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Kreuzfahrtschiff mit Covid-19-Mundschutz-Maske

Strengere Corona-Regeln und Einschränkungen in der Kreuzfahrt wegen Omikron-Variante

Kreuzfahrt kehrt zu striktere Corona-Regeln zurück, während sich die Meldungen über positive Corona-Fälle an Bord von Schiffen häufen. In den USA macht die Omikron-Virusvariante an Land bereits rund drei Viertel der Neuinfektionen mit Covid-19 aus. In Großbritannien schießen die Infektionszahlen wegen Omikron in die Höhe. Ein Überblick zur aktuellen Lage in der Kreuzfahrt vor Weihnachten 2021.

In unserem Beitrag „Omikron-Virusvariante macht Kreuzfahrten wieder komplizierter“ haben wir bereits Aspekte wie Corona-Versicherungen für Kreuzfahrten, die unkalkulierbare Situation für Ungeimpfte, Verfügbarkeit von Corona-Tests im Ausland und weiter Aspekte angesprochen, die bei Aufkommen der Omikron-Variante an Bedeutung gewinnen. Nun, drei Wochen später, zeichnen sich immer deutlichere, konkrete Veränderungen in der Kreuzfahrt ab, die mit der neuen Virusvariante zusammenhängen.

Strengere Corona-Regeln für Kreuzfahrt-Passagiere und Crew

Kreuzfahrt-Passagiere müssen aktuell und für die kommenden Monate mit strengeren Corona-Regeln an Bord rechnen. Wir verzichten an dieser Stelle auf eine detaillierte Liste der neuen Regeln, weil sich die Situation ohnehin täglich ändert und empfehlen, für die jeweilige Kreuzfahrt die dann aktuellen Informationen der jeweiligen Reederei zu studieren.

Wer keine unangenehme Überraschung erleben will, sollte aber allgemein davon ausgehen, dass die Maskenpflicht streng gehandhabt wird und viele kleine, zusätzliche Maßnahmen greifen. So wird beispielsweise oft das Rauchen in Innenräumen – also insbesondere in Spielkasinos – vorübergehend nicht gestattet sein, weil auch dort die strikte Maskenpflicht für Innenräume gilt.

Ein vollständiger Impfschutz wird ohnehin bereits auf fast allen Kreuzfahrtschiffen erwartet (siehe unsere Übersicht „Regeln der Kreuzfahrt-Reedereien zur Corona-Impfung“). Die Ausnahmen von dieser Impfpflicht könnten aber weniger werden. Und wahrscheinlich werden bald auch erste Reedereien die Definition für „vollständig geimpft“ ändern und eine Booster-Impfung verlangen. Carnival Cruise Line spricht derzeit bereits die dringende Empfehlung aus, sich vor der Kreuzfahrt boostern zu lassen. Frankreich lässt faktisch keine Landgänge mehr für lediglich zweifach Geimpfte zu.

Rauchverbot im Spielkasino gilt beispielsweise an Bord der Schiffe von Carnival Cruise Line bis 31. Januar, bei Holland America Line und Princess Cruises bis 31. März 2022, bei Royal Caribbean International vorerst unbefristet. Bei Princess Cruises ist rauchen nun auch in der Zigarren-Lounge vorerst bis 31. März 2022 nicht erlaubt.

Eine konsequente Maskenpflicht für Innenräume kehrt auch in den USA wieder zurück: Carnival Cruise Line, Royal Caribbean und Norwegian verlangen Maske in Innenräumen ohne Ausnahmen. Die Reedereien hatten in den USA und in der Karibik unterschiedliche Masken-Regelungen mit teils weitreichenden Ausnahmen, beispielsweise bei Royal Caribbean International in bestimmten, ausschließlich für geimpfte Passagiere zugänglichen Bereichen.

Royal Caribbean befristet die Maskenpflicht vorerst bis 5. Januar 2022 und will die Situation dann neu bewerten. Carnival Cruise Line will die Maskenpflicht auf jeden Fall bis mindestens Ende Januar 2022 beibehalten.

Royal Caribbean International akzeptiert derzeit keine Neubuchungen mehr für Kreuzfahrten bis Mitte Januar 2022. Eigentlich wollte die Reedereien – wie viele andere auch – die Auslastung der Schiffe nach und nach wieder steigern. Angesichts der Omikron-Unsicherheiten ist RCI hier nun erst einmal wieder vorsichtiger und friert die Passagierauslastung der Schiffe erst einmal ein.

Die weitreichendsten Verschärfungen nimmt – wie auch bisher schon – Norwegian Cruise Line Holdings vor. Bislang verlangte die US-Reederei auf den Schiffen der drei Kreuzfahrt-Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises überhaupt keine Maske, da sie mit 100 Prozent Impfpflicht für ausnahmslos alle Passagiere fahren. Nun gilt auch hier eine strikte Maskenpflicht insbesondere in Innenräumen.

Norwegian verlängert auch die bei der Einschiffung im Terminal durchgeführten Antigentests bis vorerst 31. Januar 2022. Eigentlich sollten die ab 17. Januar abgeschafft werden und Passagiere hätten dann lediglich einen 48 (US-Abfahrten) beziehungsweise 72 Stunden (internationale Abfahrten) alten Corona-Test zur Einschiffung mitbringen müssen.

Laut Crew-Center.com verpflichten die drei Marken von NCLH ihre Crew-Mitglieder auch zur Booster-Impfung. Die entsprechende Impfaktion soll bis zum 30. April 2022 abgeschlossen sein. Aber auch andere Kreuzfahrt-Reedereien haben ebenfalls bereits mit Booster-Impfungen für ihre Crew begonnen.

Meldungen über Covid-19-Fälle auf Kreuzfahrtschiffen häufen sich

Die hohen Ansteckungszahlen mit der Delta-Variante an Land, aber vor allem die neue Omikron-Variante von Sars-Cov-2 verschonen auch Kreuzfahrtschiffe nicht. Eine verlässliche Statistik, ob inzwischen tatsächlich mehr positive Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiffen auftreten, gibt zwar es nicht.

Anhaltspunkte liefert aber die Website der US-Gesundheitsbehörde CDC, die abhängig von der Zahl der gemeldete, positiven Testergebnisse einen Farbcode für Kreuzfahrtschiffe vergibt und bei höheren Zahlen auch eine Untersuchung der jeweiligen Situation einleitet.

Jedenfalls aber reagieren Öffentlichkeit und Medien wieder sensibler auf dieses Thema. Die Meldungen über Covid-19-Fälle an Bord von Kreuzfahrtschiffen häuften sich in den vergangenen zwei Wochen: etwas mehr als 50 auf der Odyssey of the Seas (fast ausschließlich Crew-Mitglieder), 17 Fälle auf der Norwegian Breakaway, 28 positive Fälle auf der MSC Seashore, zehn Fälle auf der Queen Mary 2 in New York nach der Atlantiküberquerung, eine nicht näher bezeichnete, aber wohl niedrige Zahl an Covid-19-Positiven auf der Mein Schiff 4 auf den Kanaren – um ein paar Beispiele zu nennen.

Einschätzung von Corona-Fällen an Bord

Wichtig bei der Beurteilung der Fälle bleibt die – allerdings aufgrund der öffentlich zugänglichen Informationen kaum zu beantwortende – Frage, ob an Bord Ansteckungen stattgefunden haben oder lediglich Passagiere positiv auf Corona getestet wurden, die sich bereits kurz vor der Reise angesteckt haben und daher die Tests vor oder bei der Einschiffung noch nicht angeschlagen sind.

Fänden Ansteckungen an Bord statt, würde das schärfere Corona-Regeln an Bord erfordern. Würden lediglich bereits vorher infizierte Passagiere positiv getestet, wäre das eher ein Beleg dafür, dass die Schutzmaßnahmen an Bord funktionieren und trotz infizierter Passagiere an Bord keine Ansteckungen stattfinden.

Michael Bayley, CEO von Royal Caribbean International, relativiert die aktuellen Zahlen in einem Statusbericht auf Facebook: „Wir beobachten einen Anstieg der Positivraten, wobei einige Schiffe derzeit nahe bei 1 Prozent liegen (bitte beachten Sie, dass die Positivrate in Florida an Land bei 5 Prozent liegt). Vor kurzem stand die Symphony of the Seas im Rampenlicht der Medien, weil 48 positive Fälle (hauptsächlich Gäste) gemeldet wurden, was weniger als 1 Prozent der Personen an Bord entspricht.“ Er kommentiert außerdem: „Mehr als 98 Prozent der positiven Fälle treten bei vollständig geimpften Personen auf, und mehr als 99 Prozent sind asymptomatisch oder weisen sehr milde Symptome auf. Sie sind oft überraschen, dass sie überhaupt positiv sind.“

Reisebeschränkungen machen Kreuzfahrten schwierig

Einzelne Kreuzfahrten oder Fahrtrouten ganz infrage stellen könnten weiter verschärfte Reiseregeln, wie es in Europa teils bereits zu beobachten ist. Auf diesen Aspekt haben wir bereits im Beitrag „Komplizierte Reisebeschränkungen: So kommen Sie zuverlässiger ans Reiseziel – und wieder zurück“ einen genaueren Blick geworfen. Nun zeigen sich auch hier bereits konkretere Auswirkungen.

MSC Cruises beispielsweise hat die Kreuzfahrten der MSC Magnifica bis vorerst 15. Januar 2022 abgesagt. Denn auf der Fahrtroute liegen unter anderem Großbritannien und die Niederlande. Landgänge sind in Großbritannien aufgrund der Test- und Quarantänevorschriften dort nicht möglich, die Niederlande befindet sich bis Mitte Januar in einem relativ harten Lockdown.

In vielen europäischen Ländern, so auch in Deutschland, gilt Großbritannien als Virusvariantengebiet, sodass selbst Geimpfte nach ihrer Rückkehr ins Heimatland erst einmal in Quarantäne gehen müssten.

Griechenland und Portugal verlangen bei der Einreise inzwischen wieder einen Corona-Test, Malta lässt Genesene mit nur einer Impfdosis nicht ohne PCR-Test und Quarantäne ins Land. Weitere, ähnliche Regelungen in anderen Ländern sind zu erwarten.

Ausfallende Hafenstopps und abgesagte Reisen

Auch die Unwägbarkeiten während einer Kreuzfahrt werden wieder mehr. So musste Carnival Cruise Line beispielsweise einen Hafenstopp der Carnival Panorama in Cabo San Lucas in Mexiko absagen, nachdem die mexikanischen Behörden offenbar Landgänge untersagt hatten, weil einzelne Fälle von Covid-19 an Bord aufgetreten waren. Curacao verweigert Landgänge für Passagiere der Odyssey of the Seas, die ebenfalls Covid-19-Fälle an Bord gemeldet hatte. In Curacao gilt offenbar eine Grenze von 1 Prozent infizierter Menschen an Bord, oberhalb derer Landgänge verweigert werden, der Wert auf der Odyssey of the Seas lag bei 1,1 Prozent..

Und auch Kreuzfahrt-Absagen kommen wieder häufiger vor. So hat AIDA Cruises beispielsweise den Neustart der AIDAvita am 19. Februar 2022 auf offenbar 31. März 2022 verschoben und die 26tägige „Große Winterpause Kanaren“-Reise abgesagt.

Color Line stellt den Fährbetrieb der Color Magic und Color Fantasy zwischen Kiel und Oslo aufgrund von Auflagen der norwegischen Regierung ein, die laut Reederei einen wirtschaftlichen Betrieb der beiden Schiffe unmöglich macht: die Color Magic ab 29. Dezember 2021, die Color Fantasy am 10. Januar 2022.

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