Strengere Abgasnormen tun in der Kreuzfahrt Not, aber ...

Kommentar: Trauriger Umwelt-Populismus statt sachlicher Diskussion

Die Forderung des Umweltbundesamtes, Kreuzfahrtschiffe sollten „Straßendiesel“ als Treibstoff einsetzen, treibt die faktenarme und populistische Diskussion über den Umweltschutz in der Kreuzfahrt in ungeahnte Dimensionen. Was für eine sonderbare Forderung, gleich in vielerlei Hinsicht.

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Das Umweltbundesamt sollte es doch besser wissen, oder sich zumindest nicht so offensichtlich vor den Nabu-Karren spannen lassen. Beim Nabu ist ja bekannt, dass er gerne mit viel Pathos und in fragwürdige Zusammenhänge gesetzte Fakten auf die Kreuzfahrt eindrischt. Da hört man inzwischen einfach weg. Schade ist es dennoch, weil die Umweltdiskussion in der Kreuzfahrt auf sachlicher Ebene so wichtig wäre, trotz aller Fortschritte und zunehmend strenger Grenzwerte. Denn da geht noch viel mehr und da muss noch viel mehr gehen.

Update: Stellungnahme und Erklärungen des Umweltbundesamtes unter der Zwischenüberschrift „Was das Umweltbundesamt dazu sagt“.

Stattdessen sagt ein Verkehrsemissionsexperte des Umweltbundesamtes laut Nachrichtenagentur DPA: Würde man auf Straßendiesel umstellen, – ich zitiere – „dann stünden auch alle Schadstoff-Minderungskonzepte und -technologien zur Verfügung. Schiffe könnten dann auf einem Emissionsniveau fahren, das etwa der Euro-Norm VI beim Lkw entspricht.“

Zeigt nicht gerade der aktuelle Abgas-Skandal, dass diese Technik mit Nichten in der Lage ist, die Schadstoff-Vorgaben durchgehend einzuhalten? Dass die tatsächlichen Abgaswerte teils um das Neunfache höher liegen? Dass die Autoindustrie erheblich mit dieser Technik kämpft, die eben keineswegs gut funktioniert, sondern nur mit Tricks, nur zeitweise, unter Idealbedingungen und während in realitätsfernen Test-Szenarien? Diskutieren viele deutsche Städte nicht gerade, genau diese Fahrzeuge mit Fahrverboten zu belegen, weil die Technik es schon bei relativ kleinen PKW-Motoren nicht schafft, was angeblich als Technik selbst für die riesigen Schiffsmaschinen zur Verfügung steht?

Nicht schön, aber Fakt: Bei Schiffen sind solche Emissionen absolut legal

Klar, selbst das Neunfache der erlaubten Emissionen bei Diesel ist noch viel weniger als das, was bei Kreuzfahrtschiffen aus den Schornsteinen kommt – aber bei den Schiffen ist das nunmal schlicht erlaubt. Sollte sich ein Umweltbundesamt da nicht erst einmal selbstkritisch fragen, warum es keine ausreichend strengen Gesetze, EU-Regeln und internationale Vereinbarungen gibt?

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Die Kreuzfahrt bewegt sich in internationalem Wettbewerbsumfeld, die Reedereien sind Unternehmen, zumeist börsennotiert – und eben keine Wohlfahrtsverbände, die mal schnell den größten Kostenblock des operativen Geschäfts verdreifachen bis verfünffachen können (zu den Treibstoff-Preisen später noch mehr).

Das Umweltbundesamt tut so, als bräuchte man mit Kreuzfahrtschiffen nur mal schnell bei Aral, OMV oder Shell vorbeifahren, an der Diesel-Zapfsäule ein wenig Diesel in den Tank packen und alles ist gut. Als könnte man einfach eine PKW- oder LKW-Filteranlage in den Schornstein eines Kreuzfahrtschiffs packen und schon gibt’s kaum mehr schädliche Emissionen.

