Montego Bay

Ausnahmezustand über Montego Bay verhängt

Jamaika hat den Ausnahmezustand über Montego Bay und St. James Perish auf Jamaika verhängt. Die Sicherheitslage in dem Landkreis hatte sich offenbar soweit zugespitzt, dass nun Militäreinheiten angerückt sind, um für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.

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Nachdem der Ausnahmezustand am Donnerstag, 18. Januar 2018, ausgerufen wurde, der zunächst bis zum 15. Februar gelten soll (Update: verlängert bis 2. Mai), haben die Behörden bereits erste Erfolge gemeldet. Es seien zahlreiche Gang-Mitglieder verhaftet und schwere Waffen sichergestellt worden. Polizei und Militär haben Checkpoints an Straßen eingerichtet und sorgen mit starker Präsenz für Sicherheit.

Dem Ausnahmezustand vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Morde und Schießereien auch in von Touristen besuchten Bereichen. Zu Schaden gekommen waren Touristen aber nicht. In St. James Perish gab es 2017 insgesamt 335 Morde und auch 2018 bereits wieder sieben Tote. Mord, Schießereien, Drogenhandel, illegaler Waffenhandel, aber auch Lotteriebetrug und einfache Kriminalität habe ein Rekordniveau erreicht, schreibt eine lokale Zeitung.

Großbritannien und Kanada haben eine Reisewarnung für die Region im Montego Bay ausgesprochen. Kritische Stimmen auf Jamaika sprechen allerdings von einer Überreaktion. Das sonst sehr sensibel reagierende US State Department rät lediglich – wie bisher schon – zu erhöhter Vorsicht und hat die Gefahrenstufe nicht erhöht. Auch das deutsche Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise für Jamaika nicht verschärft.

Von Kreuzfahrt-Schiffen sind bislang keine Routenänderungen aufgrund des Ausnahmezustands für Montego Bay bekannt. Während der Hauptsaison haben zahlreiche Schiffe Montego Bay auf ihrer Fahrtroute. Täglich legen dort bis zu drei Schiffe an, unter anderem im Januar und Februar 2018 auch AIDAluna, AIDAmar, Mein Schiff 6, MSC Armonia, MSC Opera, Celestyal Crystal und Brilliance of the Seas.

Update: AIDA erklärte gegenüber cruisetricks.de, man habe sich mit den lokalen Partnern abgestimmt und sehe derzeit keinen Grund für Routenänderungen, Montego Bay sei durch die Polizei- und Militärpräsenz und insbesondere in Hinblick auf die von der Reederei angebotenen Landausflüge sicher.

Cruisetricks.de war zuletzt im vergangenen Jahr in Montego Bay (siehe: „Montego Bay: Ein Blick hinter die touristische Kulisse Jamaicas“) und dabei mit einem privaten Guide auch weniger touristische Gegenden besucht.

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