Trinkgeld auf Kreuzfahrt-Schiffen: Wieviel ist angemessen?

Freitag, 5. Februar 2010
von Franz
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Service-Zuschläge und Trinkgelder auf Kreuzfahrt-Schiffen

Trinkgelder auf Kreuzfahrten sorgen bei Passagieren regelmäßig für Unmut – vor allem, wenn Trinkgeld oder so genannte Servicegebühren ungefragt automatisch vom Bordkonto abgebucht werden. Bei einigen Kreuzfahrtgesellschaften sind Trinkgelder bereits im Reisepreis enthalten (AIDA, Mein Schiff, Hurtigruten), auf manchen Kreuzfahrtschiffen ist es dem Passagier freigestellt, wem er wieviel gibt (Deilmann, Hapag-Lloyd, Phoenix). Bei vielen Anbietern gibt es aber auch konkrete Erwartungen über die Höhe des Trinkgelds (Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Carnival, Cunard) und bei einigen ersetzen Servicegebühren und Service-Zuschläge dass klassische Trinkgeld komplett (NCL, Holland America, MSC, Costa, Princess Cruises), wobei alle – bis auf MSC – in ihren Reisebedingungen ausdrücklich bestätigen, dass das Geld an die Service-Crew weitergegeben wird.

Wir haben die erwarteten Trinkgelder sowie automatisch abgebuchten Service-Entgelte der Kreuzfahrt-Gesellschaften zusammengestellt und zeigen, wo es sich um echte Trinkgelder handelt und wo der Verdacht nahe liegt, dass es sich wohl eher um verdeckte Reisepreis-Erhöhungen handelt. Zunächst eine kurze Übersichtstabelle, dann die Details.

Trinkgelder und Service-Pauschalen im Überblick

Trinkgelder, Empfehlungen und Servicepauschalen pro Person und Tag.

AIDA - *
Carnival 10 Dollar
Celebrity Cruises 11,50 Dollar
Costa 10 Dollar (durchschnittlich)
Cunard 11 Dollar
Deilmann 10 Euro
Hapag-Lloyd 5-6 Euro
Holland America 11 Dollar
Hurtigruten - *
MSC 7 Euro (durchschnittlich)
NCL 12 Dollar
Phoenix 3-5 Euro
Princess Cruises 10,50 Dollar
Royal Caribbean 9,75 Dollar
Transocean 7-10 Euro
TUI Cruises - *

* im Reisepreis enthalten

Trinkgeld und Kinder: Bis auf Costa und MSC, wo von Kindern unter 14 teils keine Trinkgelder und zwischen 14 und 17 reduzierte Beträge erwartet werden sowie NCL, wo Kinder unter 3 Jahre keine Trinkgelder zahlen müssen, muss man davon ausgehen, dass die empfohlenen oder erwarteten Trinkgelder auch für mitreisende Kinder gelten.

Trinkgeld im Reisepreis enthalten: AIDA, Mein Schiff, Hurtigruten

Auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen ist das Trinkgeld laut Reisebedingungen im  Reisepreis inbegriffen. Am Ende der Kreuzfahrt steht aber eine Sammelbox für Trinkgelder bereit.

Der Reisepreis bei TUI Cruises Mein Schiff beinhaltet ausdrücklich die Trinkgelder, separate Trinkgelder werden demnach nicht erwartet.

Hurtigruten formuliert eindeutig: “An Bord sind Trinkgelder kein Muss”, mit dem Nachsatz, dass es den Passagieren frei steht, bei besonderer Zufriedenheit individuelle Trinkgelder zu geben.

Trinkgeld freigestellt: Deilmann, Hapag-Lloyd, Phoenix, Transocean

Deilmann macht keine konkreten Angaben zur Trinkgeldhöhe, weist aber darauf hin, dass es “den Gepflogenheiten entspricht”, dem Bedienungspersonal auf Kreuzfahrtschiffen ein Trinkgeld zu geben. Für die MS Deutschland sollte man rund 10 Euro pro Person und Tag veranschlagen.

Hapag-Lloyd erklärt für MS Europa, MS Hanseatic und MS Bremen Trinkgelder für nicht obligatorisch und stellt die “Anerkennung besonders guter Leistung jedem Gast frei”. Für die MS Columbus ist das Trinkgeld ebenfalls freigestellt, es wird aber ein Betrag von 5-6 Euro pro Passagier und Tag nahegelegt.

Die Trinkgeld-Empfehlungen für die Phoenix-Schiffe Albatros, Alexander von Humboldt, Amadea, Artania und Minerva fallen ebenfalls recht günstig aus. Als Richtlinie werden 3-5 Euro pro Tag und Passagier genannt.

Auf der MS Astor von Transocean waren bisher die Trinkgelder im Reisepreis inbegriffen, laut dem neuen Katalog zur MS Astor sind Trinkgelder ab 2010 aber nicht mehr enthalten aber freiwillig und können jetzt über eine Trinkgeldbox oder das Bordkonto bezahlt werden. Empfohlen werden 7 bis 10 Euro pro Passagier und Nacht. (Danke Sebastian für diese Ergänzung!)

Empfohlene Trinkgeld-Höhe: Royal Caribbean, Celebrity Cruises, Carnival, Cunard

Royal Caribbean und Celebrity Cruises verfolgen das Konzept, eine hohe Service-Qualität sicherzustellen, indem die Service-Mitarbeiter ihr Trinkgeld von den Passagieren individuell bekommen. Die Zahlung des Trinkgelds kann dabei entweder schon bei der Reisebuchung, vor Ort über das Bordkonto oder direkt im Kuvert an das jeweilige Crew-Mitglied (optional bar oder als Gutschein) erfolgen. Der Passagier hat jederzeit die Möglichkeit, die Höhe der Trinkgelder nach oben oder unten anzupassen. Bei der Option “My Time Dining” (RCCL) beziehungsweise “Celebrity Select Dining” (Celebrity) wird das empfohlene Trinkgeld immer direkt vom Bordkonto abgebucht, da der Gast wechselnde Kellner hat.

Die empfohlenen Trinkgelder belaufen sich bei Royal Caribbean auf insgesamt 9,75 Dollar pro Tag und Person (3,50 $ Kabinensteward bzw. 5,75 $ bei Suiten, 3,50 $ Kellner, 2,00 $ Hilfskellner, 0,75 $ Chef-Kellner – jeweils pro Tag und Passagier).

Celebrity Cruises erwartet Trinkgelder in Höhe von 11,50 Dollar pro Tag und Person in Standardkabinen, 12 Dollar in der Concierge Class und Aqua Class sowie 15 Dollar in den Suite. Im Einzelnen setzt sich das zusammen aus 3,65 $ für Kellner, 2,10 $ für Hilfskellner, 1 $ fürs Dining Room Management, 1,25 $ für einen allgemeinen Service-Pool, der an übriges Service-Personal aufgeteilt wird sowie die Trinkgelder für den Kabinen-Steward: 3,50 $ in den Standard-Kabinen und 4 $ in der Concierge Class und Aqua Class sowie 3,50 $ für den Butler in Suiten.

Carnival gibt einen Trinkgeld-Betrag von 10 Dollar pro Tag und Gast vor, stellt aber klar, dass der Passagier die Höhe des Trinkgeldes nach eigenem Gutdünken anpassen kann. Für Kabinenservice fallen hier 3,50 Dollar an, für den Service im Speisesaal 5,50 Dollar und ein Betrag von 1 Dollar geht allgemein an Küche und Hotel-Personal. Achtung: Für Kreuzfahrten nach Barbados und bei “Cruise to nowhere”-Kreuzfahrten verlangt Carnival das Trinkgeld verpflichtend im Voraus.

Cunard stellt klar, dass die Zahlung der empfohlenen Trinkgelder freiwillig ist und vor Ende der Reise reduziert oder auch ganz gestrichen werden können. Die empfohlenen Trinkgelder betragen 11 Dollar (Queen Mary 2 in den Kategorien D8-AA, Queen Victoria in den Kategorien D8-A1) und 13 Dollar in den anderen Kabinen-Kategorien.

Serviceentgelt, Servicepauschale statt Trinkgeld: NCL, Holland America, MSC, Costa, Princess Cruises

Statt “Trinkgeld”  nennen einige Kreuzfahrt-Gesellschaften die zusätzlich zum Reisepreis anfallenden Beträge Servicepauschale (NCL), Hotel Service Charge (Holland America), Service-Entgelt (MSC), Hotel and Dining Charge (Princess) oder Servicezuschlag (Costa). Dabei ist MSC die einzige Gesellschaft, die in ihren Reisebedingungen nicht ausdrücklich schreibt, dass dieses Geld den Crew-Mitgliedern zugute kommt. Statt dessen heißt es bei MSC: “Das Service Entgelt wird von MSC Kreuzfahrten für die kontinuierliche Qualitätsverbesserung der an Bord gebotenen Serviceleistungen genutzt”.

Trinkgelder fallen bei MSC nicht an, dafür ein Service-Entgelt von durchschnittlich 7 Euro, das je nach Kreuzfahrt in sehr unterschiedlicher Höhe dem Bordkonto als Tagespauschale automatisch belastet wird. Das Service-Entgelt kann laut AGB für einzelne Tage storniert werden, wenn man Service-Mängel “unverzüglich beim Guest Relations Manager” meldet. Die genauen Beträge sind der Service-Entgelt-Liste bei MSC zu entnehmen. Bei Mittelmeer- und Nordeuropa-Kreuzfahrten liegt das Service-Entgelt bei 6-7 Euro, Karibik kostet 12 Dollar und besonders günstig sind Südafrika- und Südamerika-Kreuzfahrten mit Service-Entgelten zwischen 4 und 9 Dollar. Kinder zahlen meistens die Hälfte, Kinder unter 14 Jahren teils gar keine Servicegebühr.

Costa nennt das Trinkgeld “Servicezuschlag“, der in Höhe von durchschnittlich 10 Dollar pauschal dem Bordkonto belastet wird und kommt laut Costa “vollständig dem Bordpersonal (…) zu Gute”. Zusätzliches Trinkgeld wird dementsprechend nicht erwartet. Ähnlich wie bei MSC kann der Service-Zuschlag storniert werden, wenn man Service-Mängel “unverzüglich an der Rezeption dem Personal angezeigt hat”. Ebenfalls ähnlich wie MSC variiert die Höhe des Servicezuschlags je nach Fahrgebiet und sogar nach Schiff zwischen 9 und 11 Dollar pro Tag und Passagier, Kinder unter 14 zahlen keinen Service-Zuschlag, zwischen 14 und 17 Jahren die Hälfte.

Holland America berechnet anstatt eines Trinkgeldes automatisch eine Hotel Service Charge von 11 Dollar pro Tag und Passagier, stellt aber frei, den Betrag anzupassen, wenn wenn die Service-Qualität die Erwartungen übertrifft oder enttäuscht. Das Geld wird laut Holland America komplett als Trinkgeld an die Crew ausgezahlt.

Trinkgelder werden bei NCL im Wesentlichen durch die “Servicepauschale (“An Bord” – “Bordkonto, Servicepauschale und Trinkgelder”) ersetzt, die allen Passagieren in Höhe von 12 Dollar pro Tag berechnet wird. Ausgenommen sind Kinder unter 3 Jahre. Die Servicepauschale wird laut NCL auf die Crew aufgeteilt. Die Servicepauschale kann vom Passagier – sofortige Reklamation von Mängeln vorausgesetzt – “entsprechend der erfahrenen Urlaubsbeeinträchtigung nach unten korrigiert” werden. Zusätzliche Trinkgelder dürfen die NCL-Crewmitglieder annehmen. Für Spezial-Services, beispielsweise Concierge- und Butler-Service, wird ein angemessenes Trinkgeld nahegelegt. Für Spa- und Schönheitspflege werden 18 % Trinkgeld automatisch auf die Rechnung gesetzt.

Princess Cruises nennt das Trinkgeld “Hotel and Dining Charge” und verlangt 10,50 Dollar in regulären Kabinen und 11 Dollar für Suiten und Mini-Suiten. Die Gebühr wird als “discretionary” bezeichnet, ist also anpassbar. Auch bei Princess kommt dieses Trinkgeld ausdrücklich der Crew zu Gute.

Service-Pauschale stornieren: In Foren wird immer häufiger berichtet, dass von Schiff zu Schiff und von Fahrt zu Fahrt sehr unterschiedlich gehandhabt wird, wann und wie man pauschale Service-Entgelte stornieren oder reduzieren kann. Zwar sind die Regelungen bei den Kreuzfahrt-Gesellschaften in den Reisebedingungen oder AGB recht eindeutig (siehe oben), was aber vor Ort offenbar gerne einmal ignoriert wird. Wer die Trinkgeld- und Servicepauschalen-Regelungen der jeweiligen Kreuzfahrtgesellschaft genau kennt, hat hier deutlich bessere Argumente.

