Geirangerfjord: spätestens ab 2026 nur noch emissionsfrei befahrbar

Kreuzfahrtschiffe im Geirangerfjord bald nur noch im Akku-Betrieb

Norwegen verlangt emissionsfreie Schifffahrt in den Fjorden im Unesco-Weltnaturerbe spätestens ab 2026 und will die Regelung sogar früher umsetzen, wenn entsprechende Technik verfügbar ist. Norwegen schafft damit das erste Schutzgebiet weltweit mit einem kompletten Verbot von Emissionen aus Schiffsabgasen. Für die Kreuzfahrt würde das vor allem im beliebten Geirangerfjord bedeuten, dass die Schiffe nur noch mit batteriegetrieben fahren dürfen.

Zu den Fjorde im Unesco-Weltnaturerbe zählen neben dem Geirangerfjord vier weitere Fjorde: Nærøy-, Aurland- und Synnulvsfjord sowie ein Teil des Tafjords. Für diese Fjorde soll die Resolution zu emissionsfreier Schifffahrt bis spätestens 2026 führen. Die positiven Auswirkungen auf die Umwelt und Luftreinhaltung dürften groß sein: Allein der Geirangerfjord wurde 2017 von mehr als 300.000 Kreuzfahrtpassagieren bereist.

Die Resolution kommt nicht unerwartet. Bereits im Juli 2017 hatte der norwegische Umweltminister strenge Umweltauflagen für die nahe Zukunft angekündigt. Dabei hatte er auch erklärt, die Regierung werde den Schutz der Fjorde im Unesco-Weltnaturerbe besonders prüfen.

Update (November 2018): Inzwischen werden noch früher greifende Maßnahmen diskutiert, insbesondere eine baldige Begrenzung des Schwefel-Gehalts von Treibstoffen auf 0,1 Prozent. Das kommt faktisch einem Schweröl-Verbot gleich, weil dieser Wert auch mit Einsatz von Scrubber-Filteranlagen nicht erreichbar ist. Stattdessen müssten Kreuzfahrtschiffe dann schadstoffarmes Marinediesel verwenden.

Emissionsfreie Schifffahrt in den Welterbe-Fjorden

Eine Umsetzung der Resolution zur emissionsfreien Schifffahrt in den ausgewählten Fjorden ist derzeit nur mit Energie aus Akkus möglich, mit denen große Kreuzfahrtschiffe aktuell nicht ausgestattet sind. LNG als Kraftstoff würde nicht reichen, um die strengen Auflagen zu erfüllen, da Norwegen auch keinen CO2-Ausstoß in den Fjorden zulassen wird.

Auch landseitig sind Maßnahmen erforderlich, um die Resolution zu erfüllen: In den Häfen müssen Einrichtungen geschaffen werden, um die Akkus der Schiffs während der Liegezeiten aufzuladen und die Schiffe mit Landstrom zu versorgen.

Denkbar ist zukünftig aber auch ein Antrieb mit Energie aus Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff arbeiten. Diese Technik ist in Entwicklung und wird bei Royal Caribbean International demnächst in kleinem Stil auf einem Schiff getestet. Aktuell aber sind Brennstoffzellen noch nicht für Kreuzfahrtschiffe einsatzfähig.

Der Beschluss Norwegens dürfte zu einer beschleunigten technischen Entwicklung emissionsfreier Antriebsformen auch in der Kreuzschifffahrt führen. Berücksichtigt werden muss allerdings dennoch, wie die elektrische Energie erzeugt wird, mit denen die Schiffe angetrieben beziehungsweise deren Akkus geladen werden. Denn kommt die Energie nicht aus klimaneutraler Erzeugung, wird das Problem der Emissionen lediglich örtlich verlagert und nicht gelöst. Norwegen ist auch darin führend: Weit über 90 Prozent der Energie stammt hier aus Wasserkraft.

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