Die Hurrikan-Saison 2017 hat erste gravierende Auswirkungen auf die Kreuzfahrt: Der Hafen von Galveston wird von Wirbelsturm Harvey lahmgelegt und der nächste Sturm ist bereits an der US-Ostküste unterwegs. Experten erwarten eine Hurrikan-Saison, die deutlich stärker ausfällt als im Durchschnitt.
Mindestens 14.000 Kreuzfahrtpassagiere sind von Hurricane Harvey betroffen, der über Texas hinweg zog. Ihre Schiffe konnten den Hafen von Galveston nicht planmäßig anlaufen. Beeinträchtigt sind die Carnival Valor, Carnival Freedom, Carnival Breeze und die Liberty of the Seas. Galveston ist nach Passagieraufkommen der zehntgrößte Kreuzfahrthafen der USA und fünftwichtigster für Karibik-Kreuzfahrten von den USA aus.
Die drei Schiffe der Carnival Cruise Line sind jeweils mit einem Tag Verspätung nach New Orleans ausgewichen, von wo aus Passagiere nach Hause fahren oder fliegen konnten. Die nachfolgenden Kreuzfahrten wurden abgesagt.
Liberty of the Seas zwei Tage verspätet, Miami statt Galveston
Besonders intensiv wirkt sich Harvey auf die Passagiere der Liberty of the Seas aus: Nachdem das Schiff einen Tag lang vergeblich darauf gewartet hatte, in Galveston einlaufen zu können, entschied sich die Reederei für eine Umroutung. Das Schiff fährt nach Miami, um dort neue Lebensmittel an Bord zu nehmen.
Passagiere der Liberty of the Seas können also erst in Miami aussteigen, wenn es dort am Dienstagmorgen, 29. August, ankommt. Wahlweise können sie aber auch bis Galveston zurück fahren, wo das Schiff voraussichtlich am 1. September einlaufen soll. Ursprünglich hätte die Kreuzfahrt bereits am 27. August in Galveston enden sollen. Die Kreuzfahrt ab Galveston mit Start am 27. August wurde abgesagt.
Nächster Wirbelsturm an der Ostküste der USA
Derweil zeichnen sich an der Ostküste der USA bereits die nächsten Probleme ab. Ein tropischer Sturm zieht entlang der Küste von South Carolina und North Carolina. Wird er stärker, bekommt er den Namen „Irma“. Nach aktuellem Stand soll dieser Sturm rund 300 Kilometer südlich von Washington D.C. auf die Küste treffen, anschließend aber weiter nach Nordosten übers Meer ziehen.
Derzeitigen Berechnungen zufolge würde er dann weit genug östlich ziehen, um Kreuzfahrten beispielsweise ab New York kaum zu beeinträchtigen. Die Norwegian Breakaway fährt am 30. August von New York aus in Richtung Bermudas, die Anthem of the Seas am 31. August ab Bayonne nach Neuengland.
Hurrikan Harvey zieht indes entlang der texanischen Küste weiter in Richtung Louisiana. Dort soll er am 30. August auf Land treffen. Für Louisiana wurde wegen möglicher Überschwemmungen bereits der Notstand ausgerufen.
Vorhersage: besonders starke Hurrikan-Saison
Aufgrund der langfristigen Bedingungen in diesem Jahr gehen die Vorhersagen der Experten der Colorado State University von einer überdurchschnittlich starken Hurrikan-Saison 2017 aus, die offiziell noch bis 30. November andauert. Im Laufe des Jahres waren die Vorhersagen aufgrund der Wetter-Entwicklungen bereits mehrfach nach oben korrigiert worden. Fünf tropische Stürme mit Namen sowie drei Hurrikans hat es bislang gegeben.
Insgesamt werden statistisch 16 tropische Stürme erwartet, die stark genug werden, um einen Namen zu bekommen. Acht davon erreichen demnach Hurrikan-Stärke. 2016 gab es 15 Stürme mit Namen, davon sechs Hurrikans. Der Durchschnitt von 1981 bis 2010 liegt bei 12 Stürmen und 6,5 Hurrikans.
Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest ein Hurrikan der Stärke 3 bis 5 an der Ostküste der USA auf Land trifft liegt statistisch demnach bei 38 Prozent. Der durchschnittliche Wert von 2081 bis 2010 liegt bei 31 Prozent.




