Lyubov Orlova

Schicksal der Lyubov Orlova bleibt weiter ungewiss

Der Verbleib des Expeditionskreuzfahrtschiffs Lyubov Orlova bleibt ein Rätsel. Wie die irische Küstenwache jetzt bestätigte, wisse man nach wie vor nicht sicher, ob das Schiff inzwischen gesunken sei oder weiter irgendwo in der Irischen See treibe. Die Lyubov Orlova hatte sich im Januar 2013 auf dem Weg zur Verschrottung losgerissen und treibt seitdem unkontrolliert im Meer.

Wie Irish Central berichtet, hat die irische Küstenwache nach wie vor keinen Beweis dafür, dass das russische 4.000-Tonnen-Schiff Lyubov Orlova tatsächlich Ende Februar gesunken sei, wie zwischenzeitlich immer wieder vermutet worden war.

Offenbar seit Ende Februar 2013 gibt es keinen Kontakt mehr zu dem Schiff, das von Kanada in Richtung Irland trieb. Damals hatte die irische Küstenwache zwei Funksignale aufgefangen, die sie einem Rettungsboot sowie dem Schiff selbst zuordnete. An der Position, von der die Funksignale kamen, konnte das Schiff aber nicht gesichtet werden.

Laut Küstenwache könnte die Lyubov Orlova heute irgendwo zwischen Irland und den Färör-Inseln treiben. Solange man nicht sicher sei, dass sie gesunken sei, gehe von ihr weiterhin die Gefahr aus, dass andere Schiffe mit ihr kollidieren könnten – die Lyubov Orlova ist unbeleuchtet und sendet keinerlei Funksignale mehr.

Verbleibende Öl und Treibstoffreste in dem Schiff seien dagegen weniger gefährlich. Da das Schiff zur Verschrottung geschleppt werden sollte, sind nur geringe Ölmengen noch an Bord.

Unangenehmer sei, dass das Schiff stark mit Ratten verseucht sei. Sollte die Lyubov Orlova irgendwo in Irland stranden, könnten diese von einem anderen Kontinent eingeschleppten Tiere die lokale Fauna gefährden.

Chronologie unserer Berichterstattung:

6. Februar 2013: Lyubov Orlova treibt weiter herrenlos im Atlantik

Das ehemals russische Expeditions-Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova, eigentlich zur Verschrottung in der Dominikanischen Republik vorgesehen, treibt seit 17. Januar 2013 ohne Besatzung im Atlantik. Derzeit scheint niemand ernsthaft Anstrengungen zu unternehmen, das Schiff unter Kontrolle zu bringen. Inzwischen hat die Lyubov Orlova internationales Gewässer erreicht.

Am 17. Januar sollte die Lyubov Orlova von St. John’s im kanadischen Neufundland aus in die Dominikanische Republik zur Verschrottung geschleppt werden, riss sich bei schwerer See aber los.

Seitdem war sie bereits gefährlich nahe an Ölbohrplattformen vor der kanadischen Ostküste herangetrieben. Zunächst hatten die Plattformbetreiber der Searose FPSO die Lyubov Orlova mit Hilfe des Schleppers Atlantic Hawk von der Plattform weggeschleppt und dann am 1. Februar an die Maersk Challenger der staatlichen „Transport Canada“ übergeben. Ab hier widersprechen sich die Meldungen – das Ergebnis bleibt allerdings das selbe: Transport Canada beschloss, das Schiff sich selbst zu überlassen.

Einer Meldung zufolge riss sich die Lyubov Orlova bereits nach 20 Minuten wieder von der Maersk Challenger los, einer anderen Meldung zufolge wurde sie bis zum 4. Februar von der Atlantik Hawk begleitet und dann wieder sich selbst überlassen. Transport Canada betrachtet das Schiff jedenfalls nicht mehr als Gefahr und hält es für unwahrscheinlich, dass die Lyubov Orlova zurück in kanadische Hoheitsgewässer zurück driftet, sodass man sich kurzerhand für unzuständig erklärte.

