USA verlängern Kreuzfahrt-Verbot für die USA bis 23. Juli

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die „no sail order“ für Kreuzfahrtschiffe um 100 Tage verlängert. Das bedeutet ein faktisches Kreuzfahrt-Verbot mit Anlauf amerikanischer Häfen bis 23. Juli, da die Anordnung am 15. April in Kraft treten soll.

Die neue Anordnung gilt für alle Passagierschiffe mit mindestens 250 Menschen (Passagiere und Crew) und Übernachtungsmöglichkeit an Bord, die unter US-Jurisdiction fallen – einfach formuliert: Kreuzfahrtschiffe, die US-Häfen anlaufen oder sich in amerikanischen Gewässern befinden. Direkt betroffen sind davon vor allem Karibik-Kreuzfahrt, aber auch die Fahrtgebiete an der Westküste, Alaska, Hawaii sowie an der Ostküste Neuengland und Kreuzfahrten zu den Bermudas und Bahamas.

Nicht betroffen sind von der Verlängerung dagegen Reedereien mit sehr kleinen Kreuzfahrtschiffen. Das sind insbesondere Alaska Dream Cruises, American Cruise Lines, Blount, Lindblad Expeditions und Uncruise Adventures.

Die aktuelle Anordnung der CDC (Centers for Disease Control and Prevetion) verlängert die „no sail order“ vom 14. März, in der Kreuzfahrten zunächst für 30 Tage untersagt wurden. Diese Anordnung folgte einen Tag, nachdem zahlreiche US-Reedereien sich bereits eine freiwillige Aussetzung der Kreuzfahrten für 30 Tage auferlegt hatten, die sie erst kürzlich um weitere 30 Tage verlängert hatten.

Update: Ursprünglich hatte die CDC offenbar sogar eine Verlängerung um 120 Tage geplant, war aber von der Regierung angewiesen worden, einen kürzeren Zeitraum zu bestimmen und eine explizite Warnung für mögliche, weitere Verlängerungen aus dem Text der Verordnung zu entfernen.

Ein früherer Neustart als Mitte Juli wäre nach der neuerlichen Anordnung der CDC für Kreuzfahrten ab oder bis US-Häfen nur möglich, wenn der Gesundheitsnotstand in den USA aufgehoben würde oder die CDC ihre Vorschriften vor diesem Termin abschwächen würde.

Über die bisherige Anordnung hinauf verlangt die CDC von den Reedereien außerdem einen sehr umfangreichen Hygiene-Plan zur Verhinderung von Neuinfektionen an Bord der Schiffe. Dieser Plan muss bereits bis zum 16. April vorgelegt werden.

Die CDC betont, dass die Anordnung, sowohl Crew und Passagiere vor der Ansteckung mit Covid-19 schützen soll, als auch die Menschen im Umfeld der jeweiligen Kreuzfahrthäfen.

Clia reagiert ungehalten auf CDC-Anordnung

Ungewöhnlich harsch ist die Reaktion des Interessenverbandes der Kreuzfahrtreedereien Clia auf die neue CDC-Anordnung. Insbesondere die ausführliche Begründung der CDC stößt der Clia offenbar auf. Der Verband weist auf die wirtschaftliche Bedeutung der Kreuzfahrtindustrie für Umsätze und Arbeitsplätze in den USA hin. Vor allem aber weist er den von der CDC erhobenen Vorwurf zurück, Kreuzfahrtschiffe hätten wesentlich zur Verbreitung des Coronavirus in den USA beigetragen. Nur weil die Kreuzfahrtschiffe eine höhere Medienaufmerksamkeit bekommen hätten, dürfe man daraus nicht schließen, dass sie auch stärker an der Verbreitung des Virus’ beteiligt gewesen seien als vergleichbare Einrichtungen an Land, schreibt die Clia in ihrem Statement.

Verschärfte Regeln schon vor neuer „no sail order“

Zuletzt hatten die USA auch die Regeln verschärft, nach denen Passagiere nach Hause fliegen durften. Seitdem dürfen nur noch speziell gecharterte Flugzeuge eingesetzt werden, eine Heimreise in Linienmaschinen ist ebenso wenig zulässig wie eine Unterbringung in einem Hotel. 13 Passagiere der Coral Princess müssen daher an Bord des Kreuzfahrtschiffs bleiben und zusammen mit der Crew eine 14tägige Quarantäne durchhalten.

Derzeit befinden sich laut CDC 20 Kreuzfahrtschiffe in amerikanischen Gewässern vor Anker oder in Häfen, auf denen es Covid-19-Infektionen oder Verdachtsfälle bei Crew-Mitgliedern gebe. Etwa 100 Kreuzfahrtschiffe befänden sich insgesamt noch in den Gewässern an der Ost- und Westküste der USA sowie an der Küste zum Golf von Mexiko. Annähernd 80.000 Crew-Mitglieder seien immer noch an Bord dieser Schiffe.

Die „no sail order“ der CC umfasst das Verbot, Passagiere oder Crew auszuschiffen oder neu auf die Schiffe zu bringen. Lediglich mit der US-Küstenwache abgestimmte und genehmigte Ausnahmen seien möglich. Nahezu jede Aktivität eines Kreuzfahrtschiffs innerhalb amerikanische Gewässer muss mit der Küstenwache abgestimmt werden, beispielsweise auch das Verlegen eines Schiffs zu einem anderen Ankerplatz oder die Ladung von Lebensmittelvorräten.

Die US-Regierung sei aber weiterhin bereit, so ein CDC-Statement, Crew-Mitglieder in medizinischen Notfällen von dem Schiffen zu evakuieren.

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