Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors
"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das für cruisetricks.de?

„Kein Entertainment wie in einem Freizeitpark“

Das Logo von Princess Cruises – die Meerhexe und ihren fliegenden Haaren – hat jeder Kreuzfahrt-Urlauber wahrscheinlich schon einmal gesehen. Aber an Bord eines Princess-Schiffs waren die meisten noch nicht. Im Exklusiv-Interview bei Cruisetricks.de erklärt Eithne Williamson, Vice President UK, Ireland & EMEA bei Princess Cruises, was die US-Reederei ausmacht und warum sie gerade auch für deutsche Kreuzfahrer attraktiv ist.

Ich habe Eithne Williamson auf der Reisemesse IT in Berlin im März 2026 getroffen und mit ihr vor allem darüber gesprochen, wie Sie Princess Cruises deutschen Kreuzfahrt-Urlaubern schmackhaft machen will.

Themen waren aber auch die hausinterne Rivalität mit der zweiten Premium-Marke in der Carnival-Gruppe, Holland America Line, sowie das Konkurrenzverhältnis zu Celebrity Cruises und deren Flusskreuzfahrt-Ambitionen. Und es geht um die Kulinarik-Offensive, für die sich Princess Cruises Rudi Sodamin als „Head of Culinary Arts“ von Holland America Line geholt hat.

Das Meerhexe-Logo am Bug der Sun Princess
Das Meerhexe-Logo am Bug der Sun Princess

Franz Neumeier: Was macht Princess Cruises für den Kreuzfahrt-Urlauber interessant? Was unterscheidet Princess so sehr von beispielsweise AIDA oder TUI Cruises, dass es sich lohnt, Princess Cruises einmal auszuprobieren?

Eithne Williamson: Ich denke, für den deutschen Markt ist Princess Cruises eine sehr gute Wahl. Was uns unterscheidet, ist der internationale Aspekt. Wenn man sich anschaut, wohin Princess fährt: Wir haben 345 Destinationen, sieben Kontinente. Wohin auch immer man in der Welt reisen möchte, Princess kann einen dorthin bringen.

„Wohin auch immer man in der Welt reisen möchte, Princess kann einen dorthin bringen.“

Aber dann ist da auch der internationale Aspekt der Gäste an Bord, eine wirklich bunte Mischung aus der ganzen Welt. Das schafft eine schöne Stimmung an Bord.

Und dann auch bei der Atmosphäre, die unsere Crew möglich macht. Da gibt es eine echte, aufrichtige Beziehung, die Crewmitglieder sind mit Freude dabei, sie sind für einen da, sie wollen, dass man eine gute Zeit hat. Es ist eben auch dieses zeitlose Kreuzfahrt-Erlebnis, und es ist ein wenig entspannter als bei einigen der anderen Reedereien.

„Medallion: Das ist keine Technologie um ihrer selbst willen.“

Da ist zum Beispiel auch die Medallion-Technologie. Das ist keine Technologie um ihrer selbst willen. Es geht darum, den Service an Bord zu verbessern und es einem zu ermöglichen, die Zeit im Urlaub bestmöglich zu nutzen.

Aber dann eben auch auf der kulinarischen Seite und bei der Unterhaltung. Wenn man zum Beispiel an die Sun Princess und Star Princess denkt: Wir haben dort „Spellbound by Magic Castle“, das ist fantastisch. Etwas ganz Besonderes und einfach etwas wirklich anderes – magisch, aber echt und immersiv.

Auf der Discovery Princess und Enchanted Princess, das 360-Dining, bei dem sich alles um die Sinne dreht. Oder auf der Sun Princess und Star Princess haben wir Umai Teppanyaki und „Love by Britto“. Es gibt außerdem eine ganze Bandbreite an Dining-Optionen, vom traditionellen Crown-Grill-Steakrestaurant bis hin zu innovativeren, inspirierenden Angeboten.

Ich bin sowohl beruflich als auch privat mir Princess gefahren, ich war mit meinem Mann unterwegs, ich habe meine Stiefkinder und ihre Partner mitgebracht. Das Mehrgenerationen-Konzept funktioniert gut an Bord.

Franz Neumeier: Noch einmal konkret auf den Punkt: Was ist der entscheidende Aspekt für den deutschen Markt?

Eithne Williamson: Für mich geht es um dieses Premium-Erlebnis, aber auch darum, einen hervorragenden Gegenwert für einen All-inclusive-Urlaub zu bieten. Denn man hat großartige Qualität beim Dining, bei der Unterhaltung, bei den immersiven Erlebnissen, aber wenn man dann Princess Plus oder Princess Premier hinzubucht, ist Wlan, Trinkgelder für die Crew, das Getränkepaket inklusive. Mit dem Premier-Paket bekommt man das gesamte Specialty Dining inklusive. Das ist ein unglaublich guter Gegenwert.

„Und ich denke, dass besonders das Gesamtpaket den Unterschied macht und sich abhebt.“

Und ich denke, dass besonders das Gesamtpaket den Unterschied macht und sich abhebt.

Was den deutschen Markt betrifft: Ich habe heute mit einem unserer Reisebüro-Partner gesprochen. Er sagte, sie haben eine 70-prozentige Wiederholer-Quote bei den Gästen, die mit ihnen gefahren sind. Das ist beeindruckend.

Franz Neumeier: Wer ist der direkteste Wettbewerber für Princess Cruises? Celebrity Cruises?

Eithne Williamson: Ja, in Großbritannien ist Celebrity einer unserer wichtigsten Wettbewerber.

Aber ich bin eine überzeugte Fürsprecherin der Kreuzfahrtbranche. Ich arbeite sehr eng mit der CLIA zusammen, und mir ist es wichtig, Menschen dafür zu begeistern. Mir ist aber auch wichtig, dass wir die richtige Person auf die richtige Reise bringen, denn dann bleiben die Menschen treu und erzählen auch Freunden und Familie von den Vorteilen. Denn tatsächlich gibt es immer noch Vorurteile darüber, wie sich eine Kreuzfahrt anfühlt.

Franz Neumeier: Das Konzept von Celebrity Cruise schlägt mit „Modern Luxury“ seit einigen Jahren eine neue Richtung ein. Hilft Ihnen das, weil Celebrity damit mehr Raum für Princess bei einem traditionelleren Publikum lässt?

Eithne Williamson: Ich weiß, dass wir eine Reihe von Gästen haben, die auf Celebrity waren und sich für Princess entschieden haben und es lieben. Also würde ich jeden mit offenen Armen willkommen heißen, der auf Celebrity war und Princess ausprobieren möchte.

Franz Neumeier: Haben Sie eine bestimmte Persona, einen bestimmten Menschentypen als typischen Princess-Kunden im Kopf? Wer sind Ihre idealen Kunden?

„Das ist kein Entertainment wie in einem Freizeitpark. In diese Richtung gehen wir nicht.“

Eithne Williamson: Ich denke, das geht beim Alter so in Richtung um die Fünfzig, aber aktive Menschen. Wir sprechen von gehobenem, aktivem Entdecken an Bord des Schiffs. Da sind Paare, aber auch das Mehrgenerationen-Element. Das ist kein Entertainment wie in einem Freizeitpark. In diese Richtung gehen wir nicht.

Wir haben viel Arbeit investiert, um mit unseren Gästen darüber zu sprechen, was sie suchen – was der Princess-Gast will und worum es beim Princess-Gasterlebnis geht. Für uns geht es darum, sicherzustellen, dass wir liefern, was sie möchten. Im Moment bauen wir keine neuen Schiffe, aber die Innovation und die Erlebnisse, die Pläne, basieren auf dem, was unsere Gäste wollen.

