Ins sommerliche Alaska mit der Westerdam

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Mit der Westerdam nach Alaska: Vom 27. Juni bis 4. Juli waren wir von Seattle aus mit Holland America Line unterwegs und haben live von einer Reise entlang der Küste Alaskas berichtet. Bären und Wale, Gletscher, Berge und Wälder, aber auch ungewöhnliches wie ein Schnorchel-Ausflug haben diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. In diesem Reise-Tagebuch haben unsere Erlebnisse darin festgehalten …

Tracy Arm Glacier

Tracy Arm Glacier

Das Foto oben ist übrigens ein wenig geschummelt – es stammt aus dem Tracy Arm Glacier, durch den wir 2005 mit der Empress of the North (heute “American Empress”) gefahren sind. Auf unserer Route mit der Westerdam liegt der Tracy Arm Glacier nicht, dafür sehen wir aber den noch spektakuläreren Glacier Bay Nationalpark und den Mendenhall Glacier in Juneau.

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Wir waren bereits zweimal in Alaska – 2005 mit der kleinen Empress of the North bei Nebel und Regenwetter und 2009 mit der Serenade of the Seas bei strahlender Sonne. Diesmal sieht die Wettervorhersage gut aus. Aber in Alaska weiß man nie und das ist auch nicht so wichtig, denn die Landschaft, die Fjorde, die Gletscher sind traumhaft bei jedem Wetter. Sehr faszinierend an Alaska-Kreuzfahrten: Eigentlich gehört die Region zu den viel befahrenen Standard-Fahrtgebiete. Dennoch wirkt Alaska traumhaft unberührt, vom Tourismus unbeschädigt und präsentiert sich mit atemberaubender Schönheit. Darauf freuen wir uns sehr.

25. Juni – Die Fahrtroute

Die Westerdam startet am Samstag in Seattle mit der Ausfahrt aus dem Puget Sound. Zuvor sind wir einen Tag in Seattle selbst, denn diese ziemlich europäisch, aber in Teilen auch asiatisch geprägte Stadt im amerikanischen Nordwesten sollte man auf keinen Fall nur als Durchgangsstation benutzen.

unsere Fahrtroute mit der Westerdam

unsere Fahrtroute mit der Westerdam

Nach einem Seetag erreichen wir am Montag Juneau mit dem Mendenhall-Gletscher und vor allem Ocra-Walen, die hier ganzjährig zu sehen sind. Und obwohl Juneau Hauptstadt des Bundesstaat Alaskas ist, erreicht man die Stadt nur über die Luft oder vom Wasser aus – eine Straßenverbindung gibt es nicht.

Am Tag darauf kreuzt die Westerdam in der Glacier Bay an deren Ende sich ein riesiger Gletscher in den Fjord stürzt. Nur wenige Kreuzfahrtschiffe dürfen ins Unesco-Weltkulturerbe Glacier Bay Nationalpark direkt hineinfahren.

Unsere nächste Station ist Sitka. Die kleine Stadt ist geprägt von russischer Kultur ebenso wie durch das Indianervolk Tlingit, die hier ihre Kultur noch besonders intensiv pflegen.

Am Donnerstag laufen wir Ketchikan an. Der Ort gilt als Lachs-Hauptstadt der Welt, wobei große Lachs-Mengen hier vor allem während der Lachswanderung auftauchen – dann allerdings so viele, dass der Meeresgrund nicht mehr zu sehen ist.

unser Schiff für Alaska, die Westerdam

unser Schiff für Alaska, die Westerdam

Ein wenig ins elegante Großbritannien versetzt werden wir uns schließlich fühlen, wenn wir am Freitag für unseren letzten Stopp vor der Rückkehr nach Seattle am Spätnachmittag Victoria in British Columbia in Kanada anlaufen. Kunstvoll angelegte Gärten, vor allem aber das mondäne Empress Hotel von 1908 prägen den Charakter der Stadt.

26. Juni Gemischte Gefühle …

Nach dem Absturz des Wasserflugzeugs mit dem Piloten und acht Westerdam-Passagieren nahe Ketchikan gehe ich heute mit ziemlich gemischten Gefühlen an Bord der Westerdam. Der „Misty Fjords“-Rundflug mit dem Wasserflugzeug stand auch für unsere Kreuzfahrt zur Auswahl und einige Journalisten-Kollegen unserer Pressereise hatten genau den gleichen Ausflug gebucht.

