Kreuzfahrtschiff, Maske, Covid-19

US-Reedereien lassen die Masken fallen: deutliche Lockerungen bei den Corona-Regeln

US-Kreuzfahrtreedereien lockern ihre Corona-Regeln deutlich und schaffen die Maskenpflicht an Bord weitgehend ab. Zuvor hatte die US-Seuchenschutzbehörde CDC die Reisewarnung für Kreuzfahrten von Stufe 4 aus 3 gesenkt und neue Regeln für die Kreuzfahrt eingeführt.

Der Höhepunkt der Omikron-Welle war in den USA bereits deutlich früher überschritten als in Europa, die Infektionszahlen fallen dort steil ab. Daher hat die CDC ihre ohnehin umstrittene Reisewarnung vor Kreuzfahrten von der höchsten Stufe 4 („very high“ risk) auf die Stufe 3 („high“) abgesenkt.

Zugleich ersetzen neue Corona-Regeln der CDC für die Kreuzfahrt die bisherige „Conditional Sailing Order“, die zum 15. Januar ausgelaufen ist. Die neuen Regeln sind für die Reedereien grundsätzlich freiwillig, jedoch haben sich alle von US-Häfen aus operierende Kreuzfahrt-Reedereien zu den neuen Bedingungen bekannt und zu deren Einhaltung verpflichtet. Aktuell enthält die Liste der CDC 110 Kreuzfahrtschiffe, die den neuen Regeln unterliegen, 30 davon mit Stand 18. Februar 2022 vollständig frei von Covid-19-Fällen. Noch vor einigen Wochen hatte kein einziges Schiff diesen Status „grün“.

In Deutschland und Europa sind dagegen bislang noch keine umfangreicheren Lockerungen der Corona-Regelungen für Kreuzfahrten erkennbar. Teils fassen die Reedereien ihre Regeln sogar noch strenger, wie etwas Plantours für die „Hamburg“, wo nun kein Genesenen-Status mehr akzeptiert wird und die Booster-Impfung Pflicht ist. Die Booster-Pflicht gilt inzwischen auch bei einigen anderen Reedereien, unter anderem bei TUI Cruises, siehe unser Beitrag „Regeln der Kreuzfahrt-Reedereien zur Corona-Impfung“.

Last-Minute-Lockerungen der CDC

Kurzfristige Änderungen hat die CDC an den neuen Regeln vorgenommen, nachdem Reedereien sie teils heftig kritisiert hatten. Die Erleichterungen kamen kurz vor der Deadline am 18. Februar, bis zu der die Reedereien ihre Teilnahme an dem freiwilligen, neuen Programm anmelden mussten.

Einfacher und flexibler hat die CDC beispielsweise die Regelungen zur Quarantäne bei positiv getesteten Passagieren und Crew-Mitgliedern gestaltet. Die Regeln dazu waren in der Originalfassung extrem kompliziert. Insbesondere müssen enge Kontaktpersonen nun nicht mehr automatisch in Quarantäne, sondern können sich – mit Maskenpflicht – frei an Bord bewegen, sofern sie einen täglichen Corona-Test absolvieren und symptomfrei sind. Lediglich die Restaurants bleiben für Kontaktpersonen tabu, das Essen wird ihnen in der Kabine serviert.

Eine weitere Lockerung bezieht sich auf die Berechnung der Impfquote an Bord. Als „highly vaccinated“ gilt ein Schiff, wenn 95 Prozent der Passagiere und Crew geimpft sind. Bei der Berechnung der 95-Prozent-Quote werden Kinder unter fünf Jahren nun aber nicht mehr berücksichtigt. Lediglich Personen, die geimpft werden könnten, es aber nicht sind, gehen jetzt noch in die 95-Prozent Berechnung ein. Relevant ist auch die Klarstellung, dass für die Einstufung des Impfstatus als „up-to-date“ für die Schiffsbewertung als „Vaccination Standard of Excellence“ Booster-Impfungen nur bei Personen berücksichtigt werden, die auch tatsächlich eine Booster-Impfung erhalten können.

Da fast alle Reedereien in den USA eine Impfpflicht haben, zumeist ab einem Alter von zwölf Jahren, bleiben die restlichen fünf Prozent nun also für Passagiere zwischen fünf und elf Jahren sowie bei einigen Reedereien solchen Passagieren, die einen Ausnahmegrund vorweisen können, warum sie nicht geimpft sind. Im Detail unterscheiden sich die Regeln der einzelnen Reedereien bei der Impfpflicht.

Masken-Pflicht entfällt ab 1. März 2022 weitgehend

Weil es die neuen CDC-Regeln erlauben, lassen die Reedereien nun nach und nach die Maskenpflicht an Bord ihrer Schiffe fallen. Stichtag dafür ist bei den meisten der 1. März 2022.

Dort, wo das in den USA aktuell noch praktiziert wird, entfallen die Corona-Tests direkt vor der Einschiffung im Kreuzfahrt-Terminal. Stattdessen müssen Passagiere in den USA nun einen maximal 48 Stunden alten Test (PCR oder Antigen) zur Einschiffung mitbringen, bei Abfahrten in einem Hafen außerhalb der USA darf der Test höchstens drei Tage alt sein.