Hätte man nicht längst entsprechend dimensionierte Filteranlagen entwickeln können? Vielleicht. Aber die Gesetze schreiben keine dementsprechend strengeren Abgaswerte vor. Warum sollte also ein gewinnorientiertes Unternehmen in so enorm teure Entwicklung investieren? Erst Recht wenn klar ist, dass die Zeiten des Rohöl-basierten Treibstoffs ohnehin in absehbarer Zeit vorbei sind und Kreuzfahrtschiff-Neubauten zunehmend mit LNG-Antrieb geordert werden und selbst Brennstoffzellen (beispielsweise mit Methanol, eventuell auch Wasserstoff) demnächst in Erprobung gehen.

Mehr Populismus geht kaum noch …

Der Gipfel des Haarsträubenden kommt aber erst noch. Ich zitiere erneut, was der Experten des Umweltbundesamt laut DPA gesagt hat: „Zwar seien Kreuzfahrtschiffe nur für einen kleinen Bruchteil des gesamten Seeverkehrs und damit auch nur für einen Bruchteil der Emissionen verantwortlich. Aber sie stünden extrem in der Öffentlichkeit.“

Das Umweltbundesamt als Ultra-Populist? Fordert allen Ernstes ungleiche Behandlung (nämlich erhebliche Benachteiligung der Kreuzfahrt gegenüber der restlichen Schifffahrt, die ca. 99,5 Prozent der Schifffahrt ausmacht) mit der Begründung, sie stünden extrem in der Öffentlichkeit?

Ein plakativeres Beispiel von gnadenlosem Populismus kann man schon gar nicht mehr geben.

Treten wir nochmal einen Schritt zurück und schauen uns zwei weitere Aspekte an:

Treibstoff-Preise

Aspekt 1: „Straßendiesel“, um diesen Begriff mal zu übernehmen, ist zwischen drei- und fünfmal so teuer wie die typischerweise eingesetzten Treibstoffe auf Kreuzfahrtschiffen derzeit (IFO30 und LS-MGO). Ich habe die ständig schwankenden Preise grob über den Daumen gepeilt, auf ein paar Kommastellen kommt es da erstmal nicht an.

Das ist, als würde man fordern: Besitzer von großen Diesel-SUVs sollen ab sofort Wodka tanken. Die Motoren kommen damit schon irgendwie klar. (Techniker mögen mir die Vereinfachung verzeihen – ganz so einfach, ohne Additive et cetera geht’s natürlich nicht; aber das trifft auch auf „Straßendiesel“ auf Kreuzfahrtschiffen zu.)

Billiger Wodka ist durchaus für drei bis fünf Euro pro Liter zu haben – also etwa ein vergleichbarer Preiseunterschied. Ach ja, andere Diesel-PKW dürfen natürlich weiterhin Diesel tanken, denn der Volkszorn (oder war es eher Neid?) richtet sich ja vor allem auf die bösen Zweitwagen-SUVs.

(zur Dokumentation meine Berechnungsgrundlage für den Preisvergleich: „Straßendiesel“ kostet aktuell ca. 1,10 Euro pro Liter, IFO380-Treibstoff für Schiffe ca. 0,224 Euro pro Liter und schadstoffarmes LSMGO für ECA-Schutzonen ca. 0,35 Euro pro Liter; Preise in Rotterdam)

Warum initiiert das Bundumweltamt keine entsprechende Gesetze?

Aspekt 2: Die Forderung kommt von einer Bundesbehörde – also der Regierung. Ist nicht die Regierung diejenige, die Gesetze initiieren kann und die unsere Umweltpolitik bestimmen kann? Warum fordert sie von der Kreuzfahrt, was sie selbst (zumindest indirekt) in die Wege leiten könnte? Ist das die neue Umweltpolitik? Was man als Regierung mangels eigener Stärke weder als nationales Gesetz (okay, wäre auch Unsinn), noch als EU-Verordnung oder internationale Vorschrift der IMO erreichen kann, wirft man der Kreuzfahrt-Industrie als Versagen vor?

Das ist ja gerade so, als ob man jetzt den Diesel-PKW-Fahrer vorwerfen würde, dass die Regierung es über Jahrzehnte nicht geschafft hat (oder nicht schaffen wollte), die Abgaswerte von Diesel-PKW effektiv zu kontrollieren und durchzusetzen.

Update: Was das Umweltbundesamt dazu sagt

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Inzwischen hatte ich die Gelegenheit, mit dem zitierten Verkehrsemissionsexperten des Umweltbundesamtes, Lars Mönch, zu sprechen. Er räumt ein, dass die Aussagen gegenüber der DPA sehr pointiert sind, um mediale Aufmerksamkeit für das Thema zu erzielen. Zugleich betont er aber auch, dass die Initiative durchaus ernst gemeint sei, Emissionswerte relativ schnell dadurch zu senken, dass man in der Schifffahrt saubere Treibstoffe – sprich: Diesel – einsetze. Allerdings gehe es dabei gar nicht so sehr um die Kreuzfahrt, die ja in Teilen schon recht vorbildlich sei, sondern: „Wir meinen hier eher den Güterverkehr weltweit. Wir adressieren den gesamten Seeverkehr.“

Vor allem im Güterverkehr, wo die Lebensdauer von Schiffen deutlich länger sei als in der Kreuzfahrt, könne eine Zwischentechnologie mit sauberem Treibstoff in Kombination mit Filtertechnologien viel erreichen, die sich aus der Fahrzeugtechnik adaptieren ließen. Lösungen zur Nachrüstung vorhandener Schiffe seien im Güterverkehr sehr relevant. Es gebe zwar derzeit noch keine sofort einsetzbaren Anlagen, aber fortgeschrittene Entwicklungen und Patente, mit denen man auf absehbare Zeit funktionierende Filteranlagen auch für große Schiffe erwarten könne – mit relativ sauberen Treibstoffen wie „Straßendiesel“ als Grundvoraussetzung. SCR-Filter zur Reduktion von Stickoxiden seien serienreif und vielfach auf Schiffen schon im Einsatz (Anm.: zum Beispiel auf der Europa 2), funktionierten aber ebenfalls nicht mit Schweröl.

Ansonsten, so Lars Mönch, sehe das Umweltbundesamt vor allem die internationalen Vorschriften als „zentralen Hebel“. Auch wenn das langsam und mit nur kleinen Fortschritten vorangehe, sei die Einflussnahme bei den Verhandlungen der IMO die Hauptbemühung des Umweltbundesamtes beim Ziel, die gefährlichen Emissionen von Seeschiffen deutlich zu reduzieren.

Meine Anmerkung dazu: Immerhin ist es etwas beruhigen ist, dass das Umweltbundesamt offenbar ganz gut weiß, was Sache ist und im Hintergrund durchaus gute Arbeit leistet.

Kein Zweifel: Es gibt Verbesserungsbedarf …

Noch einmal ganz deutlich gesagt: In der Kreuzfahrt (und in der Schifffahrt insgesamt) ist vor allem beim Thema Treibstoffe und Emissionen noch viel Fortschritt möglich und nötig. Die Entwicklung war in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Hinblick auf die Entwicklung von Filteranlagen viel zu langsam, kommt inzwischen aber zügig voran und muss noch konsequenter weiter gehen. Aber dazu braucht es eine sachliche und differenzierte Diskussion, gerade auch in der Öffentlichkeit.

Insgeheim von Neid motivierte Debatten um die Kreuzfahrt, haarsträubende Vergleiche mit PKW ohne die Dinge in Relation zu setzen, jeglicher Fakten entbehrende Argumente bezüglich angeblich existierender Technik bringt uns da nicht weiter.

… aber platte Propaganda verschärft das Problem noch

Denn Propaganda mit der Kreuzfahrt im Visier zu machen, verschärft ein ganz wichtiges Problem noch: Die mangelnde Sensibilität der Menschen für Umweltthemen insgesamt. Denn es geht eben nicht (nur) um die 0,5 Prozent Kreuzfahrtschiffe – es muss um 100 Prozent der Schifffahrt gehen.

Und dazu muss man beispielsweise auch einsehen, dass es alles andere als umweltfreundliches Verhalten ist, für fünf Euro ein T-Shirt bei Kik oder Primark oder … zu kaufen, das, oh Wunder, per Schiff um die halbe Welt gefahren wurde und niemals so billig sein könnte, würden bei der Produktion und beim Transport die Umweltstandards eingehalten, die wir uns vorstellen und die da ebenso plakativ wie naiv und populistisch gefordert werden.

Kreuzfahrt ist etwas für elitäre Bonzen, überflüssig, gut als Buhmann geeignet. Neid ist da salonfähig. Aber zu Gunsten des Umweltschutzes für ein T-Shirt 15 statt fünf Euro bezahlen? Nein, das ist nun wirklich eine Zumutung, die man auf keinen Fall hinnehmen kann. (Bitte nicht falsch verstehen: Ich rede jetzt nicht von Menschen, die sich das tatsächlich nicht leisten können. Bei Umweltschutz darf es nicht um soziale Ausgrenzung gehen …)

Solange wir derart mit zweierlei Maß messen, werden wir kein vernünftiges Verständnis für die Bedeutung des Umweltschutzes bekommen – nicht in unserer direkten Umgebung und erst Recht nicht bei global relevanten Umweltschutz-Themen. Propaganda-Hetze gegen die Kreuzfahrt (und andere Säue, die regelmäßig durchs Dorf getrieben werden) schadet diesem Ziel viel mehr, als es nützt.

11 Kommentare zu “Kommentar: Trauriger Umwelt-Populismus statt sachlicher Diskussion

  1. Sehr gut geschrieben, Franz. Ich kann über so manchen Vorstoß in diese Richtung auch nur den Kopf schtteln.

    Allerdings ist es in Deutschland anscheinend normal, plakativ irgendwelche schön klingenden Umweltprojekte zu präsentieren, die letztlich von fraglichem Nutzen sind. Beinahe schiffsloses Beispiel: In Frankfurt am Main wurde, wie in vielen anderen Städten, vor einigen Jahren eine Umweltzone eingeführt, die schrittweise von „mindestens rote Plakette“ über „mindestens gelbe Plakette“ zu „nur noch grüne Plakette“ geändert wurde. Ich weiß nicht, wieviele zehntausend PKW davon betroffen waren, mich hat es bei der Umstellung auf „nur noch grün“ auch getroffen, weil der Hersteller meines damaligen Autos die Zertifizierung gespart hat, auch wenn die tatsächlihen Werte besser waren als bei so manchem Mogeldiesel heute.
    So weit so gut, jetzt kommt das unvermeidliche ABER: Die Umweltzone beschränkt sich nur auf den Teil von Frankfurt, der durch die Autobahnen A3, A5 und A661 umschlossen ist. Die Autobahnen sind aber selbst nicht Teil der Umweltzone (ist ja nicht so, daß die A3 und die A5 mit dem Frankfurter Kreuz entsprechend viel Verkehr hätten), der Flughafen, der zwar selbst außerhalb der Zone liegt, produziert sicher auch nicht gerade wenig Feinstaub durch den eigentlichen Flugverkehr und die ganze Maschinerie auf dem Vorfeld, die Betriebe der chemischen Industrie rund um die Stadt darf man nicht übersehen, und im Herzen der Umweltzone stehen viele Häuser, die (zusätzlich) auch Öfen/Kamine in den Wohnungen haben. Und auf dem Main ist ja auch einiges an Schiffsverkehr (ja, Binnenschiffe fahren nicht mit Schweröl wie Hochseeschiffe, aber frische Bergluft kommt da auch nicht aus den Schornsteinen), und der Main fließt bekanntlich mitten durch die Stadt. Aber es sind ja *nur* die Autos, die Feinstaub produzieren.
    Hauptsache, man hat mal etwas Aktionismus gezeigt.
    Mittlerweile hat man festgestellt, daß die Feinstaubwerte nicht wirklich reduziert wurden, also wird demnächst die Umweltzone ausgeweitet. Die Autobahnen rund um die Stadt sind nach wie vor ausgenommen, der Flughafen, die chemische Industrie, … siehe oben.