Trotz des vorausgegangenen Unglücks habe ich mich entschieden, von dieser eigentlich wunderschönen Kreuzfahrt entlang der Küste Alaskas weiterhin täglich live zu berichten. Aber meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Absturzopfer.

26. Juni – Rekordhitze in Seattle

Strahlend blauer Himmel, das glitzernde Wasser des Pudget Sound und Lake Washington und 30 Grad haben den Tag in Seattle zu einem wunderbaren Erlebnis gemacht: Am Vormittag eine entspannte Stadtrundfahrt abseits der üblichen Touristen-Hotspots, mittags eine Food-Tour durch den Pike Place Market und abends ein Dinner im Restaurant der Space Needle mit atemberaubendem Ausblick auf Seattle, Pudget Sound und Lake Union.

Seattle, Blick vom Jose Rizal Park

Seattle, Blick vom Jose Rizal Park

Die Tour mit „Show Me Seattle“ beginnt gleich mit einem Geheimtipp: Am Jose Rizal Park gibt es eine der wenigen Blicke auf Downtown Seattle am Süden aus, den Touristen noch dazu kaum finden. Wer also allein auf einer Parkbank den Rundblick genießen will, ist hier genau richtig.

Entlang des Ufers von Lake Washington zeigte sich der größte Vulkan der Region, Mount Rainier, in seiner vollen Pracht und – eine Seltenheit – ganz ohne Wolken. Über eine der vielen Zugbrücken, die Freemont Bridge, geht es weiter zu einer Schleuse, die Lake Union, Lake Washington und den Pudget Sound miteinander verbinden. Hier gibt es auch einen Fischleiter, wo man durch Glasscheiben die gerade beginnende Lachswanderung beobachten kann.


Einen der schönsten Blicke auf Seattle und den Mount Rainier gibt es vom Magnolia Boulevard, der sich auch deshalb lohnt, weil hier einige der teuersten und größten Villen Seattles stehen:

Seattle, Blick vom Magnolia Boulevard

Seattle, Blick vom Magnolia Boulevard

Wie sehr Seattle europäisch geprägt ist, nimmt man spätestens am Pike Place Market wahr. Mit Seattle Food Tours haben wir einen Bummel durch den ältesten noch aktiven Bauernmarkt der USA gemacht, der 1907 gegründet wurde und heute eine große Touristenattraktion ist, aber auch von den Einheimischen zum Einkaufen genutzt wird. Eine so große Vielfalt an Obst und Gemüse findet man wohl sonst nirgendwo in den USA.

Der erste Starbucks der Welt

Der erste Starbucks der Welt

Und für Starbucks-Fans eine Pilgerstätte: Am Pike Place Market steht der erste Starbucks überhaupt. Entsprechend lang ist die Warteschlange, um einmal einen Becher Kaffee im Ursprungs-Laden von Starbucks zu bestellen.


Wir haben uns durchprobiert von italienischem Eis und griechischen Joghurt verschiedenster Geschmacksrichtungen über mexikanische Tacos, britische Crumpets, Trüffel-Öl, frischen Räucherlachs und Lachs-Burger bis zum preisgekrönten Clam Chowder der Pike Place Cowder Co. Als leckeren Nachtisch gab’s zum Naschen ein paar frisch geernteten, zuckersüßen Himbeeren und Rainier-Kirschen. Allein dafür würde es sich eigentlich lohnen, nach Seattle auszuwandern.

Space Needle

Space Needle

Das Highlight des Tages aber ist das Dinner im feinen Restaurant der Space Needle. Zur Weltausstellung 1962 gebaut ist der Aussichtsturm Wahrzeichen Seattles und die größte Touristen-Attraktion der Stadt.

