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Trinkgeld auf Kreuzfahrt-Schiffen: Wie viel ist angemessen?

Trinkgelder auf Kreuzfahrten sorgen bei Passagieren regelmäßig für Unmut – vor allem, wenn Trinkgeld oder so genannte Servicegebühren ungefragt automatisch vom Bordkonto abgebucht werden. Bei einigen Kreuzfahrtgesellschaften sind Trinkgelder bereits im Reisepreis enthalten (AIDA, TUI Cruises, Norwegian Cruise Line, Hurtigruten, Costa*), auf manchen Kreuzfahrtschiffen ist es dem Passagier freigestellt, wem er wie viel gibt (Ponant, Hansa Touristik, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Phoenix).

Bei vielen Anbietern gibt es aber auch konkrete Erwartungen über die Höhe des Trinkgelds (Royal Caribbean, Carnival, Celebrity Cruises, Costa, Cunard Line, Disney Cruise Line, FTI Cruises, Holland America Line, MSC, Princess Cruises, Seacloud Cruises, Star Clippers, Oceania Cruises, Plantours, P&O Cruises, Transocean). Nahezu alle Reedereien bestätigen in ihren Reisebedingungen ausdrücklich, dass das Geld an die Service-Crew weitergegeben wird oder selbiger in anderer Weise zu Gute kommt.

Viele Reedereien schlagen außerdem eine automatische und nicht stornierbare Service-Gebühr auf alle Rechnungen für Getränke von der Bar auf, typischerweise zwischen 7 und 18 Prozent. Zusätzliches Trinkgeld wird dann nicht mehr erwartet, der gute Bar-Kellner freut sich aber dennoch über ein, zwei Dollar oder Euro, am liebsten als Bargeld direkt auf die Hand.

Wir haben die erwarteten Trinkgelder sowie automatisch abgebuchten Service-Entgelte der Kreuzfahrt-Gesellschaften zusammengestellt und zeigen, wo es sich um echte Trinkgelder handelt und wo der Verdacht nahe liegt, dass es sich wohl eher um verdeckte Reisepreis-Erhöhungen handelt. Zu letzterem Aspekt haben wir übrigens noch einen weiteren Beitrag für Sie: „Zwangstrinkgeld – ein Ärgernis mit langer Geschichte“.

Zunächst eine kurze Übersichtstabelle der Trinkgelder und Servicegebühren, anschließend die Detail-Erläuterungen zu allen Reedereien.

(Beitrag und Tabelle zuletzt komplett aktualisiert im März 2016)

Trinkgelder und Service-Pauschalen im Überblick

Trinkgelder, Empfehlungen und Servicepauschalen pro Person und Tag, wobei teils niedrigere Sätze für Kinder unterschiedlichen Alters gelten.

ReedereiTrinkgeld / Service-Gebührautomatisches Trinkgeld auf der Bar-Rechnung
AIDA- *-
Azamara Club Cruises- *-
Carnival Cruise Line12 Dollar15%
Carnival Cruise Line (Reisen ab 1.9.2016)12,95 Dollar (Suiten: 13,95 Dollar)15%
Celebrity Cruises (bis 1. Januar 2018)13,50 Dollar (Aqua/Concierge Class: 14 Dollar, Suiten: 17 Dollar)18%
Celebrity Cruises (ab 2. Januar 2018)14,50 Dollar (Aqua/Concierge Class: 15 Dollar, Suiten: 18 Dollar)18%
Celestyal Cruises- *-
Costa (bei Buchung in Deutschland)- *15%
Costa* (bei Buchung außerhalb Deutschlands/Österreichs)10 Euro bzw. 12,50 Dollar15%
Crystal Cruises- *-
Cunard Line11,50 Dollar (Princess Grill/Queens Grill: 13,50 Dollar)15%
Disney Cruise Line12 Dollar15%
FTI Cruises6 Euro-
Hansa Touristik (Ocean Majesty)5-8 Euro-
Hapag-Lloyd Kreuzfahrten**-
Holland America Line13,50 Dollar (Suiten: 15 Dollar)15%
Hurtigruten- *-
Hurtigruten (Expeditionsreisen Fram, Midnatsol)80 NOK (ca. 9 Euro)-
MSCEuropa: 10 Euro
Karibik, Südamerika, Südafrika, Asien: 12,50 Dollar
15%
Norwegian Cruise Line-18%
Oceania Cruises15 Dollar (Suiten: 22 Dollar)18%
Phoenix Reisen (Hochsee)4-5 Euro7%
Plantours (Hamburg)6 Euro10%
P&O Cruises5,00 Pfund (nicht bei Kindern bis inkl. 11 Jahre)-
Ponant10 Euro-
Poseidon Expeditions16 Dollar-
Princess Cruises 13,50 Dollar, Minisuiten/Club Class 14,50 Dollar, Suiten 15,50 Dollar15%
Regent Seven Seas- *-
Royal Caribbean International (bis 1. Januar 2018)13,50 Dollar (Suiten: 16,50 Dollar)18%
Seabourn- *-
Seacloud Cruises14 Euro-
Seadream Yachtclub- *-
Silversea- *-
Star Clippers8 Euro-
Transocean7-10 Euro-
TUI Cruises- *-
Windstar Cruises12 Dollar15%
* im Reisepreis enthalten | ** weder obligatorisch, noch wird eine bestimmte Höhe empfohlen, Trinkgeld für die Crew ist aber trotzdem üblich – mit 8 bis 10 Euro pro Tag liegt man hier nicht falsch. | *** bei Buchung in Deutschland, Österreich, Schweiz im Reisepreis enthalten | **** ab Winterkatalog 2017/18 im Reisepreis enthalten bei Buchung, Details siehe unten

