Welche Alternativen zu Schweröl als Treibstoff gibt es für Kreuzfahrtschiffe?

Tatsächlich wären Kreuzfahrtschiffe in der Lage, mit dem zumindest deutlich weniger mit Schadstoffen belasteten, so genannten Marinediesel (MGO) zu fahren – und in Schutzzonen und in Häfen tun sie das ja auch teilweise. Allerdings ist dieser Treibstoff deutlich teurer als Schweröl und da Energie bis zur Hälfte der Betriebskosten eines Schiffs ausmachen können, geht es schlicht um sehr viel Geld.

Freiwillig werden die Reedereien also kaum deutlich teureren Treibstoff einsetzen. Strengere, internationale Abgasvorschriften dagegen haben bereits einiges verändert und schaffen insbesondere für alle Reedereien gleiche Voraussetzungen, sodass kein Wettbewerbsnachteil entsteht, was bei freiwilligem Einsatz von teureren Treibstoffen der Fall wäre.

Immer mehr Expeditionskreuzfahrt-Reedereien setzten trotz fehlender Verpflichtung dennoch auf MGO, beispielsweise Ponant, Scenic, Nicko Cruises, Hurtigruten oder ab Juli 2020 Hapag-Lloyd Cruises.

Mittel- und langfristig lautet die Lösung, auf Rohöl basierende Treibstoffe komplett zu verzichten und Schiffe mit Tanks und Generatoren für flüssiges Erdgas (LNG) auszurüsten. Die technischen und regulatorischen Voraussetzungen sind dazu inzwischen gegeben, je nach Fahrtgebiet aktuell noch problematisch ist die Verfügbarkeit von LNG in den Häfen. Viele Reedereien sehen das Thema LNG-Versorgung aber optimistisch und haben erste Kreuzfahrtschiffe mit Energiegewinnung aus LNG in Auftrag gegeben.

AIDAperla und AIDAprima nutzen LNG bereits während der Hafenliegezeiten. Das macht etwa 40 Prozent der Betriebszeit dieser Schiffe aus. Ab Herbst 2018 gehen unter anderem bei AIDA und Costa erste Kreuzfahrtschiffe in Dienst, die generell mit LNG fahren.

Mehr Details zu alternativen Treibstoffen finden Sie im Abschnitt „Fahren alle Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl als Treibstoff?“.

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