Die Nicko Vision ist am Abend des 30. Dezember 2025 auf der Donau nahe dem ungarischen Ort Gönyü auf Grund gelaufen und konnte sich zunächst nicht selbst wieder befreien. Die 211 Passagiere wurden am Neujahrsmorgen evakuiert, verletzt wurde offenbar niemand. Update: Erst am Vormittag des 7. Januar 2026 kam die Nicko Vision wieder frei.
Bei Niedrigwasser ist die Nicko Vision in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember 2025 auf eine Kiesbank aufgelaufen und sitzt seitdem dort fest. Weder die Maxima von Nicko Cruises noch ein herbeigerufener Schlepper konnte das Flusskreuzfahrtschiff wieder freischleppen. Das Flusskreuzfahrtschiff war auf dem Weg von Komarom in Ungarn nach Bratislava in der Slowakei. Unser Foto zeigt die Nicko Vision am 30. Dezember 2025 in Komarom, Ungarn, kurz vor dem Zwischenfall.
Die Donau führt derzeit sehr wenig Wasser, sodass Flusskreuzfahrtschiffe auch nicht bis nach Budapest fahren können, sondern beispielsweise in Komarom festmachen, um die Passagiere per Bus nach Budapest zu fahren. Auch die Nicko Vision hatte noch am 30. Dezember 2025 vor ihrer Havarie in Komarom gelegen.
Baird Maritime berichtet, dass am 1. Januar 2026 eine Barge längsseits ging, um die Passagiere der Nicko Vision zu evakuieren. Margrit Zauner, Cruisetricks.de-Leserin, Bloggerin (reiseliebe.blog) und Passagierin auf der Viva Two, berichtet, dass die Behörden die Viva Two um Hilfe gebeten haben. Das Viva-Kreuzfahrtschiff nahm die von der Nicko Vision evakuierten Passagiere für einige Stunden auf, bevor Busse organisiert waren. Auch die Vista Star von 1AVista unterstütze und gab tagsüber zeitweise wiederum Passagieren der Viva Two ein warmes Zuhause, um auf deren Schiff Platz für die Evakuierten zu machen.
Die Passagiere setzen die Reise nun laut Nicko Cruises mit Bussen und Hotelunterbringung in Bratislava und Linz fort, bevor die Reise wie geplant am 3. Januar 2026 in Passau endet.
Wann die Nicko Vision von der Kiesbank freigeschleppt werden könnte, war zunächst nicht klar. Der Pegel der Donau sank in der Region weiter. Nachfolgende Reisen sind laut Nicko-Cruises-Website für Januar nicht buchbar, sodass wohl in Folge des Zwischenfalls zumindest keine Reisen abgesagt werden müssen. Update: Am 7. Januar gegen 10:50 Uhr kam das Schiff laut AIS-Daten wieder frei und fuhr flussaufwärts mit Ziel Linz.
In einer Stellungnahme schreibt Nicko Cruises unter anderem: „Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Flusskreuzfahrt ist nicko cruises und die Besatzung an Bord äußerst routiniert im Umgang mit Hoch- und Niedrigwasser. Die Situation war durchgehend unter Kontrolle.“
Hinweis: Der Beitrag enthielt zunächst das falsche Datum für den Unfall. Wir haben die Daten entsprechend korrigiert.





Die Angaben entsprechen nicht ganz der Realität, die nickoVISION lief in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember neben der Fahrrinne auf die Kiesbank. Versuche, die VISION mithilfe des Schwesterschiffes MAXIMA freizubekommen, blieben in der Nacht erfolglos. Der herbeigerufene Schlepper war am 31.12. nicht genug motorisiert, um die VISION von der Kiesbank zu ziehen.
Wir haben die Silvesternacht auf dem Schiff verbracht und wurden am Nachmittag des 01. Januars auf die VIVA TWO evakuiert.
@Betz: Vielen Dank für die ergänzenden Informationen und den Hinweis auf das falsche Datum. Letzteres habe ich im Beitrag oben natürlich jetzt korrigiert.
