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MSC baut Beach Club auf Grand Bahama

Die MSC Group plant auf Grand Bahama einen eigenen Beach Club für Kreuzfahrt-Passagiere von MSC Cruises und Explora Journeys. MSC übernimmt dafür einen Teil des seit Jahren leerstehenden Grand Lucayan Resorts nahe der Kreuzfahrthafenstadt Freeport. Pikantes Detail des Projekts: An derselben Stelle hatte vor einigen Jahren bereits die Royal-Caribbean-Group Pläne für einen Beach Club.

Meldungen lokaler Medien zufolge übernimmt die MSC-Tochter CTL Maritime einen rund acht Hektar großen Teil des Grand Lucayan Resort, nämlich das Areal des bisherigen „Reef Village“. Update: Inzwischen hat MSC die Pläne offiziell bestätigt. Der zwischen dem bisherigen Eigentümer Concord Wilshire Group und CTL Maritime vereinbarte Kaufpreis soll bei 120 Millionen Dollar liegen.

Baubeginn für den MSC BEach Club soll schon am 12. April 20226 sein, wobei zunächst die bisherigen Hotelgebäude auf dem Gelände abgerissen werden müssen. Auch diverse Genehmigungen stehen noch aus.

Lage des Grand Lucayan Resorts (Bildquellen-Hinweis: contains modified Copernicus Sentinel data 2026 for Sentinel data)
Lage des Grand Lucayan Resorts (Bildquellen-Hinweis: contains modified Copernicus Sentinel data 2026 for Sentinel data)

Grand Lucayan: schwieriges Projekt mit Vorgeschichte

Das Grand Lucayan Resort steht seit Hurrikan Matthew 2016 weitgehend leer, lediglich der Bereich Lighthouse Pointe war zwischenzeitlich in Betrieb. Die Regierung der Bahamas hatte das Resort über die staatliche Zweckgesellschaft Lucayan Renewal Holdings erworben und seitdem monatlich zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Dollar für den Unterhalt der Anlage zugeschossen.

Im Mai 2025 unterzeichnete die Regierung ein Heads of Agreement mit der Concord Wilshire Group aus Miami über Kauf und Neuentwicklung des Resorts. Der Deal verlief allerdings nicht reibungslos. Premierminister Philip Davis sprach im Februar 2026 von einer „komplexen Transaktion“, bei der unter anderem Schimmelprobleme im Resort beseitigt und passende Markenpartner gefunden werden müssten.

Zwischenzeitlich gab es Medienberichte, der Deal sei gescheitert, was Concord Wilshire im Februar 2026 zurückwies. Eine damals angekündigte Frist für den Baubeginn verstrich allerdings ohne Ergebnis. Noch Ende März 2026 wurde dem Resort der Strom abgestellt, weil fällige Rechnungen nicht bezahlt worden waren. Die jetzige Ankündigung des MSC Beach Clubs könnte nun also ein Neustart für das  Grand-Lucayan-Projekt werden.

Auch Disney Cruise Line offenbar an Grand Lucayan interessiert

Concord Wilshire fungiert bei dem Grand-Lucayan-Projekt als übergeordneter Entwickler, der verschiedene Betreiberpartner für einzelne Teile des Geländes unter Vertrag nimmt. Neben dem MSC Beach Club kündigte Concord Wilshire zeitgleich ein zweites „Ancient Waters Cruise Resort“, eine Mega-Yacht-Marina und einen Casino-Komplex an.

Laut der bahamasischen Zeitung Tribune 242 hat Concord Wilshire neben MSC auch mit Disney Cruise Line über die Nutzung von Teilen des Grand-Lucayan-Geländes für Wasserparks verhandelt. Das zweite Kreuzfahrt-Resort könnte demnach für Disney bestimmt sein. Ein Hilton-Hotel soll als Ankermieter für den Hotelbereich fungieren, und der australische Golfer Greg Norman soll über sein Unternehmen die Golfplätze des Resorts managen.

Pikantes Detail: Grand Lucayan war einst ein Royal-Caribbean-Projekt

Royal Caribbean hatte 2019 über das Joint Venture „Holistica Destinations“ mit der mexikanischen ITM Group eine Absichtserklärung zum Kauf des Grand Lucayan Resort unterzeichnet. Geplant war eine Investition von 300 Millionen Dollar in zwei Standorte: die Entwicklung des Grand Lucayan zu einem Strandresort mit 526-Zimmer-Hotel, Wasserpark, Convention Center und Shopping Village sowie den Ausbau des Kreuzfahrtterminals im Freeport Harbour unter dem Namen „Harbour Village“.

Doch das Projekt wurde nie umgesetzt. Nach dem Rückzug von ITM erklärte Royal Caribbean Ende 2021, man wolle sich an einem neuen Bieterverfahren für das Grand Lucayan beteiligen. Doch die bahamische Regierung verkaufte das Resort 2025 an Concord Wilshire.

MSCs wachsende Bahamas-Infrastruktur

Der Beach Club am Grand Lucayan ist Teil einer Investitionsstrategie der MSC Group auf den Bahamas, die laut Unternehmensangaben insgesamt rund 1,5 Milliarden Dollar umfasst. Dazu gehören:

  • Der Bau eines neuen Kreuzfahrt-Terminals auf Billy Cay im Freeport Harbour (rund 400 Millionen Dollar für den Pier-Komplex, weitere 50 Millionen für einen Beach Club und die Modernisierung des bestehenden Shopping-Dorfs am Hafen)
  • Der weitere Ausbau der Privatinsel Ocean Cay MSC Marine Reserve, wo bis Ende 2027 der Pier für zwei Schiffe gleichzeitig verlängert wird und eine zweite kleine Insel („Little Cay“) entsteht
  • Die Beteiligung an der Grand Bahama Shipyard gemeinsam mit Carnival Corporation und Royal Caribbean Group

Indirekt bestätigte MSC nun auch das im Januar 2026 von der bahamischen Regierung bekannt gegebene Kreuzfahrtterminal-Projekt von MSC auf Billy Cay am Freeport Harbour. Es entsteht unabhängig und zusätzlich zu dem jetzt angekündigten MSC Beach Club am Grand Lucayan Resort.

Grand Bahama jedenfalls entwickelt sich gerade zu einem Schwerpunkt des Wettbewerbs um exklusive Strandanlagen: Mit Celebration Cay von Carnival, dem MSC Beach Club und dem möglichen Disney-Projekt am Grand Lucayan sowie dem geplanten MSC-Terminal auf Billy Cay investieren gleich mehrere Kreuzfahrtunternehmen auf der Insel.

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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