Was tut die Kreuzfahrt für den Klimaschutz?

Die Kreuzfahrt hat zwar nur einen sehr kleinen Anteil an den globalen CO2-Emissionen, muss sich dieser Verantwortung aber dennoch stellen – nicht nur, weil sie bei Umweltschutzfragen ganz generell im Fokus der öffentlichen Kritik steht. Allerdings ist Kreuzfahrt, ebenso wie die gesamte Schifffahrt, abhängig von der Verfügbarkeit CO2-armer oder klimaneutraler Kraftstoffe und Antriebstechniken.

Die zivile Schifffahrt hatte 2018 laut der aktuellsten, vierten Greenhouse Gas Study der UN-Organisation IMO einen Anteil von 2,89 Prozent am von Menschen verursachten Treibhausgas-Ausstoß. Kreuzfahrtschiffe machen weniger als ein Prozent dieser Schiffe aus, haben aber durch ihren Hotelbetrieb einen höheren CO2-Ausstoß.

Die globale Schifffahrt wächst schnell, während der CO2-Ausstoß in anderen Sektoren tendenziell sinkt. Die Schifffahrt steht daher besonders unter Druck, die Emission von Treibhausgasen zu senken.

Als einer von wenigen Sektoren ist die Schifffahrt, und damit auch die Kreuzfahrten, nicht vom Pariser Klimaabkommen erfasst. Die für die Schifffahrt zuständige UN-Organisation IMO hat als Mindestziel für die Schifffahrt eine Halbierung des CO2-Ausstoßes (absolute Gesamtmenge) bis 2050 im Vergleich zum Referenzjahr 2008 definiert.

Doch selbst Reedereien fordern Regularien und Maßnahmen, die weit darüber hinaus gehen. Eine Einigung auf internationaler Ebene ist aber langwierig und schwer zu erzielen, jedoch nötig, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Reedereien zu schaffen.

Alleingänge einzelner Reedereien wären aber auch aus technischer Sicht kaum machbar. Denn um CO2-Emissionen zu senken beziehungsweise Klimaneutralität zu erreichen, sind Antriebstechniken abseits von fossilen Kraftstoffen nötig: beispielsweise synthetisch aus klimaneutraler Energie erzeugtes Flüssiggas, Methanol oder Ammoniak, ausreichend leistungsfähige Akkus zum Zwischenspeichern von Energie („Peak Shaving“) und Brennstoffzellen-Technik, die in den Dimensionen großer Schiffe einsatzfähig sind.

All das ist in Entwicklung und teils schon in Erprobung, aber sehr teuer. Und für den Einsatz auf Schiffen, die auf mehrere Jahrzehnte Betrieb ausgelegt sind, ist auch Versorgungssicherheit sowie Regularien und Genehmigungen für die geplanten Kraftstoffe und Antriebstechniken essenziell.

Unser Beitrag „Klimaziele der Kreuzfahrt-Reedereien und CO2-Emissionen der globalen Schifffahrt“ befasst sich ausführlich mit Klimaschutzfragen in der Schifffahrt und zeigt, welches Engagement die einzelnen Kreuzfahrt-Reedereien bei diesem Thema an den Tag legen.

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