Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors
"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das für cruisetricks.de?

Legend of the Seas: Impressionen von der größten Kreuzfahrtschiff-Baustelle der Welt

Es ist die größte Kreuzfahrtschiff-Baustelle der Welt: In Finnland entsteht die Legend of the Seas, die am 4. Juli 2026, offiziell in Dienst gehen soll. Ich war schon jetzt in der Werft Meyer Turku an Bord – und was überrascht, wie vielen Bereiche des Mega-Kreuzfahrtschiffs schon fast komplett fertig sind. Die Impressionen von der Legend of the Seas in Turku geben bereits einen guten Einblick in das erste Icon-Class-Schiff, das mindestens zwei Sommer in Folge in Europa unterwegs sein wird.

Im Vergleich zu ihren Schwesterschiffen Icon of the Seas (siehe ausführliches Portrait der Icon of the Seas) und Star of the Seas fällt vor allem auf: Es gibt wenig große Neuheiten. Aber das bedeutet vor allem etwas Positives, nämlich dass Royal Caribbean schon mit dem ersten Schiff dieser Schiffsklasse alles so gut gelungen ist, das Nachbesserungen gar nicht nötig sind.

Meyer Turku, Legend of the Seas
Meyer Turku, Legend of the Seas

Vor allem aus deutscher und europäischer Sicht besonders ist Legend of the Seas aber dennoch: Sie fährt im Mittelmeer, und zwar nicht nur in diesem Sommer, nachdem sie die Werft in Turku verlässt, sondern auch im kommenden Sommer 2027, von Mai bis Ende Oktober. Man muss also bald nicht mehr in die USA fliegen, um einmal mit einem Schiffe der aktuell größte Kreuzfahrtschiffsklasse der Welt zu fahren.

Impressionen vom Werftbesuch bei der Legend of the Seas

In Sachen Sicherheit nimmt es Meyer Turku genauer als andere Werften, in denen ich bislang zu Gast war: Helm ist ohnehin Pflicht, ebenso wie Stahlkappen-Schuhe. Aber hier gibt es auch Schutz-Hose und -Jacke aus schwer brennbarem Material und eine Schutzbrille. Und ganz modern: Ein Knopf ins Ohr, damit wir bei unserer Führung übers Schiff auch bei Baulärm aller Erklärungen gut verstehen.

Meyer Turku, Legend of the Seas
zu Gast bei Meyer Turku auf der Legend of the Seas von Royal Caribbean

Was mir bei diesem Werftbesuch besonders auffällt: Es sind immer noch rund zehn Wochen, bis das Schiff in Dienst gehen wird, und doch sind viele Bereiche nahezu komplett fertig. Ohnehin ist Meyer Turku überpünktlich, der Termin für die erste Reise der Legend of the Seas wurde schon mehrfach nach vorne verlegt.

Man sieht sogar Schilder wie „cabin sold to owner – no entry!“ für Kabinen, die bereits komplett abgenommen und von der Werft an Royal Caribbean übergeben wurden …

Legend of the Seas
Legend of the Seas

… oder „final inspection“-Absperrbänder wie auf der Royal Promenade, …

Final Inspection, Royal Promenade
Final Inspection, Royal Promenade

… wo Reederei- und Werftmitarbeiter zum Beispiel mit der Taschenlampe jeden Zentimeter des Bodens absuchen, ob es irgendwo noch Mängel, Schäden oder Unsauberkeiten gibt, die noch behoben werden müssten. Auch dieser Bereich ist also aus Sicht der Werft bereits fertig.

Final Inspection, Royal Promenade
Final Inspection, Royal Promenade

Ähnlich sieht es unter der riesigen Glaskuppel bei „The Overlook“ vorderhalb des Aqua Domes aus.

Intensiv gearbeitet wurde dagegen noch ganz oben am Heck am Wasserrutschen-Park und Thrill Island sowie dem dahinter liegenden „The Hideaway“, auf den ich nur vom Eingang aus einen Blick werfen konnte. Auch auf den diversen Pooldecks war vor allem eine Grundstruktur erkennbar, aber noch wenig zu erkennen.