Das Restaurant ist vermutlich eines der teuersten – und besten – der Stadt, aber der Ausblick ist absolut atemberaubend und die Tische drehen sich innerhalb von rund 40 Minuten einmal im Kreis, sodass man bequem von jedem Platz aus den kompletten Rundum-Blick bekommt. Die Bilder sprechen für sich …


Seattle ist sicherlich eine der am meisten unterschätzten Städte der USA: liberal und tolerant, sauber, wenig Kriminalität, traumhafte Landschaft, gemäßigtes Klima und viele Jobs, denn hier haben unter anderem Microsoft, Amazon und Boeing ihre Firmensitze und expandieren ständig, die Löhne sind auf hohem Niveau. Allerdings sind dementsprechend auch die Wohnungen und Häuser nicht gerade billig. In einer guten Lage geht unter eine dreiviertel Million Dollar kaum etwas.

Blick auf Seattle von der Space Needle

Blick auf Seattle von der Space Needle

Aber das muss uns nur am Rande interessieren. Denn heute geht es auf die Westerdam und ab nach Alaska. Vor der Abfahrt erwartet uns noch einmal ein traumhafter Tag in Seattle – laut Wettervorhersage soll es 32 Grad heiß werden, was den Hitzerekord aus dem Jahr 2000 mit 31 Grad brechen würde.

27. Juni – Westerdam ist auf dem Weg nach Alaska

Es sieht aus wie Nordland, fühlt sich aber wie Karibik an: Bei heißem Sommerwetter haben wir Seattle verlassen und fahren in Richtung Juneau. Direkt hinter uns fährt die Norwegian Jewel, die wir in dieser Woche noch zweimal sehen werden. Etwas später verlässt die Crown Princess Seattle – auch sie werden wir diese Woche noch einige Male treffen.

Seattle

Seattle

Bye, bye Seattle, wir freuen uns auf Alaska.


27. Juni – Fotogalerie und Panorama-Rundgang auf der Westerdam

Es ist Zeit, sich ein wenig auf unseren Schiff umzusehen. Wir haben eine umfangreiche Bildergalerie mit allen Bereichen der Westerdam zusammengestellt und einige interaktive Panorama-Bilder zusammengestellt:

Empfehlenswet ist für die Panoramen der Vollbild-Modus’ (das Symbol mit den vier Pfeilen ganz rechts). Für freie Sicht auf das jeweilige Panorama können Sie die Vorschau-Bilder der weiteren Panoramen mit dem Symbol neben dem Vollbild-Modus (drei gestapelte Rechtecke) aus- und später wieder einblenden.

28. Juni – Sonnenuntergang, Mondnacht, Sonnenaufgang

Ohne große Worte ein paar Bilder vom Sonnenuntergang gestern Abend, einer mondhellen Nacht und einem fast schon mystischen Sonnenaufgang mit Nebelschleiern auf dem Wasser.


Auch die ersten Wale konnten wir schon erahnen – immer wieder waren kleine Blas-Wolken über den Wellen zu sehen. Für eine echte Wal-Sichtung hat es aber noch nicht gereicht. Korrektur: Zehn Minuten, nachdem ich das hier geschrieben habe, stand ich im Fitness-Studio am Crosstrainer und drei Buckelwale schwammen direkt vor dem Schiff vorbei.

28. Juni – Die ersten Wale

Buckelwal

Buckelwal

Wale gibt es in Alaska wahrlich genug. Nur zu Gesicht bekommen muss man sie eben – und das ist gar nicht so einfach. Aber geduldig an der Reling stehen und Ausschau halten hilft.

Buckelwal

Buckelwal

Beim Trainieren im Fitness-Studio heute früh haben schon drei prächtige Buckelwale den Kurs der Westerdam gekreuzt und sich von dem Kreuzfahrtschiff nicht aus der Ruhe bringen lassen. Aber da hatte ich natürlich keine Kamera für das Beweisfoto dabei.


Am Nachmittag haben wir dann noch einmal mehrere Buckelwale gesehen und auch der Blick übers Meer, den Himmel in die Berge ist hier wunderschön. Die Wolken verändern ständig ihre Form und sind bei der klaren Luft und dem tiefblauen Himmel ein Schauspiel für sich.

Immer wieder fahren wir durch Nebelbänke, die so flach sind, dass der obere Teil des Schiffs in der Sonne bleibt, während man unten am Promenadendeck kaum hundert Meter weit sieht.

Das Typhon der Westerdam kommt dabei im Minuten-Rhythmus zum Einsatz.

