Podcast: Kreuzfahrt und Umweltschutz – mehr als nur Treibstoff und Abgase

(aktualisiert) - Franz Neumeier & Jérôme Brunelle
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Umweltschutz in der Kreuzfahrt: Die einen können sich gar nicht genug über die Abgase aus Schiffs-Schornsteinen aufregen, die anderen das Thema schon nicht mehr hören. Kaum ein Thema wird so kontrovers gesehen und bei kaum einem Thema in der Kreuzfahrt ist die Diskussion von so viel Desinformation und Vorurteilen geprägt.

In dieser Podcast-Episode nehmen wir uns den Umweltschutz in der Kreuzfahrt ausführlich vor – in einer 60minütigen Doppelfolge, weil das Thema so umfangreich und komplex ist. Wir sprechen natürlich über Treibstoffe und Abgase, diskutieren Fakten und Irrmeinungen, räumen mit Vorurteilen auf. Wir zeigen aber auch, wo Kritik in Hinblick auf Treibstoffe und Emissionen in der Kreuzfahrt durchaus sehr angebracht ist.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit einer ganzen Reihe weitere Umwelt-Themen. Denn abgesehen von der Treibstoff-/Emissions-Problematik ist die Kreuzfahrt in vielen Bereichen wie beispielsweise Wasserverbrauch, Abwasser oder Müll vorbildlich und geht teils weit über gesetzliche Anforderungen hinaus.

Wir freuen uns auf Ihre Meinungen und sachliche Argumente und hoffen, mit dieser Podcast-Episode ein wenig Polemik, Emotion und Propaganda aus dem Thema herausnehmen zu können und zu einer wirklich sachlichen, faktenorientierten Diskussion anregen zu können, die so dringend notwendig wäre, um etwas zu verändern und zu verbessern.

12 Kommentare zu “Podcast: Kreuzfahrt und Umweltschutz – mehr als nur Treibstoff und Abgase

  1. Hallo Franz, Hallo Jerome,
    eine tolle Podcastfolge zum Thema Umweltschutz was ihr noch zum Thema 200 Meilen Schutzzone um Nordamerika herum vergessen habt ist das im US Bundesstaat Kalifornien darf kein Schiff ohne LNG Anschluss also wie AIDAprima ihn hat in den Häfen anlegen das habe ich vor einigen Wochen in einer Reportage gesehen.

    Herzliche Grüße

    Oliver

  2. Ich möchte einen Kommentar zum Thema Elektroauto geben.
    Jerome unterliegt da einem Irrtum wenn er meint mit einem umweltfreundlichen Auto unterwegs zu sein.
    In einem Vergleich zwischen Elektroauto und einem mit Benzin betriebenen Auto kam heraus das bei der Herstellung des Elektroautos so viel mehr CO2 entsteht wie beim normalen PKW erst nach etwa 100.000 Kilometer.
    Viele vergessen das der Strom nicht nur aus der Steckdose kommt sondern zum Teil auch in kalorischen oder Kernkraftwerken erzeugt werden.
    Last but not least ist noch nicht die Frage der grossen Akkus gekkärt.
    Dabei wird sicher auch der Umwelt nichts positives getan.

  3. Lieber Hans,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Eigentlich passt er nicht hierher, weil es ja hier eigentlich um Kreuzfahrt geht. Ich möchte Ihnen aber dennoch gerne antworten. Bye the way: Auf http://www.electrify-bw.de finden sie einen Podcast genau zum Elektroautothema…. Übrigens auch moderiert von mir… :-)

    Aber jetzt zu meiner Antwort:
    Ihre Quelle für Ihre Aussagen ist vermutlich die berüchtigte „Schwedenstudie“. Diese an sich gute Meta-Studie wurde bei Erscheinen vom Focus verwendet um einen Artikel zu schreiben. Leider hat der Redakteur ziemlich Mist gebaut und unglücklicherweise haben dann andere Medien nachgezogen und den gleichen Quatsch geschrieben.
    Zunächst einmal: Auch ein Elektroauto ist nicht Klimaneutral. Denn bei der Herstellung, da haben Sie völlig recht entstehen Schadstoffe sowie CO2. Wenn man die Batterie aussen vorlässt genauso viel wie bei einem normalen Auto.
    Was die Produktion der Batterie betrifft: Ja, diese Produktion benötigt viel Energie. Da muss man dann aber schauen wie dieser Strom produziert wurde. In China mit Kohlekraftwerke oder bei Tesla mit Solarenergie. Je nachdem ist der Ausstoß von CO2 bei Null oder eben nicht.
    Der Strom für den Betrieb des Elektrofahrzeuges wird in Deutschland zu ca. 40 Prozent aus regenerativen Quellen bestritten. Tendenz weiter steigend. Ein Elektroautofahrer nimmt den Strom aber von einem ökologischen Anbieter. So fließt das Geld in den weiteren Ausbau von regenerativen Stromkraftwerken. Mein Strom Zuhause kommt ausschließlich aus Wasserkraft. Das ist übrigens unter E-Mobilisten Ehrensache.
    Und selbst wenn Sie Recht hätten mit den 100.000 Kilometern. Heute Fahrzeuge fahren deutlich länger als 100.000 Kilometer oder?
    Noch etwas zur Batterie. Die sind schon heute fast vollständig recyclebar. Sie sind viel zu teuer als das man sie einfach wegschmeißt….
    Noch etwas: Benzin muss auch produziert werden. Dafür braucht man Strom. Viel Strom. Wenn sie 40 Liter tanken haben sie bereits so viel Strom verbraucht wie ich in mein Auto lade. Nämlich 60 kWh. Nur sie müssen das Benzin jetzt noch verbrennen. Ich nicht….
    Mit freundlichen Grüßen
    Jérôme Brunelle
    Ps.: Ich habe die auf englisch geschriebene Studie gelesen. Von 100.000 Kilometern steht dort keine Silbe…