Fertig gebaut soll Thrill Island mit dem Category-6-Wasserpark dan so aussehen:

Thrill Island

Ganz anders als später auf dem fertigen Schiff präsentierte sich auch der Central Park der Legend of the Seas – aber das verwundert auch nicht, denn Anfang April ist es in Turku immer noch eher Winter mit Frost in der Nacht. Da würden die Pflanzen des Parks nicht lange überleben.

Bepflanzt wird der Central Park deshalb erst, wenn das Schiff in südlicheren Gefilden angekommen ist, kurz vor Beginn ihrer Sommersaison im Mittelmeer.

Persönlich faszinieren mich bei Besuchen auf Kreuzfahrtschiffen in der Werft ja eigentlich am meisten die vielen Details, die man oft schnell nur im Vorbeigehen wahrnimmt: Der schnelle Blick auf einen der Pläne zum Baufortschritt einzelner Abschnitte, ein Arbeiter, der bei seiner anstrengenden Arbeit eine kurze Pause einlegt oder besonders konzentriert schweißt, schraubt, hämmert, poliert (und die man natürlich aus Respekt nicht fotografiert, auch wenn’s in den Fingern juckt). Oder ein schneller Blick in eine (fast) fertige Kabine.

Was ist neu auf der Legend of the Seas?

Die wesentlichen, bislang bekannten Veränderungen auf der Legend of the Seas im Vergleich zu ihren beiden Schwesterschiffen habe ich hier zusammengestellt:

Wirklich neu, zumindest auf dieser Schiffsklasse, ist das „Royal Railroad“-Dinner-Event, das es bislang nur auf dem Oasis-Class-Schiff Utopia of the Seas gibt. Hier wird eine nostalgische Eisenbahnfahrt simuliert, inklusive per Videoscreens vorbeiziehende Landschaft und ein tatsächlich mechanisches Ruckeln und Rattern über die virtuellen Schienen. „Royal Railroad – Legend Station“ ist auf der oberen Ebene der Royal Promenade an der Stelle des bisherigen Comedy-Clubs „The Attic“.

Erstmals bei Royal Caribbean wird das Spielkasino zweistöckig. Das bisherige Konferenzzentrum gibt die Reederei dafür zu Gunsten eines Nichtraucher-Casinobereichs auf.

Das große Royal-Caribbean-Logo seitlich oben am Schiff soll noch lebendiger mit LED-Beleuchtung ausgestattet sein, wie das schon auf der Star of the Seas eingeführt wurde. Auf der Icon of the Seas sind die Logos noch einfach blau angestrichen.

Legend of the Seas
Legend of the Seas

Ebenfalls schon auf der Star of the Seas hat Royal Caribbean der „Pearl“ auf der Royal Promenade zusätzliche Lichteffekte spendiert und führt diese Idee auf der Legend of the Seas nun fort: Die Elemente in der riesigen Sphäre werden mit visuellen Licht- und Animationseffekten bespielt und können damit ganz unterschiedliche Effekte und Stimmungen erzeugen. Auf den Schwesterschiffen werden die Effekte durch mechanische Bewegung zahlloser kleiner Elemente erzeugt. Bei meinem Werftbesuch bekam ich einen kleinen Vorgeschmack davon.

Hier, im Bereich der Royal Promenade und der Pearl, wird die enorme Größe der Legend of the Seas besonders deutlich, vor allem durch die geniale Idee, tragende Elemente so geschickt in der Pearl-Struktur zu verstecken, dass der Raum eine enorme Großzügigkeit ohne störende Säulen entfaltet.

Verstärkt wird das noch durch die riesige, seitliche Glasfläche am Pearl Café. Dort soll an der Decke übrigens bald die filigrane Skulptur eines Octopus hängen (auf der Icon of the Seas: ein Wal, auf der Star of the Seas: zwei Meeressschildkröten).

The Pearl Cafe
The Pearl Cafe

Die stärkere Ausrichtung des Surfside-Bereichs am Heck des Schiffs auf etwas ältere Kinder bei der Star of the Seas wird auch auf der Legend of the Seas umgesetzt, neu sind hier vor allem Familien-Kochkurse (die auf der Hero of the Seas dann auch mit dem bisherigen „Pier 7“ einen eigenen Raum bekommen werden).

