Podcast: Overtourism – zu viele Urlauber am selben Ort

- Franz Neumeier & Jérôme Brunelle
cruisetricks.de Kreuzfahrt-Podcast
Bitte unterstützen Sie die Produktion des Podcasts einmalig via Paypal oder dauerhaft per Steady. Unterstuetze uns auf Steady

Overtourism wird häufig mit der Kreuzfahrt in Verbindung gebracht, auch wenn Schiffsreisen nur einen geringen Anteil an den vielfältigen Problemen des immer weiter wachsenden Massentourismus zu tun haben. In dieser Podcast-Episode widmen wir uns dem Thema Overtourism und schweifen damit einmal etwas weiter von reinen Kreuzfahrt-Themen ab.

Wir sprechen über Folgen und Probleme des Overtourism, wie unterschiedlich Städte und Regionen unter Massentourismus leiden und wo die Ursachen dafür liegen. Themen sind dabei Aspekte wie Selfie- und Bucket-List-Tourismus, die „Instagrammability“ von Reisezielen und Tourismus der beispielsweise durch Filmaufnahmen zu belebten Serien oder Filmen überhaupt erst ausgelöst wird. Außerdem sprechen wir darüber, was Städte und Regionen derzeit an Gegenmaßnahmen ergreifen und in welchem finanziellen Dilemma viele dabei stecken.

9 Kommentare

9 Kommentare zu “Podcast: Overtourism – zu viele Urlauber am selben Ort

  1. Hallo Franz und Jerome,
    es war wieder eine sehr gute Folge ich persönlich finde es übrigens auch das man sich auch mal den B Destinationen widmen kann Genua finde ich übrigens auch durchaus sehenswert und in Spanien finde ich Vigo richtig toll auch landschaftlich ist die Umgebung richtig super und in Bergen empfehle ich es jeden der eine normale Kondition hat den Floyen Berg hochzulaufen und nicht die Bahn zunehmen man verschwendet damit nur Zeit und man ist dann wirklich abseits der großen Touristenströme und man hat immer wieder schöne Fotomotive die man sonst nicht hat man braucht ca. 1 Stunde vom Stadtzentrum bis zur Plattform und es sind selbst bei super Wetter nur wenige andere Leute unterwegs auch Santa Cruz de Teneriffa fand ich erstaunlich hübsch wo man dem einheimischen Treiben sehr nah kommt.
    Dann hat Jerome noch das Mont Saint Michel erwähnt es gibt in Cornwall auf der anderen Seite des Ärmelkanals die wunderschöne kleinere Schwesterfestung die ich persönlich schöner finde, weil sie auch nicht so überlaufen ist.
    Dann muss ich Jerome in einer Sache leider wiedersprechen denn die Notre Dame in Paris ist bis zu ihrem Brannt mit 12 Mio. Besuchern jährlich die weltweit am meisten besuchte Sehenswürdigkeit also damit auch in Frankreich nicht der Eifelturm das hatte ich übrigens bis vor kurzen auch gedacht das es der Eifelturm war.
    Ich wünsche euch beiden schöne Osterfeiertage!
    Herzliche Grüße
    Oliver

  2. Hallo Franz!
    Hallo Jerome!

    Danke für euren wie immer sehr informativen Podcast!

    Da ich auch in einer vom Tourismus geprägten Region wohne (dem schönen Salzkammergut in Österreich) weiß ich zumindest Ansatzweise, wie sich Overtourism anfühlen kann… Ich verstehe hier die Reedereien nicht ganz, die immer auf die altbewährten Ziele setzen. Irgendwann hat doch jeder Barcelona, Venedig, Marseille, Mallorca, Rom, Neapel, etc. etc. gesehen. Für uns als etwas regelmäßigere Kreuzfahrer bedeutet das, dass wir immer weiter ausweichen um neue Ziele zu entdecken. Wäre es hier denn nicht auch für Massenmarkt-Reedereien langsam an der Zeit die Routen etwas ausgefallener und abwechslungsreicher zu gestalten um auch das Stammpublikum bei der Stange zu halten? Ich bin mir bewusst, dass es für Reedereien und vor allem auch größere Schiffe immer einfacher ist altbekannte Häfen anzulaufen (Stichwort Infrastruktur). Dennoch bin ich mir auch sicher, dass die Passagiere irgendwann (überspitzt formuliert) „ausgelutschte“ Häfen nicht mehr so prickelnd finden… Die Reedereien können sich doch nicht darauf verlassen, dass die Kontingente auch künftig mit großteils Kreuzfahrtneulingen gefüllt werden können, die natürlich Orte wie Venedig, Barcelona und co. auch einmal sehen möchten…
    Beste Grüße!
    Wolfgang

