Roald Amundsen (Bild: Espen Mill / Hurtigruten)

Vier Passagiere und zahlreiche Crewmitglieder der Roald Amundsen positiv auf Covid-19 getestet

Bei Hurtigruten gibt es die ersten Corona-Fälle auf einem Kreuzfahrtschiff im laufenden Passagierbetrieb: Auf der Roald Amundsen wurden zunächst vier Crew-Mitglieder positiv getestet, nach weiteren Tests stieg die Zahl bis Samstagnachmittag bereits auf 36. Auch bei mindestens vier Passagieren wurde Covid-19 festgestellt. Die folgende Reise hat Hurtigruten abgesagt, die Crew wurde isoliert, 384 Passagiere der vorausgegangenen zwei Kreuzfahrten informiert.

Update 3.8.: Hurtigruten setzt als Reaktion auf die Infektionen zunächst alle Expeditionskreuzfahrten aus. Betroffen sind die Roald Amundsen, Spitsbergen und Fridtjof Nansen. Mehr dazu in unserem Beitrag „Hurtigruten pausiert Expeditionskreuzfahrten nach Codiv-19-Fällen auf der Roald Amundsen“.

60 dieser Passagiere der in Tromsö zu Ende gegangenen Spitzbergen-Kreuzfahrt wurden an Land für zu nächst zehn Tage unter Quarantäne gestellt. Die übrigen Passagiere hatten bereits die Heimreise angetreten, bevor der Corona-Ausbruch auf dem Schiff bekannt wurde.

Nach den Corona-Fällen bei AIDA und TUI Cruises bei Crewmitgliedern, die rechtzeitig vor dem Neustart der Schiffe entdeckt wurden, gibt es nun Covid-19-Infektionen unter Crewmitgliedern eines Schiffs, das bereits im Passagierbetrieb im Einsatz war. Auf der Roald Amundsen von Hurtigruten sind mittlerweile 36 Crew-Mitglieder positiv getestet worden. Das Schiff war zuvor auf eine Spitzbergen-Kreuzfahrt – anders als bei den rein deutschen Kreuzfahrten der Fridtjof Nansen ab Hamburg hier auch mit Passagieren aus einigen anderen europäischen Ländern.

Laut norwegischer Medien hat sich inzwischen herausgestellt, dass ein Passagier der vorvorigen Kreuzfahrt der Roald Amundsen mit Covid-19 infiziert war. Ein Test nach seiner Rückkunft ins norwegische Vesteralen hat das offenbar ergeben. Er könnte damit der Auslöser für die Verbreitung des Coronavirus unter der Crew sein. Hurtigruten stellte dagegen laut Stern.de die Vermutung an, das Virus sei über Crew-Mitglieder eingeschleppt worden, die an Bord gekommen, die am 17. und 24. Juli an Bord gekommen waren.

Laut Hurtigruten seien die zunächst vier betroffenen Crew-Mitglieder bereits vor einigen Tagen an Bord der Roald Amundsen isoliert worden, nachdem sie Symptome anderer Krankheiten gezeigt hatten, die nicht mit Covid-19 in Verbindung gestanden hätten. Covid-19 sei bei ihnen dann beim nächsten Routine-Test der Crew festgestellt worden. Zusammen mit den übrigen 156 Crewmitgliedern seien sie am Freitagmorgen, 31. Juli, in Tromsö getestet worden. Die vier positiv getesteten Crew-Mitglieder seien inzwischen in einem Krankenhaus an Land. Weitere Tests haben laut norwegischen Medien 32 weitere Covid-19-infizierte Crew-Mitglieder entdeckt.

Update: Am 2. August gab Hurtigruten bekannt, das auch vier Passagiere der Roal Amundsen positiv auf Covid-19 getestet wurden. Inzwischen spricht Hurtigruten von „mehreren“ infizierten Passagiern.

Hurtigruten schreibt in einem Statement, dass alle 160 Crew-Mitglieder der Roald Amundsen isoliert seien und getestet würden. Die 117 Passagiere der vorausgegangenen Kreuzfahrt würden kontaktiert, damit sie sich gegebenenfalls zu Hause in häusliche Quarantäne begeben und testen lassen können. Auch die Passagiere der vorvorigen Reise wurden nun informiert.

Die Spitzbergen-Kreuzfahrt, zu der die Roald Amundsen am Freitagnachmittag hätte aufbrechen sollen, wurde kurzfristig abgesagt. Bis September werde das Schiff laut Hurtigruten keine weiteren Kreuzfahrten unternehmen.

Infektionsschutz-Maßnahmen bei Hurtigruten

Auf den Hurtigruten-Schiffen gelten im Wesentlichen die Infektionsschutzregeln Norwegens. Entsprechend gab es auf der Roald Amundsen keine Maskenpflicht in den Innenräumen des Schiffs. Mund-Nasen-Schutz war also lediglich optional. Crew-Mitglieder aus Nicht-EU-Staaten müssen laut Hurtigruten-Website zwei negative Covid-19-Tests durchlaufen, bevor sie ihr Heimatland in Richtung Schiff verlassen dürfen. Alle Crew-Mitglieder, die nicht aus Norwegen kommen, müssen demnach vor dem Boarding auch eine Quarantäne durchlaufen.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt dagegen, dass Crew-Mitglieder zwar in ihren Heimatländern vor dem Abflug ein negatives Testergebnis durchlaufen mussten, nicht aber erneut nach Ankunft am Schiff. Auch habe es keine Quarantäne-Phase für die Crew gegeben. Hurtigruten hat das gegenüber cruisetricks.de inzwischen bestätigt.

Inzwischen muss sich Hurtigruten den Vorwurf gefallen lassen, nicht adäquat auf Anweisungen der norwegischen Gesundheitsbehörden reagiert zu haben. Bereits am Mittwoch habe es von dort die Anweisung gegeben, die Passagiere der aktuellen Reise über das positive Testergebnis bei einem Passagier der vorhergehenden Reise zu informieren. Hurtigruten dagegen sage, man habe diese Anweisung am Mittwoch noch nicht vorliegen gehabt und sich an Bord der Roald Amundsen an der Einschätzung des eigenen, medizinischen Personals orientiert.

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