Surfside-Neighborhood
Surfside-Neighborhood (Panoramabild mit Insta360)

Mas mir persönlich sehr gut gefällt, hat Royal Caribbean ebenfalls bereits auf der Star of the Seas begonnen: Es gibt wie einst schon einmal auf den ersten beiden Oasis-Class-Schiffen Oasis of the Seas und Allure of the Seas (dort „Little Wonders“ genannt) kleine Fun-Elemente in Form von Kaleidoskopen an vielen Stellen am Schiff – ohne speziellen Zweck, einfach nur des Spaßes wegen. Zu sehen war davon in der Weft allerdings noch nichts.

Das Highend-Dinner-Event „Supper Club“ bekommt auf der Legend of the Seas das Thema „Hollywoodland“. Auf den beiden Schwesterschiffen sind das New York (Icon of the Seas) und Chicago (Star of the Seas).

Hollywoodland Supper Club

Kulinarisch Neues gibt es auch im „Aqua Dome Market“, einer kleinen Food-Meile ganz vorne oben im spektakulären Aqua Dome der Legend of the Seas.  Die Angebote dort unterscheiden sich innerhalb der Icon-Class von Schiff zu Schiff. Auf der Legend neu sind Seoulmate (koreanische Reis-Bowls), Le Espanola (Tapas), Cajun Kitchen (New Orleans Gumbo), Simply Presses (frisch gepresste Smoothies und Säfte) und Adobo (mexikanisches Tacos). Das populäre „Creme de la Crepe“ mit französischen Crepes gibt es weiterhin.

Beim Entertainment werden zwei Highlights das Broadway-Musical Roald Dahl’s „Charlie and the Chocolate Factory“ sowie die Show „America’s Got Talent LIVE“ sein.

Karussell mit Cruising Ducks

Einen kleinen Gag erlaubt sich Royal Caribbean beim Karussell im Surfside-Bereich: Die Karussell-Tiere sind Quietschentchen, angelehnt an den reedereiübergreifenden Hype um die „Cruising Ducks“. Bei meinem Werftbesuch stand das Karussell allerdings noch nicht an seinem Platz, aber es gibt ein Computer-Rendering.

Daten und Details: Legend of the Seas

Legend of the Seas
Legend of the Seas bei Meyer Turku am Ausrüstungspier der Werft

Die Legend of the Seas ist das dritte Kreuzfahrtschiff der Icon-Class von Royal Caribbean von derzeit fünf geplanten dieser Klasse. Die Hero of the Seas folgt schon 2027, das bislang noch namenlose, fünfte Icon-Class-Schiff soll 2028 fertiggestellt sei, wie ihre Schwesterschiffe in der finnischen Weft Meyer Turku.

  • Werft: Meyer Turku, Finnland
  • Kiellegungsfeier: 11. Oktober 2024
  • Aufschwimmen: 2. September 2025
  • Übergabe an Royal Caribbean: Juni 2026
  • Taufe: (noch nicht bekannt)
  • erste Reise mit zahlenden Passagieren: 4. Juli 2026
  • Flagge: Bahamas
  • BRZ: 248.663 (identisch mit Icon of the Seas und Star of the Seas)
  • Länge (Loa): 364,75 Meter
  • Breite: 48,47 Meter
  • Tiefgang: 9,25 Meter
  • Kabinen: 2.805
  • Passagiere: 5.610 (bei Doppelbelegung der Kabinen), max. 7.600
  • Crew: 2.350
  • Passagier-Decks: 15
  • Antrieb: Azipods; Dual-Fuel-Maschinen von Wärtsilä für LNG und HFO/MDO

Weitere Teile der Serie "Cruisetricks.de reiste nach Turku zur Legend of the Seas auf Einladung von Royal Caribbean.":

  • Legend of the Seas: Impressionen von der größten Kreuzfahrtschiff-Baustelle der Welt

Kommentar schreiben

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

Schreibe einen Kommentar

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.

Hinweis: Neue Kommentare werden aus technischen Gründen oft erst einige Minuten verzögert angezeigt.
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner