Für die ganz großen Kreuzfahrtschiffe gibt es bald wieder Trockendocks in Nordamerika: Die Grand Bahama Shipyard in Freeport bekommt zum Jahresende 2025 ein neues Mega-Schwimmdock und im Jahr darauf ein weiteres, noch größeres. Die vergangenen sechs Jahre mussten große Schiffe für Trockendock-Aufenthalte nach Europa fahren. Die Reparatur- und Refit-Werft auf den Bahamas gehört fast vollständig den drei großen Reederei-Unternehmen Carnival, Royal Caribbean und MSC. MSC ist erst kürzlich mit eingestiegen.
Zwei große, neue Schwimmdocks gehen bei Grand Bahama Shipyard in Freeport bald in Betrieb – eines Ende 2025 oder Anfang 2026, ein weiteres, noch größeres gegen Ende 2026. Die drei größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt, Carnival, Royal Caribbean und MSC tragen die Investitionen von rund 600 Millionen Dollar für den Ausbau der Werft gemeinsam.
Für die Kreuzfahrt-Branche bringen die beiden geplanten Docks eine enorme Verbesserung. Nicht nur wird es dann wieder mehr Werfkapazität für Renovierungen geben. Vor allem die strategisch günstige Lage in den Bahamas erspart Reedereien den zeit- und damit kostenaufwendigen Weg großer Kreuzfahrtschiffe zu Werften in Europa mit ähnlich großen Docks.
Schwimmdock seit Unfall im April 2019 nicht mehr nutzbar
Bei einem Unfall in der Grand Bahamas Shipyard am 1. April 2019 war das alte Schwimmdock der Grand Bahama Shipyard so schwer beschädigt worden, dass es seitdem nicht mehr genutzt werden konnte. Beim Versuch, das Mega-Kreuzfahrtschiff Oasis of the Seas im Schwimmdock teilweise aus dem Wasser zu heben, um Reparaturarbeiten am Azipod-Antrieb vorzunehmen, hatte offenbar die Dock-Struktur nachgegeben.
Weil das Dock Nr. 2 der Grand Bahamas Shipyard das größte Schwimm- oder Trockendock im näheren Umkreis von Florida und der Karibik war, mussten seitdem zahlreiche große Kreuzfahrtschiffe für Trockendock-Aufenthalte nach Europa fahren, unter anderen zu Navantia in Cadiz.
Royal Caribbean musste nach dem Unfall 2019 mehrere Kreuzfahrten der Oasis of the Seas absagen und das Schiff über den Atlantik zu Navantia im spanischen Cadiz verlegen, um dort die Reparaturen am Schiff auszuführen. Erst nach über einem Monat konnte das Schiff am 9. Mai 2019 wieder in Dienst gehen.
Neue Schwimmdocks namens „East End“ und „Lucayan“
Noch im Jahr 2025 soll in den Grand Bahama Shipyard nun ein 357 Meter langes und 76 Meter breites Schwimmdock in Betrieb gehen, dass Schiffe bis zu einem Gewicht von 93.500 Tonnen anheben kann. Das neue Dock trägt den Namen „East End“.

Ein zweites, noch größeres Dock namens „Lucayan“ mit einer Länge von 414 Metern für Schiffe bis zu 125.000 Tonnen Gewicht soll bis Jahresende 2026 folgen. Es wird dann angeblich das größte Schwimmdock der Welt sein.
Zur Einordnung: Ein Mega-Kreuzfahrtschiff wie die Icon of the Seas wiegt bei leeren Tanks grob geschätzt um die 110.000 Tonnen, ein Schiff von der Größe der AIDAnova um die 85.000 Tonnen.
Gebaut werden die neuen Schwimmdocks bei CSSC Qingdao Beihai Shipbuilding Company in Qingdao, China. 85 bis 100 Trockendock-Aufenthalte sollen in der Grand Bahamas Shipyard dann jährlich möglich sein.
MSC steigt als neuer Miteigentümer der Grand Bahama Shipards ein
Interessant ist dabei auch eine Veränderung in der Eigentümerstruktur der Werft: Bis 2024 gehörte Grand Bahamas Shipyard zu 20 Prozent der Grand Bahama Port Authority und zu jeweils 40 Prozent Carnival Corp. und Royal Caribbean Cruises Ltd. Im Laufe des Jahres 2024 übernahmen dann sowohl Royal Caribbean als auch Carnival jeweils zusätzliche neun Prozent, sodass die Grand Bahama Port Authority mutmaßlich nur noch einen minimalen einen Restanteil von zwei Prozent an der Werft hält. Eine Anfrage an die Grand Bahama Port Authority bezüglich ihrer aktuellen Beteiligung blieb unbeantwortet.
Im Juni 2025 schließlich gaben Royal Caribbean und Carnival jeweils ein Drittel ihrer Anteile ab – während zugleich Grand Bahama Shipyards bestätigte, dass MSC in das Unternehmen eingestiegen seien. Die drei Reederei-Unternehmen halten nun also wohl jeweils knapp ein Drittel der Anteile. Die fast gleichen Eigentumsverhältnisse dürften für das damit verbundene Unternehmen „Floating Docks S. de RL.“ gelten, hier allerdings ohne Beteiligung der Grand Bahama Port Authority. „Floating Docks“ ist Eigentümer der beiden neuen Docks, die an Grand Bahama Shipyard verleast werden.





irgendwie schade so kommt man als Europäer immer nur schlecht auf diese ganz großen Pötte. So waren die transatlantic Überfahrten mit guten Preis Leistungsverhältnis immer eine super Möglichkeit alles auf diesen riesen Schiffen zu machen. Jetzt werden diese wohl nur noch ihre 4-5 tägigen reisen in der Karibik machen und nicht mehr hier rüber kommen. Natürlich verständlich für die Reedereien das lieber so zu machen statt Geld zu verlieren durch die Überfahrten. Ausserdem können sich die Spanier nun was überlegen mit ihren Dauer Streiks was sowas auslöst.