Rettungsübung künftig immer vor dem Ablegen

TUI Cruises und AIDA hatten bereits kurz nach dem Costa-Concordia-Unglück angekündigt, die Rettungsübung an Bord ihrer Schiffe künftig konsequent vor dem Ablegen durchzuführen. Nun wird dieses Vorgehen auch internationaler Standard bei nahezu allen Reedereien. Die Mitglieder der Passenger Shipping Association (PSA) haben sich in Zusammenarbeit mit der Cruise Lines Internation Association (CLIA) und dem European Cruise Council (ECC) darauf geeinigt, die neue „Emergency Drill Policy“ mit sofortiger Wirkung anzuwenden. Einige Kreuzfahrtgesellschaften hatten allerdings auch schon vor dem Costa-Unglück die Rettungsübung immer oder vorwiegend vor dem Ablegen durchgeführt.

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Mit der gemeinsamen Ankündigung von PSA, CLI und ECC gehen die Reedereien über die internationalen Vorschriften zu den Rettungsübungen hinaus, die lediglich vorschreiben, den Muster Drill innerhalb der ersten 24 Stunden nach Ablegen durchzuführen. Diese Regelung war nach der Schiffskatastrophe von Giglio heftig in die Kritik geraten, nachdem zahlreiche Passagiere der Costas Concordia erst kurz zuvor in Civitavecchia zugestiegen waren und zum Zeitpunkt des Unfalls noch keine Notfallübung absolviert hatten.

Die selbst auferlegten neuen Regeln sehen außerdem vor, dass Passagiere, die erst nach Durchführung des Muster Drills einschiffen, sofort ein individuell Notfall-Briefing bekommen, das den Anforderungen der SOLAS-Regelungen zur Rettungsübungen entspricht.

3 Kommentare zu “Rettungsübung künftig immer vor dem Ablegen

  1. Ich bin das erste Mal 2004 mit Royal Caribbean gereist und schon damals haben sie vor jedem Ablegen die Rettungsübung gemacht.
    Die Ansagen der Crew sagten sogar, dass das Schiff gar nicht vorher ablegen dürfe, bevor die Übung vollzogen sei.
    Dabei wurde sehr exakt darauf geachtet, das alle Passagiere an Ihre Stationen erscheinen und jeder Name wurde dort auf einer Liste abgehakt.

  2. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nur frage ich mich immer noch was wäre passiert wenn die Costa Concordia auf hoher See mit „normalem“ Wellengang (Windstärke 2-3) havariert wäre.
    Mit oder ohne Einweisung, das wäre leider wesentlich schlimmer ausgegangen.

  3. @Hape: Was diese Frage angeht bin ich sehr auf die endgültigen Untersuchungsergebnsise gespannt. Sprich: Aus welchem Grund hat sich das Schiff wirklich auf die Seite gelegt? Was es der lange Riss im Rumpf und das eindringende Wasser allein? Oder haben andere Faktoren mitgespielt – etwa das Wendemanöver Richtung Hafen und die fehlende Wassertiefe an der Stelle?

    Was man bei der Fragestellung auch nicht vergessen sollte: Auf hoher See mit normalem Wellengang rammt ein Schiff gewöhnlich keinen Felsen ;-) Aber völlig abwegig ist der Gedanke natürlich nicht. Man denke beispielsweise an einen Zusammenstoß mit einem anderen Schiff …

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