28. Juni – Cocktails, Steaks and Soul

B. B. King Blues Club

B. B. King Blues Club

Über das Steakhaus der Mein Schiff 4 habe ich kürzlich geschrieben, dass es das beste ist, das ich bislang auf einem Kreuzfahrtschiff gesehen habe. Nun, der Pinnacle Grill der Westerdam spielt definitiv in der selten Liga: Exzellente Fleischqualität, perfekt gebratene Steaks, leckere Beilagen und Desserts. Bei letzteren wünscht man sich, dass man zuvor kein Steak gegessen hätte, damit noch Platz wäre für mindestens drei Nachspeisen.

Pinnacle Grill

Pinnacle Grill

Ich hatte ein Rib Eye, 18 Unzen (500 g), medium-rare, außen regelrecht knusprig. Wie man das so hinbekommt, haben wir am Nachmittag bei einer Galley-Tour gesehen. Der Spezialgrill für die Steaks im Pinnacle Grill erreicht Temperaturen bis zu 600 Grad Celsius!



Vor unserem eleganten Steakhouse Dinner in der ersten „formal night“ dieser Reise gab’s natürlich erst einmal einen gediegenen Cocktail und auch hier gerate ich wenig ins Schwärmen, denn die Barkarte ist voll von kreativen, ungewöhnlichen Cocktails weit jenseits der Standards a la Mai Tai und Planters Punch.

Cosmo Cobana

Cosmo Cobana

Ich habe einen „Cosmo Cubana“ probiert (Lime, Mint, Sour, Pineapple Rum, Cranberry) – dem aber in den nächsten Tagen wohl noch einige andere lecker klingende Cocktails folgen werden. Rein beruflich versteht sich, zum Testen und Vergleichen.

Nebenbei bemerkt: Die Cocktails kosten hier bei Holland America Line nur zwischen 5,95 und 6,95 Dollar, stehen in ihrer Qualität aber denen bei beispielsweise Celebrity Cruises in keiner Weise nach, wo Vergleichbares gleich mal das Doppelte kostet.

Nach dem Dinner ging’s in den neuen B. B. King Blues Club, der nach und nach auf allen HAL-Kreuzfahrtschiffen eingeführt wird. Die Stimmung dort ist grandios und die achtköpfige Blues- und Soul-Band lässt der Disco nebenan keine Chance – im Blues Club ist es voll, die Leute tanzen und in der Disco herrscht gähnende Leere, so lange im Blues Club Live-Musik läuft.


Sogar einige Offiziere der Westerdam sieht man hier regelmäßig, was eigentlich immer ein Zeichen dafür ist, dass man am angesagtesten Ort des Schiffs angekommen ist. Und die Band kann durchaus it dem legendären Slam Allen bei Norwegian Cruise Line mithalten.

29. Juni – Juneau: Weißkopf-Seeadler und Wale

Weißkopf-Seeadler

Weißkopf-Seeadler

„Bald Eagles sind für uns so gewöhnlich wie Tauben“, sagt der Tour Guide auf der Whale Watching Tour in Juneau. Tatsächlich brüten in der Gegend um Juneau rund 100 Paare des amerikanischen Wappentiers und selbst direkt im Kreuzfahrt-Hafen sitzt am Nachmittag ein prächtiges Tier in den Bäumen und fliegt gelegentlich eine Runde um die Schiffe.

Weißkopf-Seeadler

Weißkopf-Seeadler

Bei Nieselregen, wolkenverhangenem Himmel und Nebelschwaden fahren wir am Mittag nach Juneau ein.


Doch zu unserer Whale Watching Tour am Abend kommt dann doch noch die Sonne heraus und wir sehen einige Wale auftauchen und wieder im Meer abtauchen. Die Fahrt mit dem Ausflugsboot geht vorbei an Gletschern und kleinen Inseln – wo auf Felsen natürlich wieder Weißkopf-Seeadler sitzen. Und an einer Stelle sehen wir sogar ein Wal-Junges und Seelöwen miteinander spielen – jedenfalls erklärt unser Guide das, denn zu sehen ist in Wirklichkeit nur ein wildes Durcheinander von Flossen, Schnauzen und Körpern, die das Wasser aufwühlen.


