Grönlands Hauptstadt Nuuk ist der Startpunkt unserer Expedition mit der Fridtjof Nansen von HX Expeditions in den Nordwesten der Insel in der Arktis. Trotz Einschiffungstag können wir ein paar Impressionen von Nuuk sammeln und erleben auch gleich eine der Traditionen des Landes: Im Hafen findet ein Kayak-Wettbewerb statt.
Am Einschiffungstag eine Kreuzfahrt sieht man meist wenig von dem Ort, an dem die Reise beginnt. Doch der Flieger von Air Greenland, mit dem ein groĂźer Teil der Fridtjof-Nansen-Passagiere von Kopenhagen nach Nuuk kommt, landet schon mittags Ortszeit auf dem erst vor zwei Jahren, 2024, fĂĽr groĂźe Maschinen ausgebauten, jetzt internationalen Flughafen.



So bleibt vor der Einschiffung zumindest etwas Zeit, um sich in Grönland zu akklimatisieren und ein paar Eindrücke von der Hauptstadt zu sammeln. Rund 20.000 der insgesamt nur 57.000 Grönländer leben hier. Wir starten mit einer Kostprobe grönländischer „Tapas“: Räucherlachs, Rentier-Fleischbällchen, Kabeljau-Salat, geräuchertes Lamm, Jakobsmuscheln und Seehasen-Rogen.

Ein wenig Freiheit und anschließend eine kurze Bus-Tour durch Nuuk führen uns vor allem durch den alten Teil Nuuks mit der Statue von Missionar Hans Egede, der historischen Kirche, zum Parlamentsgebäude mit der Bronzeskulptur der Sagengestalt Kaassassuk oder dem Katuaq-Kulturzentrum.










Eine besonders hübsche Skulptur (unser Titelbild) mit einer ebenso versteckten wie starken, gesellschaftlichen Aussage steht auf den Felsen am Wasser in der Altstadt: Die Meeresgöttin Sedna aus der Inuit Mythologie. Die „Mother of the Sea“ genannte Skulptur blickt direkt hinauf zur Statue von Hans Egede, in einer unausgesprochenen, stillen Missbilligung vieler unschöner Entwicklungen aus der Zeit des Missionars im 18. Jahrhundert.

Und wir tauchen gleich tief in grönländische Kultur ein: Im Hafen finden die grönländischen Kayak-Meisterschaften (Grönländisch: „Qajaq“) statt: verschiedene grönländische Teams, aber auch eines aus den USA und eines aus Schweden wetteifern an diesem Tag im eisigen Wasser in verschiedenen Varianten von Grönlandrollen (früher „Eskimorolle“ genannt), teils in traditioneller Kleidung.




Was selbst im Vergleich zu meinem Besuch hier vor knapp einem Jahr auffällt: In den Fenstern der Häuser sieht man viel mehr grönländische Flaggen. Und unsere ReisefĂĽhrerin berichtet von viel mehr dänischer, aber auch europäischer Militärpräsenz. Und tatsächlich legt gerade als wir zum Einschiffung in den Hafen kommen, ein Schiff der dänischen Marine direkt vor der Fridtjof Nansen an, um neue Matrosen an Bord zu nehmen. Wer hier nicht willkommen ist, machen die Grönländer, Dänen und Europäer ziemlich deutlich …