Als Passagierin kann ich die Angaben von ‚Betz‘ bestätigen. Über den Niedrigpegel der Donau wurden wir an Bord informiert. So war die Fahrt auf der Donau bis Budapest nicht möglich. – Ab ungefähr 4:00 Uhr am 31. Dezember bemerkten wir den Stillstand unseres Schiffes und bedingt der verstärkten Motorengeräusche, dass unsere NickoVision versuchte sich von einer, von uns vermuteten Sand- oder Kiesbank, freizubekommen. Das Schwesterschiff Maxima beachtete die Fahrrinne und näherte sich einige Zeit später rechtsseitig in Fahrtrichtung der Vision. Die Besatzungen der beiden Kreuzfahrtschiffe versuchten gemeinsam die gestrandete NickoVision freizubekommen. Ohne Erfolg setzte die Maxima ihre Fahrt schließlich fort. Auch andere Schiffe konnten, die Fahrrinne beachtend (durch Bojen markiert), an uns vorbeifahren. Ein Schlepper konnte nicht helfen. Ein für den Neujahrmorgen angekündigter, größerer Schlepper, traf nicht ein.
Wir feierten Silvester an Bord. Die Besatzung bemühte sich um das Wohl der Gäste. Crew und Passagiere blieben ruhig. Die Evakuierung gegen Mittag von Neujahr war gut organisiert. Natürlich ist der Vorfall für alle Passagiere ärgerlich. Der Tag der Evakuierung anstrengend, sehr belastend und nervenaufreibend. Über 200 Passagiere mit Bussen zu evakuieren, über ein anderes Kreuzfahrtschiff in ein Hotel in Bratislava war organisatorisch und logistisch eine Herausforderung. Und für die Passagiere (nicht wenige in gehobenem Alter) sehr ermüdend, obwohl jedem umsichtig geholfen wurde.
Aus einer erholsamen Kreuzfahrt wurde ein stressiger und anstrengender Busurlaub. Silvester- und Neujahrsausflüge gingen verloren.
Trotz alledem gilt Dank der gesamten Crew der NickoVision. Insbesondere dem besonnenen und bemühten Kreuzfahrtdirektor. Einschließlich der Besatzung der VivaTwo.
Da Polizei an Bord gesehen wurde, denke ich dass eine Untersuchung des Vorfalles eingeleitet wurde. Ergebnis interessiert mich natürlich. Ich werde mit unserer Reiseagentur in Kontakt treten.
Mich ärgert es, dass die Havarie, als „höhere Gewalt“ hingestellt wird. Es war augenscheinlich, dass sich die Nicko Vision erheblich neben der Fahrrinne, in der die anderen Schiffe fuhren, befand.
Mein Dank gilt der Crew und vor allem unserem Kreuzfahrtdirektor für seinen unermüdlichen Einsatz.
@Regina Voge: Ich kann nicht erkennen, dass in meinem Beitrag von „höhere Gewalt“ die Rede wäre. Als Journalist kann ich nur berichten, was ich gesichert weiß und ich kann Zusammenhänge aufzeigen, wie die Tatsache, dass in diesem Donauabschnitt derzeit starkes Niedrigwasser herrscht. Die Ursache für die Havarie kann ich nicht beurteilen, das müssen Ermittlungsbehörden tun, die den genauen Unfallhergang ermitteln, die Datenaufzeichnung des Schiffs auswerten etc. Denn letztlich ist natürlich entscheidend, warum das Schiff dort auf Grund lief, sprich: warum es deutlich abseits der eigentlichen Fahrrinne fuhr (mutmaßlich, denn auch das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, ob es wirklich außerhalb der markieren Fahrrinne war) – und da gibt’s halt eine Vielzahl möglicher Gründe, von technischem Problem; Unachtsamkeit / mangelnde Erfahrung / menschlichem Versagen; Misskommunikation mit entgegenkommendem Schiff; Wind, der das Schiff seitlich aus der Fahrrinne gedrückt haben könnte; vielleicht auch sowas wie eine durch Strömung versetzte Boje, etc.