Packtipps: Was gehört für eine Kreuzfahrt in den Koffer?
Eine Woche auf dem Kreuzfahrtschiff, kein Supermarkt in der Nähe – da ist es besonders wichtig, beim Packen nichts zu vergessen. Cruisetricks.de zusammengestellt, was man auf eine Kreuzfahrt unbedingt mitnehmen sollte – und zusätzlich noch ein paar “MacGyver”-Spezialtipps, die den Urlaub selbst in außergewöhnlichen Situationen noch retten können.
Wir wollen nicht auflisten, was man üblicherweise im Urlaub dabei hat – das weiß jeder für sich am besten. Man sollte ausgerüstet sein für Pool und Strand, City-Tour und Abendessen im Restaurant. Damit der Koffer nicht zu voll wird, empfiehlt sich kombinierbare und mehrfach verwendbare Kleidung. Keine Sorge: Auf einem Kreuzfahrtschiff sind die Mitreisenden viel zu sehr mit dem Überangebot an Unterhaltung beschäftigt, als dass jemand merken würde, dass man jeden zweiten Abend die selbe Hose trägt.
Kein Risiko bei Koffer-Verlust
Geht auf der Flug-Anreise der Koffer verloren oder verspätet sich, dann ist das auf einer Kreuzfahrt besonders unangenehm – denn das Schiff wartet nicht. Mit etwas Glück wird das Gepäck in den nächsten Hafen nachgeliefert, aber wir haben auch schon Passagiere getroffen, die bis zum Ende der Kreuzfahrt Ihre Koffer nicht bekamen.
Deshalb: Clever packen und für den Kofferverlust vorsorgen. Der wichtigste Tipp ist, Kleidung auf mehrere Koffer aufzuteilen. Geht ein Koffer verloren, hat jeder immer noch die Hälfte seiner Sachen im anderen Koffer. Zusätzlich sollte ein Satz Unterwäsche ins Handgepäck.
Ins Handgepäck sollten außerdem Fotoapparat, Handy, Ladegeräte, Speicherkarten und Sonnenbrille, die sich meist nicht oder nur sehr teuer vor Ort ersetzen lassen.
Nicht ins Handgepäck müssen dagegen zum Beispiel T-Shirts und andere Dinge, die sich sehr leicht am Schiff oder am nächsten Landgang in jedem besseren Souvenir-Shop kaufen lassen, beispielsweise Zahnpasta und Sonnencreme.
Geht wirklich Gepäck auf dem Flug verloren, macht man am besten auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff Halt an einem Supermarkt und versorgt sich mit einem Satz Kleidung plus einer Flasche Febreze. Im Notfall hält das die Kleidung einigermaßen frisch. Der Satz Kleidung, den man am Körper trägt plus der neue Satz läßt sich abwechselnd tragen, während der jeweils andere Satz in die Schiffswäscherei geht.
Auf dem Flug sollte man am besten etwas tragen, das man auch am Schiff und für den ersten Landgang sinnvoll nutzen kann – beispielsweise eine nicht knitternde lange Hose, Poloshirt, Windjacke.
Ein T-Shirt sowie leihweise einen Anzug für den formellen Abend bekommt man bei Kofferverlust manchmal auch von der Kreuzfahrtgesellschaft an Bord kostenlos.
Pack-Tipps für Landgang, Strand und Pool
Vor allem für Schnorchel- und Kayak-Ausflüge in der Karibik sind Sonnenschutz-T-Shirts sehr zu empfehlen (beispielsweise von Hyphen, Sunkids oder Regatta). Selbst starke Sonnencreme reicht in der Karibik am Wasser oft nicht aus. Für Kinder sollte Sonnenschutzkleidung absolut Pflicht sein. Schließlich will man den Sonnen-Urlaub genießen und nicht schon am zweiten Tag einen heftigen Sonnenbrand pflegen müssen.
Auch ein Kopfschutz ist nicht zu verachten: In der Karibik gegen die stechende Sonne, im Mittelmeer im Winter sowie bei Nordland- und Transatlantik-Kreuzfahrten gegen Wind und Kälte – gerade den Fahrtwind sollte man nicht unterschätzen; selbst in der Karibik kann Wind durchaus unangenehm werden.
Für Kayak- und Schnorchel-Ausflüge haben sich geschlossene Segel- oder Badeschuhe aus Neopren oder ähnlichen Materialien bewährt. Sie schützen vor spitzen Steinen, Muscheln, See-Igeln und Ähnlichem und geben einen guten Halt.
