AIDAprima (Bild: AIDA Cruises / Drone Addicts)

AIDAprima tankt erstmals Kraftstoff aus nachhaltigen Quellen

Die AIDAprima hat erstmals Kraftstoff gebunkert, der teilweise aus nachhaltigen Quellen stammt. Der am 21. Juli 2022 in Rotterdam aufgenommene Kraftstoff besteht laut Reederei aus einer Mischung aus Marinegasöl (MGO) und Biokraftstoff aus nachhaltigen Rohstoffen wie Altspeiseöl.

Die erstmalige Verwendung von nachhaltig produziertem Kraftstoff ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Kreuzfahrtschiffe bei AIDA. Zunächst kommt dieser Kraftstoff als Beimischung zum Marinegasöl zum Einsatz, das in manchen Gebieten auch bisher schon das ansonsten verwendete Schweröl ersetzt.

Der nachhaltige Kraftstoff für die AIDAprima stammt von dem niederländischen Biokraftstoffpionier Good-Fuels und ist eine Mischung aus Marinegasöl (MGO) und Biokraftstoff, der vollständig aus nachhaltigen Rohstoffen wie beispielsweise Altspeiseöl hergestellt wird. Der Biokraftstoff-Anteil soll bei rund 30 Prozent liegen.

Für Bio-Kraftstoff dieser Art werden keine speziell dafür angebauten Rohstoffe wie etwas Mais verwendet, sondern ausschließlich Recycling-Produkte. Er ist nahezu schwefelfrei und verursacht 80 bis 90 Prozent weniger CO₂-Emissionen als fossile Kraftstoffe wie LNG, Marinediesel oder Schweröl.

Die AIDAprima ist wahrscheinlich das erste, große Kreuzfahrtschiff, das nachhaltig erzeugten Kraftstoff nutzt. In der Kreuzfahrt verwendet Hurtigruten Biodiesel als Beimischung bei den Küstenrouten-Schiffen und teils bei den Expeditionskreuzfahrtschiffen schon seit 2019. Bei Frachtschiffen wird eine Beimischung aus Biokraftstoffen ebenfalls bereits vereinzelt eingesetzt. Der Massengutfrachter Trudy des deutschen Schiffsmanagers Minship fuhr im April 2020 testweise bereits mit reinem Biokraftstoff, der wie bei der AIDAprima vom Anbieter Good-Fuels stammt.

Biokraftstoffe sind für große Kreuzfahrtschiffe in der näheren Zukunft wichtig, um beispielsweise ab 2026 weiterhin die norwegischen Unesco-Welterbe-Fjorde, insbesondere den Geirangerfjord befahren zu können. Denn dort gilt ab 2026 ein striktes Emissionsverbot für Kreuzfahrtschiffe. Kleinere Schiffe wie die Küstenroutenschiffe von Havila können mit Energie aus Akkus fahren. Für große Schiffe reicht die aktuell verfügbare Akkutechnik dagegen noch nicht aus, um längere Fahrtstrecken sowie die Liegezeit in Geiranger ohne Emissionen zu überbrücken.

Neben den Tests und dem Ausbau von nachhaltig erzeugten Kraftstoffen setzt AIDA Cruises unter anderem auch auf Akkutechnik und Brennstoffzellen. Aktuell stattet die Reederei gerade die AIDAprima im laufenden Betrieb mit einem Akkuspeichersystem aus, das eine Leistung von zehn Megawattstunden hat und demnächst betriebsbereit sein soll. Auf der AIDAnova sollen ebenfalls noch in diesem Jahr erstmals bei AIDA Cruises auch Brennstoffzellen in den Testtrieb gehen.

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