Victory II (Bild: Victory Cruise Lines)

American Queen Steamboat Co. kauft Victory Cruise Lines

American Queen Steamboat Company kauft den Markennamen und die beiden Kreuzfahrtschiffe von Victory Cruise Lines und wird auch ein für 2021 geordertes Expeditionskreuzfahrtschiff übernehmen. Damit dehnt die amerikanische Flusskreuzfahrt-Reederei ihr Geschäft zunächst vor allem auf die großen Seen aus und später wohl auch auf weitere Fahrtgebiete.

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American Queen Steamboat Company betreibt derzeit mit der American Queen und der American Duchess zwei Schiffe auf dem Mississippi-River-System und mit der American Empress eines am Columbia River. Ein weiteres Flusskreuzfahrtschiff, die American Countess, ist derzeit in Bau und soll 2020 in Dienst gehen. Ale vier Schiffe sind – mehr oder weniger – im Stil historischer Raddampfer gestaltet. Die American Queen verfügt sogar über eine Dampfmaschine für den Hauptantrieb über ihr Heck-Schaufelrad.

Die beiden Schiffe der Victory Cruise Line, Victory I und Victory II, waren 2001 und 2004 ursprünglich unter dem Namen Cape May Light und Cape Cod Light von der damaligen Delta Queen Steamboat Company gebaut worden, der auch die American Queen gehörte. Nach Zahlungsschwierigkeiten der Reederei gingen die beiden heutigen Victory-Schiffe mehrfach an neue Eigentümer und kehren mit dem Kauf nun quasi zum Nachfolger der ursprünglichen Reederei zurück. Die Schiffe haben eine Tonnage von nur BRZ 4.954 und bieten Platz für jeweils 202 Passagiere.

In einer Pressemitteilung schreibt American Queen Steamboat Company, man komme mit dem Kauf dem langjährigen Wunsch der Kunden nach, auch auf den Großen Seen zwischen Kanada und den USA zu fahren. Nicht näher äußert sich die Reederei zu weiteren Fahrtzielen, insbesondere an der Küste Mexikos und Neuenglands und Kreuzfahrten rund um Kuba.

Auf Nachfrage von cruisetricks.de bestätigte American Queen Steamboat Company, dass zu dem jetzt geschlossenen Deal auch der kürzlich von Victory Cruise Lines bestellte Neubau des Expeditionskreuzfahrtschiffs Ocean Victory gehört, das für Sunstone Ships gebaut und langfristig an Victory Cruise Lines verchartert wird. Dieses Schiff soll im März 2021 in Dienst gehen.

Noch nicht klar ist, inwieweit das bisherige Management von Victory Cruise Lines im Unternehmen bleibt. President und CEO Hans Lagerwji, früher bei der TUI Group als Portfolio-Manager der Adventure-Travel-Division und als President und CEO von Quark Expeditions, war erst Anfang 2018 zum Unternehmen gekommen. Chairman Bruce Nierenberg hat dagegen eine längere Vorgeschichte, sowohl mit Delta Queen Steamboat Company (DQSC) als auch mit den beiden Victory-Schiffen: Er war von 2002 bis 2006 als President und CEO bei DQSC tätig. Das Unternehmen wurde 2006 verkauft, nachdem es Gläubigerschutz nach Chapter 11 angemeldet hatte.

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