Zur Abfahrt um 22 Uhr reihen sich Crown Princess, Celebrity Solstice, Westerdam und Noordam fast wie an einer Perlenschnur auf und fahren bei hellem Mondlicht aus dem Kanal bei Juneau wieder hinaus aufs Meer. Unser Ziel für morgen: Glacier Bay.

30. Juni – Glacier Bay – Bären, Seelöwen, Gletscher

Glacier Bay

Glacier Bay

Seelöwen sind beeindruckend neugierige Tiere: Als wir mit der Westerdam in den Glacier Bay National Park einliefen, warteten sie schon, schauten neugierig zu uns hoch, ließen sich von dem riesigen Kreuzfahrtschiff nicht im Geringsten stören und schwammen bis auf wenige Meter an das Schiff heran. Und offenbar eignet sich die Bugwelle eines so großen Schiffs wunderbar zum Wellenreiten. Die Seelöwen hatten jedenfalls viel Spaß dabei.

Seelöwe

Seelöwe

Seelöwen

Seelöwen

Glacier Bay ist ein ziemlich ungewöhnlicher Nationalpark, denn er ist nur vom Wasser aus zu erreichen, die Park Ranger kommen mit einem Boot an Bord der Kreuzfahrtschiffe und bleiben den Tag über an Bord, machen einen kleinen Souvenir-Laden in der Aussichtslounge, beantworten Fragen und halten Vorträge.

Die große Attraktion der Glacier Bay sind die vielen Gletscher. In jedem Seitenfjord und fast auf jedem Berg türmen sich Eismassen und an viele Stellen fließen die Gletscher direkt ins Meer – so auch am Margerie Glacier, an den die Westerdam ganz nahe heran fuhr.

Über eine Stunde lang konnten wir den Gletscher beobachten.

Margerie Glacier

Margerie Glacier

Dank der kräftigen Juni-Sonne war es so angenehm warm, dass wir anschließend mittags sogar am hinteren “Sea View” Pool im Freien mittagessen konnten.


Viel Spaß hatten wir hier aber auch mit dem Möwen. Angelockt von Brotstücken einiger Passagiere vollführten sie ihre Flug-Kunststücke nur wenige Meter von den Kabinenbalkonen entfernt. Manche fraßen den Passagieren sogar direkt aus der Hand. Ob man die Möwen hier wirklich füttern sollte, lassen wir einmal dahingestellt, aber in jedem Fall ist es ein Genuss, die Flugkünstler aus direkter Nähe zu beobachten.


Mein persönliches Highlight des Tages in der Glacier Bay war aber ein kräftiger Braunbär, der an einem Kies-Strand mit der Futtersuche beschäftigt war.

Braunbär

Braunbär

Mit dem Fernglas beziehungsweise Teleobjektiv der Kamera konnte man den Bären während der Vorbeifahrt gut beobachten und als wir an derselben Stelle ein paar Stunden später erneut vorbei kamen, war er immer noch da. Erst die uns entgegen kommende Oosterdam war ihm dann wohl doch etwas zu viel und er verzog sich ins Gebüsch am Ufer.


30. Juni – Blumen überall

Blumenschmuck auf der Westerdam

Blumenschmuck auf der Westerdam

Eine liebenswerte Besonderheit von Holland America Line ist der aufwändige Blumenschmuck an Bord der Schiffe. Auf jedem Tisch steht eine Blume, selbst im Buffet-Restaurant Lido. Und an vielen Stellen in den öffentlichen Bereichen finden sich prächtige Blumengestecke, die der Bordflorist ständig zusammenstellt und auffrischt. Ein paar Beispiele habe ich in einer kleinen Bildergalerie zusammengestellt.


