers von einem Gate zum anderen, beschleunigt durch Passkontrollen usw., auch wenn diese tatsächlich existieren. Alle Flughäfen gehen hier nach dem Prinzip des „geringsten Schadens“ vor, weil auch hier die Kapazitäten begrenzt sind. Sind im verspäteten Flieger also 3 Passagiere nach Lyon, die ihren Flug zu verpassen drohen, im selben oder einem anderen aber 20 auf dem Weg nach Madrid, dann werden natürlich die Madrid-Passagiere einen schnellen Ramp Direct Transfer bekommen, denn lieber schickt man drei Passagiere ins Hotel als zwanzig. Gäbe es überhaupt die Möglichkeit für Flugzeugbesatzungen, Bodendiensten irgendwelche Anweisungen oder nur Anforderungen zu übermitteln, dann stünde auf allen Flughäfen weltweit alles still und kein Flugzeug würde jemals irgendwohin fliegen. Dass irgendwo ein Flugzeug wegen dummer Versäumnisse (z.B. nicht rechtzeitiges Einsteigen etc.) seinen Slot verpasst, kann bedeuten, dass ein anderes (nämlich das unsrige) in diesen Slot springen und somit ad hoc abfliegen kann. Slotverbesserungen geschehen also häufig. Manchmal werden sie aber auch schlechter. Wie schon öfters angemerkt: es liegt nicht in unserer Hand. Wenn auf der Autobahn eine Polizeisperre besteht, brettert man schließlich auch nicht hindurch, oder?

    Der Zielflughafen gibt keinerlei Prognosen heraus, ob man diesen oder jenen Anschlussflug noch erreiche, bevor nicht der Anflug begonnen hat, also Landezeit und Parkposition definitiv festgelegt wurden. Die Bodendienste bemühen sich durch strategisch günstige Wahl einer Parkposition (am Gebäude/Gate oder auch eine Vorfeldpositon mit Bustransport) die Laufentfernungen für die größte Zahl der Passagiere gering zu halten. Ob ein Flug noch erreict werden kann, hängst maßgeblich von den Trnasferzeiten ab, und die können z.B. in FRA zwischen 2 und 35 Minuten (!!!) liegen, je nachdem, ob man nur von A40 nach A38 muss (benachbartes Gate) oder zu Z69 muss, am Ende des neuen A+Bereichs, dazu kommen eventuell nötige Passkontrollen. All diese Parameter werden erst kurz vor der Landung definiert, u.U. ändert sich eine Parkposition sogar noch während des Rollens nach der Landung! Also – es bringt absolut nichts, die Flugbegleiter mit Fragen zu löchern, es gibt keine zufriedenstellenden Antworten vom Zielflughafen oder von sonst jemandem. Ja, das fällt sichtlich schwer in Zeiten, da wir glauben alles in unserem Leben unter Kontrolle zu halten – aber unser Eindruck trügt: wir haben das wenigste unter Kontrolle und weigern uns dieses anzuerkennen.

    Flüge haben geplante Startzeiten, das Gate-Personal im Terminal eilt von einer Abfertigung zur nächsten. Es findet ein auf Kante genähtes Ballett aus Pushback-Fahrzeug, Catering, Tankwagen, Reinigung, Passagierbussen, Passagierbrückenbedienung, Crewtransport, PRM-Dienst für Rollstuhlfahrer, UM-Service für unbegleitete Kinder statt – im Winter noch Enteisung. Wetter, Streiks, Luftraumüberfüllung, Baustellen an Flughäfen, technische Probleme an Flughafen-Infrastruktur oder Flugzeug – tausend Gründe kann es geben, warum es zu Verzögerungen kommt. Darüber steht das höchste Gut – das Leben der Passagiere und Besatzungsmitglieder. Es wird entweder sicher geflogen, oder gar nicht. Unnötige Risiken und „Ach, komm, wird schon gehen“, nach diesem Prinzip könnte jeder Autofahrer handeln, wenn er bereit dazu ist, nicht nur sich, sondern auch andere zu gefährden. Im Zweifelsfall enden solche Aktionen mit Freiheitsentzug und einer lebenslangen moralischen Schuld, jemandem das Leben oder die Gesundheit genommen zu haben. Im Flugverkehr ist dieses ein striktes Tabu, und Crew Ressource Management Trainings werden regelmäßig absolviert, um zu verhindern, dass sich solche Schwächen einschleichen können.

    Was lernen wir? Es bringt nichts sich aufzuregen. Wer seine Flugreise zu knapp plant, verliert und außer dass man sich selbst die Nerven ruiniert und die der anderen Passagiere UND Flugbegleiter gleich mit. Nein, wir können unsere Piloten eben NICHT wegen jedes x-beliebigen Anschlussfluges oder was auch immer nerven, denn die stehen in ständigem Kontakt mit Luftverkehrskontrolle, Vorfeldkontrolle, Gate, Dispatcher, Ladepersonal, evtl. Technik und sogar technischen Abteilungen von Airbus und Boeing, die Workload ist immens. Wer meint, er könne ja nun aussteigen, weil sich die Flugreise „nicht mehr lohne“, der kann das natürlich tun, sobald es technisch möglich ist. Niemanden dürfen wir gegen seinen Willen auf dem Flugzeug festhalten. Dieses Verhalten kann jedoch dazu führen, dass aus einem geringen Schaden für wenige ein großer Schaden für alle wird, denn es muss Gatepersonal herbeigeordert werden, eine Brückenbedienung oder Treppe und ggf. ein Bus. Ein erteilter oder verbesserter Slot verfällt dann, schlimmstenfalls.

