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Meyer-Werft mit Konzept für Akku-getriebenes Kreuzfahrtschiff mit 1.850 Passagieren

Ein Kreuzfahrtschiff, das voll elektrisch mit Energie aus Akkus fährt: Die Papenburger Meyer-Weft will auf der Kreuzfahrtmesse Seatrade Cruise Global in Miami das Konzept für ein relativ großes Kreuzfahrtschiff für 1.856 Passagiere und einer Tonnage von BRZ 82.000 vorstellen, das genau das kann. Laut Werft wäre ein solches Schiff unter dem Projektnamen „Vision“ innerhalb von fünf Jahren realisierbar.

Ein größeres Kreuzfahrtschiff, dass rein elektrisch nur mit Energie aus Akkus fährt, galt bis vor wenigen Jahren noch als nicht umsetzbar – unter anderem wegen des hohen Gewichts der Akkus in Relation zur Leistung und weil die Ladeinfrastruktur in den Häfen fehlt. Nun legt die Meyer-Werft aber ein sehr konkretes Konzept für genau ein solches Kreuzfahrtschiff vor, das – würde es noch dieses Jahr bestellt werden – schon im Jahr 2031 in Dienst gehen könnte, also in nur fünf Jahren.

Thomas Weigend, Chief Sales Officer der Meyer-Werft wird in einer Pressemitteilung der Werft mit der Aussage zitiert: „Die Technik ist verfügbar. Bei Bestellung noch in diesem Jahr könnten wir bereits 2031 ausliefern”. Weiter heißt es, die Treibhausgasemissionen könnten bei diesem Schiffskonzept um bis zu 95 Prozent reduziert werden.

Werften stellen auf der Seatrade Cruise Global immer wieder zukunftsweisende Konzepte für Kreuzfahrtschiffe vor, meist allerdings eher mit dem Charakter von Konzeptstudien und einem sehr langfristigen Realisierungshorizont. Insofern überrascht die Meyer-Werft mit dem Projekt „Vision“ nun durch einen nach eigenen Angaben sofort realisierbaren Ansatz. Die Seatrade Cruise Global findet Mitte April im Miami Beach Convention Center statt.

Das Batteriesystem soll vom renommierten und in der Schifffahrt erfahrenen Hersteller Corvus Energy aus Norwegen kommen. Laut Werft wäre das vorgeschlagene Schiff in der Lage, rein mit Energie aus den Akkus einen „Großteil der üblichen europäischen Kreuzfahrtrouten“ fahren, „beispielsweise die Stecke von Barcelona nach Civitavecchia“. Die Meyer-Werft rechnet damit, dass bis 2030 gut einhundert Häfen über die notwendige Ladeinfrastruktur verfügten.

Ab 2030 gilt in wesentlichen Häfen in der EU eine Landstrompflicht, die sowohl Hafenbetreiber zur Bereitstellung verpflichtet, als auch Kreuzfahrtschiffe zur Abnahme. Experten bezweifeln allerdings, ob der Ausbau der Landstrom-Infrastruktur vor allem angesichts von nur sehr wenigen Herstellern solcher Anlagen bis 2030 vollständig realisierbar ist.

Das „Vision“-Konzept erlaubt laut Werft aber auch die – wahrscheinlich für die meisten Reedereien relevantere, weil flexiblere – Variante eines Hybrid-Antriebs. Dabei würde das Kreuzfahrtschiff zusätzlich mit relativ kleinen Generatoren ausgestattet, um den zusätzlichen Energiebedarf für längere Strecken wie etwa Atlantiküberquerungen zu decken. Ein Hybrid-System würde auch unerwartete Ausfälle bei der Landstromversorgung in einzelnen Häfen abpuffern.

Das Projekt „Vision“ der Meyer-Werft ist für 1.856 Passagiere als Ganzjahresschiff mit einer Tonnage von BRZ 82.000 konzipiert und wäre 275 Meter lang. Diese Schiffsgröße entspricht etwa der Vista-Plattform der Carnival Corp., auf der beispielsweise die Vista-Class-Schiffe von Holland America wie etwa die Westerdam basieren, oder auch Schiffen ungefähr in der Größe der Norwegian Sun oder der Vision-Class bei Royal Caribbean.

Diesen Typ von Kreuzfahrtschiffen setzen Reedereien allerdings typischerweise auf eher ausgefallenen Fahrtrouten weltweit ein und benötigen daher große Flexibilität. Sie würden also Ladeinfrastruktur weltweit auch in seltener angelaufenen Häfen benötigen.

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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