Die 15 schlimmsten Kreuzfahrtschiff-Unglücke

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Die 2012 verunglückte Costa Concordia beim Abwracken in Genua
Die 2012 verunglückte Costa Concordia beim Abwracken in Genua

Auch wenn Kreuzfahrtschiffe heutzutage sehr sicher sind, schon weil man aus früheren Unfällen viel gelernt und die Sicherheitsvorschriften vor allem auch in Hinblick auf Brandschutz immer wieder verschärft hat – ganz ausschließen lassen sich Unfälle nie, wie das aktuelle Unglück der Costa Concordia vom 13. Januar 2012 zeigt. Doch so dramatisch diese Kreuzfahrtschiff-Unfälle sind, haben die Rettungsmaßnahmen doch nahezu immer sehr gut funktioniert, ums Leben gekommen oder schwer verletzt wurden nur relativ wenige Menschen. Unsere Zusammenstellung soll einen kurzen Überblick geben über folgenschwersten Kreuzfahrtschiff-Desaster der vergangenen 20 Jahre.

2012: Costa Concordia sinkt vor Italien

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Die Costa Concordia ist am Abend des 13. Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio auf eine Untiefe oder einen Felsen aufgelaufen. Durch einen rund 50 Meter langen Riss im Rumpf drang Wasser ein, sodass sich das erst 2006 in Dienst gestellte Mega-Schiff rasch zur Seite neigte und evakuiert werden musste. Später sank das Schiff direkt vor der Küste der Insel Giglio. Mindestens drei Menschen sind bei der Schiffskatastrophe ums Leben gekommen – genauere Details und Updates zu dem Unglück in unserem Bericht „Costa Concordia schwer verunglückt und gesunken“.

2011: Brand auf der Nordlys

Auf der Nordlys bricht am 15. September 2011 vor dem norwegischen Alesund ein Feuer aus, ausgelöst von einer Explosion im Maschinenraum, bei dem zwei Crew-Mitglieder ums Leben kommen. 16 Menschen werden bei dem Unglück verletzt, darunter auch zwei deutsche Passagiere. Passagiere und Crewmitglieder konnten evakuiert werden – teils zunächst über Rettungsboote, teils später dann zu Fuß, nachdem es dem Kapitän gelungen war, im Hafen von Alesund anzulegen. Das Schiff nahm Wasser auf und drohte zeitweise zu kentern. Bergungsspezialisten gelang es aber, das Schiff zu stabilisieren (Details siehe „Nordlys aufgerichtet und droht nicht mehr zu kentern“).

2011: Ocean Star Pacific wegen Feuer evakuiert

Am 16. April 2011 musste die 1971 gebaute Ocean Star Pacific vor der mexikanischen Pazifik-Küste wegen eines Feuers in einem Generator evakuiert werden. Die rund 500 Passagiere wurden von dem manövrierunfähigen Schiff in die nur wenige Kilometer entfernt liegende Stadt Huatulco gebracht. Verletzte gab es bei dem Unfall keine.

2010: Brilliance of the Seas gerät in schwere See

Am 12. Dezember 2010 geriet die Brilliance of the Seas vor der Hafeneinfahrt von Alexandria in einen Sturm mit schwerem Seegang. Dabei rollt das Schiff mehrfach heftig, 138 Passagiere werden dabei teils schwer verletzt, die Schiffseinrichtung beschädigt. Eine britische Passagierin stirbt später im Krankenhaus, allerdings ist unklar, ob Vorerkrankungen der Frau oder die schweren Turbulenzen letztlich ihren Tod verursacht haben.

2010: Feuer auf der Carnival Splendor

Im Maschinenraum der erst 2008 in Betrieb genommenen Carnival Splendor (einem nahezu baugleichen Schiff zur Costa Concordia) brach am 9. November 2010 ein Feuer aus, welches das Schiff manövrierunfähig machte und die Hauptstromversorgung unterbrach. Die Carnival Splendor befand sich zu dem Zeitpunkt abseits der mexikanischen Küste, rund 240 Kilometer südlich von San Diego. Zunächst kam daher ein US-Flugzeugträger mit Proviant und Trinkwasser zur Hilfe, bevor das Schiff knapp zwei Tage später in einen Hafen geschleppt wurde und die Passagiere das Schiff verlassen konnten. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand, es entstand jedoch hoher Sachschaden.

2010: Louis Majesty wird von Monsterwelle getroffen

Zwei Passagiere kamen ums Leben, 14 wurden verletzt, als Anfang März 2010 drei rund acht Meter hohe Wellen die Louis Majesty im Mittelmeer nahe Marseille trafen. Die Wellen hatten eine Panorama-Glasscheibe im Bugbereich zertrümmert und dabei einen Passagier getötet, ein weiterer starb offenbar an einem Herzinfarkt. Ein Youtube-Video zeigt dramatische Bilder des Vorfalls:

Video Thumbnail

2010: Costa Europa rammt Pier in Sharm e-Sheik

Drei Besatzungsmitglieder der Costa Europa kamen Anfang März 2010 ums Leben, als die Costa Europa ein Pier in Sharm el-Sheik rammte. Drei Passagiere und ein weiteres Besatzungsmitglied wurden verletzt. Der Aufprall hatte ein großes Leck in die Seitenwand des Kreuzfahrtschiffs gerissen, knapp oberhalb der Wasserlinie im Bereich der Crew-Kabinen.

2007: MV Explorer in der Antarktis gesunken

In der Nacht zum 23. November 2007 rammte das Expeditionsschiff „Explorerin der Antarktis einen Eisberg, nahm schnell Wasser auf und sank etwa 15 Stunden nach der Kollision rund 1.000 Kilometer südlich von Kap Hoorn. Die 100 Passagiere und 54 Crewmitglieder wurden vom norwegischen Schiff Nordnorge aufgenommen.

2007: Sea Diamond sinkt vor Griechenland

Die 1984 gebaute Sea Diamond der Louis Hellenic Cruise Lines läuft am 5. April 2007 vor der kleinen, unbewohnten griechischen Insel Nea Kameni auf ein gut dokumentiertes, vulkanisches Riff auf – der Kapitän hatte offenbar fehlerhafte Seekarten. Das Schiff mit 1.195 überwiegend amerikanischen Passagieren an Bord nahm sofort Wasser auf und begann, sich stark zu neigen. Die Sea Diamond konnte zunächst vom Riff weggeschleppt werden, hatte aber bereits so viel Wasser aufgenommen, dass es sank. Zwei Passagiere der Sea Diamond galten vermisst und wurden nie gefunden, alle anderen Passagiere und Crewmitglieder wurden gerettet.

2006: Feuer auf der Star Princess in der Karibik

Auf der 2002 gebauten Star Princess brach am frühen Morgen des 23. März 2006 ein Feuer auf einem Kabinenbalkon etwa in der Mitte des Schiffs aus und breitete sich schnell aus. 79 Kabinen auf der Star Princess brannten aus, 204 weitere wurden stark beschädigt oder verrußt. Den Rettungskräften gelang es aber, das Feuer letztlich unter Kontrolle zu bringen, sodass die Passagiere nicht evakuiert werden mussten. Ein Passagier starb bei dem Feuer an Rauchgasvergiftung, dreizehn weitere erlitten ebenfalls Rauchgasvergiftungen. Ausgelöst worden war das Feuer vermutlich durch eine Zigarette, die brennbares Material auf dem Balkon entzündet hatte. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Star Princess auf dem Weg von Grand Cayman nach Montego Bay, Jamaica.

1999: Norwegian Dream rammt Frachtschiff

Im Ärmelkanal hat in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1999 das 1.750-Passagiere-Kreuzfahrtschiff Norwegian Dream das Containerschiff „Ever Decent“ gerammt, 20 Passagiere wurden dabei leicht verletzt. Trotz schwerer Schäden am Bug (siehe Foto bei BBC News) konnte die Norwegian Dream aus eigener Kraft nach Dover fahren. Das Containerschiff war wegen eines Feuers an Bord offenbar antriebslos im Meer getrieben. Möglicherweise wegen dichten Nebels hatte die Norwegian Dream das Containerschiff zu spät bemerkt.

1999: Feuer auf der Tropicale

Ein Maschinenraum-Feuer an Bord des Carnival-Schiffs Tropicale am 19. September 1999 rund 100 Meilen südwestlich von Tampa, Florida, lies das Kreuzfahrtschiff zwei Tage lang bei schwerem Sturm antriebslos im Golf von Mexiko treiben. Das Schiff war auf dem Weg von Cozumel, Mexiko, zurück nach Tampa. Ernsthaft verletzt wurde bei dem Unglück niemand.

1998: Monarch of the Seasläuft vor St. Maarten auf Riff auf

Am 15. Dezember 1998 lief die Monarch of the Seas vor der Karibik-Insel St. Maarten auf ein Riff auf, das ein 40 x 2 Meter großes Lock in den Rumpf riss. Dem Kapitän gelang es, das sinkende Schiff auf Grund zu setzen. Alle Passagiere und Crewmitglieder konnten evakuiert werden, es entstand jedoch erheblicher Sachschaden. Das Schiff hatte zuvor einen kranken Passagier in Philipsburg abgesetzt und war, wie die spätere Untersuchung ergab, auf Sicht statt mit Hilfe elektronische Navigationshilfen gesteuert worden, zudem waren kürzlich umgesetzte Bojen auf der Seekarte der Monarch of the Seas noch falsch eingezeichnet gewesen.

1994: Explosion auf der Lauro Star (ex Achille Lauro)

Am 30. November 1994 explodierte vor der Küste Somalias auf der Lauro Star eine Maschine, das Feuer geriet außer Kontrolle. Passagiere und Crew verließen das Schiff, das zwei Tage später, am 2. Dezember 1994 schließlich sank. Bei der Rettungsaktion, bei der Passagiere und Crew mit Rettungsbooten zu einem Tankschiff übersetzten, kamen zwei Menschen ums Leben, acht wurden verletzt. Die Lauro Star, zum Zeitpunkt Ihres Untergangs Teil der Flotte von MSC, war die vormalige Achille Lauro, die bereits 1985 in den internationalen Schlagzeilen war, als palästinensische Terroristen das Schiff entführt hatten.

1991: Oceanos sinkt vor der Ostküste Südafrikas

Am 4. August 1991 sank die 1952 gebaute Oceanos vor der Ostküste Südafrikas bei starkem Sturm und Seegang. Eine Explosion im Maschinenraum und eindringendes Wasser brachten das Schiff mehrere Stunden nach dem Unglück zum Sinken. Kapitän und Crew verlassen das Schiff als eine der ersten und lassen ihre Passagiere im Stich. Wie durch ein Wunder konnten alle 571 Menschen an Bord gerettet werden. Vom Untergang der Oceanos gibt es ein dramatisches Video auf Youtube:

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4 Kommentare zu Die 15 schlimmsten Kreuzfahrtschiff-Unglücke

  1. morawee on Januar 15, 2012 at 10:28 pm

    Unglaublich – ich habe ja auch schon einige Kreuzfahrten gemacht. Echt nicht zu fassen. Dann noch so viel Unglücke in Europa…

  2. Heiner Wende on Dezember 29, 2014 at 11:39 pm

    Als ehemaliger Schiffsingenieur beobachte ich mit großer Sorge
    das die Kreuzfahrtschiffe immer größer werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit das es zu einem größeren Unglück, sei es durch Monsterwellen, Maschinenausfall in schweren Sturm oder Brand kommt.
    Das Problem ergibt sich aus der Evakuierung von mehreren tausend Personen, aus der internationalen Zusammensetzung der Besatzung und daraus folgenden Kommunikationsproblemen.
    Die Seefahrt ist keine Spaßveranstaltung. Von Seiten der Reedereien ist es eine knallhart durchkalkulierte Geschäftsmasche bei
    der nur die Anzahl der Passagiere die Kasse so richtig zum Klingeln bringt. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die Meinung von Fachleuten die diese Entwicklung schon seit längerer Zeit beobachten.

  3. Franz Neumeier on Dezember 30, 2014 at 7:58 am

    Ich will Ihnen da nicht widersprechen, schon weil Sie technisch sicherlich tiefer mit in der Sache vertraut sind. Trotzdem will ich zumindest anmerken, dass für die großen Schiffe auch neue Rettungskonzepte entwickelt wurden, um der höhere Passagierzahl Rechnung zu tragen. Etwas genauer kenne ich das von der Oasis of the Seas, wo beispielsweise die Wege von den Musterstationen zu den Booten extrem kurz sind und die Boote zum Einsteigen nicht mehr herab gelassen werden müssen, sondern bereits auf Einsteige-Höhe hängen.

    Meine Meinung: Es kommt nicht ausschließlich auf die Größe an, sondern wirklich auf jedes einzelne Schiff. Gerade auf kleinen, älteren Schiffen sind die Rettungswege teils sehr verwinkelt und eng, die Flächen der Musterstationen sehr knapp bemessen. Auf großen Schiffen gibt es allein durch die Größe der Schiffe mehr Rückzugsmöglichkeiten im Falle eines Brandes (zumindest solange selbiger sich nicht übers ganze Schiff ausbreitet, was moderne Brandschutzmaßnahmen idealerweise verhindern). Und internationale Crew mit verschiedenen Sprachen haben Sie heute auf nahezu jedem Kreuzfahrtschiff, ob groß oder klein.

    Das einfach mal als ein paar Beispiele, dass man das Thema glaube ich differenziert betrachten muss und „groß“ nicht automatisch und ohne Einschränkungen auch „schlecht“ bedeutet …

  4. Georges Graff on September 26, 2016 at 1:55 am

    Wenn das Schiff Schlagseite hat ist die Hälfte der Rettungsboote unbrauchbar. Ich habe bei einem Manöver bei spiegelglatter See und Windstille erlebt, dass auch erprobte Seeleuten ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Das betreffende Rettungsboot ist mit dem Heck ein bis zwei Meter abgesackt. Bei hohem Wellengang schlagen die Rett.Boote an die Bordwand und sausen auf und nieder.
    Ein Schwelbrand kann das ganze Schiff mit schwarzem Rauch füllen. usf.
    Da sind eben eine hohe Anzahl Passagiere (Tausende) fast nicht zu managen für Rettungskräfte.

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