    Wir, die Flugbegleiter, sind ausschließlich für die sichere Abwicklung DIESES einen Fluges verantwortlich, über alle anderen Flüge und Anschlüsse können wir keine Auskünfte geben. Dank mobilem Internet kann sich heute jeder Passagier selbst darüber informieren, ob irgendein anderer Flug pünktlich ist oder nicht, und zumindest unsere Airline informiert jeden Passagier im Falle von Unregelmäßigkeiten per App oder SMS / E-Mail ständig und auch wiederholt über Verspätungen und ggf. nötige Umbuchungen. Wir haben dafür in der Regel weder Kapazität noch die nötigen IT-Systeme verfügbar. Und selbst wenn: es ändert nichts an der Situation. Ich selbst bemühe mich, einen ständigen Informationsfluss über PA aufrecht zu erhalten – ich weiß auch, dass dieses freie „public speaking“ nicht Jedermanns/fraus Sache ist, und dass es bei dem einen oder anderen Kandidaten Verbesserungspotenzial gibt. Wir tun jedoch alles, um den Flug so sicher wie möglich abzuwickeln und so pünktlich wie möglich. Ich bitte aber dringend darum anzuerkennen, dass wir von unzähligen Faktoren abhängig sind, die wir nicht beeinflussen können wie Wetter, Luftraumzustand, Verzögerung bei den vielen beteiligten Bodendiensten, also Flughafendienstleistungen. Uns zu beschimpfen, wie es leider immer wieder geschieht, ist nicht nur unfair, sondern zeugt auch von unzureichender Reife der Persönlichkeit, auch wenn Verärgerung / Enttäuschung natürlich verständlich sind.

    EU-Fluggastrechte: Bei Verspätungen ab 3 Stunden oder Annullierungen stehen Flugpassagieren Entschädigungen zwischen 250 und 600 EUR zu, je nach Flugstrecke bzw. europäischer oder außereuropäischer Strecke. Detaillierte Info ist im Netz verfügbar unter obigem Stichwort. Mir ist es im Mai 2018 selbst passiert. Flug von Düsseldorf über Frankfurt nach Seattle. Gewitter in FRA, das machte jedoch nur theoretisch 30 Minuten aus, weil kurz darauf die Startfreigabe erfolgte. Eine Reihe von Versäumnissen am Boden, die allesamt nichts mit der Wetterlage zu tun hatten, verzögerten den Abflug immer weiter. Schließlich erreichten wir FRA 15 Minuten nach dem Abflug der Maschine nach Seattle. Folge: Umbuchung über Washington DC mit 5 Stunden Transit, weiter in der letzten Reihe einer 737-800 nach Seattle – ZEHN Stunden verspätet angekommen. Direkte Anmeldung unserer Ansprüche online, Airline verweigert Zahlung wegen „Witterungsereignissen, auf die man keinen Einfluss habe“. Zahlungsziel gesetzt, verstrichen, zum Anwalt, geklagt, und gewonnen. Fazit: niemand solle sich zumindest diese Ansprüche ausreden lassen. Die Fluggesellschaften spekulieren exakt auf dieses, dass der Kunde den Aufwand scheut. Damit werden jedes Jahr Millionen EUR eingespart. 600 EUR x 2 Personen = 1.200 EUR zuzüglich Anwalts- und Gerichtskosten. Dafür lohnt es sch zu kämpfen, oder? Gerichte entscheiden fast immer zu Gunsten des Kunden, wenn fälle wie meiner mehrere Verspätungsursachen beinhalten, und es findet eine Gewichtung statt. Natürlich fuhr unser Schiff nach Alaska erst zwei Tage später ab, und so hatten wir Zeit, Seattle und Umgebung zu erkunden, und hatten zumindest in dieser Hinsicht keinen Stress.

    Im Tagesprogramm auf dem Schiff erfährt man immer die Telefonnummer des Hafenagenten, die Kontaktnummer des Abfahrtshafens ist einem meistens nicht bekannt. Es kann aber hilfreich sein, diese zu haben, und das erfordert Vorbereitung, so dass man auf der Website des Hafens recherchiert oder eine Nummer erfragt nur für den Fall, dass es knapp werden könnte. Wenn es um wenige Minuten nur geht, wird sich da sicher bei der Abreise etwas machen lassen. Nicht immer freilich, weil z.B. in den USA eine Deadline besteht, so dass hier einige Stunden vor Abfahrt eingecheckt sein muss. Ein Strohhalm eben, nicht mehr.

    Wie hoch schätzen wir den Anteil der Weltbevölkerung, die überhaupt am Luftverkehr Teil nimmt? 50%? 30% Oder nur 15%? Es sind – bitte festhalten – genau 5%, in Worten FÜNF. Jawohl, nur 400 Millionen Menschen absolvieren 4 Milliarden Flüge pro Jahr. Es wäre ein bisschen Demut und Dankbarkeit angebracht, wenn man zu den previligierten Menschen gehören darf, die dieses moderne Verkehrsmittel benutzen können, um riesige Entfernungen zu überwinden – und vielleicht auch ein bisschen schlechtes Gewissen, weil auf diesem Wege ein absurd hoher ökologischer Fußabdruck verbunden ist. Ja, auch das sage ich, als Airlinemitarbeiter, denn wir nehmen uns dieses Recht, weil wir der Meinung sind, dass es uns zusteht. Und nicht nur einmal im Jahr, denn der Trend geht ja bekanntermaßen zum zwölften jährlichen Städtetrip, kostet ja nur 20 EUR, oder weniger. Steht uns so ein Lebensstil wirklich zu?

    Zusammenfassend kann man sagen, dass das Leben an sich kein Rundum-Sorglos-Paket ist und es eben keine Haftung für alles und jedes durch andere gibt. Die Eigenverantwortung seinen gesunden Menschenverstand zu nutzen kann einem niemand abnehmen. Und wenn es dann doch einmal daneben ging, besteht immerhin die Chance, aus Schaden klug zu werden…

    PS: ich hoffe, dass die Cruisetricks-Kommentarfunktion nicht schon geplatzt ist *lg*

  3. Lieber Volker,

    vielen, herzlichen Dank für die ausführlichen Ergänzungen. Da gibt’s eigentlich nichts mehr zu ergänzen.

    Nur eine Anmerkung:

    Du erwähnst VPN als Möglichkeit, auf nicht-deutsche Websites der Veranstalter/Reedereien zuzugreifen. Was dabei wichtig zu wissen ist: Reiseverträge, die man dann beispielsweise auf amerikanischen Website einer Reederei abschließt, unterliegen nicht deutschem, sondern amerikanischem Reiserecht. Das ist nicht automatisch ein Nachteil, man sollte aber wissen, dass man dann beispielsweise deutlich weniger Rechte hat, was Erstattung angeht, wenn bei der Reise etwas schief geht und die verbleibenden Rechte auch nicht vor einem deutschen Gericht durchsetzen kann.

    Ansonsten dient ein VPN ha hauptsächlich zur Sicherheit beim Surfen; sehr sinnvoll und empfehlenswert. Funktioniert aber zumindest am Kreuzfahrtschiff selbst typischerweise nicht, weil VPNs von den Schiffs-Wlans geblockt werde (weil bei einem VPN von außen nicht sichtbar ist, welche Daten übertragen werden und sich damit auch nicht gezielt z.B. datenhungrige Anwendungen wie Youtube & Co. blockieren lassen).

    Okay, noch eine zweite Anmerkung:

    Ich finde schon, dass Fluggesellschaften, so wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen und jede Privatperson auch, Verträge erfüllen müssen sollte. Dazu gehört in vernünftigem Rahmen auch die Haftung für Folgeschäden. Wenn ich also vertraglich vereinbare, dass mich eine Airline am Sonntag um 15 Uhr in Miami abliefert, der Flug dann aber fünf Stunden Verspätung hat? Es wäre sicher unverhältnismäßig, der Airline dann eine Rechnung über die verpasste Kreuzfahrt zu schicken, da gebe ich Dir Recht.

    Aber mehr als ein Schulterzucken (und mit Glück, wenn’s eine EU-Airline ist 300 Euro) erwarte ich definitiv – nämlich dann, wenn die Verspätung nicht unausweichliche äußere Umstände sind, sondern die Organisation, die Technik o.ä. der Airline seinen Anteil daran hat. Wenn eine Airline riskant kalkuliert, muss sie eben dieses Risiko, das sie da eingeht, auch verantworten. Und nicht sagen: Kunde – Pech gehabt. Also: Wenn ich im Supermarkt eine Milch kaufe, die zu Hause dann sauer ist, kann die Molkerei ja auch nicht sagen: Sorry, die allgemeine Marktlage zwingt uns dazu Milch ganz knapp vor Verfallsdatum zu verkaufen, also ist es das Problem des Kunden. Dann darf das Unternehmen dieses Produkt so eben nicht anbieten.

    Warum Airlines von diesem Grundprinzip immer ausgenommen sein sollen, habe ich noch nie verstanden. (siehe auch Ersatz für verlorenes oder beschädigtes Gepäck. Auch da hat der Kunde Pech, wenn das Transportunternehmen sein Eigentum verschlampt. Ja, ich weiß, ist nicht die Airline, sondern die Ground Handler; ich hab‘ als Passagier aber keinen Einfluss darauf und habe meinen Koffer der Airline anvertraut, also muss die auch die Verantwortung dafür übernehmen.)

    In einem anderen Punkt stimme ich Dir zu 100% zu und da habe ich auch schon die erschreckendsten Dinge im Flieger erlebt: Die Crew kann nichts dafür, also sollte man sie als Passagier als Partner und Leidensgenosse behandeln, und nicht als Buhmann für äußere Umstände …

    Und Deinem letzten Satz stimme ich umfassend und uneingeschränkt zu: Eigenverantwortung und Menschenverstand scheinen immer mehr verloren zu gehen du zu einem „wir schieben jede Verantwortung auf irgendwen anderes“ zu werden. Probleme bereiten wir mit einer solchen Einstellung aber vor allem uns selbst. Mitdenken hilft, gelassenes und eigenverantwortliches Handeln hilft vor allem uns selbst ;-)

    Herzliche Grüße,
    Franz

    P.S.: Die Kommentarfunktion überlebt sowas locker ;-)

  4. Hallo, Franz!

    Es fragt sich stets, wo man die Grenze ziehen soll. Jèrôme hatte es ja überspitzt: ich wähle einen Zug, der kurz vor knapp am Abfahrtshafen ankommt und wenn ich dann wegen Verspätung mein Schiff verpasse, kann ich der Bahn den Schaden aufbürden. Auch Bahnunternehmen oder Fährreesereien sind aus der Haftung für indirekte Schäden, und ich poche da nochmals auf das allgemeine Lebensrisiko, den eine Reise, ganz gleich mit welchem Verkehrsmittel, beinhaltet. Beim choreographierten Ballet rund um die Flugzeuge habe ich noch das Fahrzeug für Frisch- und Abwasser vergessen zu erwähnen. Kein Flugzeug kann abfliegen, wenn Wassertanks für Toilettenspülungen, Handwaschbecken oder Kaffeezubereitung (das kleinste aller Übel) leer sind. Gut, für 45 Minuten haben wir das auch schon gemacht, aber sicher nicht nach Asien oder Amerika.

    Es ist auch völlig normal, dass bei der allerbesten aller guten Flugzeugwartungen, wozu man die Lufthansa Technik sicher wird zählen dürfen, immer wieder mal ein unerwartetes Problem auftaucht. Hier fällt ein Computer aus, dort tropft Hydraulikflüssigkeit aus. Das wird jeder Autofahrer bestätigen können, der sein KFZ regelmäßig warten lässt. Natürlich könnte man abfliegen mit diesem oder jenem Defekt, und wahrscheinlich gäbe es gar kein großes Problem. In der Luftfahet gelten aber eben andere Regeln. Ein Zug oder Auto bleibt einfach stehen, ein KFZ rollt „rechts ran“. Das geht mit einem Flugzeug nicht und deswegen ist, wenn die Redundanz auch nur angekratzt ist, kein Kompromiss möglich. Wie gesagt: es wird so sicher wie technisch nur irgend möglich geflogen oder gar nicht.

    Bei indirekten Folgeschäden muss eine Grenze gezogen werden, und zwar deutlich. Wäre es anders, dann gäbe es keine Fluggesellschaften. Was wollte man schon alles geltend machen… den geplatzten Milliardendeal, die ruinierte Kindergeburtstagsfeier, die entgangene Urlaubsfreude usw. usw. Wir in der EU können uns glücklich schätzen, dass wir die vergleichsweise kundenfreundlichen Fluggastrechte haben. Woanders siehts echt düster aus. Ich bleibe dabei: wer eine Reise bucht, der ist gehalten Unwägbarkeiten einzuberechnen und einen ausreichenden Zeitpuffer einzuplanen. Gerade im Ludtverkehr können kleine Ursachen, wie z.B. eine gebrochene Pushbackstange oder ähnliches zu einer Verspätung führen, die dann wegen eines verpassten Anschlussfluges aus 35 Minuten viele Stunden werden lassen, siehe mein Fall mit Seattle. Da machste nix.

    Wenn wir auf das Beispiel mit der sauren Milch aus dem Supermarkt zurückkommen, dann bedeutet dieses, dass bei einem verspäteten Flug ab drei Stunden Kompensionszahlungen statt finden, oder man steigt aus und lässt sich den Flug erstatten. Das wäre wie Geld zurück für die Milch. Ich kann aber nicht hingehen und sagen: „Hey, wegen der sauren Milch konnte ich keinen Schokopudding kochen, den meine Tochter so liebt, und daher war ihr Geburtstag völlig ruiniert. Sie müssen mir nun die gesamten Ausgaben für die Feier von 280 EUR erstatten.“ So läufts eben nicht. Letzteres wäre ungefähr mit indirekten Schäden nach Flugverspätung zu vergleichen, finde ich.

    Verschwindet Gepäck oder kommt es verspätet an, gibts Entschädigung nach dem Montrealer Abkommen. Das ist internationaler Standard. Für jedes kg Gewicht gibt es einen Standardsatz und bei ca. 1.200 EUR ist Schluss. Wer mit teurem Gepöck reist, sollte eine Reisegepäckversicherung abschließen mit höherem Versicherungswert. Gibt man ersatzweise gekaufte Kleidung zurück, außer Unterwäsche und Socken, dann bleibt man auch nach Kofferverlust auf keinem Schaden sitzen.

    Ich denke, dass viele Urlauber ihre Rechte nicht kennen oder einfach nur den Aufwand scheuen. Denen ist dann wirklich nicht zu helfen. Wir beobachten ähnliche Trägheit, wenn es darum geht, dass man mit wenigen Internetklicks Strom- und Gasanbieter wechseln könnte, das Girokonto zu einer anderen Bank verschieben oder Versicherungen wechseln. Ach, so hört man, dieser Aufwand… und dann wird gestöhnt, und im selben Atemzug widmet man sich wieder Facebook und Instagram, um Stund über Stund zu verschwenden. Es soll keine Verallgemeinweung sein, aber genau das ist es, wenn ich Leuten Ratschläge gebe, die sich ständig darüber beklagen, wie teuer doch das Leben sei und wie man doch unter seiner Opferrolle leide.

    Auch in diesem Jahr werden wir vermutlich von einem Passagierrekord zum nächsten eilen, die Infrastruktur der Flughäfen hält längst nicht mehr Schritt. Wer immer sich also in die Gruppe der „Erlesenen Fünf Prozent“ einreihen möchte, sollte wissen, dass er sich einem System anvertraut, das längst jenseits der Kapazitätsgrenzen arbeitet. Reisen alle jederzeit überall hin, bleibt es nicht aus, dass hie und da mal gar nicht mehr gereist wird. Der Verkehrsinfarkt ist längst da: wie auf der Straße so auch in der Luft. Und da wir die Bahn sträflich vernachlässigten, winkt uns hier keine schnelle Linderung.

  5. Wenn man das System als hingegeben betrachtet 8was man wohl als Realist tun muss), hast Du natürlich vollkommen Recht.

    Denkt mal darüber hinaus und stellt sich, eine Welt vor, in der das besser funktioniert, wären Maßnahmen (letztlich: Gesetze, Zwang) nötig, um etwas zu ändern. Denn der Druck, die auf Kante genähten Angebote entsteht durch ungesunden Wettbewerb: Der andere schafft‘s noch etwas knapper (weil er bereit ist, seine Kunden noch mehr zu verarschen), muss ich mitziehen. Ändere ich aber die Regeln für alle (=fair und gleiche Wettbewerbsbedingungen), dann ließe sich daran etwas ändern.

    Wäre CO2-Kompensation für Flüge nicht freiwillig, sondern verpflichtend, dann würde der in Deinem ersten Kommentar genannte Herr nicht mehr mal schnell fürs Wochenende nach Toronto jetten. Und müsste mir jede Airline mein Eigentum komplett erstatten, das sie verschlampt, dann würde daraus ein besseres Gepäck-System entstehen, bei dem Koffer eben viel seltener verloren gehen.

    Gerade international gebe ich aber zu, wäre es ziemlich schwierig, da gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Wobei große, politische Einheiten wie die EU da durchaus mächtig genug wären. Insofern gebe ich die Hoffnung noch nicht ganz auf ;-)

    Und nochmal deutlich gesagt: Mir geht’s nicht darum, die Kurzsichtigkeit und mangelnde Eigenverantwortung von Menschen abzupuffern, die meinen, 30 Minuten Umsteigezeit in Paris reichen. Sondern darauf, die Absurditäten des Systems wieder zurückzufahren, die vielerorts schon als so „normal“ hingenommen werden, dass man ihre Monstrosität gar nicht mehr wahrnimmt. Wie Du sagst, wir haben den Verkehrskollaps schon längst – nur scheint das niemanden dazu zu bewegen, ernsthaft etwas dagegen zu unternehmen. Stattdessen nur: setzen wir halt den Grenzwert ein wenig rauf; und nehmen hin, dass der Luftraum notorisch überfüllt ist :-( Solange, bis mal ein Flieger deshalb vom Himmel fällt – dann ist die Aufregung für eine Woche groß — und danach machen wir weiter wie bisher. Weil’s halt so ist, wie es ist.

  6. Hallo! Wir scheinen alle in einem sich selbst beschleunigenden Hamsterrad gefangen zu sein, an dem ein riesiges Schild mit dem Namen des unantastbaren Götzen hängt: „Wachstum“. Jeder weiß, dass es kein ewiges Wachstum in einem begrenzten System geben kann, aber offenbar fragt sich jeder, wieso denn ausgerechnet er auf irgend etwas verzichten soll, wenn doch „die anderen“ konsumieren als gäbe es kein Morgen… Wir haben in allen Konsumbereichen einschließlich des Tourismus die verträglichen Größenordnungen längst hinter uns gelassen. Dies betrifft den Flugverkehr längst und den Kreuzfahrttourismus mangels anzufahrender Ziele und überfüllter Hafenstädte inzwischen ebenso.

    Selbst unsere vergleichsweise gut organisierte Erste Welt kommt mit den Wachstumsraten noch zurecht. Ob Straßenwege oder Flughafeninfrastruktur hält nicht mehr Schritt. Doch wir kommen nicht auf die Idee zu fragen „wie viel Verkehr ist genug?“ und auch nicht fragen wir uns, ob es uns glücklicjer macht, wenn wir fünf mal im Jahr Flugreisen unternehmen als nur ein mal.

    Alle müssten wir Zeit ohne Ende haben, denn Wasch- und Spülmaschinen oder gar Saugroboter nehmen uns Hausarbeit ab, die unsere Großmütter noch mühsam manuell verrichten mussten, wir kommunizieren global fast zum Nulltarif in Echtzeit, müssen nicht mehr zum Einkaufen gehen, weil der Onlineshop an den Kiosk um die Ecke das Paket liefert, wir kaufen Bahntickets, Konzerttickets, Flugscheine online, müssen für den Pauschalurlaub nicht mehr im Reisebüro auf einen freien Berater warten, sondern können uns das Paket auf dem Sofa zusammenklicken. Züge fahren uns mit 300 km/h und Flieger düsen uns mit 850 km/h um die Welt. Niemals reisten wir schneller. Was fangen wir nur mit all der gesparten Zeit an? Ich fürchte, wir packen sie voll, mit noch mehr Videostreaming, Chat, dem x-ten Städtetrip (Selfies für die Follower nicht vergessen)… und macht es uns glücklicher? Ich denke nicht. Sonst wären die ständigen Klagen über Burnout nicht so intensiv, und dass man „heutzutage“ ja kaum noch Zeit habe, weshalb man ja Fertigfutter vom Lieferdienst bestellen muss und Kapselkaffee trinken, weil „ich stell mich doch nach der Arbeit nicht noch STUNDENLANG an den Herd.“ Klar… stundenlang…

    Kürzlich lief im WDR Fernsehen eine Doku „Ausgerechnet: Billigflieger“. Am Flughafen Köln-Bonn wurden junge Urlauber interviewt. Sie flogen nach Aqabar in Jordanien. „Wieso fliegen Sie dahin?“ fragte der Journalist. „War billig, hat nur 20 EUR gekostet. Für 40 wäre ich nicht geflogen. Ich will ja noch alles sehen.“ sprach der junge Typ, dem der Kampf gegen den Klimawandel bestimmt „irgendwie“ wichtig ist.

    Inzwischen gibt es in den beliebten Europa-Metropolen nicht mal mehr so etwas wie eine Nebensaison. Die Flughäfen von Kopenhagen, Lissabon, Barcelona, Dublin, Paris, London, egal wo man hin schaut, sind auch im Januar und Februar randvoll mit Flugreisenden. Gemeinsam steuern wir auf einen globalen Verkehrsinfarkt zu. Wenn wir das so wollen, ist das völlig OK, denn es ist unsere souveräne Entscheidung. Wir sollten uns nur nicht darüber aufregen, dass es Unannehmlichkeiten mit sich bringt und schließlich zusammen mit unserer sonstigen Ressourcenübernutzung die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen bedeuten wird. „Kind, du sollst es doch mal besser haben“, die Idee verkehrt sich dabei sicher ins Gegenteil.

    PS: ich wäre gern optimistischer, jedoch zeigen weiterhin alle messbaren ökologischen Parameter in eine fatale Richtung, nicht einmal eine Stagnation ist in Ansätzen erkennbar. Somit wäre Optimismus unangebracht. Der Ökozid, den Maya und Osterinsel-Bewohner nicht überlebten, droht uns nun auf planetarer Skala, und wir weigern uns dies anzuerkennen.

  7. Ich finde den Vergleich mit den Maya- und Osterinsel-Kultur sehr gut; das bringt es ziemlich gut auf den Punkt.

    Was mir ehrlicherweise fehlt, ist eine Idee, wie sich das bremsen/verhindern lässt. Denn das würde bedeuten, unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem grundlegend zu hinterfragen und radikal zu verändern. Das aber scheint mir utopisch zu sein. Und ein solcher Schritt passt nicht mit den kurzfristigen Entscheidungsstrukturen unserer politischen Systeme zusammen. Wahlperioden von vier oder sechs Jahren sind nicht geeignet, sehr langfristige, grundlegende Probleme zu lösen. Leider.

  8. Hallo, Franz! Genau das benötigen wir.Eigentlich weiß das inzwischen auch jeder. Der pro Person verträgliche CO2-Fußabdruck liegt bei 2 Tonnen im Jahr. In Deutschland liegen wir weiter bei über 10 Tonnen, und auch hier ist eine Trendumkehr oder auch nur Stagnation nicht in Sicht. Wir Deutsche rühmen uns stets unserer vorbildlichen Umweltleistungen – unser katastrophal hoher Konsum aber führt unsere Haltung ad absurdum. Wir meinen sogar, dass wir „heutzutage“ Duschgel brauchen, welches in massiven Plastikflaschen geliefert wird, die sich locker 100 mal wieder befüllen ließen vor einem Vollverschleiß, weil es doch „so praktisch“ ist, dabei ist Duschgel nur eine in Wasser gelöste Seife plus Konservierungsstoffe, die man genau so gut in festem Quader kaufen könnte (ohne Konservierungsstoffe), nur mit einer Papierbanderole etikettiert….und selbst zahlreiche Hotels setzen inzwischen auf Kapselkaffee, weil es ja auch „so praktisch“ ist. „Immer eine frische Tasse Kaffee“, und sei die Qualität noch so grottig. Nespresso verliert jede Blindverkostung haushoch.