Trinkgeld und Kinder: Hier muss man davon ausgehen, dass die empfohlenen oder erwarteten Trinkgelder auch für mitreisende Kinder gelten. Ausnahmen sind Costa und MSC, wo von Kindern unter 14 teils keine Trinkgelder und zwischen 14 und 17 reduzierte Beträge erwartet werden; bei NCL zahlen Kinder unter drei Jahre keine Trinkgelder, bei Carnival fällt das Trinkgeld nicht an für Kinder unter zwei Jahren.

Trinkgeld im Reisepreis enthalten: AIDA, TUI Cruises, Norwegian Cruise Line, Hurtigruten, Azamara, Seabourn, Seadream, Silversea, Regent Seven Seas, Crystal Cruises, Costa*

Auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen ist das Trinkgeld laut Reisebedingungen im Reisepreis inbegriffen. Am Ende der Kreuzfahrt steht aber eine Sammelbox für Trinkgelder bereit.

Der Reisepreis bei TUI Cruises beinhaltet ausdrücklich die Trinkgelder, separate Trinkgelder werden demnach nicht erwartet. Zur Verwendung freiwillig gegebener Trinkgelder schreibt TUI Cruises „Was macht die Mein-Schiff-Crew mit dem Trinkgeld?“.

Hurtigruten formuliert eindeutig. Für die Postschiff-Route und die Küsten-Routen der Nordstjernen gilt: „An Bord sind Trinkgelder kein Muss“, mit dem Nachsatz, dass es den Passagieren frei steht, bei besonderer Zufriedenheit individuelle Trinkgelder zu geben. Auf den Expeditionsreisen der Fram und Midnatsol werden dagegen 80 NOK (ca. 9 Euro) pro Passagier und Tag als Trinkgeld empfohlen.

Crystal Cruises hat im Frühjahr 2012 auf ein All-inclusive-Konzept umgestellt, bei dem auch sämtliche Trinkgelder im Reisepreis bereits enthalten sind. Zuvor galt eine Trinkgeld-Empfehlung von 13 Dollar pro Tag und Passagier.

Norwegian Cruise Line hat am 1. Januar 2016 für den deutschsprachigen Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz) ein neues „Premium All Inclusive“-Konzept gestartet, in dessen Rahmen neben Getränken auch die Trinkgelder für die Crew bereits im Reisepreis enthalten sind. Seit 4. April 2017 an gilt das auch für die bis dahin ausgenommene Pride of America. – Bei Buchung in einem anderen Land gelten folgende Trinkgeld-Empfehlungen: 13,99 Euro bis einschließlich Mini Suite beziehungsweise 16,99 Euro für Suite/The Haven. In Hawaii fallen zusätzliche 4,275 Prozent Gebühren an. Auf der Norwegian Sky gelten die Beträge 18,99 Euro bis einschließlich Mini Suite beziehungsweise 21,99 Suite/The Haven. Das Trinkgeld wird laut Norwegian auf die Crew aufgeteilt.
Für Spezial-Services, beispielsweise Concierge- und Butler-Service, wird ein angemessenes Trinkgeld nahegelegt. Für Spa- und Schönheitspflege werden 18 % Trinkgeld automatisch auf die Rechnung gesetzt, extra zu bezahlende Getränke und Dining-Pakete werden mit zusätzlichen 20 Prozent belastet – Das gilt auch für Buchungen in Deutschland, Österreich und Schweiz für alles, was nicht im „Premium All Inclusive“-Paket enthalten ist.

Costa: Bei Costa ist das Trinkgeld für Kunden aus Deutschland und Österreich (nicht aber Schweiz) seit dem Winterkatalog 2016/17 beziehungsweise seit 27. März 2017 (Österreich) freiwillig. In der Tarif-Kategorie „FlexPreis“ und bei Gruppen-Buchungen ist das Trinkgeld für deutsche Kunden seit 10. März 2017 im Reisepreis inklusive, bei allen anderen Buchungskategorien ab dem Winterkatalog 2017/18.

Costa (für Kunden, die nicht nach deutschem oder österreichischem Recht buchen): Auf den meisten Reisen gilt ein Satz von 10,00 Euro. In der Karibik ab Miami, Südamerika, Transatlantik ab Südamerika sowie Asien: 12,50 Dollar. Kinder zahlen dann unter 4 Jahren kein Serviceentgelt, zwischen 4 und 14 Jahren wird in allen Fahrgebieten die Hälfte des vollen Betrags berechnet. Zur Verwendung des Trinkgeldes schreibt Costa: „Das Serviceentgelt wird vom Unternehmen als Anreiz für die Mitarbeiter genutzt, die Qualität der auf den Costa Schiffen angebotenen Service-Leistungen kontinuierlich zu verbessern.“ Es wird nicht mehr ausdrücklich formuliert, dass das Geld der Crew zu Gute kommt. Das Serviceentgelt komme aber auch „weiter den Servicemitarbeitern zugute“, wie uns Costa auf Anfrage versicherte.

Trinkgeld freigestellt: Hansa Touristik, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Phoenix, Ponant

Bei Ponant findet man offiziell keine Trinkgeldempfehlung, üblich scheint aber ein Betrag von 10 Euro pro Nacht und Passagier zu sein.

Hansa Touristik gibt für Trinkgelder auf der Ocean Majesty eine Empfehlung von 5 bis 8 Euro pro Person und Tag, die aber nicht obligatorisch sind.

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten erklärt Trinkgelder für nicht obligatorisch und stellt die „Anerkennung besonders guter Leistung jedem Gast frei“. Trinkgeld ist auf den Schiffen aber trotzdem üblich und wird gerne gesehen.

Die Trinkgeld-Empfehlungen für die Phoenix-Schiffe Albatros, Amadea und Artania fallen ebenfalls recht günstig aus. Als Richtlinie werden 4-5 Euro pro Tag und Passagier genannt. Phoenix Reisen schlägt übrigens nur 7 Prozent Servicegebühr auf Bar-Rechnungen auf, im Gegensatz zu den sonst fast überall üblichen 15 Prozent.

Empfohlene Trinkgeld-Höhe: Carnival, Celebrity Cruises, Cunard, Disney Cruise Line, Holland America Line, MSC, Oceania Cruises, P&O Cruises, Princess Cruises, Royal Caribbean International, Star Clippers, Windstar, FTI Cruises, Plantours, Transocean, Poseidon Expeditions

Carnival Cruise Lines belastet 12 Dollar Trinkgeld pro Person und Nacht automatisch dem Bordkonto, Pasagiere können aber jederzeit auch nachträglich Anpassungen vornehmen. (Aufteilung des Trinkgelds: 6,10 Dollar für den Service im Hauptrestaurant, 3,90 Dollar für den Kabinenservice, 2 Dollar für den übrigen Bereich inkl. Entertainer, Küche, Rezeption u.a.). Für Kreuzfahrten ab 1.9.2016 gelten höhere beträge: 12,95 Dollar (Suiten 13,95 Dollar). Ausgenommen sind Kinder unter zwei Jahre.

Celebrity Cruises erwartet Trinkgelder („Payment & Gratuities“) in Höhe von 12,95 Dollar pro Tag und Person in Standardkabinen, 13,45 Dollar in der Concierge Class und Aqua Class sowie 16,45 Dollar in den Suiten. (ab 1. Juli 2016: 13,50 Dollar, Aqua/Concierge Class: 14 Dollar, Suiten: 17 Dollar) Das Trinkgeld setzt sich aus Einzelbeträgen jeweils für Kellner, Hilfskellner, Dining Room Management, Kabinen-Steward sowie einem allgemeinen Service-Pool zusammen. Letzterer wird unter dem übrigen Service-Personal aufgeteilt. Das Trinkgeld wird automatisch dem Bordkonto belastet, der Passagier hat aber jederzeit die Möglichkeit, die Höhe der Trinkgelder nach oben oder unten anzupassen. Bei der Option „Celebrity Select Dining“ wird das Trinkgeld bereits zusammen mit dem Reisepreis fällig, da der Gast an Bord wechselnde Kellner hat. (wurde inzwischen geändert, Vorauszahlung nicht mehr Pflicht)

