Mit All-inklusive-Paketen bieten immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien ein optionales Upgrade zur All-inklusive-Kreuzfahrt an: „Have it all“, „Experience More“, „Free at Sea“, „Fun Pack“, so heißen diese vermeintlichen Rundum-Sorglos-Pakete. Und das oft zu relativ günstigen Preisen. Aber Vorsicht: Die All-inklusive-Pakete lohnen sich nicht für jeden.
Auch wenn es Vorläufer von All-inklusive-Paketen schon 2016 gab: Durchgesetzt hat sich das Konzept bei den meisten Kreuzfahrt-Reedereien erst seit etwa 2025. Während Luxus-Reedereien und in Deutschland auch TUI Cruises komplett auf All-inklusive setzen, bieten vor allem Massenmarkt-Reedereien ihren Passagieren inzwischen die Wahl: Basis-Tarif oder All-inklusive?
Die Diskussion um „all inclusive“ ist unter Passagieren so alt wie das Konzept als solches:
- Die einen bevorzugen die Bequemlichkeit, und den möglichen Preisvorteil, einmal pauschal zu bezahlen und sich dann an Bord keine Gedanken um Getränkerechnungen, Spezialitätenrestaurants, Internet-Pakete, Servicegebühren oder Trinkgelder machen zu müssen.
- Die anderen zahlen das, was sie konsumieren, lieber einzeln, um über die Mischkalkulation der All-inklusive-Preise nicht draufzuzahlen.
Doch die Trennung zwischen All-inklusive- und Nicht-all-inklusive- Reedereien verwischt zusehends. Immer mehr Massenmarkt-Reedereien bieten jetzt beide Varianten. Der Trick: Basis-Preis für die Kreuzfahrt plus optional hinzubuchbare All-inklusive-Pakete.
Gelegentlich sind die All-inklusive-Pakete so günstig, dass man gar nicht lange darüber nachdenken muss. Allerdings – und das macht dies Art von Pauschalpaketen etwas kompliziert – muss man genau hinsehen, was tatsächlich inklusive ist. Denn das variiert von Reederei zu Reederei teils deutlich. Und natürlich spielt auch eine Rolle, was im Reisepreis ohnehin schon enthalten ist, Stichwort: Getränke, Trinkgelder oder Servicegebühren.
Ein Beispiel: Bei NCL ist das All-inklusive-Paket günstiger als nur das Getränkepaket allein. In „Free at Sea“ sind aber nur 150 Minuten Internet inklusive – wer mehr braucht, muss dann doch wieder ein separates Internet-Paket dazubuchen. Zugleich sind die Einzelpreise für Getränke bei NCL in letzter Zeit enorm gestiegen, sodass sich das All-inklusive-Paket quasi AStandard ist und sich fast für jeden Passagier lohnt.
Bei AIDA gibt es All-inklusive-Optionen übrigens in Form unterschiedlicher Buchungstarife statt über Pakete. Das ist im Ergebnis dasselbe Prinzip wie die All-inklusive-Pakete, nur sind die zusätzlichen Kosten nicht so einfach vergleichbar. Bei Premium-all-in sind bei AIDA beispielsweise Getränkepaket, Onboard-Chat und Spezialitätenrestaurants enthalten, im höchsten Tarif Comfort-all-in zusätzlich unter anderem Internet-Flatrate, täglich zwei Stunden Spa-Zugang mit Sauna.
Was sind All-inklusive-Pakete eigentlich?
Früher konnte man ergänzend zu einer Kreuzfahrt vor allem Getränke- oder Internetpakete einzeln dazubuchen. Doch inzwischen bieten die meisten großen Kreuzfahrt-Reedereien auch viel umfassendere All-inklusive-Pakete an, mit inkludierten Getränken, Servicegebühren, Internet und manchmal sogar Landausflügen.
Was schleichend zur Normalität geworden ist, hat einen handfesten Grund: Die Massenmarkt-Reedereien stehen stärker in Preis-Konkurrenz zueinander und zu anderen Urlaubsformen an Land. Teurer Treibstoff treibt die Kosten für die Reedereien nach oben.
Kreuzfahrten erscheinen den potenziellen Kunden aber attraktiver, wenn der Basis-Preis so niedrig wie möglich ist. Denn den ziehen viele für den ersten Preisvergleich heran, wenn sie einen Urlaub planen. Ein niedriger Basispreis plus optionale Zusatzleistungen funktioniert deshalb in der Werbung besser.
Zugleich lassen sich die All-inklusive-Pakete auch sehr positiv als „Rundum sorglos“-Pakete vermarkten, die eine böse Überraschung bei der Abrechnung am Ende der Kreuzfahrt vermeiden. Im Idealfall für die Reedereien empfinden die Kunden die Pakete als „Vorteil“ oder sogar „Schnäppchen“.
Im Vergleich zu Einzelpaketen für Getränke oder Internet haben die All-inklusive-Pakete den Vorteil einer Mischkalkulation: Je mehr Leistungen in ein solches Paket gepackt werden, desto günstiger kann es tendenziell werden, weil nie alle Passagiere alle diese Leistungen auch wirklich in Anspruch nehmen.
Die All-inklusive-Pakete erlauben es den Reedereien also, ihre Kosten wie bei All-inklusive-Preisen zu kalkulieren, zugleich aber in der Werbung mit günstigen Preisen werben zu können.
Übersicht der All-inklusive-Pakete der Reedereien
| Reederei | Pakete | Preis pro Person pro Tag | Was ist enthalten? |
|---|---|---|---|
| Azamara | Experience More Essentials | 50 Dollar | Internet, Premium-Getränkepaket, 20 Dollar Landausflugsguthaben pro Tag |
| Experience More Enjoyment | 70 Dollar | zusätzlich: Ultimate-Getränkepaket, 1 Spezialitätenrestaurant pro 4 Nächte, Wäschereiservice, 30 Dollar Landausflugsguthaben pro Tag | |
| Experience More Indulge | 85 Dollar | zusätzlich: Internet mit zwei Geräten pro Person, unbegrenzt Spezialitätenrestaurants, mehr Wäschereiservice, 20 Dollar Spa-Guthaben pro Tag pro Person, 35 Dollar Landausflugsguthaben pro Tag | |
| Carnival Cruise Line | Kidstarter Funpack | 25 Dollar | Social-Media-Internet, Getränkepaket Bottomless Bubbles |
| Zero Proof Funpack | 50 Dollar | Standard-Internet, Getränkepaket Cheers Zero Proof, Rabatt auf Spezialitätenrestaurants, Landausflugsguthaben | |
| Social Funpack | 60 Dollar | zusätzlich: Premium-Internet, Getränkepaket Cheers Social, Rabatte auf Spa und Fotostudio | |
| Epic Funpack | 99 Dollar | zusätzlich: u.a. Getränkepaket Cheers, 2x Spezialitätenrestaurant, 2 Landausflüge | |
| Celebrity Cruises | All Included | ca. 75 Dollar | Classic-Getränkepaket, Standard-Internet |
| Costa | „My Italian“-Genusspaket | 42,50 Euro, Sonderaktionen auch < 30 Euro | Getränke und Kaffeespezialitäten, zwei Kugeln Eiscreme pro Tag, ein Pizzeria-Besuch |
| „My Italian Plus“-Genusspaket | bei Suiten inklusive | zusätzlich: weitere Getränke, Minibar | |
| Cunard Line | The Signature Package | 45 bis 80 Euro je nach Reisedauer | Standard-Internet, Getränke-Paket, Dining-Guthaben ab 15 Dollar je nach Reisedauer |
| The Premium Signature Package | 60 bis 90 Euro je nach Reisedauer | zusätzlich: Premium-Internet, Premium-Getränkepaket, höheres Dining-Guthaben ab 25 Dollar | |
| Holland America Line | Have it All | 70 Euro, ab Sommer 2027: 75 Euro | Servicegebühr, Internet, Signature-Getränkepaket, Landausflugsguthaben, Spezialitätenrestaurants (z.B. 7-Nächte-Reise: 1x) |
| NCL | Free at Sea | z.B. 40 Dollar (279 Euro pro Person bei Reisedauer 7-8 Tage), bei Sonderaktionen auch mal zum halben Preis | Premium-Getränkepaket, 150 Minuten Internet pro Kabine, Spezialitätenrestaurant-Paket 1 bis 4 Restaurants je nach Reisedauer, Landausflug-Guthaben 50 Dollar pro Kabine pro Hafen |
| Free at Sea Plus | als Upgrade 42,99 Euro | zusätzlich: Service-Gebühr, Spezialitätenrestaurants unbegrenzt, erweitertes Getränkepaket z.B. inkl. Starbucks und Champagner | |
| P&O Cruises | Classic Paket | 49 Pfund | Classic-Getränkepaket, Basis-Internet, Guthaben für Spezialitätenrestaurants (je Reisedauer ab 20 Pfund) |
| Deluxe Paket | 59 Pfund | Deluxe-Getränkepaket, Ultimate-Internet, Guthaben für Spezialitätenrestaurants (je Reisedauer ab 30 Pfund) | |
| Princess Cruises | Princess Plus | 70 Dollar (Sun/Star Princess: 75 Dollar) | Servicegebühr, Plus-Getränkepaket, Kaffeespezialitäten, Medallion-Net Max Internet, 4x Casual Dining Restaurants, Lieferdienste |
| Princess Premier | 105 Dollar (Sun/Star Princess: 110 Dollar) | zusätzlich: Premier-Getränkepaket, Foto-Paket. Unbegrenzt Spezialitätenrestaurants, reservierte Plätze im Theater, Bordguthaben für Landausflüge | |
| Royal Caribbean | Royal Genie Package | ab ca. 300 Dollar (nicht auf Quantum-, Oasis- und Icon-Class) | u.a. Deluxe Beverage Package, Star-Class-Dining-Benefits, Internet, Mini-Bar, Suite-Lounge, reservierte Plätze im Theater |
| Windstar Cruises | All-Inclusive Cruise Package | 99 Dollar | Servicegebühr, Internet, Unlimited Beverage Package |
(Stand Oktober 2026, bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag nicht aktualisiert wird. De aktuellen Preise können also von den in der Tabelle genannten abweichen.)
„You get what you pay for“
Aber ob Paket oder Einzelabrechnung – letztlich läuft es immer auf das gleiche hinaus: „You get what you pay for“. Auf die eine oder andere Weise bezahlt man für die Leistungen, ob direkt und einzeln oder indirekt und über All-inklusive-Pakete.
Für den Kunden bedeutet das, sich nicht von günstigen Kreuzfahrt-Preisen locken zu lassen, sondern immer eine Gesamtkostenrechnung aufzumachen und die in Frage kommenden Urlaubsangebote anhand der Gesamtkosten zu vergleichen.
Das Ergebnis kann durchaus überraschend sein. Da ist dann schonmal eine Kreuzfahrt mit einer vermeintlich teureren Reederei mit All-inklusive-Konzept in der Endabrechnung günstiger, weil die Leistungen eben schon im Grundpreis enthalten sind. Während man bei einer vermeintlich günstigeren Reederei plus Nebenkosten oder gegebenenfalls ein All-inklusive-Paket tatsächlich teurer fährt.
