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Kreuzfahrtschiffe im Port of Miami

USA-Neustart rückt näher, Gesundheitsbehörde CDC lockert die Regeln deutlich

Der Neustart der Kreuzfahrt von US-amerikanischen Häfen rückt offenbar deutlich näher. Wie die Tageszeitung USA Today berichtet, will die Gesundheitsbehörde CDC die bislang als kaum umsetzbar betrachteten Regeln für die Kreuzfahrt deutlich lockern. Vielleicht sogar schon im Juli 2021 könnten die ersten Schiffe wieder in See stechen. Zugleich wird es für US-Kreuzfahrten wohl eine Impfpflicht geben.

Die USA Today berichtet von einem Brief der US-Gesundheitsbehörde CDC an die Kreuzfahrt-Industrie vom Mittwoch, 28. April 2021, mit dem einige wichtige Punkte der Conditional Sailing Order (CSO) neu geregelt werden. Die CSO ist das Regelwerk für den Neustart der Kreuzfahrt von US-Häfen aus. Inzwischen haben Reedereien wie Royal Caribbean den Brief in Statements bestätigt.

Insbesondere entfällt dem Brief zufolge die Pflicht zu mehreren Test-Kreuzfahrten vor dem eigentlichen Neustart, wenn für die regulären Passagierfahrten mindestens 98 Prozent der Crew sowie 95 Prozent der Passagiere vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Zudem verkürzt sich der Prüfzeitraum für solche Test-Kreuzfahrten – und mutmaßlich auch für den Antrag auf Befreiung davon – von bisher 60 auf nur noch fünf Tage.

Geimpfte Passagiere müssten demnach dann auch kein negatives PCR-Testergebnis mehr bei der Einschiffung vorliegen. Ein Antigen-Schnelltest direkt bei der Einschiffung würde genügen. Da die aufwendigen Test-Kreuzfahrten nur mit geimpften Passagieren vermeidbar sind, ist davon auszugehen, dass die US-Reedereien zumindest für die ersten Monate eine Impfpflicht für ihre Reisen einführen werden. Bei den Reisen außerhalb der USA ist das bereits jetzt im Wesentlichen der Fall.

Weitere Erleichterungen betreffen die sehr detailliert reglementierten Verträge, die Reedereien und Kreuzfahrthäfen in Hinblick auf den Infektionsschutz abschließen müssen. Diese Verträge müssen nur nicht mehr zwingend jeweils zwischen einer Rederei und einem Hafen abgeschlossen werden, sondern dürfen auch übergreifend mit mehreren Häfen geschlossen werden, solange sich alle Vertragsparteien zu den gleichen Maßnahmen verpflichten.

Und auch die Isolations- und Quarantäne-Regeln für den Fall, dass an Bord eines Kreuzfahrtschiffs positive Fälle auftreten sollten, werden wohl deutlich realistischer. Positiv getestete Passagiere dürften demnach beispielsweise im eigenen Auto nach Hause fahren, Flugpassagiere zur Quarantäne in Hotels untergebracht werden.

Anpassung der Regeln an die übrige Freizeit- und Reisebranche in den USA

Insgesamt passt die CDC mit diesen Vereinfachungen ihre Politik dem an, was sie bereits für die gesamte restliche Freizeit- und Reisebranche vorgibt. Zuletzt hatte sich vehementer Widerstand gegen diese Ungleichbehandlung aus der Kreuzfahrtbranche und besonders mit der Kreuzfahrt verbundenen Bundesstaaten wie Florida und Alaska formiert.

Noch sind die neuen Bedingungen lediglich aus dem Bericht der USA Today bekannt. Die Zeitung gibt an, dass ihnen der entsprechende Brief der CDC vorliegt. Sollte sich der Inhalt so bestätigen, würde sich für die Kreuzfahrt-Reedereien in den USA der Zeitrahmen zum Vorbereiten des Neustarts deutlich verkürzen und der administrative Aufwand wesentlich reduzieren.

Um Kreuzfahrten von amerikanischen Häfen aus bereits im Juli wieder aufnehmen zu können, bleibt allerdings dennoch nicht viel Spielraum. Denn in den vergangenen Wochen hatten die Reedereien immer wieder angesprochen, dass allein die technische und personelle Vorbereitung der Kreuzfahrtschiffe bis zum 90 Tage in Anspruch nehme.

Und für den Neustart ohne vorausgehende Test-Kreuzfahrten müssten die Reedereien zudem ausreichend voll geimpfte Crew-Mitglieder rekrutieren, was angesichts niedriger Impfquoten gerade in vielen typischen Herkunftsländern von Kreuzfahrtschiff-Crew keine einfache Aufgabe ist. Zusätzlich erschwert wird die Rekrutierung durch die dramatische Situation in Indien. Royal Caribbean hat bereits verlautbaren lassen, dass derzeit keine Crew-Mitglieder aus Indien eingestellt werden. Dennoch sagte Michael Bayley, CEO von Royal Caribbean International, in einem Kommentar zu dem CDC-Brief, er halte einen Neustart im Juli nun für realistisch.

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