Barcelona will den städtischen Steuer-Zuschlag für Kreuzfahrt-Touristen auf 24 Euro erhöhen, deren Schiff bei einem Zwischenstopp in Barcelona weniger als zwölf Stunden im Hafen liegt. Einen entsprechenden Beschluss hat der Wirtschafts- und Finanzausschuss von Barcelona nun gefasst, wie Metropoli berichtet. Die Erhöhung muss aber Endes des Jahres vom Stadtrat noch im Rahmen der Steuergesetzgebung endgültig beschlossen werden.
Die Stadtregierung von Bürgermeister Jaume Collboni greift mit der Vorziehung der Steuererhöhung um zwei Jahre von 2029 auf 2027 eine Forderung der Oppositionsfraktion Barcelona en Comú im Stadtrat auf, deren Sprecher Marc Serra kürzlich die Erhöhung der Kreuzfahrt-Kopfsteuer gefordert hatte.
Die Erhöhung auf 24 Euro würde einer Verdreifachung des bisher geltenden Betrags entsprechen. Insgesamt würde dann pro Passagier 30 Euro an Steuern anfallen, denn zu den 24 Euro städtischer Steuer-Zuschlag kommen noch die bereits geltende 6 Euro regionale Steuer hinzu.
Die Grundlage bildet der katalanische „Impost sobre les Estades en Establiments Turístics“ (IEET, Steuer auf Aufenthalte in touristischen Einrichtungen), eine 2012 eingeführte Steuer der Generalitat de Catalunya. Barcelona kann darauf seit 2017 einen eigenen städtischen Zuschlag erheben.
Ziel von Barcelona ist es, die Stadt noch mehr als Basishafen mit Passagierwechsel zu etablieren und Reedereien von Tagesaufenthalten als Zwischenstopp abzuschrecken. Auch soll die Zahl der jährlichen Kreuzfahrt-Touristen auf 3,5 Millionen begrenzt werden. Barcelona hält derzeit mit 3,99 Millionen Passagieren (2025) die Spitzenposition in Europa und Platz vier weltweit. Mit der Deckelung wird voraussichtlich schon 2026 Civitavecchia an Barcelona in Bezug auf Passagierzahlen an Barcelona vorbeiziehen.
Schon jetzt hat Barcelona unter den großen, europäischen Häfen eine geringe Transitquote: 58 Prozent der Passagiere in Barcelona schifften hier für ihre Kreuzfahrt ein beziehungsweise aus. Für Hafenstädte sind solche Passagiere wirtschaftlich attraktiver, weil sie in der Stadt mehr Geld ausgeben und oft auch einige Nächte bleiben.
Die aktuell geltende Regelung sieht eine schrittweise Erhöhung der Steuer auf 24 Euro bis 2029 vor, die der Wirtschaftsausschuss der Stadt nun sofort auf den gesetzlich maximal möglichen Betrag erhöhen will. Damit die Steuer in der neuen Höhe erhoben werden kann, muss sie allerdings erst noch im Rahmen der Steuerverordnungen im Stadtrat final beschlossen werden.