Vergessen Sie Badeschlappen oder Flip-Flops nicht. Die brauchen Sie für den Weg von der Kabinen zum Pool. Ein übergroßes T-Shirt (oder ein Bademantel, den es oft auch in der Kabine oder gegen Gebühr zum Ausleihen an Bord gibt) sollte ebenfalls nicht fehlen, wenn Sie sich auf den Weg durchs Schiff zum Pool machen.
Eine leichte, faltbare Badetasche hat sich für Strand- und Bootsausflüge bewährt. Sie nimmt Handtuch, Ersatz-Badehose, Sonnencreme und Ähnliches auf. Wasserfestes Material ist vorteilhaft.
Feste Allround-Schuhe oder Sneakers sind sowohl für Ausflüge in Städte als auch für den Basketball- oder Tennis-Court, zum Tischtennis-Spielen und Joggen an Bord wichtig.
Eine leichte Regenjacke oder eine wasserfeste Windjacke schützt nicht nur bei überraschenden Regenschauern, sondern auch gegen Fahrtwind und Spritzwasser auf Bootsausflügen. Selbst in der Karibik kann der Wind auf dem Kreuzfahrtschiff sehr unangenehm werden. Kombiniert mit mehreren T-Shirts oder einem Pullover unter der Regenjacke üerstehen Sie damit sogar richtig kalte Tage, ohne gleich eine Winterjacke einpacken zu müssen.
Eine Regenhose, eine wirklich dichte Regenjacke sowie wasserdichte Schuhe sollte man bei einer Kreuzfahrt nach Alaska und andere regenreiche Fahrgebiete dabei haben. Gut verpackt macht ein Landausflug dann auch bei strömendem Regen noch Spaß.
Und vergessen Sie das Fernglas nicht: Wale, Delfine, andere Schiffe oder auch mal ein Unwetter oder eine Windhose in der Entfernung werden damit erst richtig spannend.
Legere und formelle Kleidung
Für Landänge sollten Sie daran denken, dass in vielen Ländern Tanktops, ärmellose T-Shirts und Feinripp-Unterhemden als sehr unschicklich gelten. Poloshirts sind daher meist die bessere Wahl.
Fürs Abendessen im Bordrestaurant sind lange Hosen, Poloshirt und eventuell ein leichter Pullover schon wegen möglicherweise recht kühl eingestellter Klimaanlage sinnvoll. Kurze Hosen und ärmellose T-Shirts werden auf vielen Schiffen im Hauptrestaurant nur ungern gesehen.
Fahren Sie auf einem Schiff, bei dem es im Hauptrestaurant so genannte “Formal Nights” gibt, also Abende, an denen etwas festlichere Kleidung erwartet wird, vergessen Sie nicht, etwas passendes einzupacken – es sei denn, Sie planen für diese Abende, statt dessen ins Buffet-Restaurant ohne Kleiderzwang zu gehen.
Für Frauen haben sich besonders leichte und knüllbare Samtkleider oder Seiden-Crash-Röcke mit eleganten Tops bewährt, die in dunklen Farben und in Kombination mit einem leichten Pashima-Schal die perfekte Abendgardarobe fürs Kreuzfahrtschiff ergeben.
Männer haben es da nicht so leicht. Zumindest ein Hemd (am besten bügelfrei) und eine Stoffhose sind Pflicht. Anzug oder Sakko muss nicht sein, ist aber kein Fehler. Zum Sakko darf es dann notfalls auch ein Poloshirt statt Hemd sein. Achten Sie auf knitterfreie Qualität (leichte Wolle ist besser als Leinen, Seide oder Baumwolle). Leichte Falten lassen sich bei voll aufgedrehter, heißer Dusche herausdampfen. Alternativ hilft die Bord-Wäscherei für ein paar Euro weiter.
Für mehr Stauraum in der Kabine
In Schiffskabinen herrscht notorische Platznot. Besonders praktisch sind daher ausklappbare Badtaschen, die sich am Kleiderhaken der Badtüre aufhängen lassen und so wertvollen Stellplatz am Waschtisch sparen.
Ein wahres Platz-Wunder sind auch Schuh-Regale zum Aufhängen (siehe zum Beispiel bei Amazon). Diese faltbaren Plastik-Sammler nehmen im Koffer keinen Platz weg und sind am kleiderhaken in der Schiffskabine perfekt zum Verstauen sämtlicher Kleinteile wie Sonnenbrille, Sonnencreme, Handy, Haarbürste, Bordkarten und vielem mehr.
Spezielle Pack-Tipps, frei nach MacGyver
Ein medizinisches Tape-Band ist ein wahres Wunder an Vielfältigkeit. Reparieren läßt sich damit so ziemlich alles. Aber es hilft auch, Blasen an den Füßen zu verhindern oder einen Verband bei Verletzungen zu improvisieren. Bewährt hat sich bei uns Leukotape Classic 2 cm x 10 m. Kreppband eignet sich ideal, um den Luftstrom einer ziehenden Klimaanlage abzublocken.
Ein paar Sicherheitsnadeln helfen beispielsweise, wenn mal ein Knopf abreißt. Aber auch der Kabinen-Vorhang bleibt damit immer zuverlässig geschlossen und lichtdicht.
Ein paar wiederverschließbare Plastik-Beutel, wie man sie für die Flüssigkeiten im Flughandgepläck verwendet, schützen die Kamera beim Strandausflug vor Sand, beim Kayak-Fahren vor Spritzwasser. Auch sonst sind die Plastik-Beutel universell einsetzbar, beispielsweise um Geldscheine gut verpackt im Kabinen-Safe zu deponieren.
Ein Schweizer Taschenmesser oder Leatherman (nicht zu groß und nicht ins Handgepäck!) mit Schraubenzieher spart so manchen Ärger, wenn man beispielsweise eine wackelnde Schranktür in der Kabine schnell selbst reparieren kann, statt auf den Schiffstechniker zu warten.
Leuchtstift: Das Bordprogramm ist auf vielen Kreuzfahrtschiffen so umfangreich, dass der Leuchtstift hilft, den Überblick zu bewahren und dieProgrammpunkte zu markieren, die man nicht verpassen will.
Nicht wirklich ein MacGyver-Tipp, aber sehr wichtig: Strom-Adapter für amerikanische Steckdosen sollten immer dabei sein. Die meisten Kreuzfahrtschiffe haben zwar auch europäische Steckdosen, aber mit Adapter stehen doppelt so viele Steckdosen gleichzeitig zur Verfügung. Die oft empfohlenen Mehrfachsteckdosen sind dagegen nicht empfehlenswert, da sie auf einigen Schiffen inzwischen sogar konfisziert werden – wegen Brandgefahr, da die Bordelektrik nicht für so viele Verbraucher an einer Steckdose ausgelegt ist.
Wer auch noch für den unwahrscheinlichsten Fall vorsorgen will, der nimmt auch noch eine kleine Taschenlampe mit frischen Batterien mit. Fällt auf dem Schiff der Strom aus, kann das durchaus nützlich sein.
Speziell für Männer
Auf amerikanischen Schiffen sollten Sie sich eine amerikanische Badehose besorgen – also die Badehosen mit Hosenbeinen bis zum Knie. Die typisch deutschen Bade-Slips gelten bei Amerikanern als vulgär und tragen den Spitznamen “Speedo”.
Fahren Sie auf einem der Royal-Caribbean-Schiffe mit Flowrider-Anlage an Bord, sollten Sie dringend auf eine Badehose achten, die sich gut am Körper befestigen läßt; Badehosen, die nur mit Gummi gesichert sind, zieht der Wassertrahl leicht mal weg.
Speziell für Frauen
Für Frauen gilt dieser Tipp äquivalent: Bikini ist auf dem Flow-Rider gefährlich, ein Badeanzug ist da wesentlich sicherer. Ansonsten sind Bikinis am Pool natürlich völlig okay, String-Bikinis läßt man für amerikanische Schiffen dagegen besser zuhause.
Wer empfindlich auf Klimaanlagen-Luft reagiert, sollte einen leichten Pashima-Schal mitnehmen, der den kalten Luftstrom bei schulterfreien Kleidern vor allem am formellen Abend blockt.
Die wichtigsten Kreuzfahrt-Packtipps als Liste
- lange Hose, Poloshirt, leichter Pullover (zum Abendessen im Restaurant)
- Stoffhose, elegantes Kleid/Rock, Hemden oder Poloshirt plus Sakko (für elegante Abende)
- für Männer: amerikanische Badehose
- für Frauen: Pashima-Schal (gegen kalte Brise aus der Klimaanlage)
- Sonnenschutz-T-Shirt
- Kopfschutz (je nach Fahrgebiet gegen Sonne, Wind, Kälte)
- Segel- oder Badeschuhe
- Flip-Flops / Badeschlappen
- faltbare Badetasche
- feste Allround-Schuhe / Sneakers
- leichte Regenjacke (für Alaska: dichte Regenjacke, Regenhose, wasserdichte Schuhe)
- Fernglas
- Badtasche zum Aushängen
- aufhängbarer Schuh-Organizer
- Tape-Band (z.B. Leukotape)
- Sicherheitsnadeln
- wiederverschließbare Plastikbeutel
- Schweizer Taschenmesser / Leatherman
- Leuchtstift
- Strom-Adapter für US-Steckdosen
- kleine Taschenlampe mit frischen Batterien
Mit diesen Packtipps und für alle Fälle ausgerüstet können auch kleinere Probleme und Zwischenfälle den Urlaubsspaß auf einer Kreuzfahrt nicht verderben. Vorausgesetzt, man vergisst die gute Laune und etwas Lässigkeit nicht zuhause ;-)
Habt Ihr noch mehr “Geheimtipps”, was man für eine Kreuzfahrt auf jeden Fall in den Koffer einpacken sollte?
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Noch ein Tipp: Beim Boarden des Schiffes sollte man einen Satz Badekleidung mit ins Handgepäck nehmen.
Manchmal kommt der Koffer erst einige Stunden später auf der Kabine an. Hat man dann die Badehose im Handgepäck, steht dem Sonnenbaden und Planschen im Pool nichts entgegen.
@Konstantin – sehr guter Tipp, denn bis die Koffer auf den Kabinen angekommen sind, hat man den Pool fast für sich allein. Während die anderen noch das Schiff erkunden und sich am Mittags-Buffet anstellen, liegt man schon entspannt im Wasser oder im Whirlpool :-)
Habe auf allen Reisen immer kleine Tuben mit Superkleber mit. Am besten gleich ins Handgepäck geben. Hat sich schon tausendfach bewährt! Allen gute Reise und viel Spass ;-))
@Anna-Maria – klingt sehr nützlich. Aber ist Dir die Kleber-Tube noch nich geplatzt oder undicht geworden? Verpackst Du die irgendwie besonders?
Das sind wirklich coole Tipps. Kann ich gleich an meine Eltern weiter geben. Die wollen nämlich bald eine Kreuzfahrt machen!
Du meinst wohl Pashmina statt Pashima.
@Marita: Ich habe sowohl die Bezeichnung “Pashima” als auch “Pashmina” gesehen – auf jedenfalls meine wir das selbe ;-)
Ich möchte ja nicht besserwisserisch werden, aber glaube mir: Pashima gibt es nicht; wenn du das gelesen hast, dann war es auch da falsch.
Richtig heißt es “Pashmina”, kommt aus dem Persischen nach “pashmin”, was so viel bedeutet wie “wollene”. Bereits in dem persischen Wort “pashm” für Wolle, steht das m hinter dem sh.
@Marita: Du hast ja Recht, was die Herkunft des Wortes angeht – Paschmina ist sicherlich die korrekte Bezeichnung. Nur werden halt inzwischen wirklich beide Begriffe dafür verwendet – google mal und Du wirst sehen, dass es genauso viele Online-Shops gibt, die Pashima-Schals verkaufen wie Shops mit Pashmina-Schals.
In jedem Fall hast Du aber Recht, dass es sinnvoll gewesen wäre, in dem Artikel den sprachlich korrekten Begriff Paschmina zu verwenden :-)
Super gute Website und auch die vielen Tipps sind interessant. Aber bei den Badehosen muss ich doch was bemängeln: Speedo ist eine Firma und stellt auch für die USA empfohlenen Badeshorts her. Dass Speedo ein Spitzname für den Bade-Slip sein soll habe ich als USA Fan seit 30 Jahren noch nie gehört…
@Markus: Das Speedo eine Marke ist, ist mir schon klar. In US-Kreuzfahrtforen ist der Spitzname “Speedo” absolut geläufig für diese Art der (in den Augen vieler Amerikaner) ordinären, unanständigen Slip-Badehosen. Vielleicht ist’s ein Insider-Begriff, dernur von Kreuzfahrt-Leuten benutzt wird?