Allerdings sollte man jeweils einen Blick auf die genauen, aktuellen Regelungen werfen. Denn die Maskenpflicht entfällt nicht überall an Bord und im Detail unterscheiden sich die Regeln von Reederei zu Reederei, selbst bei Marken innerhalb desselben Unternehmens. Wir haben die wesentlichen Regeln einiger großer Reedereien zusammengefasst, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass die Zusammenstellung nicht alle Details enthalten kann, die teils recht differenziert und kompliziert sind.

Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises, Regent Seven Seas Cruises

Norwegian Cruise Line, die von Anfang an mit einer ausnahmslosen 100-Prozent-Impfpflicht gefahren sind, hatten die Maskenpflicht bereits früher abgeschafft, zwischenzeitlich zur Omikron-Welle aber wieder eingeführt. Nun entfällt sie zum 1. März – zumindest in den USA. Allerdings empfiehlt NCL seinen Passagieren weiterhin das Tragen einer Maske in Innenräumen und bei geringem Abstand im Freien, um sich selbst zu schützen.

Gelockert hat NCL auch die Impfpflicht: Kinder unter fünf Jahren dürfen nun auch ungeimpft mitfahren, was NCL zuvor nicht akzeptiert hatte. In Europa gilt das sogar für Kinder unter elf Jahren.

Weiterhin Maske tragen müssen Passagiere in Innenräumen aber bei Kreuzfahrten außerhalb der USA. Insbesondere in Europa gilt die Maskenpflicht vorerst weiterhin, entsprechend den europäischen Regelungen unter anderem der „EU Healthy Gateways“-Empfehlung.

Auch die Corona-Tests direkt vor der Einschiffung im Terminal schafft NCL ab, ebenso auch die Schwesterreedereien Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises. Besonderheit hier: Tests werden zumindest derzeit noch ausschließlich von zertifizierten Teststellen akzeptiert.  Bei testfortravel.com gibt es eine Suchmöglichkeit für entsprechende Testanbieter. Falls sich kein passender Testanbieter findet, können Passagiere notfalls direkt bei der Einschiffung einen Test gegen Gebühr (99 Dollar) machen lassen.

Royal Caribbean International, Celebrity Cruises

Bei Royal Caribbean International fällt die Maskenpflicht bereit ab 15. Februar 2022. In den Bereichen am Schiff, die für ausschließlich geimpfte Passagiere reserviert sind, sind dann keine Masken mehr nötig. In den übrigen Bereichen müssen aber weiterhin von allen Passagieren Maske getragen werden. Ab 25. Februar 2022 entfällt die Maskenpflicht für Geimpfte dann in allen Bereichen des Schiffs. Eine Maskenpflicht gibt es aber weiterhin in den Kinderbereichen des „Adventure Ocean“.

Auch Celebrity Cruises schafft die Maskenpflicht ab 12. Februar ab. Die Maskenpflicht gilt dann nur noch für Ungeimpfte – also ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren. Denn für alle anderen gilt bei Celebrity Cruises Impfpflicht. Auch in manchen Innenbereichen könnte es weiterhin Maskenpflicht geben, etwa im Casino oder Theater.

Carnival Cruise Line

Bei Carnival Cruise Line gilt die Maskenpflicht ab 1. März nur noch in wenigen, derzeit noch nicht näher spezifizierten Bereiche. Gelockert hat CCL auch die Raucherpolitik im Casino: Dort darf nun wieder geraucht und getrunken werden, sofern man sitzt und aktiv mit Spielen beschäftigt ist. Die Casino-Bar bleibt aber noch ein Nichtraucherbereich.

Der obligatorische Corona-Test vor der Kreuzfahrt darf bei Carnival Cruise Line bei Einschiffung maximal zwei Tage alt sein. Wer eine Booster-Impfung vorweisen kann, kann den Test sogar drei Tage vor Abfahrt machen lassen.

Neu ist bei CCL auch, dass jetzt neben vollständiger Impfung auch der Genesenen-Status akzeptiert wird. Allerdings darf die Infektion maximal drei Monate zurückliegen. Genesene (mindestens zehn Tage nach Infektion) müssen nicht einmal einen Corona-Test bei der Einschiffung vorlegen.

Von der Impfpflicht ausgenommen sind bei Carnival Cruise Line auf den Abfahrten in Kalifornien, auf Alaska- und Europa-Reisen Kinder unter zwölf Jahren. Bei den übrigen US-Abfahrten gibt es eng umgrenzte Ausnahmemöglichkeiten von der Impfpflicht für Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene.

Lockerungen auch für die Crew

Mit Abklingen der Omikron-Welle gibt es auch wider Erleichterungen für die Crew von Kreuzfahrtschiffen. Teils wird die Dauer der Quarantäne für neu aufgestiegene Crew-Mitglieder verkürzt. Landgänge beispielsweise auf den Privatinseln der Bahamas und Karibik und mit gewissen Beschränkungen sogar in US-Häfen sind für Crew wieder erlaubt. Und auch zeitweise Einschränkungen in den Crew-Bereichen wie geschlossene Fitness-Studios und Crew-Bars werden nach und nach wieder aufgehoben.

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