  4. Lieber Jerome!
    Sorry aber der Strom bei ihnen zuhause aus der Steckdose kommt nicht ausschließlich aus Wasserkraft.
    Das wäre technisch gar nicht möglich, jeder in dem Bereich bekommt den gleichen Strom.
    Wie sollte das gehen das beim Nachbarn der am selben Strommasten hängt ein anderer Strom rauskommt ;-)
    Das mit den 1000000 Kilometern war im Fernsehen, ein Vergleich zwischen Benziner und Elektroauto.
    Klar halten Autos mehr als 100000 Kilometer aber die Akkus? wenn ich an mein Handy denke .. ;-)
    Zurück zum Thema Kreuzfahrt : Der Podcast war interessant aber was mich störte die Aussage das der weniger schädliche Schiffsdiesel im Nahbereich der Küste wichtig aber draussen am Meer sozusagen egal ist.

  5. @Hans: dann war das missverständlich. Egal ist es nie. Aber im umseter Welt ist nahezu nichts, was wir tun, vollkommen neutral, alles was wir tun, hat Auswirkungen. Aber überall wagen wir Vor- und Nachteile gegeneinander ab, Nutzen gegen Schäden. Und in dieser Hinsicht ist der Schadstoffausstoß weit draussen auf der Meer geringer zu gewichten im Verhältnis zum Nutzen als Nähe am Land, einfach weil die Konsequenzen auf See deutlich geringer sind. Das war es, was ich damit sagen will.

  6. Das Gespräch hat interessante Argumente gebracht, nicht alle neue, aber neu „einsortieret“.
    Dann habe ich nebenbei auch gemerkt, dass es Spotify free in einer kostenlosen Version gibt. Ich habe das auf PC & iPhone installiert und werde das mal testen.

  7. Danke für die Ergänzung, @Oliver, bzgl. Nordamerika-Schutzzone (die übrigens auch für einige Karibikinseln gilt). Die LNG-Sache in Kalifornien wäre mir neu – das muss ich checken.

    Herzliche Grüße,
    Franz

  8. Was ich ganz finde:
    Ich poste auf meinem privaten Facebook ab und zu was zum Thema Kreuzfahrten. Da werde ich manchmal auch «getrollt» (Drecksschleudern, 10 Milliarden PKW, Käfig). Lustig ist, dass diese «Trolle» alle aus dem rechten Lager kommen. Dieses Lager ist jetzt ja nicht unbedingt dafür bekannt, voll auf die Umwelt zu stehen.
    Auch in Newsportalen mache ich ähnliche Beobachtungen. Ich kann das natürlich nicht empirisch belegen aber es scheint mir spannend, dass «Linke» beim Thema eher zurückhaltend sind.

  9. @Chris: Da kann ich natürlich auch nur spekulieren und subjektive, persönliche Erfahrungen beitragen. Aber ich glaube nicht, dass ein direkter Zusammenhang zur politischen Gesinnung existiert. Menschen, die viel Wert auf Umweltschutz legen, sind eher links orientiert, zugleich reflektieren sie ihre Umwelt aber auch differenzierter und kommentieren vielleicht weniger in schwarz-weiß-Kategorien. Aber auch von dort habe ich schon sehr pauschale Kommentare gesehen, die Fakten nicht genauer hinterfragt haben. Ich denke, es hat eher etwas damit zu tun, wie sehr oder wenig Meschen die schlecht recherchierten Berichte in allgemeinen Medien ungeprüft glauben und in ihre Argumentation übernehmen.

  10. Ich als (Neo)liberaler stehe Linken und Rechten gleichermaßen skeptisch gegenüber. Individuum first! Ich traue nur der (Kreuzfahrt-)Industrie. Was die best friends AfD&NABU sagen interessiert mich nicht.

  11. Hat eigentlich schon mal jemand den Hotelbetrieb eines Kreuzfahrtschiffs mit dem Betrieb eines Hotels an Land verglichen? Ein Schiff ist da ja offensichtlich viel umweltfreundlicher. Hier zwei Aspekte als Beispiel:
    1. Das Personal eines Hotels pendelt regelmäßig (oft mehrmals pro Tag) zwischen der Arbeitsstelle und dem Wohnort. Die Besatzung eines Kreuzfahrtschiffs ist nur wenige Schritte vom Arbeitsplatz entfernt untergebracht.
    2. Handtücher und Bettwäsche werden an Bord der Schiffe gewaschen und müssen nur über wenige Decks transportiert werden. Dagegen wäscht kaum ein Hotel selbst. Die Hotel-Wäsche wird oft hunderte Kilometer durchs Land zur Wäscherei transportiert.

    Vielleicht eine Anregung für eine gründliche Studie?

  12. @Knud: Der WWF Schweiz hat so einen Vergleich 2012 in Ansätzen mal gemacht; aber diese Studie zeigt vor allem, wie unglaublich komplex so ein Vergleich ist, weil es fast unmöglich ist, die nötigen Fakten in vergleichbarer Form zu ermitteln. Die WWF-Studie kommt, sehr verkürzt zu dem Ergebnis, dass es bei Urlaub vor allem auf die Flugstrecke ankommt, weil das mit deutlichem Abstand die größten Umweltschäden (sprich: CO2) verursacht.

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