  3. @Wolfgang: Auf ewig wird das Neukundengeschäft sicherlich nicht so weiterlaufen wie bis jetzt, aber vorerst funktioniert das schon sehr gut für die Reedereien. Man muss halt auch ehrlich sein: nachfrage regelt das Angebot und und wenn sich Kreuzfahrten MIT Rom besser verkaufen als ohne, dann wird das angeboten. Ansonsten sollte man den Logistik-/Infrastruktur-Aspekt nicht unterschätzen. Kleinere Häfen/Regionen sind oft einfach nicht in der Lage, größere Passagiermengen gleichzeitig zu bedienen. Auch wenn es an einem Ort noch so schön sein mag, kann ein Schiff da nicht hin, wenn nicht ausreichend Kapazität vorhanden ist für Ausflüge, Restaurants etc. Das müsste man dann, soweit überhaupt bei den örtlichen Gegebenheiten möglich, erst aufbauen und erschließen; und warum sollte eine Reederei diese Investitionen auf sich nehmen, wenn sich vorerst die Reisen auf den Standard-Routen bestens verkaufen?

  4. @Franz: Danke für die rasche Antwort! Gibt es denn hier verlässliche Zahlen oder Umfragen der Reedereien, oder ist das eine „self fulfilling prophecy“ der Reedereien, weil die Schiffe momentan ja ohnehin relativ leicht voll zu bringen sind? Eventuell vergisst man hier die Stammkundschaft etwas und weiß das noch nicht einmal (könnte ich mir zumindest vorstellen)…
    Grüße nach Seattle bzw. Walla Walla ;-)

  5. Moin zusammen! Das Problem des Übertourismus wird heftiger, und diverse Gründe liegen vor – den EINEN Grund wird es sicher nicht geben.

    1. Wohnstandszuwachs: auch wenn immer wieder betont wird, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft – der Wohlstand nahm über Jahrzehnte stetig zu und viel mehr Menschen als früher können sich heute Urlaubsreisen leisten, auch mehrere pro Jahr.

    2. Preisverfall bei Transportmitteln, besonders bei Flügen: wenn man für ’n Appel und ’n Ei innerhalb Europas fliegen kann und Langstrecken für weit unter 500 EUR angeboten werden, dann muss man sich nicht darüber wundern, wenn viele (zu viele) Menschen dazu neigen, viermal, sechsmal oder zwölfmal im Jahr einen Kurzurlaub zu veranstalten. Die legendäre Aussage eine Passagiers muss ich bei dieser Gelegenheit noch einmal zum Besten geben: „Wissen Sie, ich fliege gern ab und zu mit meiner Tochter mal für ein Wochenende nach Toronto.“ Das sagt schon alles.

    3. Internetsucht und den Zwang die Follower zu beeindrucken: reisen alle noch für sich selbst, ihre Freude, ihre Erholung oder fühlen sie sich zum Reisen gezwungen, weil die Follower sie sonst entfreunden, wenn nicht mindestens wöchentlich coole Selfies vom Kolosseum, der Tower Bridge oder dem Louvre gepostet werden?

    4. Internet-Hype bei bestimmten „instagrammable“ Reisezielen. Irgendein „Influäntzer“ postet schicke Bildchen von irgendeiner gottverlassenen Berghütte am Ende der Welt und nur wenige Tage später wird ein winziger Berggasthof von Menschenmassen überrannt, weil alle einmal dort die eigenen Selfies machen wollen.

