Hamburg bleibt auch 2025 der größte Hochsee-Kreuzfahrthafen in Deutschland. Mit 1.416.715 Passagieren übertraf die Hansestadt das bereits starke Vorjahr (1.301.295 Passagiere) um knapp neun Prozent. 295 Kreuzfahrtschiff-Anläufe von 46 verschiedenen Schiffen verzeichnete Hamburg, darunter drei Erstanläufe.
Auf Platz zwei unter den deutschen Kreuzfahrthäfen liegt Kiel mit 1.106.505 Passagieren bei 197 Anläufen. Im Vorjahr waren es 1.052.667 Passagiere. Das ist ein Plus von rund fünf Prozent. Kiel hatte 2023 erstmals die Eine-Million-Passagiere-Marke überschritten.
Rostock-Warnemünde verzeichnete als drittgrößter deutscher Kreuzfahrthafen rund 592.000 Passagiere bei 165 Anläufen von 35 Schiffen (Vorjahr: 532.000 Passagiere, 147 Anläufe). Das entspricht einem Zuwachs von gut elf Prozent. Bei 109 Anläufen fand ein Voll- oder Teilreisewechsel statt.
AIDA Cruises mit der AIDAdiva und der AIDAmar bei 68 Anläufen vom Basishafen Warnemünde der größte Einzelkunde, gefolgt von der MSC Poesia mit 21 Passagierwechsel-Anläufen und Mein Schiff 7 von TUI Cruises mit acht Anläufen.
Das größte Schiff der Saison in Warnemünde war die Sky Princess (BRZ 145.281, 330 Meter Länge, rund 3.700 Passagiere Kapazität), das kleinste die Nordstjernen von Vestland Classic (BRZ 2.191, 89 Meter), die zwölfmal vor Ort war.
Alle drei deutsche Kreuzfahrthäfen haben damit 2025 neue Passagier-Rekorde aufgestellt. Die Zahlen von 2019, dem letzten vollständigen Betriebsjahr vor der Corona-Pandemie, sind in Hamburg und Rostock-Warnemünde bereits seit 2023 übertroffen, in Kiel seit 2024.
Das passt zum Gesamttrend: Weltweit gingen 2024 laut Clia 34,6 Millionen Menschen auf Kreuzfahrt, rund zehn Prozent mehr als 2019. Auch die Zahl der deutschen Kreuzfahrt-Passagiere lag mit erstmals über drei Millionen auf einem Hochsee-Kreuzfahrtschiff auf Rekordniveau.
Im nordeuropäischen Vergleich belegen Hamburg und Kiel hinter Southampton mit deutlichem Abstand (3.005.000 Passagiere im Jahr 2024) die Plätze zwei und drei. Dass Rostock-Warnemünde sich auch 2025 in den nordeuropäischen Top-10 halten konnte, ist zwar wahrscheinlich, aber noch nicht sicher, denn die Zahlen der direkten Verfolger Zeebrügge und Rotterdam sind noch nicht bekannt.
Ausblick 2026: Zahlen weiter steigend
Für 2026 rechnen alle drei Häfen mit weiterem Wachstum. Hamburg plant 331 Kreuzfahrt-Anläufe von Januar bis Dezember plus 47 Flusskreuzfahrtschiff-Anläufe. Kiel erwartet 212 Anläufe und 1,2 Millionen Passagiere; die Saison 2026 hat am 4. Januar 2026 bereits begonnen.
Fortschritte auch bei der Landstromnutzung
Fortschritte gibt es in allen drei deutschen Kreuzfahrthäfen auch bei der Landstrom-Nutzung, auch wenn die Informationen nicht bei allen Häfen sehr detailliert öffentlich abrufbar sind.
In Hamburg wurden 162 Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2025 während ihrer Liegezeit mit Landstrom versorgt. Das sind über 25 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht einer Quote von 71 Prozent aller landstromfähigen Anläufe. Ab 2026 steht an allen drei Hamburger Kreuzfahrt-Terminals, Altona, Steinwerder und HafenCity, Landstrom zur Verfügung. Das ist vier Jahre vor dem Inkrafttreten der EU-weiten Pflicht zur Landstromnutzung ab 2030. Darüber hinaus hat Hamburg im August 2025 bereits eine eigene Landstrompflicht für Kreuzfahrtschiffe ab 2027 beschlossen.
Rostock-Warnemünde, wo Landstrom seit 2021 an den Terminals P7 und P8 bereitsteht, weist für 2025 detaillierte Nutzungszahlen aus: Bei 75 der 165 Anläufe wurde demnach Landstrom bezogen, allerdings nur von acht der 35 verschiedenen Kreuzfahrtschiffe. Insgesamt wurden rund 2,15 Millionen Kilowattstunden abgegeben.
In Kiel ist Landstrom ebenfalls seit 2021 verfügbar. Ende der Saison 2025 wurde die zweite Landstromanlage am Ostseekai fertiggestellt, sodass dort nun drei Hochsee-Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig Landstrom beziehen können. Für 2024 hatte der Seehafen Kiel eine Landstromquote von knapp 70 Prozent gemeldet, bezogen auf die Zahl der versorgten Schiffe. Für 2026 strebt der Hafen eine Quote von 75 Prozent bei Fähr- und Kreuzfahrtschiffen an. Detaillierte Zahlen zur tatsächlichen Nutzungsintensität der Landstromanlagen, etwa bezogen auf die Zahl der einzelnen Anläufe mit Landstrom-Nutzung oder die abgegebene Energiemenge, sind auf der Website des Seehafens Kiel nicht verfügbar.