1. Juli – Sitka – Seeotter, Bären, Seelöwen, Wale, Seeadler

Seeotter

Seeotter

Für Tierliebhaber ist Sitka ein wahres Paradies – innerhalb weniger Stunden haben wir Seeotter, Bären, Seelöwen, Wale und jede Menge Weißkopf-Seeadler aus direkter Nähe gesehen. Eigentlich wären die putzigen Seeotter das Highlight des Tages gewesen. Aber dann tauchte am Ufer nur hundert Meter von unserem Boot entfernt eine Braunbärin mit einem Jungen auf …

Seeotter

Seeotter

Aber beginnen wir den Tag am Anfang: Das erste, was ich am Morgen kurz vor dem Einlaufen in Sitka sah, als ich den Vorhang der Balkontür zurückzog, war eine Wal-Fluke, die gerade im Meer versank. Die vielen kleinen Inseln vor Sitka erinnern ein wenig an die Schären vor Stockholm, dazwischen tummeln sich Wale, Seeotter, Seelöwen und Robben. In den Bäumen sitzen unglaublich viele Weißkopf-Seeadler, manchmal drei oder vier in einem einzigen Baum, einige fliegen direkt übers Schiff.

Sitka selbst ist ein netter, kleiner Ort mit etwa 9.000 Einwohnern und viel Geschichte sowohl von den indianischen Tlingit als auch aus der Zeit, als Alaska zu Russland gehörte. Erst 1867 wurde Alaska nämlich US Territory. Aus der russischen Zeit sind noch ein paar Häuser übrig, ein Totem-Pfahl erinnert daran und auch eine russisch-orthodoxe Kirche hält russische Kultur hier wach. Vor unserem Ausflug hatte ich ein wenig Zeit, in Sitka spazieren zu gehen.



Unser eigentlicher Ausflug war zweigeteilt: Zuerst ging es zur „Fortress of the Bear“ – einer Auffangstation für Bären, die in freier Natur nicht überlebt hätten, zumeist weil ihre Mütter auf die eine oder andere Weise ums Leben gekommen waren und sie selbst noch zu klein zum allein Überleben waren.


Die großen Wasserbecken einer ehemaligen Papierfabrik dienen den Tieren als Gehege und die Braun- und Schwarzbären scheinen sich dort ganz wohl zu fühlen. Dennoch sind Bären in Gefangenschaft natürlich nie optimal und so bleibt ein leicht trauriges Gefühl von dem Besuch in der Bären-Station zurück.

Weißkopf-Seeadler

Weißkopf-Seeadler

Danach fuhren wir mit einem Boot an der Küste entlang, in kleine Buchten und um Inseln herum auf der Suche nach Seeottern, Seelöwen und Walen. Von allen dreien – und erneut vielen Weißkopf-Seeadlern – bekamen wir mehr als genug zu Gesicht und die Buckelwale hatten offenbar Lust auf Spielchen, denn sie ließen uns ganz nahe heran und schlugen mit der Fluke und den Flossen immer wieder kräftig aufs Wasser – ein herrliches Schauspiel, das sich auf Fotos nur recht unzureichend vermitteln lässt.


Ein wunderschönes Erlebnis ist es, die putzigen Seeotter in freier Natur zu sehen, wie sie sich auf dem Rücken liegend im Wasser treiben lassen, mit einem Stein Muscheln knacken oder Kelp futtern.


Dabei lassen sich die Seeotter auch von den Touristen im Ausflugsboot kaum stören, wie das kurze Video zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=wqgqsTttSG8

Ein unglaubliches Glücksgefühl ist es aber, eine Braunbärin mit ihrem Jungen ganz aus der Nähe zu sehen. In der Redoubt Bay etwas südlich von Sitka bekam unser Kapitän von einem kleinen, anderen Boot den Tipp, dass dort eine Bärin gesichtet wurde.

Bärin in der Redoubt Bay

Bärin in der Redoubt Bay

Tatsächlich war sie noch da und graste direkt am Ufer, als wir zu der Stelle kamen – und plötzlich kam auch noch ihr Junges hinter den Bäumen und Büschen hervor …


2. Juli – Ketchikan: Schnorcheln in Alaska …

Schnorcheln in Ketchikan, Alaska

Schnorcheln in Ketchikan, Alaska

Schnorcheln in Alaska klingt nach eine üblen Schnapsidee. Ich habe es in Ketchikan heute trotzdem gemacht, aus purer Neugierde. Jetzt bin ich angefixt: Das nächste Mal, wenn sich die Gelegenheit für Schnorcheln in kalten Gewässern bietet, bin ich ganz sicher wieder dabei …

Ketchikan, Alaska

Ketchikan, Alaska

… denn von Frieren im etwas mehr als zehn Grad kalten Wasser konnte überhaupt keine Rede sein. Eingepackt in sieben Millimeter Neopren war es eher zu warm als zu kalt. Strahlend blauer Himmel und milde Lufttemperaturen taten ihr Übrigens, um „Snorkeling in Alaska“ zu einem angenehmen Erlebnis zu machen.

