Streik könnte Flusskreuzfahrt auf Main und Donau behindern

Kaum hat sich die Hochwasser-Lage auf Deutschlands Flüssen beruhigt, droht schon das nächste Ungemach: Die Gewerkschaft Verdi will ab Montag, 8. Juli, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bestreiken – und damit möglicherweise auch den Betrieb der Schleusen unterbinden. Der Streik ist für eine unbefristete Dauer angesetzt.

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Zunächst sollen die Verdi-Mitglieder ab Montag in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie ab Dienstag in Niedersachsen, Bremen und auch in Bayern streiken. Weitere Bundesländer sollen folgen. Ab Dienstag dürfte daher auch die Flusskreuzfahrt betroffen sein, insbesondere auf dem Main, dem Rhein-Main-Donau-Kanal sowie auf der Donau auf Fahrtrouten aus Richtung Norden bis Passau. Von Passau flussabwärts in Richtung Wien und Budapest liegt lediglich die Schleuse Jochstein rund 25 Fluss-Kilometer von Passau entfernt an der Grenze zu Österreich im Einflussbereich eine möglichen Streiks.

Wie stark sich der Streik auf Flusskreuzfahrten auswirken wird, ist derzeit noch unklar. Bereits Ende Februar hatte es auf Main und Donau einen eintägigen Warnstreik gegeben, infolgedessen blieben zeitweise zahlreiche Schleusen geschlossen. Allerdings konnte im Februar von den Behörden teilweise ein Notdienst organisiert werden.

Scharfe Kritik an dem Streik kommt unter anderem vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt BDB. Verdi schieße mit dem Streik weit über das Ziel hinaus. Besonders kritisierte der BDB, dass Verdi von den Betroffenen des Streiks Solidarität einfordere, während einzelne Unternehmen in der Branchen von dem Streik sogar in ihrer Existenz bedroht sein könnten.

Bei dem Streik geht es um einen von der Bundesregierung geplanten Umbau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Verdi befürchtet dabei einen Verlust von rund 2.500 Arbeitsplätzen. Das Bundesverkehrsministerium spricht von einer sozial verträglichen Umsetzung der Pläne ohne betriebsbedingte Kündigungen.

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