Franz Neumeier: Von außen betrachtet pflegt Princess Cruises innerhalb der Carnival-Gruppe eine fast schon traditionelle Rivalität mit Holland America Line. Ist das wirklich interner Wettbewerb? Und was hat sich dabei über die Jahre hinweg verändert?

Eithne Williamson: Für mich ist es keine Rivalität. Was ich toll finde, ist, wie die (Carnival-)Marken zusammenarbeiten, und dieser gemeinsame Messestand hier auf der ITB ist ein Beispiel dafür. In Großbritannien bei der großen Clia-Konferenz arbeiten wir ebenfalls zusammen. Und in den USA bringen sie die Marken ebenfalls stark zusammen.

„Für mich ist es keine Rivalität. “

Unser Präsident von Princess Cruises war früher Präsident von Holland America Line. Das macht die Frage also sogar noch interessanter.

Ich denke, was wir erkannt haben, ist, dass es eine Gelegenheit gibt, dass Kollegen sich austauschen, voneinander lernen, sich gegenseitig verstehen, und wir versuchen, das markenübergreifend zu tun. Gespräche zu führen, aber auch nach Markt und nach Gast zu differenzieren. Und das ist der Vorteil der Carnival-Marken – wir sprechen leicht unterschiedliche Märkte an, leicht unterschiedliche Gäste.

Wir sehen durchaus welche, die auf mehreren unserer Marken fahren. Und das ist auch in Ordnung, denn es geht darum, dass Menschen die richtige Kreuzfahrt und das richtige Ziel für sich zu dem jeweiligen Zeitpunkt auswählen. Und das kann sich eben auch mal ändern.

Franz Neumeier: Aus Kundenperspektive – was würden Sie sagen, sind die größten Unterscheidungsmerkmale zwischen den beiden Marken HAL und Princess? Was sind die großen, offensichtlichen Unterschiede?

Eithne Williamson: Ich denke für mich ist es wahrscheinlich der Punkt, dass der Princess-Gast etwas mehr in Richtung dieses aktiven Entdeckens geht als der Holland-America-Line-Gast.

„Ich denke, es gibt einen Platz für beide Marken und eine Stärke in beiden.“

Und wenn wir uns einige der Quellmärkte ansehen, gibt es da etwas mehr Differenzierung. Wir haben zum Beispiel mehr Gäste aus Großbritannien. Aber wir haben auch einige der neuen, größeren Schiffe mit viel Innovation an Bord. Ich denke, es gibt einen Platz für beide Marken und eine Stärke in beiden. Es geht darum, das zu verstehen und zu genießen.

Franz Neumeier: Rudi Sodamin ist von Holland America Line zu Princess Cruises gewechselt, um Ihre kulinarischen Konzepte aufzufrischen und zu optimieren. Was hat dieses Projekt bereits verändert? Und was ist in naher Zukunft zu erwarten?

Eithne Williamson: Rudi ist fabelhaft. Aber wir haben auch ein Team, das intern für Food-and-Beverage aufgebaut wurde, ein tolles Team. Eines meiner Lieblingsrestaurants ist The Catch by Rudi – ich liebe es. Früher war das immer das Crown Grill. Ich gehe in beide, aber „The Catch by Rudi“ ist einfach etwas Besonderes. Er hat auch die Partnerschaft (mit Romero Britto) initiiert und „Loved by Britto“ ins Programm gebracht – auch das ein erstaunliches, besonderes Erlebnis. Und es ist an einem fantastischen Standort.

Franz Neumeier: Stimmt, das ist der faszinierendste Ort, den ich je für ein Restaurant auf einem Kreuzfahrtschiff gesehen habe …

Eithne Williamson: Es ist einfach wunderschön und es so schafft eine romantische Atmosphäre. Aber eines der Dinge, die ich an Rudi liebe, ist seine Leidenschaft und sein Engagement und wie er mit unserem Team an Bord arbeitet, wie sehr ihm das Essen und die Menschen am Herzen liegen, und dass er sicherstellt, dass sie das Essen verstehen und was wir erreichen wollen, und das zum Leben erwecken. Wir sind große Fans von Rudi.