Rundherum die grandiose Landschaft, Weißkopf-Seeadler fliegen immer wieder über einen hinweg, ab und zu auch ein Wasserflugzeug, von denen es hier in Ketchikan zahlreiche gibt. Und unter Wasser eine grüne Landschaft aus Seegras und Kelp mit unzähligen Seesternen in allen Größen und Farben, harmlosen Quallen, kleineren Krabben und einigen bunten Fischen.

Da folgende, kurze Video gibt einen groben Einblick, was einen in Alaska unter Wasser erwartet:

https://www.youtube.com/watch?v=pnGdGdxWrWg

Lachse haben wir übrigens keine gesehen, obwohl sich Ketchikan ja selbst als “Salmon Capital of the World” sieht. Aber die Lachswanderung hat in diesem Jahr hier eben noch nicht begonnen, dafür müssten wir in ein paar Wochen noch einmal hierher zurück kommen.



Vier Schiffe hatten heute in Ketchikan angelegt: Grand Princess, Crown Princess, Noordam und Westerdam. Da ist es ganz angenehm, dem Trubel um die Souvenir- und Schmuck-Läden direkt am Kreuzfahrthafen zu entkommen, ein paar Meilen nach außerhalb zu fahren, sich in einen Neopren-Anzug zu werfen und einfach mal abzutauchen.

2. Juli – Oh, what a night

Sonnneuntergang

Sonnneuntergang

Nach einem herrlich warmem und laut Statistik einem der nur 22 regenfreien Tage jährlich in Ketchikan nehmen wir Abschied von Alaska, das uns noch einen farbenprächtigen Sonnenuntergang und eine klare Vollmondnacht mit auf den Weg gibt.



Am vorletzten Abend gibt’s ein richtig schönes, traditionelles Gala-Dinner mit Pre-Dinner-Cocktails, Shrimp Cocktail, Surf & Turf (mit exzellentem Hummer) und Flourless Chocolate Cake. All das ist bei Holland America Line nämlich noch nicht dem Trend zu “modern, laut und jung” zum Opfer gefallen, sondern wird gediegen gepflegt. Morgen sind wir nach einem Seetag abends in Victoria, British Columbia, unserer letzten Station dieser Reise mit der Westerdam.

3. Juli – Orcas in Victoria, BC

Orca

Orca

Der letzte Ausflug unserer Reise: Whale Watching in Victoria, British Columbia. Diesmal waren wir auf der Suche nach Orcas und sind fündig geworden.

Orca bei Victoria, BC

Orca bei Victoria, BC

Über 80 Orcas oder „Killer-Wale“ leben hier um Victoria herum ganzjährig und so stehen die Chancen hervorragend, auf einer Walbeobachtungs-Tour einige von ihnen zu sehen. Als kleines Extra zu dieser atemberaubenden Tour gab’s noch einen fast schon kitschigen Sonnenuntergang dazu.


4. Juli – Handtuch-Tiere

Die Reise mit der Westerdam endet heute in Seattle, der unvermeidliche Heimflug steht an. Den letzten Eintrag meines Reise-Tagebuchs möchten ich meinen beiden Kabinen-Stewards auf der Westerdam widmen – Pitoko und Gede.

Sie haben unauffällig aber perfekt für Ordnung in meiner Kabine gesorgt und jeden Abend mit einem kreativen Handtuch-Tier ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert. Eine dieser schönen Kreuzfahrt-Tradition, die leider bei immer weniger Reedereien noch konsequent praktiziert wird. Danke, Pitoko und Gede!


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  • Anmerkung*: Cruisetricks.de reist nach Alaska auf Einladung von Holland America Line.

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Ein Kommentar zu Ins sommerliche Alaska mit der Westerdam

  1. Oliver Sackers on Juli 5, 2015 at 9:19 pm

    Danke für die interessante Reportage und die unglaublichen Fotos! Ich habe definitiv ein neues Ziel für eine weitere Kreuzfahrt vor Augen :)

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