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Seabourn Venture - Überführung nach Genua im April 2021

Expeditionskreuzfahrtschiff Seabourn Venture geht in die letzte Bauphase

Die Seabourn Venture, erstes explizit für Expeditionskreuzfahrten gebautes Schiff von Seabourn, geht in die letzte Bauphase. Der Rohbau des Kreuzfahrtschiffs wird aus der Nähe von Triest zur Endausrüstung in die T.-Mariotti-Werft nach Genua verlegt. In Dienst gehen soll das Luxus-Schiff im Dezember 2021.

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Auch wenn Seabourn bisher schon Expeditionskreuzfahrten angeboten hat: Die Seabourn Venture ist das erste Kreuzfahrtschiff der Ultraluxus-Reederei, dass explizit für diesen Zweck konzipiert und gebaut wird. Ein bislang noch namenloses Schwesterschiff soll 2022 in Dienst gehen.

Der Rumpf der Seabourn Venture wurde in der Werft T. Mariotti San Giorgio di Nogaro nahe Triest gebaut und ist bereits mit Motoren, Generatoren und der wesentlichen Ausrüstung der Maschinenräume ausgestattet. Gezogen von Schleppern begann das Expeditionsschiff am 30. März die rund 1.200 Seemeilen lange Überfahrt in die Werft T. Mariotti nach Genua, wo es fertig gebaut wird. (Update: Die Seabourn Venture ist am 10. April 2021 in Genua angekommen.)

Seabourn-Luxuskonzept auf Expeditionskreuzfahrtschiff übertragen

Seabourn will den hohen Luxus-Standard der bestehenden Flotte bieten und mit dem Expeditionskreuzfahrterlebnis kombinieren, wie Robin West, Vice President und General Manager Expeditions, kürzlich in einer Online-Präsentation vor Journalisten erläuterte. Man wolle mit der Seabourn Venture ausdrücklich keine neue Expeditionskreuzfahrt-Marke einführen, sondern das gewohnte Seabourn-Ambiente einschließlich der typischen Innenräume, Service-Niveau und Kulinarik auf ein Expeditionsschiff übertragen.

Seabourn Venture
Seabourn Venture

Mit der hohen Eisklasse PC6 ist die Seabourn Venture auch für schwierige Eisbedingungen gerüstet. Zugleich verfügt die Seabourn Venture – für ein Expeditionskreuzfahrtschiff eher ungewöhnlich – über Pod-Antrieb für größtmögliche Manövrierbarkeit.

Besonderheiten der Seabourn Venture

Das Schiff soll einige Besonderheiten haben, die das Expeditionserlebnis einerseits komfortabel, andererseits aber dennoch sehr intensiv machen sollen:

  • über einen speziellen Ausstieg („Ice Egress Gangway“) sollen Passagiere sogar vom Schiff auf See-Eis umsteigen können, um dort ein paar Schritte zu laufen.
  • eine hochauflösende Cineflex-Kamera kann beispielsweise Wildtiere am Eis oder an Land aus bis zu vier Meilen Entfernung herabzoomen und auf Monitoren an Bord zeigen.
  • schiffseigene Drohne mit Live-Übertragung auf Monitore an Bord.
  • zwei U-Boote für jeweils sechs Passagiere und einer Tauchtiefe von bis zu 300 Metern. Bei acht bis neun möglichen Tauchgängen pro Tag könnten laut Seabourn innerhalb von zwei Tagen alle Passagiere einmal im U-Boot mitfahren. Trotz umfassendem All-inclusive-Konzept von Seabourn wird die Fahrt im U-Boot allerdings, ähnlich wie besonders exklusive Landausflüge, extra kosten.
  • weitläufige Außenflächen – insgesamt 2.750 Quadratmeter – inklusive eine großen Außendecks am Heck mit Infinity-Pool.
  • in vielen Bereichen Fensterfronten, die vom Boden bis zur Decke reichen, auch in der Sauna sowie in vielen Suiten.
  • Bow Lounge mit drei „virtuellen Brücken“, jeweils mit einer Konsole aus vier Monitoren, auf denen Passagiere Live-Feeds wie Radar, Seekarten, Bordkameras und Navigationsdaten angezeigt bekommen, als seien sie direkt auf der Brücke (selbige nach dem „open bridge“-Konzept für Passagiere grundsätzlich ebenfalls zugänglich ist).
  • offener Bereich auf Deck 6 mit Zugang bis ganz nach vorne zum Bug.
  • Seabourn plant außerdem einen Bugsprit, wohl Form eines Laufstegs, auf dem Passagiere nach vorne über den Bug hinaus laufen und das Schiff quasi von außen sehen können sollen.

Einen Einblick in das Innen-Design des Stardesigners Adam Tihani, geben die Computer-Renderings, die uns Seabourn zur Verfügung gestellt hat:

Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte auf der Seabourn Venture

Seabourn betont, dass die Reederei großen Wert auf Nachhaltigkeit lege. Als Treibstoff werde auf der Seabourn Venture durchgehend das relativ saubere Marine Gasoil (MGO) zum Einsatz kommen. Über Solar-Panels wird zusätzliche Energie gewonnen,  was den Kraftstoffverbrauch des Schiff senkt. Und die Beschichtung des Unterwasserschiffs erzeugt laut Seabourn eine nur sehr geringe Reibung, sodass damit bis zu zehn Prozent Treibstoff gespart werden könne.

Energie soll die Seabourn Venture auch aus einem „Mags“ genannten System zur Müllverwertung gewonnen werden. Bei einem solchen Micro Auto Gasificaton System wird Müll in einen gasförmigen Energieträger umgewandelt. Solche Systeme kommen beispielsweise auch auf den Schiffen von Mystic Cruises / Nicko Cruises zum Einsatz und werden in der Kreuzfahrt bislang ansonsten noch nicht verwendet.

Ein Dynamic Positioning System (DPS) ermöglicht dem Schiff, an einem Ankerplatz mit Hilfe von Podantrieb und Bugstrahlrudern die Position zu halten, ohne einen Anker setzen zu müssen. Das schont den Meeresboden und ermöglicht auch den Anlauf von Schutzgebieten, in denen Ankern nicht zulässig ist. Insbesondere neuere Kreuzfahrtschiffe sind inzwischen häufig mit einem solchen System ausgestattet.

Seabourn Venture

  • Reederei: Seabourn
  • Bauwerft: Joint Venture Cimolai und T. Mariotti, San Giorgio do Nogaro und Genua
  • Tonnage: BRZ 23.000
  • Länge: 170 Meter
  • Breite: 26 Meter
  • Passagiere: 264
  • Crew: 120
  • Eisklasse: PC6
  • Reisegeschwindigkeit: 17 Knoten
  • Sonderausstattung: 24 Zodiacs, 2 U-Boote

Die Jungfernfahrt  der Seabourn Venture startet unter dem Titel „Northern Lights und North Cape“ am 11. Dezember 2021 in Greenwich, England, führt bis zum Nordkap und endet am 23. Dezember 2021 in Tromsö. Bis April folgen weitere 12- und 14tägige Winter-Kreuzfahrten zwischen Tromsö und Kopenhagen. Das Schiff wird 2022 und 2023 aber auch auf teils recht außergewöhnlichen Routen beispielsweise nach Grönland, in die kanadische Arktis, auf dem Amazonas bis nach Iquitos sowie in die Antarktis fahren.

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