Fotografieren auf Kreuzfahrt: Software-Tipps

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In Teil 1 haben wir über unsere Erfahrungen und Tipps zum Fotografieren auf Kreuzfahrtschiffen berichtet, jetzt widmen wir uns noch der Nachbearbeitung am PC. Mein Ziel ist es inzwischen, schon beim Fotografieren am Schiff selbst möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen, damit wenig Nacharbeit am PC nötig ist. Das spart – vor allem bei durchschnittlich 1.000 bis 1.500 Bildern pro Kreuzfahrt – ungemein Zeit und Nerven. Trotzdem geht’s nicht ohne Nacharbeit. Dafür setzt ich inzwischen weitgehend auf Automatisierung, was vor allem dank eines einzigen Tools hervorragende Ergebnisse liefert: DxO Optics Pro. Saß ich früher zwei oder drei Tage an der Aufbereitung der Bilder einer einzigen Kreuzfahrt für meine Web-Bildergalerien, brauche ich mit der Software nur noch rund zwei Stunden, um die Bilder für die automatische Optimierung vorzubereiten. Den Rest erledigt die Software über Nacht ohne mein Zutun von selbst.

Wundermittel: DxO Optics Pro

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Mein Geheimtipp ist dafür vor allem die schon angesprochene Spezialsoftware DxO Optics Essentials (99 Euro) oder die Elite-Version für 159 Euro, was ein fairer Preis ist für das, was das Tool leistet. Nämlich: Vollautomatische Korrektur von hunderten von Bildern gleichzeitig. Die Software berücksichtigt dabei Spezifikationen von Kamera und Objektiv und führt viele Aktionen wie Entzerrung und Belichtungskorrekturen automatisch aus. Trotzdem kann man manuell für jedes einzelne Bild individuelle Einstellungen wählen, soweit nötig, die dann zusätzlich zum Automatismus ausgeführt werden.

Nahezu schon genial ist „One Shot HDR“: Mit dieser Funktion entwickelt DxO aus den RAW-Daten einer Aufnahme ein realistisch wirkendes HDR-Foto, das in allen Bildbereichen korrekt belichtet ist. Gerade für die extremen Kontraste bei Innenaufnahmen auf Kreuzfahrtschiffen ist diese Funktion Gold wert, vor allem auch für Fotos, bei denen man doch erst wieder hinterher merkt, dass sie eigentlich falsch belichtet sind.

Was mich aber am meisten fasziniert: Die automatische Belichtungs- und Optimierungsfunktion wendet DxO partiell an. Das heißt, sowohl der (zu) helle als auch der (zu) dunkle Bereich eines Bildes wird quasi unabhängig voneinander optimiert. Andere Bildbearbeitungssoftware kann dagegen immer nur alles heller oder alles dunkler machen, was zur Behebung von Kontrast-Problemen in unserem Fall überhaupt nicht weiterhilft.

Und viele weitere Funktionen habe ich wahrscheinlich selbst noch gar nicht entdeckt. DxO Optics Pro ist meine absolute Empfehlung. Noch nie habe ich für Software so gerne Geld ausgegeben wie für dieses Tool.

Erwähnt werden soll aber auch Adobe Lightroom (130 Euro), das ähnliche Features hat. Allerdings habe ich mit dieser Software noch nicht ausführlich gearbeitet, kann also nicht beurteilen, wie gut sie sich für die hier beschriebenen Aufgaben wirklich eignet.

Alleskönner: Adobe Photoshop

Ich denke, zu Adobe Photoshop CS muss man nicht viel sagen. Es ist eine Profi-Software, die einfach alles kann, was man braucht, aber für den Hobbyfotografen leider auch nicht ganz billig ist. Aber auch die deutlich günstigere, einfachere Variante “Photoshop Elements” reicht für unsere Zwecke aus, da sie ebenfalls RAW-Dateien verarbeiten kann.

Ich benutze Photoshop häufig zum Korrigieren von Verkrümmungen und Verzerrungen, wenn ich nur mal schnell ein einzelnes Bild korrigieren muss und DxO nicht anschmeißen will. Sehr hilfreich ist Photoshop natürlich immer dann, wenn bedienerfreundliche und schnell anzuwendende Funktionen zur Retusche gefragt sind – also beispielsweise einen Strommasten im Vordergrund entfernen oder Staubflecken spurlos verschwinden lassen (wenn man mal wieder die Objektivlinse nicht richtig geputzt hatte).

Ansonsten – ich gebe es zu – hübsche ich mit Photoshop auch mal ein Schiffsbild auf, wenn das Wetter allzu schlecht war und der Himmel allzu trübe grau-in-grau aussieht. Ein wenig Manipulation erlaube ich mir auch dann, wenn sich ein Objekt im Vordergrund zu wenig vom ebenfalls scharf abgebildeten Hintergrund abhebt. Nachträgliche Unschärfe für den Hintergrund hilft da. Und ja, ich weiß: Solche Probleme vermeidet man, in dem man schon beim Fotografieren gleich auf die Tiefenschärfe achtet. Aber wenn man bei einer 3-stündigen Schiffsbesichtigung 700 Bilder schießt, bleibt dafür vor Ort oft einfach keine Zeit, und dann muss man diese Fehler eben durch Nacharbeit am PC büßen.

Manuelles nachschärfen von Bildern kann Photoshop besser als DxO und vor allem auch das Verkleinern und als optimiertes JPEG fürs Web abspeichern macht Photoshop über die „Für Web und Geräte speichern“-Funktion unschlagbar gut. Da kann DxO (leider) nicht mithalten. Gut, dass man auch das Nachschärfen, Verkleinern und Abspeichern in Photoshop über Makros automatisieren kann.

Die größte Herausforderung bei Photoshop ist: Man muss unbedingt das Handbuch lesen. Denn sonst verpasst man beeindruckende und zeitsparende, neue Funktionen, die in jeder Version hinzukommen und müht sich mit Handarbeit ab, wo es längst geniale Automatik- oder Halbautomatik-Features gibt.

Panorama: Microsoft ICE

Den Microsoft Image Composite Editor (ICE) habe ich ja schon angesprochen – unkompliziert, schnell und kostenlos. Für komplexe Panoramen eignet sich das Tool meiner Erfahrung nach nicht. Aber zum Zusammenfügen von zwei oder drei Bildern, die man überlappend fotografiert hat, ist es beinahe schon die optimale Lösung. Ein Beispiel zeigt am besten, wie’s geht: Ich hatte die Carnival Magic im Hafen von Neapel vor der Linse. Blöderweise stand ein LKW im Weg, sodass ich näher ran musste und das Weitwinkelobjektiv nicht mehr das ganze Schiff erfasst hat. Also schnell zwei Fotos mit einem kleinen Schwenk dazwischen geschossen und zu Hause mit ICE zusammengefügt.

Die beiden ursprünglichen Bilder:

Und das Ergebnis nach Fusion mit Microsoft ICE:

Wichtig beim Fotografieren ist dabei nur, genügend Luft rund um das Objekt zu lassen, weil man aus der Hand nie so präzise schwenken kann, dass hinterher beim Zusammenfügen nicht Bildteile am Rand verloren gehen. Also immer am Rand der Teilbilder noch etwas Abstand zum eigentlichen Objekt lassen für den späteren Beschnitt.

Automatisierte Ordnung: File Renamer Basic

Nicht direkt für die Bildbearbeitung, aber doch sehr nützlich ist ein weiteres Tools, das ich regelmäßig benutze: File Renamer Basic. Der File Renamer hilft mir dabei, den fertigen Bilddateien weitgehend automatisch aussagekräftige Dateinamen zu verpassen, was sowohl für mich selbst wichtig ist, um später zu wissen, was auf dem Bild eigentlich zu sehen ist – wer weiß schon zwei Jahre später noch, ob das Bild nun aus dem Restaurant auf Deck 5 oder doch aus dem von Deck 7 stammt? Aber es ist fürs Web auch wichtig, dass Google anhand des Dateinamens zumindest einen Hinweis darauf bekommt, was das Bild eigentlich zeigt. Mein Tipp: Den ursprünglichen Dateinamen, meist eine Nummernfolge, beibehalten und nur vorne etwas Text anhängen. Dann findet man nämlich später auch die Originaldatei später leicht wieder. Meine Web-Bilder haben daher Namen nach dem Schema: ms-europa-restaurant-dieter-mueller-img5940.jpg.

Anmerkung: Adobe Photoshop haben wir vom Hersteller (nicht speziell für diesen Beitrag) kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. DxO Optics Pro haben wir dagegen ganz regulär gekauft. Microsoft ICE und File Renamer Basic sind ohnehin kostenlos.

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5 Kommentare zu Fotografieren auf Kreuzfahrt: Software-Tipps

  1. sarion on Juli 11, 2011 at 10:41 am

    http://www.gimp.org/
    (fast) identisch mit Adobe Photoshop,dafür aber gratis.

  2. Franz Neumeier on Juli 11, 2011 at 10:48 am

    Stimmt, Gimp ist gute Software. Ich persönlich komme mit Photoshop allerdings deutlich besser zurecht und der Funktionsumfang ist um einiges größer (was natürlch nur ein Vorteil ist, soweit man diese Funktionen auch braucht). Aber das ist vermutlich auch viel Geschmacks- und Gewohnheitssache ;-)

  3. Peter on Juli 11, 2011 at 10:42 pm

    ich hab schon einiges an Panoramasoftware hinter mir
    war aber mit vielen nicht zufrieden, gerade im Bereich der Übergänge wo auch mal unterschiedliche Belichtungen zum tragen kommen.
    Ich benutze jetzt immer die Panoramafunktion von Zoner Photo Studio in der kostenlosen Version, die reicht für meine Belange völlig. http://www.zoner.com/de-de

    Hab hier ein paar Beispielbilders abgelegt:
    (alles ohne Stativ)

    Bitte bis zur fast Originalgrösse durchklicken

  4. Rainer.Schmidt on August 17, 2011 at 9:57 pm

    Ich nehme meist ein kleines Notebook mit. Bildbearbeitung dann (für nicht so versierte) in Picasa (nur ein paar Mausklicks um alle Bilder zu optimieren).
    Der Vorteil des Vor-Ort machens:
    Ich kann die eigenen Urlaubsfotos als Postkarte verschicken. Einfach per W-LAN im Hafen übertragen und über
    grusskarten-bestellen.de verschicken.
    Die Postkarten sind schon binnen 2 Tagen bei den Adressaten in Deutschland.
    Meine Bekannten freuen sich über die originellen Postkarten.

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