Cunard Line stellt klar, dass die Zahlung der empfohlenen Trinkgelder freiwillig ist und vor Ende der Reise reduziert oder auch ganz gestrichen werden können. Die empfohlenen Trinkgelder betragen 11,50 Dollar (Queen Mary 2 in den Kategorien D8-AA, Queen Victoria in den Kategorien D8-A1) und 13,50 Dollar in den anderen Kabinen-Kategorien.

Disney Cruise Line erwartet Trinkgelder in konkreter Höhe, die automatisch dem Bordkonto belastet werden, aber vom Passagier nachträglich angepasst werden können. Auf einer 7-Nächte-Kreuzfahrt empfiehlt Disney Cruise Line insgesamt 84 Dollar (entspricht 12 Dollar pro Tag und Passagier), das sich wie folgt aufteilt: 28 $ für Kellner, 21 Dollar für Hilfskellner, 7 $ für Oberkellner und 28 $ für Kabinen-Stewards.

FTI Cruises (FTI Berlin) hält 6 Euro pro Passagier und Nacht für angemessen und bucht diesen Betrag auch gleich automatisch vom Bordkonto ab. Allerdings ist es dem Passagier freigestellt, das Trinkgeld in der Endabrechnung nach Belieben anpassen zu lassen.

Holland America Line berechnet anstatt eines Trinkgeldes automatisch eine Hotelgebühr von 13,50 Dollar beziehungsweise für Passagiere in Suiten 15 Dollar (bei Reisen ab 1. Mai 2017, davor 12,50 bzw. 13.50 Dollar; vor 1.12.2015: 11,50 / 12 Dollar). HAL stellt frei, den Betrag anzupassen, wenn die Service-Qualität die Erwartungen übertrifft oder enttäuscht. Das Geld wird laut Holland America komplett als Trinkgeld an die Crew ausgezahlt.

Zum April 2014 hat MSC seine Trinkgeld-Regelung deutlich geändert: Statt des bisher obligatorischen Serviceentgelts gibt MSC nun lediglich Trinkgeld-Empfehlungen ab, das Trinkgeld ist freiwillig und ist von Reisedauer und Fahrtgebiet abhängig. Bei Mittelmeer- und Nordeuropa-Kreuzfahrten liegt die Trinkgeld-Empfehlung bei 10 Euro, in der Karibik sowie bei Südafrika- und Südamerika-Kreuzfahrten werden 12,50 Dollar empfohlen. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte, lediglich unter 2 Jahren gar nichts.

Oceania Cruises stellt Trinkgeld frei, empfiehlt dann aber doch konkrete 15 Dollar pro Passagier und Nacht und bucht diesen Betrag, der sich nachträglich anpassen lässt, direkt vom Bordkonto ab. Für Suiten fallen zusätzlich 7 Dollar an. Bei der Bar-Rechnung schlägt Oceania Cruises 18 Prozent Serviceentgelt auf.

Princess Cruises nennt das Trinkgeld bei seinem herkömmlichen Namen „Gratuity“ und verlangt von 15. Dezember 2016 an 13,50 Dollar, in Minisuiten 14,50 Dollar und in Suiten 15,50 Dollar. Die Gebühr wird als „discretionary“ bezeichnet, ist also anpassbar. Auch bei Princess kommt dieses Trinkgeld ausdrücklich der Crew zu Gute.

P&O Cruises belastet das Bordkonto automatisch mit 3,50 britischen Pfund (ab Mai 2015: 5 Pfund) pro Passagier und Nacht, ausgenommen sind Kinder bis einschließlich 11 Jahren. Passagiere können die Trinkgeldhöhe aber an der Rezeption ihren Wünschen entsprechend anpassen lassen. Auf Weltreisen sind Trinkgelder meist im Reisepreis inklusive, dies wird gegebenenfalls bei der Buchung angegeben.

Plantours (Hamburg) empfiehlt 6 Euro pro Passagier und Nacht und bittet darum, dass der Betrag vom Bordkonto abgebucht wird. Das Trinkgeld wird dann intern an die Service-Crew verteilt.

Bei Poseidon Expeditions ist das Trinkgeld freiwillig, entsprechend wird es nicht automatisch vom Bordkonto abgebucht. Als Orientierung gibt die Reederei aber eine Empfehlung von 17 Dollar pro Passagier und Tag.

Royal Caribbean International bucht das empfohlene Trinkgeld automatisch vom Bordkonto ab. Passagieren steht aber frei, den Betrag zu verändern, wenn sie mit dem Service nicht zufrieden sein sollten. Das Trinkgeld beläuft sich bei Royal Caribbean auf 13,50 Dollar pro Tag und Person (Suiten: 16,50 Dollar). Das Trinkgeld wird laut RCI auf die Service-Crew aufgeteilt: Kellner, Hilfskellner, Oberkellner, Suiten- beziehungsweise Kabinensteward und Housekeeping-Personal.

Star Clippers empfiehlt ein Trinkgeld von 8 Euro pro Nacht und Passagier (3 Dollar für den Cabin Steward, 5 Dollar für den Kellner), das am Ende der Reise per Kuvert beziehungsweise bar oder per Kreditkarte beim Zahlmeister entrichtet werden kann.

Auf der Astor von Transocean können über eine Trinkgeldbox an der Rezeption oder das Bordkonto bezahlt werden. Empfohlen werden 7 bis 10 Euro pro Passagier und Nacht.

Service-Pauschale stornieren

In Foren wird immer häufiger berichtet, dass von Schiff zu Schiff und von Fahrt zu Fahrt sehr unterschiedlich gehandhabt wird, wann und wie man pauschale Service-Entgelte stornieren oder reduzieren kann. Zwar sind die Regelungen bei den Kreuzfahrt-Gesellschaften in den Reisebedingungen oder AGB recht eindeutig (siehe oben), was aber vor Ort offenbar gerne einmal ignoriert wird. Wer die Trinkgeld- und Servicepauschalen-Regelungen der jeweiligen Kreuzfahrtgesellschaft genau kennt, hat hier deutlich bessere Argumente.

Trinkgelder an der Bar

Bei Getränkebestellungen an der Bar oder für nicht im Reisepreis eingeschlossene Getränke beim Essen (Wein, Bier, Soft-Drinks) sollte immer an ein angemessenes Trinkgeld für den jeweiligen Bar-Steward gedacht werden. Bar-Stewards sind meist in besonderem Maße von Trinkgeldern abhängig und haben ein sehr geringes Grundgehalt. Auf vielen, vor allem den amerikanischen Kreuzfahrtschiffen wird der Bar-Rechnung automatisch zwischen 15 und 18 Prozent Tringeld zugeschlagen – der in den USA übliche Satz. In diesem Fall ist kein zusätzliches Trinkgeld nötig, auch wenn die Rechnung für zusätzliches Trinkgeld eine eigene Zeile aufweist. Bei besonders gutem und schnellem Service spricht natürlich trotzdem nichts gegen eine Extra-Aufmerksamkeit. Der Bar-Steward wird es in den darauf folgenden Tagen danken.

Fairness gegenüber der Crew

Bei aller durchaus berechtigten Diskussion um Trinkgelder und Zwangspauschalen liegt mir eines sehr am Herzen: Wem die Trinkgeld-Politik der jeweiligen Kreuzfahrtgesellschaft nicht gefällt oder wer sich womöglich mangels vorheriger Information durch Reisebüro oder Kreuzfahrtgesellschaft überrumpelt fühlt, sollte sich dafür nicht an den Crew-Mitgliedern rächen – denn die sind auf die Trinkgelder angewiesen, weil sie einen erheblichen Teil ihres ohnehin nicht üppigen Einkommens ausmachen. Es lohnt sich übrigens, dazu auch mal das Interview mit Buch-Autor Brian David Bruns („Cruise Confidential“) zum Thema Gehälter zu lesen.

Der richtige Weg für Protest gegen die jeweilige Trinkgeld-Politik ist, bei der Kreuzfahrtgesellschaft direkt zu protestieren und gegebenenfalls Anbieter zu meiden, deren Trinkgeld- oder Servicegebühr-Politik einem fragwürdig erscheint.

Und wer Trinkgeld wegen schlechten Services kürzen oder streichen will, sollte den Mangel schon aus Fairness sofort anmahnen und um Behebung bitten. Ein Problem eine Woche lang nicht anzusprechen und dann quasi aus Rache das Trinkgeld streichen ist nicht die feine Art.