    Eigentlich wollte wir über die An- und Abreise zur Kreuzfahrt diskutieren, aber ich denke, dass sich in diesen Zeiten (Greta Thunberg sei Dank!) diese drängende Frage stellt: wann endlich ändern wir unseren Lebensstil, wenn wir mit 8 bis 10 Milliarden Individuen ein gedeihliches und nachhaltiges Zusammenleben auf diesem empfindlichen Planeten hin bekommen wollen? Mit der Idee des ewigen Wachstums wird es nicht gehen und auch nicht damit, Produkte zu verkaufen, die einen wahren Preis ihrer Umweltbelastung nicht enthalten. Ja, ich als Mitarbeiter einer Fluggesellschaft bin ein Rad in diesem unrühmlichen Getriebe und gelegentlich höre ich „Mir dieser Haltung dürftest du da nicht arbeiten“. Das trifft es jedoch nicht ganz. Wenn ich aufhöre dort zu arbeiten, ersetzt mich sofort ein anderer Mitarbeiter und kein Gramm Kerosin wird weniger verbrannt. Eine Airline wird nicht weniger fliegen, weil ein paar Mitarbeiter kündigen, denn Fluktuation gehörte immer schon dazu. Nicht der Mitarbeiter schafft die Nachfrage, sondern der Ticketkäufer. Was wir brauchen, ist eine komplett andere Art zu wirtschaften. Kerosin aus Pflanzen wird wohl die Lösung nicht sein, denn wir benötigen jeden Quadratmeter Agrarfläche für die Welternährung – weit weniger bräuchten wir, wenn wir weniger Fleisch konsumierten, denn bis zu 10 Kalorien an Pflanzennahrung werden benötigt, um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen, ein weiterer Aspekt auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft, den wir weiterhin standhaft verweigern. Wir wissen bereits sicher, dass ab einem Nettoeinkommen von ca. 30.000 EUR das Glücksgefühl nicht weiter steigt, selbiges verfliegt durch Konsum von Waren und Dienstleistungen ebenfalls extrem schnell. Wenn Konsum also Glück nicht steigert, warum konsumieren dann die meisten von uns wie irre? Ich sehe es meinen Passagieren doch an, dass die meisten nicht mit großen Stauneaugen voller Vorfreude in den Flieger steigen, sondern eher genervt sind. „Boah, jetzt muss ich mit meinen quakenden Kindern wieder neun Stunden lang in dieser Röhre hocken“, so etwas glaube ich aus vielen Elternaugen zu lesen inzwischen. Hätte wir eine komplett andere Weltwirtschaft, die auf Nutzung statt Besitz setzte, auf Mehrweg statt Einweg, auf gerechte Verteilung von Ressourcen, dann wäre ich vielleicht Purser auf einem High-Tech-Segelschiff mit integriertem Gemüsegarten, Solarzellen, Windrotoren und Biogas-Zusatzantrieb. Wer setzt fest, dass zur Erreichung eines Glücksmaximums 40 Wochenstunden Arbeit unerlässlich sind und wie viel Geld ist nötig für Wohnen, flexitarisch essen, Freizeit, Kleidung und soziale Sicherheit, wenn es gerecht zu geht? Wie oft muss ich wie weit reisen, um mich zu inspirieren und wie schnell muss ich denn reisen, wenn ich inzwischen so viele Arbeiten per „Home Office“ oder „Vacation Office“ erledigen kann?

    Die sich aufdrängenden Fragen sind fundamental und global, und es geht uns die Zeit aus für eine Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils.Statt mit Hochdruck an der Planetenrettung zu arbeiten, machen wir weiter wie bisher und halten uns mit absurden Diskussionen auf, ob es hinnehmbar wäre, wenn eine vierspurige Straße zugunsten von Radfahrern dreispurig wird. Jeder Urlauber, auch Kreuzfahrer, hat es vermutlich bereits erlebt, was es bedeutet, wenn Reiseziele vor Touristenmassen ächzen. Barcelona, Venedig, Kopenhagen, Amsterdam, und sogar das beschauliche Bergen gleichen zwischen April und Oktober eher einem Themenpark, Einwohner stöhnen unter dem Druck auf Wohnungsmärke (Airbnb sei Undank) und Verödung der Handelsstruktur: Souvenir- und Kebab-Läden statt Vielfalt. Amsterdam hat als erste Metropolregion das City Marketing eingestellt. Sie werben nicht mehr für Amsterdam und sind froh über jeden, der nicht mehr kommt. Bravo für so viel Einsicht! Der Trend ist überall zu besichtigen: in Edinburgh, in Tallinn, in Krakau -you name it. Muss ich denn noch hin reisen, um im selben Touristenstrom durch Altstadtgassen zu strömen wie an jedem anderen Ort? Wie viel Authentizität kann ich noch erleben?

