Buch-Cover: Kreuzfahrt am Abgrund, Jürgen Neff

Terroristen, Bomben und GSG-9 auf Kreuzfahrt: Buchkritik „Kreuzfahrt am Abgrund“

Die Entführung eines deutschen Kreuzfahrtschiffs in Asien, Bomben an Bord, GSG-9 im Einsatz, mittendrin ein Boulevard-Journalist: Die Story von Jürgen Neffs Kreuzfahrt-Thriller „Kreuzfahrt am Abgrund“ gibt sich nicht mit Kleinkram ab. Eine Buchkritik.

Natürlich ist „Kreuzfahrt am Abgrund“ ein Roman und kein Tatsachenbericht oder eine Doku-Soap. Eine Nummer kleiner hätte es für eine spannende Story vielleicht auch getan – denkt man zumindest zu Beginn der Geschichte.

Gänzlich unrealistisch ist die Story andererseits auch wieder nicht. Denn zumindest sehr theoretisch wäre ein solches Szenario denkbar. Und man merkt schnell: Der Autor kennt sich in der Kreuzfahrt gut aus. Tatsächlich hat er viele Jahre lange auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet. Das gibt dem Roman einen zusätzlichen Reiz, weil man sich immer wieder überlegt: Wäre das in der Realität so vielleicht wirklich möglich?

Spannung baut Jürgen Neff in seinem Thriller recht geschickt auf. Er flicht reizvolle Neben-Handlungsstränge ein, zeichnet die handelnden Personen recht klar und differenziert, mit schönen wie nervigen Eigenschaften, mit glaubwürdigen Emotionen.

Angenehm ist auch, dass der Kreuzfahrt-erfahrene Autor nicht die vielen Fehler macht und unnötig unrealistischen Szenarien konstruiert, wie man sie in anderen Kreuzfahrt-Krimis häufig findet.

Kreuzfahrt am Abgrund
Kreuzfahrt am Abgrund

Die Beschreibung eines Schiffs ist in Kreuzfahrt-Thrillern und -Krimis immer eine Gratwanderung: Schon der fiktive Schiffsname wirken meist ziemlich albern. Die mehr oder weniger augenzwinkernde Nähe zu einer zumindest für erfahrene Kreuzfahrer erkennbare Reederei ebenso. Jürgen Neff gelingt diese Gratwanderung ziemlich gut. Je weiter man liest, desto klarer wird, um welche Reederei es sich eigentlich nur handeln kann. Der Autor gleitet dabei aber nicht in augenzwinkernde Peinlichkeiten ab, was dem Buch guttut und dem Autor eine gewisse Souveränität verleiht.

Nicht alle Details der Handlung wären in der Realität wohl so durchführbar, aber das Buch will ja auch keine Anleitung für Terroristen sein, sondern Unterhaltung. Und kleine Zweifel bleiben am Ende: ob nicht vielleicht doch, mit viel Planung und Geschick …? Besser nicht darüber nachdenken.

Nur die Motive desjenigen, der hinter der Schiffsentführung steckt, erscheint mir persönlich ein wenig zu konstruiert, sehr monströs. Vielleicht reicht aber auch einfach nur meine eigene Vorstellungskraft für die Abgründe der menschlichen Seele nicht aus. In jeden Fall kann man darüber hinwegsehen, wenn man das Buch als schöne Unterhaltung betrachtet. Und genau als solche habe ich „Kreuzfahrt am Abgrund“ beim Lesen erlebt: als spannende Unterhaltung.

Jürgen Neff: „Kreuzfahrt am Abgrund“

Autor: Jürgen Neff
Verlag: tredition
ISBN: 978-3746980157
476 Seiten
bei Amazon.de als Taschenbuch: 17,99 Euro
(gebunden: 26,99 Euro, Kindle: 5,99 Euro)

Anmerkung*: Der Autor hat uns ein kostenloses Rezensionsexemplar (eBook) des Buchs zur Verfügung gestellt.
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