Laut Transport Canada befinde sich aber ein Ortungsgerät an Bord des ehemaligen Kreuzfahrtschiffs, sodass man seine Position überwachen könne. Transport Canada ist eine staatliche Behörde, die unter anderem für die Sicherheit und den Umweltschutz im Transportsektor in Kanada zuständig ist.

Inzwischen ermittelt das kanadische Transport Safety Board in dem Fall, um herauszufinden, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Lyubov Orlova nun herrenlos in internationalen Gewässern vor Kanada treibt.

Der Eigentümer des Schiffs, der iranische Schrotthändler Reza Shoeybi, hat nach eigenen Aussagen das Schiff noch nicht aufgegeben, für das er immerhin 275.000 Dollar bezahlt hatte. Er suche nach wie vor nach einer Möglichkeit, das Schiff wieder in seinen Besitz zu nehmen. Transport Canada hatte ihm offenbar untersagt, der anfänglich gecharterten Schlepper Charlene Hunt dafür einzusetzen.

Möglicherweise wird die Lyubov Orlova aber auch einfach weiterhin auf dem Atlantik treiben, bis sie entweder sinkt oder ins Hoheitsgebiet eines anderen Staates treibt, der sich dann um ihre Bergung kümmern müsste.

24. Februar 2013: Rätselraten um die Position der Lyubov Orlova

Das zur Verschrottung bestimmte, ehemalige russische Expeditions-Kreuzfahrtschiff Lyubov Orlova treibt weiter unkontrolliert im Atlantik, nachdem sie sich bei dem Versuch, das Schiff in die Dominikanische Republik zu schleppen vor der kanadischen Küste losgerissen hatte. Die Position der Lyubov Orlova ist unklar, seit sie in internationalen Gewässern treibt.

Seit 4. Februar gab es keinen Kontakt mehr zu dem verlassenen Schiff. Nun gibt es neue, aber widersprüchliche Positionsbestimmungen.

Am Samstagmorgen, 23. Februar 2013, hat sich nun offenbar eine Notfunkbake der Lyubov Orlova selbst aktiviert, die eine Position ziemlich genau in der Mitte zwischen Neufundland und Irland meldet: 51°46.00N 035°41.00W (siehe Karte Position B).

Unklar ist, was die Aktivierung der Notfunkbake genau bedeutet: Solche Baken aktivieren sich selbst, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Die Aktivierung könnte man daher so deuten, dass die Lyubov Orlova gesunken ist. Möglich ist aber auch, dass die Bake lediglich von einem Rettungsboot des Schiffs stammt, das über Bord gegangen und dadurch mit Wasser in Kontakt gekommen ist. Genauere Informationen habe man nicht, meldet das Joint Rescue Coordination Centre in Halifax, welches das Funksignal aufgefangen hat.

Die irische Küstenwache, die befürchtet, dass die Strömung die Lyubov Orlova in die Hoheitsgewässer Irlands treiben könnte, hatten bereits vor Aktivierung der Notfunkbake mit Hilfe von Satellitentechnik versucht, das Schiff zu finden und hatten auf diese Weise offenbar ein Objekt ausgemacht, das die Lyubov Orlova sein könnte – demnach treibt das Schiff eher in Richtung Island.

Die amerikanische National Geospacial Intelligence Agency hatte am Freitag dagegen bekannt gegeben, man habe die Lyubov Orlova rund 2.400 Kilometer westlich der irischen Küste geortet: 49°22.70N 44°51.34W (siehe Karte Position A). Das widerspricht allerdings der Position, die von der Notfunkbake gemeldet wurde. Die beiden Positionen sind rund 700 Kilometer voneinander entfernt.

Das Joint Rescue Coordination Centre in Halifax will die Notrufbake der Lyubov Orlova weiter beobachten, um darauf möglicherweise auch Schlüsse ziehen zu können, ob das Schiff gesunken ist und jedenfalls, um Schiff in der Nähe zu warnen.

(Bildquelle: Iain B. of Over, mit freundlicher Genehmigung)

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