Franz Neumeier: Celebrity Cruises will bald mit Flusskreuzfahrten groß durchstarten. Ist das Prciness Crusies eine Herausforderung? Gibt es womöglich schon Pläne von Princess oder in der Carnival-Gruppe, ebenfalls Flusskreuzfahrten anzubieten?

Ich war, ehrlich gesagt, nicht groß überrascht von Celebrity, allein schon weil die Person, die das Celebrity-International-Team leitet, aus der Flusskreuzfahrt kommt.

„Bei Princess konzentrieren wir uns auf Hochseekreuzfahrten.“

Aber bei Princess konzentrieren wir uns auf Hochseekreuzfahrten. Wir hatten fünf neue Schiffe in den letzten sechs Jahren, die Star Princess wurde erst im Oktober in Dienst gestellt. Unser Fokus ist, sicherzustellen, dass wir dieses immersive Erlebnis an Bord unserer Schiffe liefern.

Die neueren Schiffe wie Sun Princess und Star Princess bieten 30 Bars und Restaurants und diese ganze Auswahl. Im Moment geht es darum, das Erlebnis an Bord unserer aktuellen siebzehn Schiffe so gut wie möglich zu machen.

Franz Neumeier: Bei 17 Schiffen in recht unterschiedlicher Größe ist es gar nicht so leicht, konsistente Qualität zu liefern …

Eithne Williamson: Wenn Leute neu in mein Team kommen, sage ich immer: Willkommen in der Princess-Familie. Es geht darum, einander zuzuhören, aufeinander einzugehen, sich gegenseitig zu unterstützen – all diese positiven Dinge. So ist es, für Princess zu arbeiten, ob an Bord oder an Land, und so fühlt es sich als Gast an – dieses Erlebnis zu spüren. Und das ist unabhängig davon, auf welchem Schiff man ist.

1 Kommentar

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

1 Gedanke zu „„Kein Entertainment wie in einem Freizeitpark““

  1. Hm, interessant aber als Princess Wiederholer (Elite mit über 250 Tagen auf Princess Schiffen) merke ich wenig, dass Princess Cruises und vor allem Interconnect als Vertreter in Europa ein wirkliches Interesse an deutschen Kunden hat. Zum einen gibt es seit Corona keinen deutschen Ansprechpartner mehr an Bord (vorher auf ausgesuchten Kreuzfahrten üblich) und zum anderen sind die Konditionen in Europa andere als wenn man in Amerika direkt bucht. Geht mal der Preis einer Kreuzfahrt nach Buchung runter, dann ist das Anpassen an den neuen Preis jedes Mal ein Kampf. In den USA geht das immer, so lange man noch nicht komplett bezahlt hat. Interconnect behauptet dann gerne, dass die USA nicht mitmacht, wenn sie sich partout nicht auf den neuen Preis einlassen wollen. Ich bin treuer Kunde aber die Möglichkeiten eine Princess Kreuzfahrt ausschließlich über Interconnect buchen zu müssen, ist von Nachteil.
    Es gibt viel Gutes über Princess Kreuzfahrten zu sagen aber nach Corona hat sich auch vieles verschlechtert. Das ist zwar bei allen Reedereien so aber eben auch deutlich bei Princess zu merken.
    Dass aber Princess Cruises oder Interconnect ein größere Interesse an deutschen Kunden haben, das ist einfach nicht wahr. Soll mir aber auch recht sein, mir reichen die maximalen 30-50 Deutsche an Bord.

Schreibe einen Kommentar

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.

Hinweis: Neue Kommentare werden aus technischen Gründen oft erst einige Minuten verzögert angezeigt.
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner