Warum nutzen Kreuzfahrtschiffe im Hafen keinen Landstrom?

„Landstrom“ (englisch: „cold ironing“) lautet oft eine Forderung zur Reduzierung von Schiffsabgasen im Hafen. Gemeint ist damit, dass die ohnehin auf elektrischer Energie basierende System der Kreuzfahrtschiffe mit Strom aus Kraftwerken an Land zu versorgen und während dieser Zeit die Motoren der Schiffe abzustellen. Gelegentlich geschieht das auch, aber doch sehr selten.

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Meist scheitert es am Geld: Ein großes Kreuzfahrtschiff kann man logischerweise nicht einfach an eine herkömmliche Steckdose anschließen. Die für Landstrom nötigen Anlagen bedeuten für einen Hafen eine Investitionen von mindestens einer Million Euro. Hinzu kommt, dass der Strom von Landseite teurer ist als die Energieproduktion in den Generatoren an Bord der Schiffe. Deshalb gibt es weltweit nur in sehr wenigen Häfen überhaupt Landstrom-Einrichtungen – beispielsweise am Cruise Terminal in Hamburg-Altona.

Ebenfalls problematisch: Ob Landstrom der Umwelt nützt, hängt vom Energiemix ab, den das Schiff von Land beziehen würde. Stammt die Energie beispielsweise aus Kohlekraftwerken, ist die Umweltbilanz der schiffseigenen Energieproduktion günstiger.

Zweifelsfrei wichtigster Vorteil des Landstroms: Die Abgase aus der Energieproduktion werden nicht direkt im Hafen emittiert, also zumeist in der Innenstadt oder in Stadtnähe. Stattdessen stehen Kraftwerke an Land eher abseits von Siedlungen, sodass die gesundheitliche Belastung für Menschen geringer ausfällt.

Alle Details zu diesem Thema haben wir im Beitrag „Landstrom gegen Abgase von Kreuzfahrtschiffen“ zusammengefasst.

Dort beschäftigen wir uns auch mit der interessanten Variante der Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hafen per schwimmendem Gaskraftwerk, so genannten Power Barges, wie sie in Hamburg verfügbar sind.

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