Der niederländische Polar-Expeditionsveranstalter Oceanwide Expeditions hat einen Vorvertrag zum Bau von zwei neuen Expeditionsschiffen unterzeichnet. Die Schiffe sollen mit einem hybriden Segelantrieb fahren und 2029 beziehungsweise 2030 in Dienst gehen. Welche Werft die Schiffe bauen wird, ist noch nicht öffentlich bekannt.
Beide Neubauten sind für jeweils 146 Passagiere ausgelegt und orientieren sich konzeptionell an der bestehenden Hondius-Klasse des Unternehmens, sollen aber in Betrieb und Ausstattung weiterentwickelt werden. Der hybride Segelantrieb soll den Treibstoffverbrauch und die Emissionen im Betrieb senken. Das Oceanwide Expeditionsbezeichnet die Schiffe als Weiterentwicklung der Hondius-Klasse, nicht als eigenständige neue Baureihe.
Die Vermarktung beider Schiffe soll planmäßig Anfang 2027 anlaufen, weitere Details zur Werft, Namen und konkreten Designmerkmalen der geplanten Neubauten will Oceanwide Expeditions erst im Verlauf des Bauprozesses bekanntgeben.




Hondius-Klasse als Ausgangspunkt
Die Hondius, das erste Schiff der gleichnamigen Klasse, wurde im Mai 2019 bei der kroatischen Werft Brodosplit fertiggestellt. Dieses Schiff hat eine Passagierkapazität von 170 und eine Bruttoraumzahl von 6.603. Die neuen Eco-Sail-Schiffe würden mit 146 Passagieren eine etwas geringere Kapazität aufweisen als die Hondius.
Laut Reederei war die Hondius beim Launch das erste Polar-Class-6-Expeditionsschiff in dieser geringen Größe weltweit. Das zweite Schiff der Baureihe, die Janssonius, ist übrigens wegen teils pandemiebedingten Verzögerungen beim Bau und Problemen bei der Finanzierung bis heute nicht in Dienst und liegt bei Brodosplit in Kroatien auf.
Segelantrieb als Nachhaltigkeitsstrategie in der Expeditionskreuzfahrt
Hybride Segelantriebe werden derzeit von mehreren Reedereien als Ansatz zur Emissionsreduzierung erprobt. Ponant plant für 2030 ein 200-Passagier-Segelkreuzfahrtschiff unter dem Projektnamen „Swap2Zero“, das laut eigenen Angaben 50 Prozent seiner Antriebsenergie aus Windkraft gewinnen und die Treibhausgas-Emissionen um mehr als 80 Prozent reduzieren soll.
Hurtigruten hat ebenfalls ein Konzept für ein Schiff mit ausfahrbaren, solar-integrierten Segeln in Kombination mit leistungsstarken Akkus für denselben Zeitraum vorgestellt: „Sea Zero“. Bei Hurtigruten ist dieses Schiffskonzept allerdings für die regelmäßig bediente Route entlang der norwegischen Küste zwischen Bergen und Kirkenes vorgesehen, nicht für klassische Kreuzfahrten.
Als Segelschiffe mit Solid-Sail-Technik konzipiert, wenn auch nicht für Expeditionen, sind auch die Luxus-Kreuzfahrtyachten für 110 Passagiere unter der Marke Orient Express. Bereits im Sommer 2026 soll das erste der beiden geplanten Schiffe, die Orient Express Corinthian, im Mittelmeer in Dienst gehen.