    5. Fokussierung auf wenige Hauptreisezeiten: ja, wie oft höre ich von Eltern, dass sie auf die „Sommeferien angewiesen“ seien. Hilferufe in Reiseforen, wieso denn im Juli/August für eine 5köpfige Familien die Fincas so teuer seien, und man doch am liebsten direkt am Strand residieren möchte, lassen mich nur noch erschaudern. So ist das eben, wenn alle zur selben Zeit dasselbe Produkt kaufen wollen – die Nachfrage macht den Preis. Schulkinder haben Weihnachts-, Oster- und Herbstferien und Eltern würden damit garantiert den gesamten tariflichen Jahresurlaub benötigen, wenn sie sich auf solche Nebensaisons beschränken würden. Wenn es beim Reisen nicht auf die typischen Pauschaltouren von den jeweiligen Flughäfen in den entsprechenden Ferien-Bundesländern ankäme, dann würden die saisonalen Hochpreisstrategien der Reisekonzerne nicht verfangen. Im Sommer schickt man die Kleinen eben zu Oma oder in eine lokale Ferienfreizeit, ins Freibad etc.

    5. Sommer-Massenexodus von Nicht-Erziehenden. Individualisierung scheint erledigt, ob bei Mode oder Reise. Es scheint angesagt zu sein, sich den reisenden Massen anzuschließen, weil es doch „alle so machen“. So sehe ich junge Menschen (ohne Kinder), Renter (ohne Kinder) und sonstige Kinderlose, wie sie im Juli und August Richtung Mittelmeer pilgern, wo sie einen zusätzlichen Nachfrageschub auslösen. Jene, die locker auf Nebensaisons ausweichen können, tun das offenbar seltener oder gar nicht mehr. Warum? Man kann nur mutmaßen. Vielleicht aus demselben Grund, aus dem viele eine Silvesterfeier mit 100.000 vor dem Brandenburger Tor netter finden als das festliche Essen mit 6 Freunden daheim.

    6. Das Reisefieber erreicht Schwellenländer: zunehmender Wohlstand in Schwellenländern wie Indien und China – nur diese beiden Megastaaten allein weren bald an die 3 Milliarden (!!!) Einwohner beherbergen – befeuert den Reiseboom. Auch Japaner (traditionell reisefreudig) und Koreaner, Philippiner, Thailänder, Lateinamerikaner, und und und finden Reisen toll und haben den Wunsch, etwas von der Welt zu entdecken, und das ist ein legitimer Wunsch, wenn wir diesen uns nicht selbst verwehren wollen.

    In Frankfurt wurde heute der Grundstein für das dritte Terminal gelegt. Gab es 2013 noch 57,9 Millionen Passagiere in FRA, waren es 2018 bereits 69,4 Millionen. In Fünf Jahren eine Steigerug um fast 20%. Ist das noch gesund? Ein wichtiger Aspekt, der Flugreisen begünstigt, sind übrigens Auswanderungs- und Flüchtlingsbewegungen, welche oft über Generationen hinweg einen regen Besuchsverkehr zwischen neuer Heimat und Herkunftsland auslösen – auch hier wird man mit steigenden Zahlen rechnen, auch wenn diese Personengruppen eher weniger touristisch aktiv sein werden.

    Der oft zu hörende Tipp, in die Randzeiten und Nebensaisons auszuweichen, ist nach wie vor richtig, auf lange Sicht verlagert er das Problem jedoch nur. Die einst so magere „Saure-Gurken-Zeit“ von Januar bis Ostern ist im Flugverkehr inzwischen kaum noch „mager“, die Touristikziele rund ums Jahr beliebt. Ja, in der ersten Januarhälfte Barcelona zu besuchen, ist eine Wohltat – Taschendiebe urlauben im Heimatland und die Einheimischen können aufatmen. Ich war Ende April in Kotor / Montenegro und zum zweiten Mal im Juli – ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Da der Preisdruck zur Hochsaison jedoch zwangsläufig zur Verlagerung in die Nebensaisons führen wird, kann es nur eine vernünftige Lösung geben: wir werden weniger reisen müssen, weniger weit und mehr in der näheren Umgebung Erholung suchen. Eine weiter anschwellende Reisetätigkeit wie zur Zeit wird der Planet nicht lange verkraften.