    Jeder der 50 Jahre oder mehr bewusst auf diesem Planeten herumwandelt und ein bisschen aufmerksam hinguckt, bemerkte, wie sehr sich gewisse Konsumgewohnheiten etablieren und rasch als unverzichtbare Bestandteile des Lebens angesehen werden. Gern fällt dann der Begriff „Heutzutage“. Denken wir an „früher“ zurück, müssen wir uns fragen, wie es nur sein konnte, dass wir ohne das ohne Katastrophen überleben konnten. Wie konnten wir es nur schaffen, bis ca. Mitte der 1975er Jahre im eigenen Garten mit Zelt zu urlauben, und danach einmal in einem gemieteten Wohnwagen, nur 50 km von zu Haus entfernt? Wie haben wir es geschafft, in einem R4 mit 34 PS bis Dänemark zu fahren? Wie habe ich es psychisch weggesteckt, erst mit 21 Jahren meine erste Flugreise zu unternehmen und danach erst 6 oder 7 Jahre später die nächste? Was muss ich für ein Lebenskünstler sein, dass ich seit 40 Jahren auf den Besitz eines Kraftfahrzeugs verzichte und warum muss ich immer wieder erklären, dass ich trotz aller Widrigkeiten viel lieber Bahn fahre? Und dass ich keinen PKW kaufen muss, um mir „einen Kasten Wasser“ nach Haus zu fahren, den mir die Stadtwerke ohnehin zum Nulltarif in die Bude pumpen? Wir lebten nicht in Höhlen und hielten den Kontakt zu Freunden und Verwandten per Brief, Postkarte, Festnetz von zu Haus und Telefonzellen. Nur um nicht falsch verstanden zu finden: ich finde das Internet Klasse! (Sonst schriebe ich nicht diesen Kommentar). So langsam bekomme ich eine Ahnung davon, was Weisheit sein könnte.Es ist die Fähigkeit zurückzublicken und zu wissen, dass man nicht über jedes Stöckchen springen muss, um ein gutes Leben zu führen.. Vielleicht täte uns eine Haltung wie bei Japanern ganz gut, denn diese schätzen Alte aufgrund ihrer Lebenserfahrung. Könnten wir das auch, dann wüssten wie eher: wie viel von allem ist genug?

    PS: ich finde, auch eine Touristik-Website wie Cruisetricks darf mal die Konsumfrage stellen. Wie wäre es mal mit einem „Spezialpodcast“ – vielleicht mit einem Studiogast wie Hans Joachim Schellnhuber? Keine Sorge – ich denke nicht, dass es den Erfolg von Cruisetricks beschädigen könnte, weil der Kreuzfahrtboom vermutlich anhalten wird *lg*

  9. Podcast zu diesem Thema – da hätte ich grundsätzlich nichts dagegen, jedenfalls nicht aus Sorge, es könnte cruisetricks.de beschädigen. Kreuzfahrt ist eines von Tausenden kleiner Rädchen in der riesigen Maschinerie; Kreuzfahrt abschaffen würde für sich genommen gar nichts ändern (zumal ich sogar wagen würde zu behaupten, dass die Kreuzfahrt auch Teil der Problemlösung sein könnte; gute Steuerbarkeit von großen Touristenströmen; flexible Routen; das Umwelt-Thema lässt sich auf absehbare Zeit lösen; — ich weiß, ist nicht weit und radikal genug gedacht, aber ich denke, Du weißt, was ich meine).

    Warum ich so eine Podcast-Episode dennoch nicht machen möchte, hat einen anderen Grund: Ich/wir könnten keine Lösung anbieten. Es wäre eine Podcast-Episode, in der wir uns gegenseitig die Ohren volljammern würden, wie viel besser es früher war und was „man“ so alles tun und lassen könnte oder sollte, um einen weiteren Tropfen auf dem glühend heißen Stein verdampfen zu lassen. Das fände ich eine extrem frustrierende Podcast-Folge. Nebenbei: Früher war auch nicht alles besser. Schau‘ das Umwelt-Thema an. Die hohen Kosten für bessere Umwelttechnik konnten wir uns nur durch „Fortschritt“ überhaupt leisten – und zahlen den Preise dafür wiederum mit anderen Folgeproblemen.

    Du hast das Problem selbst geschildert: „Wenn ich aufhöre dort zu arbeiten, ersetzt mich sofort ein anderer Mitarbeiter und kein Gramm Kerosin wird weniger verbrannt. Eine Airline wird nicht weniger fliegen, weil ein paar Mitarbeiter kündigen, denn Fluktuation gehörte immer schon dazu. Nicht der Mitarbeiter schafft die Nachfrage, sondern der Ticketkäufer.“
    Das Problem ist, dass weder das eine noch das andere zutrifft. Es ist ein Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage. Wäre der Billig-Flieger nicht da, würden die Leute nicht fliegen (können). Ist die grundsätzliche Nachfrage da, wird es Anbieter geben, die diese Nachfrage erfüllen. Und dann wollen sie ihr Geschäft ausweiten und machen noch attraktivere Angebote und locken damit zusätzliche Nachfrage an, die zuvor eigentlich nicht da war.

    So funktioniert traurigerweise unsere Wirtschaft. Und jeder in diesem komplexen System sagt (mit einem gewissen Recht): „Warum soll gerade ich das durchbrechen?“ Zumal die Wahrscheinlichkeit extrem gering ist, dass das Durchbrechen durch einen Einzelnen in der Kette überhaupt etwas bewirken würde – wie Du sagst: dann wird er durch einen anderen ersetzt und es geht ohne ihn weiter. Einziger „Verlierer“: der, der’s probiert hat. Und weil das so vorhersehbar ist, tut’s keiner.

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