    Um aber den Bogen wieder zum Thema Schiff zu spannen, letztes Jahr fiel mir auf, daß in der Hinsicht Kreuzfahrtschiff nicht gleich Kreuzfahrtschiff ist. Als wir in Barcelona waren, lagen „draußen“ im Hafen drei größere Kreuzfahrtschiffe. Ohne Namen zu nennen, waren es zwei Schiffe Baujahr ~2010 und ein ganz neues Schiff (Baujahr 2016, oder höchtens 2015). Keines der drei Schiffe hing an Landstrom, und trotzdem kam nur aus zwei von drei Schornsteinen eine sichtbare Rußfahne. Ironischerweise war das neuste der drei Schiffe das mit der deutlichsten Fahne. Da wir beschlossen hatten, zu Fuß in die Stadt zu gehen, konnte man das von der großen Brücke aus hervorragend sehen. (Und nein, das Schiff ohne sichtbare Rußfahne hat keine alternative Technik an Bord wie Flüssiggas oder eine Gasturbine zur Stromversorgung. Nur konventionelle Dieselmotoren.)

  2. Aktionismus und Populismus sind leider sehr verbreitete Mittel, um Politik zu machen. Und auf manchen Gebieten erreicht man damit tatsächlich das eine oder andere Ziel, denn natürlich will (und kann) sich nicht jeder mit jedem Thema im Detail beschäftigen. Was ich traurig finde ist, dass diejenigen, die sich im Detail damit befassen (oder sollten), ihrer Verantwortung oft nicht gerecht werden und eben bei populistischen Aktionen (sprich: Vereinfachung, die dann jeder versteht) die Realität komplett über Bord werfen und haarsträubenden Unsinn behaupten, nur um auf sich aufmerksam zu machen. Und dann wird das Ganze zum Selbstzweck und verfehlt das eigentliche Ziel beziehungsweise schadet dem eigentlichen Ziel, weil unsinnige Feindbilder und Vorurteile aufgebaut werden, die einer Problemlösung im Detail dann typischerweise im Weg stehen.

    Übrigens, nur schnell noch angemerkt: Die Umweltfreundlichkeit von Schiffsabgasen an der sichtbaren Rauchfahne zu beurteilen, ist nur bedingt sinnvoll. Der Ruß ist zwar eines der Probleme, aber das relativ geringste. Der deutlich sichtbare Ruß besteht aus relativ großen Partikeln, die wesentlich weniger gesundheitsschädlich sind als der ganz feine Feinstaub. Und den Gehalt von Giftstoffen wie Vanadium etc. sieht man den Emissionen ohnehin nicht an, und Stickoxide ohnehin nicht. Andererseits lässt sich Ruß wiederum deutlich leichter filtern (Scrubber machen da einen ganz guten Job) als der Ultrafeinstaub. Und Landstrom: Zum Einen gibt es kaum irgendwo Landstromanschlüsse (u.a. weil horrend teuer; die Powerbarge in Hamburg ist da eine wesentlich intelligentere und kosteneffizientere Variante) und Landstrom ist auch nicht automatisch sauberer – da kommt es v.a. darauf an, wie der Strom produziert wird. kommt er – wie so häufig in Europa – aus einem Kohlekraftwerk, sind die Schiffsmotoren sauberer. Nur dass das Kohlkraftwerk aus den Augen und damit aus dem Sinn irgendwo am Stadtrand steht.

    Es ist eben nunmal ein komplexes Thema, das man nicht mit simplen „Straßendiesel“-Forderungen lösen kann.

  3. Inzwischen konnte ich mit dem Umweltbundesamt telefonieren – mit einigen interessanten Erkenntnissen. Siehe Update meines Kommentars oben mit der Zwischenüberschrift „Update: Was das Umweltbundesamt dazu sagt“.

  4. Super – wieder mal ein Beitrag, der das Thema in einen Gesamtzusammenhang stellt.

    Nichts gegen Umweltschutz – da ist sicherlich einiges zu tun, aber in allen Lebenszusammenhängen, auch im Tourismus insgesamt. Kreuzfahrt scheint mit oft eher ein wenig vorbildlich zu sein, insbesondere wenn ich in die Umweltsituation und den Umweltschutz in einigen Mittelmeer-Anrainerstaaten denke!

    Deutlich sollten wir uns verwahren vor allen Populisten, die damit die Welt umtreiben und verändern möchten – da haben wir leider in der Vergangenheit und schon wieder in der Gegenwart viel zu viele drastische Beispiele !!!!!!!!!!!!!!!

    Egal, ob sich jemand mit Naturschutz und Nabu schmückt oder gar mit Behörde wie Umweltbundesamt.
    Ich bin gegen billigen Populismus!!!!
    Der klärt nicht auf, sondern bringt „Überzeugungs-Täter“ hervor, und zwar solche vor deren Überzeugung man sich eher fürchten muss, weil sie mit Dogmatismus und Weltverbesserung-Eifer einhergeht!

  5. „Vor allem im Güterverkehr, wo die Lebensdauer von Schiffen deutlich länger sei als in der Kreuzfahrt…“ – sorry, aber was für ein Zeug rauchen die? Wie viele Kreuzfahrtschiffe aus den 2000er Jahren wurden denn bislang verschrottet? Wie vielen Frachtschiffen ist dies schon passiert? Von absoluten Zahlen will ich gar nicht erst anfangen, aber wenn man das rein von der Gesamttonnage des jeweiligen Segments her betrachtet, ist diese Aussage absurd und zeugt von einer allenfalls äußerst unzureichenden Kenntnis der Materie.

  6. Schöner Kommentar. Insbesondere dem letzten Absatz kann ich voll zustimmen. Ich frage mich inzwischen sogar, ob es gewissen Vereinen überhaupt darum geht, Umweltschutz zu betreiben, immerhin könnten sie dann nicht mehr meckern. Am meisten gutes tun sowieso die Reedereien für die Umwelt und niemand anderes. Immerhin sind sie es, die entscheiden, ob bestimmte Technik verwendet wird oder nicht.
    Die Propaganda von gewissen Vereinen ist ein echtes Problem, ich habe mittlerweile sogar, vorsichtig gesagt, Verständnis dafür, wenn sich einige Leute Klimawandelleugnern anschließen, immerhin gleicht das den Populismus von der anderen Seite etwas aus.

  7. Nanu, wie passt das denn zusammen: [vrlinkter Beitrag ist inzwischen nicht mehr verfügbar]
    Eigentlich lobenswert, aber wenn diese sogenannten „Umweltschützer“ weiter machen wie bisher, wird sich überhaupt nichts ändern. Ich hoffe, die Reedereien lassen sich nicht von solchen Vereinen „belehren“.

  8. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich nicht ganz, was Du mit dem Kommentar sagen willst. Wen meinst Du mit „Umweltschützer“ und „Vereinen“? Und was ist lobenswert, das aber nichts ändern wird?

  9. Die Studie belegt die Führungsrolle der Kreuzfahrtbranche in der Schifffahrt in Sachen Umweltschutz. Gewisse Vereine (z.B. der NABU) behaupten das genaue Gegenteil. Das könnte dazu führen, dass die Kreuzfahrtbranche auf die Idee kommt, Umweltschutzmaßnahmen einzustellen, da man als Branche, die besonders umweltfreundlich ist, mehr Kritik auf sich zieht solche, die das nicht sind.

  10. Okay, jetzt verstehe ich. Deine Schlussfolgerung würde meiner Einschätzung nach aber voraussetzen, dass die Umweltaktivitäten der Kreuzfahrt-Branche selbstlos und ohne wirtschftlichen Nutzen stattfinden (was im Wesentlich nicht der Fall ist, sondern in weitern Teilen nur Erfüllung von gesetzlichen Anforderungen entspricht oder negativer PR vorbeugt) und es würde voraussetzen, dass die Branche die Kritik des Nabu ernst nimmt (was nur insoweit zutrifft, als man mit deren PR-technischen Folgen umgehen muss). Aber was vor allem hinzukommt: Die Studie wurde ja von der Clia, also dem Kreuzfahrtindustrie-Interessenverband in Auftrag gegeben und die Clia weiß ja auch ohne Studie genau, welche Umweltaktivitäten ihre Mitglieder entfalten. Die Studie ist insofern also für niemanden eine Überraschung, am wenigsten für die Kreuzfahrtbranche selbst ;-)

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