    Die Fokussierung auf Kreuzfahrten führt nicht weiter. Zwar stehen ungefähr 25 Millionen KF-Passagieren etwa 4 Milliarden Flugpassagiere gegenüber, und somit mag man erklären, dass die 25 Millionen keinen Übertourismus auslösen könnten, jedoch sind häufig die Kreuzfahrer auch am Luftverkehr beteiligt und es ist immer die Gesamtheit aller Reiseaktivitäten, die einen Einfluss haben. Der Hub-Manager am Frankfurter Flughafen sprach heute von „weiter wachsen“. Ganz ehrlich, mir wird leicht flau bei diesem Gedanken. Ob Menschen mit 10 oder mehr Flugreisen im Jahr glücklicher sind als mit nur einer oder gar keiner, wage ich zu bezweifeln.

  6. Lieber Volker, ich stimme Dir vollumfänglich zu. Und doch beschreibst Du (so wie ich natürlich auch) nur die Symptome eines viel tiefer sitzenden Problems, für das ich auch nicht annähernd eine Lösung sehe. Früher hat man das salopp „über seine Verhältnisse leben“ genannt. Wir haben ein weltweites Wirtschafts- und Werte-System geschaffen, das nicht (mehr) zur Realität auf dieser Erde passt. Denn natürlich kann man sagen: Neues Terminal in FRA ist ungesund. Aber baut FRA es nicht, verlagert sich der Verkehr eben nach Istanbul – und nichts ist gewonnen. Ohne eine grundlegende Veränderung der weltweiten Grundeinstellung zu Umwelt, Ressourcen und Chancengleichheit für alle Menschen mit Nachhaltigkeit als Grundlage ist da nichts nennenswert veränderbar. Greta Thunberg gibt da gerade einen Anstoß in diese Richtung, wird aber in großen Stil dafür verspottet. Hoffen wir, dass sie und die daraus entstandene Bewegung etwas bewirkt, vielleicht sogar eine große Veränderung anstößt. Aber dass das ohne große Konflikte – friedliche und kriegerische – abgeht, halte ich für eher unwahrscheinlich. Leider.

  7. @Wolfgang: In solche Zahlen geben Reedereien logischerweise keinen detaillierten Einblick, das sind Geschäftsgeheimnisse. Man darf halt auch nie vergessen, dass es sich bei Kreuzfahrt-Unternehmen um Wirtschaftsunternehmen handelt und nicht um Weltverbesserungs-Institute ;-) Wenn etwas gut läuft, warum sollte man ein Risiko mit Veränderungen eingehen? Nahezu alle Reedereien sind Aktiengesellschaften, was dabei natürlich auch eine Rolle spielt – Gewinnoptimierung ist da ziemlich wichtig. Was Stammkunden angeht: Das haben die Reedereien meiner Erfahrung nach sehr genau im Blick – nur entscheiden sie halt auf unterschiedliche Weise, wie sie damit umgehen. Manchen sind Stammkunden relativ wichtig, andere vernachlässigen das eher zugunsten des weiter rasant wachsenden Neukundengeschäfts. Da hat jeder seine eigene Strategie. Ob und wie gut die jeweils aufgeht, wird wohl erst die Zukunft entscheiden.

  8. Lieber Franz! Völlig richtig. Nehmen wir uns nicht das größte Stück vom Kuchen, nimmt es sich ein anderer. Unsere auf Wachstum basierende Wirtschaft war immer schon unnachhaltig und von Gier geprägt. Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren handelten nach dieser Devise („Mehr ist besser“), hetzten Mammuts zu tausenden über Klippenabgründe in den massenhaften Tod, wohl wissend, dass sie diese Vorräte niemals würden verzehren können. Ruckzuck – waren die Mammuts ausgerottet und die für unerschöpflich gehaltene Nahrungsguelle war versiegt. Hoppla. Bis zum Beginn der industriellen Revolution ging das immer noch einigermaßen gut, denn wir waren nicht so viele,und verfügten nicht über die technischen Möglichkeiten um dem Planeten irreversiblen Schaden zuzufügen, obwohl die komplette Abholzung der Mittelmeerregion bereits zur Zeit des Römischen Reichs „gelang“, und somit schon ein antiker Eingriff ins Klima.

    Nicht einmal bei den einfachsten Dingen des Alltags sind wir bereit zur Verhaltenänderung. Tempolimit? Vom KFZ-Minister als „gegen den gesunden Menschenverstand“ diffamiert. Weniger Fleisch essen? Wozu, denn – stehe ich beim Discounter vor dem Kühlregal, sieht mich ja keiner, und die anderen machen es auch. Kleineres Auto oder gar keines mehr und statt dessen ÖPNV / Bahn etc.? Um Gottes Willen, „heutzutage“ undenkbar, wie soll die Kleine denn „sicher“ zur Schule kommen? Auf Wasser in Plastikflaschen verzichten? Herr im Himmel, wer weiß was das für Rohrleitungen sind… Stetis findet jeder sein bequemstes Scheinargument um nur ja nichts ändern zu müssen.

    Ich bin absolut pessimistisch, denn inzwischen wissen wir, dass wir Fakten und Vernunft nur sehr eingeschränkt zugänglich sind. Unsere großen und kleinen Entscheidungen treffen wir fast ausschließlich auf der emotionalen Ebene. Die einzige Chance das Steuer herumzureißen (und das in einem global-großdimensionierten Maßstab) besteht darin, Nachhaltigkeit mit einem Wohlgefühl zu verquicken. Gelingt das nicht (und danach sieht es im Moment leider aus), dann begnügen wir uns weiterhin damit, auf der schwer Leck geschlagenen Titanic mit einem Mini-Eimerchen Wasser zu schöpfen, uns einredend, dass wir ja etwas gegen die Katastrophe „im Rahmen unserer Möglichkeiten“ täten. Wenn wir begreifen, dass wir die Katastrophe nur um ein paar unbedeutende Wochen oder Monate hinauszögerten, wird es zu spät sein. Die Krönung des Selbstbetrugs stellt übrigens die Vorstellung dar, man könnte per „Terraforming“ den Mars in eine erdähnliche Oase verwandeln und besiedeln. Wissen war immer schon die unverzichtbare Voraussetzung für vernünftiges Handeln und daran mangelt es in dieser Zeit leider immer öfter. Grüße aus Barcelona übrigens (wie immer „nur“ Dienstleister im Personentransport, also ohne Nachfragedruck) – und wie immer ist es hier leider überfüllt…

  9. Ich bin etwas weniger pessimistisch als Du, @Volker, aber auch nicht wirklich optimistisch. Was mir Hoffnung macht ist, dass sich grundlegender, gesellschaftlicher Wandel in der Vergangenheit durchaus zumindest in kleineren Dingen vollzogen hat: Gleichberechtigung von Mann und Frau; Ächtung von Atomkraft (zumindest bei uns, mit all der damit verbundenen Scheinheiligkeit); von Strafbarkeit der Homosexualität hin zu einer gleichgeschlechtlichen Ehe – um nur drei Beispiele zu nennen, die ähnlich schwierig und emotional sind/waren und doch irgendwann ein Wandel eingesetzt hat. Vielleicht schaffen wir das auch beim Thema Umwelt/Nachhaltigkeit; Greta Thunberg macht mir da wirklich ein wenig Hoffnung. Plötzlich diskutieren wir über hohe CO2-Abgaben, was vor ein paar Jahren noch vollkommen undenkbar war. Es bewegt sich langsam etwas; ob genug? Kein Ahnung.
    Jedenfalls ist ein gesamtgesellschaftlicher Wandel global nötig, um etwas zu verändern. Den Einzelnen bei unveränderten gesellschaftlichen Bedingungen zu Verzicht (kleineres Auto, Flugreisen etc.) aufzufordern, funktioniert nicht und wäre auch höchst unfair gegenüber denjenigen, die sich einschränken, während die anderen fröhlich weite prassen. Veränderung muss dazu führen, das Flugreisen (um bei dem Beispiel zu bleiben) eben gar nicht mehr als erstrebenswert gelten, der „Verzicht“ darauf also gar kein Verzicht mehr ist und eben nicht als Nachteil empfunden wird. Ich glaube, nur dann ist Veränderung im großen Stil wirklich möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.