Trinkgelder an der Bar

Bei Getränkebestellungen an der Bar oder für nicht im Reisepreis eingeschlossene Getränke beim Essen (Wein, Bier, Soft-Drinks) sollte immer an ein angemessenes Trinkgeld für den jeweiligen Bar-Steward gedacht werden. Bar-Stewards sind meist in besonderem Maße von Trinkgeldern abhängig und haben ein sehr geringes Grundgehalt. Auf vielen, vor allem den amerikanischen Kreuzfahrtschiffen wird der Bar-Rechnung  automatisch zwischen 15 und 18 Prozent Tringeld zugeschlagen – der in den USA übliche Satz. In diesem Fall ist kein zusätzliches Trinkgeld nötig, auch wenn die Rechnung für zusätzliches Trinkgeld eine eigene Zeile aufweist. Bei besonders gutem und schnellem Service spricht natürlich trotzdem nichts gegen eine Extra-Aufmerksamkeit. Der Bar-Steward wird es in den darauf folgenden Tagen danken.

Fairness gegenüber der Crew

Bei aller durchaus berechtigten Diskussion um Trinkgelder und Zwangspauschalen liegt mir eines sehr am Herzen: Wem die Trinkgeld-Politik der jeweiligen Kreuzfahrtgesellschaft nicht gefällt oder wer sich womöglich mangels vorheriger Information durch Reisebüro oder Kreuzfahrtgesellschaft überrumpelt fühlt, sollte sich dafür nicht an den Crew-Mitgliedern rächen – denn die sind auf die Trinkgelder angewiesen, weil sie einen erheblichen Teil ihres ohnehin nicht üppigen Einkommens ausmachen. Es lohnt sich übrigens, dazu auch mal das Interview mit Buch-Autor Brian David Bruns (“Cruise Confidential”) zum Thema Gehälter zu lesen.

Der richtige Weg für Protest gegen die jeweilige Trinkgeld-Politik ist, bei der Kreuzfahrtgesellschaft direkt zu protestieren und gegebenfalls Anbieter zu meiden, deren Trinkgeld- oder Servicegebühr-Politik einem fragwürdig erscheint.

Und wer Trinkgeld wegen schlechten Services kürzen oder streichen will, sollte den Mangel schon aus Fairness sofort anmahnen und um Behebung bitten. Ein Problem eine Woche lang nicht anzusprechen und dann quasi aus Rache das Trinkgeld streichen ist nicht die feine Art.

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6 Responses to Trinkgeld auf Kreuzfahrt-Schiffen: Wieviel ist angemessen?

  1. Kreuzfahrtinspektor am Februar 5, 2010 um 10:04 am

    Sehr gute, umfassende Auflistung – habe ich so noch nicht gesehen!

    Leider ist die Trinkgeld- & Servicegebührpolitik seitens der Reedereien oft noch sehr undurchsichtig, und trägt damit nicht grade zur Aufklärung (des Urlaubers) bei. Dies, und auch andere “optional” obligatorische Nebenkosten wie Getränkepakete, sollte der Urlauber in seine Planung- und Berechnungen mit einbeziehen. Der simple Blick auf den reinen Tagespreis der Kreuzfahrt sagt oft nicht alles.

  2. Franz am Februar 5, 2010 um 10:53 am

    Einige Gesellschaften verhalten sich da ja schon ziemlich vorbildlich, finde ich. RCCL und Celebrity beispielsweise geben bei (bzw. vor) der telefonischen Buchung den Gesamtbetrag incl. empfohlener Trinkgelder an (die man natürlich gerne auch schon vorab mit der Reisepreis-Zahlung überweisen kann ;-) )

    Trinkgeld ist ein Thema, wo man auch gut die Qualität und Kompetenz eines Reisebüros testen kann. Die Berater dort sollten den Kunden immer auf die Trinkgelder und deren genaue Höhe hinweisen, und zwar proaktiv und nicht erst bei Unterschrift des Reisevertrags.

  3. cruiSEbastian am Februar 7, 2010 um 1:12 am

    AHOI Franz,
    selten habe ich – als langjähriger Profi der Branche, der immer wieder dieses Thema in Schulungen, Seminaren etc. behandelt – eine komplettere und genauere Übersicht gesehen. Mein Kompliment.

    Ergänzen möchte ich:
    1.
    Laut aktuellem neuen Katalog von TransOcean Kreuzfahrten sind auf der MS Astor Trinkgelder nicht im Reisepreis enthalten und können freiwillig entweder über eine Trinkgeldbox oder über das Bordkonto mit dem empfohlenen Wert 7,- bis 10,- € pro Person je Nacht beglichen werden.
    2.
    Besonders beim Preisvergleich der Reedereien sollte man die Trinkgeldregelungen einkalkulieren; auch dahingehend bedenkend, dass die Mehreinnahmen für inkludierte Trinkgelder auch steuerlich belastet sind. Auch ein Grund für manche Reederei, diese nicht zu inkludieren, diese “stellvertretend” für höhere Löhne der Crew zukommen zu lassen; natürlich auch um höhere Eckpreise – eben mehr als nur um die Trinkgelder erhöht – zu vermeiden, die manchem Erstkreuzfahrer den Appetit verderben könnten. (Außerdem… auch mal zu kalkulieren… würde man alle Mahlzeiten in Restaurants, Bistros etc. einnehmen, dann ein übliches bzw. angemessenes Trinkgeld liegen lassen, käme man meist auf ähnliche Beträge…) Übrigens, zumindest für in Deutschland verkaufte Kreuzfahrten, muss der Passus, diese “Service-Charges” auf Wunsch zu streichen, enthalten sein, denn sonst wären es obligatorische Kosten, die im Reisepreis, auch bereits in der Werbung – siehe Taxes etc. bei den Airlines – enthalten sein müssten.
    3.
    Neuerdings erwägen manche der großen internationalen Reedereien, auf Routen mit geringerem US-Reisenden-, dafür höheren Deutschem, Britischem, Franzosen- etc. Anteil die Trinkgelder automatisch mit dem Reisepreis zu belasten statt sonst weiterhin an Bord…
    4.
    Die Diskussionen um dieses Thema ist in erster Linie mentalitätsbedingt… Für viele Nationen ist das großzügige Trinkgeld einfach selbstverständlich, für andere Nationen negativ belastetes Neuland (oder das Selbstverständnis in Vergessenheit geraten). Übrigens: Erhebungen haben festgestellt, je besser es einem Volk geht, umso geringer fallen Trinkgelder aus (offensichtlich wird genau dann vergessen, dass andere es immer noch dringend brauchen). Meist pochen erfahrene Reisende darauf, man möge sich der Mentalität der Reiseländer anpassen…
    5.
    Unbedingt Nachdruck möchte ich Deiner Bitte verleihen, sich nicht an der Crew zu rächen. Denn die ist immer fleißig und zuvorkommend (wer mag, darf mir gerne widersprechen… im gleichen Sternesegment – also 3*** gegen 3*** oder 5***** zu 5 ***** – wird man nie derartigen Service in einem Hotel an Land vorfinden.) Besonders bitte nicht vom Bordkonto streichen lassen und dann versehentlich “das persönliche Dankeschön vergessen”. Allerdings muss bei jeder Form der automatischen Trinkgeldbelastung (auch inkludierte), so gerne sie als die bequemste, sicherste und diskussionsfreieste Form propagiert wird, kritisiert werden. Die einzig wahre Motivation, also der beste Service entsteht immer noch durch persönliche Hand-in-Hand-Trinkgelder – und dafür gibt’s dann noch ein Lächeln extra!

    Nochmals Danke für diese Auflistung, besonders auch die Hintergrundinfos.

  4. Franz am Februar 7, 2010 um 8:55 am

    Sebastian, vielen Dank für das Lob. Aber noch viel mehr Danke für die spannenden Ergänzungen!

    zu 3.: Bei unseren letzten Buchungen bei Celebrity und Royal Caribbean ist mir schon aufgefallen, dass der Buchungsagent am Telefon die Preise gleich inklusive der Trinkgelder genannt hat. Für den deutschen Markt kann man das sicherlich jeder Reederei nur empfehlen – vermeidet Ärger von Anfang an.

    Ich denke mal, dass dieses Thema noch viele Diskussionen auslösen und den Kreuzfahrtgesellschaften noch viel Kummer bereiten wird, wenn Kreuzfahrten erst einmal so richtig am Massenmarkt in Deutschland angekommen sind. Bis jetzt ist eine Kreuzfahrt hierzulande ja immer noch eher eine ungewöhnliche Urlaubsform, was sich aber gerade deutlich ändert. Der erfahrene Kreuzfahrer und auch etwas weltgewandte Individual-Touristen gehen informiert und mit Offenheit auf eine Kreuzfahrt und gehen mit dem Thema noch ganz ordentlich um. Wenn dann aber erst einmal der Türkei-250-Euro-pro-Woche-all-inclusive-Tourist auf die Schiffe kommt, wird sich das Thema nochmal deutlich verschärfen. Ich bin sehr gespannt, wie die Reedereien das in den Griff bekommen.

  5. Fran Civile am Februar 21, 2010 um 10:58 pm

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    Fran :)

  6. [...] und auf fehlerfreiem Deutsch enthält – von der Erklärung der Sicherheitsprozeduren über Trinkgelder und Beschreibung der Raucherbereiche bis hin zu Essenszeiten und Ausflügen an Bord und der [...]

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